COV Ausland

Die italienische Regierung hat dem US-Pharmakonzern Pfizer einen Mahnbrief geschickt. Rom fordert darin das Unternehmen auf, seine vertraglich eingegangenen Verpflichtungen bezüglich der Lieferung von Impfdosen für die italienische Impfkampagne zu erfüllen.

Italien werde auf nationaler und europäischer Ebene rechtliche Schritte ergreifen, um die planmäßige Fortsetzung der Impfkampagne zu garantieren, hieß es im Schreiben. Reaktionen auf den Brief der italienischen Regierung gab es seitens Pfizers nicht. Bei den Lieferungen von Vakzinen an Italien ist es in den vergangenen Tagen zu Verzögerungen gekommen.

Bisher nur erste Dosis erhalten

Erst Anfang März werde Italien mit einer Impfung der Bevölkerung auf breiter Basis beginnen können, sagte Vizegesundheitsminister Pier Paolo Sileri laut Medienangaben. Bisher wurden rund 1,37 Millionen Personen geimpft, die aber nur eine der zwei vorgesehenen Dosen erhalten haben.

„Wir müssen die Vakzine, die wir von Pfizer-Biontech und Moderna erhalten, für die zweite Dosis bereits geimpfter Personen nutzen. Erst dann können wir mit der Impfung des Rests der Bevölkerung beginnen“, so Sileri.

Italien werde nicht vor Oktober die Herdenimmunität erreichen können, so Außenminister Luigi Di Maio. Vieles hänge davon ab, ob die Pharmakonzerne die Verträge respektieren und die Lieferzeiten einhalten würden. Bald sollte Italien Lieferungen auch vom Konzern Johnson&Johnson erhalten, dessen Vakzin von der EU-Pharmabehörde EMA noch zugelassen werden muss.

Mexiko hat 24 Millionen Dosen des russischen CoV-Impfstoffs „Sputnik V“ bestellt. Das teilte Präsident Andres Manuel Lopez Obrador gestern nach einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin mit. Der Einsatz von „Sputnik V“ muss aber noch von den zuständigen mexikanischen Behörden genehmigt werden.

In Russland selbst war das Vakzin schon im August zugelassen worden – noch vor Abschluss der dritten und damit letzten Phase der klinischen Studien. Dieses Vorgehen war international auf scharfe Kritik gestoßen.

In mehreren Ländern freigegeben

Nach russischen Angaben, die von unabhängiger Seite bisher nicht überprüft werden konnten, hat „Sputnik V“ eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent. Neben Russland selbst wurde der Impfstoff den russischen Behörden zufolge schon in Serbien, Weißrussland, Venezuela, Bolivien und Algerien zur Impfung freigegeben.

Im Mexiko war die Impfkampagne gegen das Coronavirus am 24. Dezember angelaufen. Dabei wird das von Biontech und Pfizer entwickelte Vakzin eingesetzt. Derzeit fehlt es in Mexiko aber an der erforderlichen Zahl von Impfdosen.

Der mexikanische Staatschef Lopez Obrador hat sich selbst mit dem Coronavirus infiziert, wie er am Sonntag bekanntgab. Nach eigenen Angaben leidet er aber nur an milden Symptomen.

Als viertes Land der Welt hat Mexiko die Marke von 150.000 bestätigten Todesfällen infolge der Coronavirus-Pandemie überschritten. Nach Statistiken, die das Gesundheitsministerium des Landes gestern meldete, stieg die Gesamtzahl auf 150.273. Den bisherigen Höchststand innerhalb von 24 Stunden hatte das Land am Donnerstag erreicht: Es waren 1.803. Viele Krankenhäuser in Mexiko sind derzeit voll.

Ein Mitarbeiter in Schutzanzug misst bei Angestellten Fieber
AP/Marco Ugarte

Staatspräsident erkrankt

Am Sonntag hatte Staatspräsident Andres Manuel Lopez Obrador bekanntgegeben, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei und wegen leichter Symptome behandelt werde. Er hatte in den Tagen zuvor mit zahlreichen Menschen Kontakt gehabt, ohne eine Maske zu tragen.

Weil dazu auch der oberste Pandemieexperte der Regierung, Hugo Lopez-Gatell, gehörte, war dieser gestern bei der allabendlichen CoV-Pressekonferenz im Präsidentenpalast ausnahmsweise nicht anwesend, sondern per Video zugeschaltet. Der Präsident habe leichtes Fieber gehabt, sagte er. Zum Schutz von dessen Privatsphäre würden keine weiteren Details genannt.

Wenige Tests

In Mexiko, das mit knapp 130 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern weltweit an zehnter Stelle der bevölkerungsreichsten Länder liegt, wird äußerst wenig auf das Virus getestet und kaum Kontaktnachverfolgung betrieben.

Die Landesgrenzen wurden nicht geschlossen, und von Einreisenden wird weder ein negativer Test noch Isolation verlangt. Es wurden bisher auch keine Ausgangsbeschränkungen oder eine Maskenpflicht verhängt.

Kalifornien will die seit Anfang Dezember geltenden strikten CoV-Auflagen für seine rund 40 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner lockern. Mit Blick auf abnehmende Infektionszahlen und sinkende Krankenhauseinweisungen hat der Staat eine Anordnung zum Zuhausebleiben nun wieder aufgehoben. Gouverneur Gavin Newsom sprach gestern von „Licht am Ende des Tunnels“.

Restaurants, die seit Dezember nur Essen zum Abholen anbieten konnten, dürfen jetzt wieder draußen bewirten. Viele Geschäfte, darunter Friseure und Kosmetiksalons, können mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen und begrenzter Kundenanzahl wieder öffnen. Die nächtliche Ausgangsbeschränkung zwischen 22.00 und 5.00 Uhr wird aufgehoben.

Kalifornien ist der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat. Insgesamt wurden dort seit Beginn der Pandemie mehr als 3,1 Millionen Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 nachgewiesen. Nach Angaben des Gouverneursbüros sind mehr als 37.000 Menschen an einer Coronavirus-Infektion gestorben. Auf die Einwohnerzahl bezogen steht der Westküstenstaat aber besser da als viele andere US-Bundesstaaten.

Der britische Pharmahersteller AstraZeneca hat Berichte über eine sehr geringe Wirksamkeit seines Impfstoffs bei Seniorinnen und Senioren zurückgewiesen. Berichte, dass das Mittel bei Menschen über 65 nur eine Wirksamkeit von acht Prozent habe, seien „komplett falsch“, teilte ein Sprecher heute Früh mit.

AstraZeneca verwies unter anderem darauf, dass die Notfallzulassung der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) ältere Menschen einschließe.

Eine Studie habe gezeigt, dass der Impfstoff
auch bei Senioren eine starke Immunantwort auslöse. Allerdings heißt es in einer weiteren Studie, dass es wegen geringer Fallzahlen noch zu wenige Daten zur Wirksamkeit bei älteren Menschen gebe.

Laut einem Bericht des deutschen „Handelsblatts“ soll der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca eine Wirksamkeit von nur acht Prozent bei älteren Menschen haben. Die Zeitung bezieht sich dabei auf deutsche Koalitionskreise.

COV Inland

Die Entscheidung über eine mögliche Verlängerung des Lockdowns oder allfällige Lockerungen wird erst kommende Woche fallen. Das verkündete die Opposition nach Abschluss der Videokonferenz mit der Regierung und Fachleuten gestern Abend. Für kommende Woche wurde ein weiteres Treffen vereinbart.

Wie es ab dem 8. Februar weitergeht, sei noch nicht konkret erörtert worden, sagte auch die Virologin Dorothee von Laer. In der ZIB2 wollte sie sich nach der Videokonferenz im Kanzleramt nicht festlegen, ob aus ihrer Sicht eine Fortsetzung des Lockdowns über dieses Datum hinaus nötig sei. Eine Verschärfung des Lockdowns mit weiteren Ausgangsbeschränkungen befürwortet von Laer nicht. Auch sollte man beim Skifahren zumindest eine Reduktion erreichen.

Virologin von Laer über die aktuellen CoV-Beratungen

Die Bundesregierung hat am Montagabend mit Landeshauptleuten, der Opposition und Experten über den aktuellen Stand der Coronavirus-Pandemie beraten. Eine der Expertinnen, die Virologin Dorothee von Laer (Universität Innsbruck) ist Gast in der ZIB2.

„Konkrete Antworten gab es wenige“

Laut FPÖ-Obmann Norbert Hofer will die Regierung am kommenden Montag entscheiden, ob es zu einer Verlängerung des Lockdowns kommt oder nicht. „Es war – auch aufgrund der Experten, die an der Konferenz teilgenommen haben – eine hochtheoretische Debatte. Konkrete Antworten gab es wenige“, so Hofer nach der Videokonferenz zur APA.

NEOS-Parteichefin Beate Meinl-Reisinger bemängelte das Fehlen einer „echten Einbindung des Parlaments“, es habe sich mehr um eine „Information der Bundesregierung“ gehandelt, sagte sie in einem schriftlichen Statement zur APA. Auch sei keine echte Prognoserechnung auf den Tisch gelegt worden. „Die erwarte ich mir aber für nächste Woche, damit dann auch kontrollierte Öffnungsschritte eingeleitet werden können.“

Seitens der SPÖ nahm Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner teil, sie will sich erst heute äußern. Auch die Klubobleute von ÖVP und Grünen, August Wöginger und Sigrid Maurer, sowie Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Alfred Riedl (ÖVP) als Vertreter von Städte- und Gemeindebund waren in die Gespräche eingebunden.

Kaiser fordert Offenlegung von Verträgen

Auch bei der zuvor abgehaltenen Videokonferenz zwischen Regierung und Landeshauptleuten nahm die Problematik der angekündigten Impfstofflieferkürzungen breiten Raum ein. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) forderte die Offenlegung der Verträge, um Klarheit zu gewinnen, ob und wie viel bereits bezahlt worden ist und ob Pönalzahlungen bei Nichteinhaltung der Verträge vereinbart worden sind.

Seitens des Kanzleramts hieß es nach den Gesprächen in einem Statement, die Infektionslage sei derzeit nach wie vor „stabil“ und die 7-Tage-Inzidenz „leicht sinkend“. Derzeit gehe es vor allem darum, dass von der Wissenschaft noch genauere und detailliertere Erhebungen und Untersuchungen vorgenommen werden.

Mehr als 400.000 Menschen haben sich in Wien bereits für eine Coronavirus-Schutzimpfung vormerken lassen. Bei älteren Menschen gibt es offenbar Sorgen, dass eine Anmeldung ohne Internet nicht möglich sei. Es geht aber auch über die Gesundheitshotline 1450.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 116 (Stand: gestern, 14.00 Uhr). Damit hat sich der Wert seit mehreren Tagen auf knapp 120 eingependelt.

Am höchsten ist die Zahl weiterhin in Salzburg (217). Dahinter folgen Vorarlberg (185) und Kärnten (160). Am niedrigsten ist der Wert in Wien (94), Tirol (100), in Oberösterreich und dem Burgenland (je 101).

Ministerien melden 1.009 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 1.009 neu registrierte Coronavirus-Fälle (Stand: gestern, 9.30 Uhr) innerhalb der letzten 24 Stunden. Landesweit starben laut AGES bisher 7.451 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 1.846 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 320 auf Intensivstationen.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

Wer in Vorarlberg geimpft wurde, obwohl er oder sie laut Impfplan eigentlich noch nicht an der Reihe war, soll die zweite Dosis nur bekommen, wenn genügend Impfstoff da ist. Zudem teilte das Land mit, dass diese Personen frühestens mit Fristende – also nach 42 Tagen – geimpft werden. Ziel sei aber, dass jeder nach einer Erstimpfung auch die zweite Dosis erhalte.

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Ein 38-jähriger Klagenfurter ist gestern Abend bei einer CoV-Demo in der Landeshauptstadt festgenommen worden, weil er sich beharrlich weigerte, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Wie die Polizei berichtete, wollte er auch seine Identität nicht preisgeben, also wurde er festgenommen. Er wehrte sich heftig gegen die Festnahme, wurde aber von den Beamten überwältigt.

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Ausland

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte will heute in einer Kabinettssitzung seinen Rücktritt anbieten, wie die Regierung in Rom gestern Abend mitgeteilt hat. Conte hatte zwar in der vergangenen Woche zwei Vertrauensabstimmungen im Parlament knapp gewonnen, trotzdem steht seine Minderheitsregierung seither auf einer wackligen Basis.

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Im US-Senat ist die Anklage für das zweite Amtsenthebungsverfahren gegen den ehemaligen Präsidenten Donald Trump verlesen worden. Kurz zuvor hatten die Anklagevertreter gestern die Anklageschrift mit dem Vorwurf „Anstiftung zum Aufruhr“ in einer Prozession vom Repräsentantenhaus in den Senat gebracht.

Anklagevertreter betreten das Kapitol
AP/Susan Walsh

Die Demokraten wollen Trump wegen des Angriffs seiner Anhänger auf das Kapitol am 6. Jänner zur Verantwortung ziehen. Seine Amtszeit ist zwar bereits abgelaufen, aber durch das Verfahren könnte er im Falle einer Verurteilung mit einer lebenslangen Ämtersperre auf Bundesebene belegt werden. Das würde etwaige Pläne Trumps für eine erneute Bewerbung um die Präsidentschaft im Jahr 2024 zunichtemachen.

Biden sieht keine großen Erfolgschancen

US-Präsident Joe Biden räumt dem Amtsenthebungsverfahren gegen seinen Vorgänger einem Medienbericht zufolge keine großen Erfolgschancen ein. Er glaube nicht, dass im Senat ausreichend Republikaner für eine Verurteilung ihres Parteifreundes stimmen würden, zitierte der Sender CNN Biden gestern.

Amtsenthebungsverfahren in zweiter Februar-Woche

Vor dem eigentlichen Beginn des Amtsenthebungsverfahrens in der zweiten Februar-Woche steht heute die Vereidigung des Vorsitzenden des Verfahrens an, der wiederum den 100 Senatorinnen und Senatoren den Eid abnimmt. Die Senatoren nehmen in dem Prozess die Rolle von Geschworenen ein und treffen die endgültige Entscheidung.

Die Verlesung der Anklage, die Vereidigung des Vorsitzenden und der Senatoren sowie erste Stellungnahmen des Angeklagten und der Ankläger sind nach Angaben des Forschungsdienstes des US-Kongresses (CRS) Teil der Vorbereitungen des Verfahrens. Den eigentlichen Beginn des Verfahrens markiert das Eröffnungsplädoyer der Ankläger des Repräsentantenhauses, gefolgt von dem der Verteidigung.

Nach dem Angriff von Anhängern des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump auf das US-Kapitol sollen Tausende Mitglieder der Nationalgarde vorerst zur Unterstützung anderer Sicherheitskräfte in Washington bleiben. Bis Mitte März sollen 600 Soldatinnen und Soldaten den für die Sicherheit des Präsidenten zuständigen Secret Service unterstützen.

Eine Mutter mit Kind beobachtet mehrere Mitglieder der Nationalgarde in Washington DC
AP/Rebecca Blackwell

5.000 Nationalgardisten bleiben zudem zur Verstärkung der Polizei am Kapitol im Einsatz, wie die US-Armee – das Heer der US-Streitkräfte – gestern mitteilte. Zwei andere Polizeieinheiten in der Hauptstadt würden noch bis in die erste Februar-Woche hinein von Hunderten Nationalgardisten unterstützt.

Die Sicherheit um das Kapitol wurde nach der Erstürmung des Parlamentsgebäudes am 6. Jänner deutlich verstärkt – auch, weil dort am Mittwoch die Amtseinführung von Präsident Joe Biden stattfand. Unter anderem wurden zusätzliche Barrieren rund um das Gelände errichtet. Polizisten und Soldaten stehen Wache.

Inland

Im „Ibiza“-U-Ausschuss widmen sich die Abgeordneten morgen den Hintergründen des Videos sowie einem Vertreter der Casinos Austria. Casinos-Austria-Prokurist Peter E. macht den Anfang, er wird sich Fragen zu mutmaßlichem Postenschacher und mutmaßlichem Gesetzeskauf rund um die Casinos Austria stellen.

Es folgen laut Plan Niko P. und Johannes Vetter. Letzterer war SPÖ-Kampagnenchef, P. arbeitet als Agenturmanager und soll vom Wiener Anwalt das „Ibiza-Video“ angeboten bekommen haben. P. soll das Video dann – laut Angaben des früheren SPÖ-Ministers und -Bundesgeschäftsführers Thomas Drozda im U-Ausschuss – seinerseits an den damaligen SPÖ-Parteichef Christian Kern herangetragen haben.

Geschredderte Festplatten: Auftraggeber kommt

Am Mittwoch kommt dann mit Arno M. jener Mann, der als Mitarbeiter im Bundeskanzleramt nach Veröffentlichung des „Ibiza-Videos“ fünf Festplatten des Bundeskanzleramts unter falschem Namen schreddern ließ – laut ÖVP aus Angst vor Datenleaks. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelte zunächst, fand aber keinen Zusammenhang zum „Ibiza-Video“. Die Staatsanwaltschaft Wien stellte die Ermittlungen dann ein.

Einblick in die internen Abläufe im Bundeskanzleramt unter der türkis-blauen Regierung sollen dann der aktuelle Kabinettschef von Sebastian Kurz (ÖVP), Bernhard Bonelli, sowie der ehemalige Kabinettschef von Gernot Blümel (ÖVP), Albert Posch, geben.

Die Eintragungswoche für die drei Volksbegehren für Tierschutz, Impffreiheit und Ethikunterricht ist gestern zu Ende gegangen. Bereits vor der Bekanntgabe der offiziellen Unterstützungszahlen am Abend war klar, dass trotz Lockdowns alle drei die für die Behandlung im Parlament notwendige Zahl von 100.000 Unterschriften erreicht haben.

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Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) steht erneut im Scheinwerferlicht: Konkret sollen frühere Mitarbeiter des Staatsschutzes dem Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek zur Flucht verholfen haben und für das Unternehmen nebenberuflich tätig gewesen sein. Und – womöglich – unabhängig davon: Ein BVT-Beamter soll einer Spionin Informationen aus der Glücksspielbranche geliefert haben.

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Die Universität Graz entwickelt eine digitale Erinnerungslandkarte zu Orten und Opfern der NS-Zeit, wie anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktags am 27. Jänner mitgeteilt wurde. Die Plattform soll im Sommer 2021 online gehen.

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Sport

Vincent Kriechmayr hat gestern mit dem Sieg im Super-G für einen perfekten Abschluss des Kitzbühel-Wochenendes gesorgt. Der Oberösterreicher rehabilitierte sich mit einer Gratwanderung am Rande des Ausfalls für die Abfahrten und sorgte zudem dafür, dass ein Montag auf der Streif ein Österreicher-Tag bleibt. Hinter dem Sieger spitzte sich der Kampf um die WM-Startplätze zu.

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Der Start in das Frühjahr der tipico-Bundesliga hat den Vierkampf an der Spitze vorerst zu einem Duell zwischen Red Bull Salzburg und dem SK Rapid gemacht. Die Wiener fertigten Puntigamer Sturm Graz am Freitag mit 4:1 ab und versetzten den „Blackies“ einen Dämpfer. Am Sonntag zog Salzburg nach und holte sich Platz eins mit einem 2:0 bei Cashpoint SCR Altach zurück. Der LASK legte gegen die WSG Tirol mit einem 2:4 einen Fehlstart hin.

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Der Kronplatz in Südtirol ist heute (10.30 bzw. 13.30 Uhr, live in ORF1) Schauplatz des letzten Weltcup-Riesentorlaufs der Damen vor der alpinen WM in Cortina. Beim sechsten Saisonrennen in dieser Disziplin möchte Österreichs Team eher an das Doppel im Dezember in Courchevel anschließen, wo es mannschaftliche Geschlossenheit und mehrere Top-Ten-Ränge gab. In Kranjska Gora reichte es in zwei Rennen nur zu einem siebenten Rang.

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Nur fünf Tage nach ihrem Trainingssturz in Crans-Montana und der dabei erlittenen schweren Knieverletzung denkt Speed-Spezialistin Nina Ortlieb bereits an ein Comeback. Die Vorarlbergerin hatte sich am Mittwoch einen vorderen Kreuzband-, Innenband-, Außenmeniskus- und Patellasehenriss im rechten Knie zugezogen. Spätestens bei den Olympischen Spielen 2022 will sie wieder voll fit sein.

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Wirtschaft

Die Europäische Zentralbank (EZB) und mit ihr die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) verstärken ihren Einsatz für den Klimaschutz. EZB-Präsidentin Christine Lagarde kündigte gestern die Schaffung eines Zentrums für Klimaveränderung an.

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Die von Österreichern gegründete Smartphone-Bank N26 mit Sitz in Berlin stärkt den Vorstand mit der Ernennung des früheren Zalando-Finanzchefs Jan Kemper. „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem Team die Wachstumspläne von N26 voranzutreiben“, sagte Kemper gestern, der den Job bei dem Börsekandidaten in der zweiten Jahreshälfte antreten wird.

Kemper hatte Europas größten Onlinemodehändler Zalando 2014 an die Börse geführt und war von 2017 bis 2019 Finanzchef bei der Senderkette ProSiebenSat1. Zuletzt arbeitete er bei der von der Pandemie stark gebeutelten Reiseplattform Omio. Firmenmitgründer Maximilian Tayenthal sagte über die Berufung von Kemper: „Seine Erfahrungen in der Skalierung von Start-ups zu börsennotierten Unternehmen sind für unsere zukünftigen Pläne von großer Bedeutung.“

Wiener gründeten N26

N26 wurde 2013 von den zwei Wienern Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründet und ist seit 2015 in Deutschland und Österreich aktiv. An der Smartphone-Bank sind unter anderen der deutsche Versicherungskonzern Allianz, der Staatsfonds GIC aus Singapur, der chinesische Internetriese Tencent, Earlybird und der deutsch-amerikanische Investor Peter Thiel beteiligt.

Inzwischen wird das 2013 gegründete Unternehmen, das bei seinen Investoren 570 Millionen Dollar eingesammelt hat, mit 3,6 Milliarden Dollar (drei Mrd. Euro) bewertet.

Im Gespräch mit Reuters hatte N26-Firmenchef und -gründer Stalf erklärt, zum Jahresende operativ in die schwarzen Zahlen kommen zu wollen, man wollt sich für einen Börsengang aber noch mehrere Jahre Zeit nehmen. Allerdings könnten das gute Klima an den Aktienmärkten und die vielen anstehenden Debüts wie beispielsweise von Auto1, die ebenfalls aus Berlin kommen, die IPO-Pläne vorantreiben.

Nach Angaben des Vorarlberger Energieinstitutes stimmen 20 Prozent der Energieausweise nicht mit den Gebäuden überein, für die sie ausgestellt wurden. Das geht aus Stichproben der technischen Qualitätssicherung hervor, berichtet die Wirtschaftspresseagentur (wpa). Von diesen Energieausweisen hängen mitunter Förderungen und Miet- bzw. Kaufpreise ab.

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Chronik

Auf der Donaustraße (B3) im Bereich Langenstein in Oberösterreich ist gestern Abend ein tödlicher Verkehrsunfall passiert. Ein 28-jähriger Niederösterreicher war mit seinem Wagen auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal mit einem Lkw kollidiert. Er verstarb noch an der Unfallstelle.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

In Salzburg-Maxglan hat ein Mann gestern Abend einen großen Polizeieinsatz ausgelöst. Der Mann dürfte sich in der Praxis seines Psychiaters selbst verletzt haben. Auf seiner Flucht sprang er in die Glan, aus der ihn Polizisten schließlich bergen konnten.

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In der oberen Lobau fehlt zunehmend das Wasser. Der Grund sind alte Tanklager in Wien, die nicht saniert werden können und für die Sperrbrunnen errichtet wurden. Diese pumpen laufend Wasser ab, kritisiert man in der niederösterreichischen Gemeinde Groß-Enzersdorf.

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Science

Nach einer beispiellosen Behandlung mit synthetischen Antikörpern gegen eine Coronavirus-Infektion befindet sich der Gorilla Winston in den USA auf dem Weg der Besserung. Das Veterinärteam gehe davon aus, „dass die Antikörper dazu beigetragen haben könnten, dass Winston das Virus überwinden konnte“, teilte der Zoo im südkalifornischen San Diego gestern mit.

Gorilla Wiston im Zoo von San Diego
APA/AFP/Ken Bohn

Der 48-jährige Winston war vor zwei Wochen zusammen mit weiteren Gorillas seiner Gruppe positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wegen seines stattlichen Alters, seiner Symptome und diverser Vorerkrankungen wurde er nach Angaben des Zoos mit Herzmedikamenten, Antibiotika sowie speziellen synthetischen Antikörpern behandelt.

Für Notfall zugelassen

Synthetische CoV-Antikörper sind in den USA für den Notfall zugelassen. Mit ihnen wurde auch der ehemalige US-Präsident Donald Trump behandelt. Bei Winston seien jedoch spezielle Medikamente eingesetzt worden, die nicht für den menschlichen Gebrauch bestimmt sind, erläuterte der Zoo.

Die CoV-Fälle der Gorillas im Zoo von San Diego waren die erste bekannte natürliche Übertragung des Virus auf Menschenaffen. Es wird vermutet, dass die Tiere durch den Kontakt mit einem Pfleger angesteckt wurden, der keine Symptome gezeigt hatte.

Zudem habe es sich um einen neuen, hochansteckenden Virenstamm gehandelt, der kürzlich in Kalifornien identifiziert wurde, erklärte der Zoo. Die Gorillagruppe blieb nach der Diagnose unter genauer Beobachtung.

Britische Forscherinnen und Forscher haben nach Eigenangaben erstmals den gesamten Eisverlust auf der Erde berechnet. Ihnen zufolge sind zwischen 1994 und 2017 28 Billionen Tonnen Eis geschmolzen – das entspricht einer 100 Meter hohen Eisdecke über dem Vereinigten Königreich.

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Kultur

Oscar-Preisträger Robert De Niro und „Star Wars“-Star John Boyega wollen den Rennfahrerkrimi „The Formula“ drehen. Der Streamingdienst Netflix gab das Projekt unter der Regie von Gerard McMurray gestern bekannt. McMurray schrieb auch das Drehbuch.

Schauspieler Robert De Niro und John Boyega
AP/Chris Pizzello; APA/AFP/Tolga Akmen (Montage)

Boyega spielt in „The Formula“ einen jungen, erfolgreichen Formel-1-Fahrer, der von seinem zwielichtigen Mentor (De Niro) in Mafia-Geschäfte hineingezogen wird. Um seine Familie zu retten muss, er als Fluchtwagenfahrer auftreten. De Niro ist mit McMurray auch als Produzent an Bord.

Für Netflix drehte De Niro zuletzt unter der Regie von Martin Scorsese das Gangsterepos „The Irishman“. Der Film erzählte von den Verbindungen zwischen Mafia, Gewerkschaften und Politik in den USA der 60er Jahre.

Das berühmte Pariser Centre Pompidou soll Medienberichten zufolge wegen Restaurierungsarbeiten drei Jahre lang seine Türen schließen. Die Institution werde Ende 2023 vorübergehend zumachen und erst 2027 wieder eröffnen, schrieb die französische Zeitung „Le Figaro“ gestern Abend unter Berufung auf den Präsidenten des Centre Pompidou, Serge Lasvignes.

Luftansicht des Centre Pompidou in Paris
APA/AFP/Francois Guillot

Dem Medium zufolge hatte Frankreichs Kulturministerin Roselyne Bachelot-Narquin sich aus Zeit- und Kostengründen dagegen entschieden, das Zentrum während der geplanten Arbeiten offen zu halten. Ansonsten hätte sich die Restaurierung über sieben Jahre gezogen, hieß es.

Das Centre Pompidou in Paris wurde 1977 eröffnet. Die Sammlung des Kunst- und Kulturzentrums umfasst nach Angaben der Einrichtung mehr als 120.000 Werke moderner und zeitgenössischer Kunst. Zum Centre Pompidou gehören außerdem etwa ein Kino und eine Bibliothek. Laut der französischen Nachrichtenagentur AFP gab es in der Geschichte der Einrichtung bisher keine Sanierung dieser Größenordnung.

Das Vietnamkriegsdrama „Da 5 Bloods“ von Spike Lee, die Pixar-Animation „Soul“ und das Roadmovie „Nomadland“ zählen aus Sicht des renommierten American Film Institute (AFI) zu den zehn besten Filmen des Jahres 2020.

Auch das Gehörlosendrama „Sound of Metal“, die Biografie „Mank“ und der Gerichtsthriller „The Trial of the Chicago 7“ sind unter den Spitzenkandidaten, wie der Verband gestern bekanntgab.

Zu den weiteren AFI-Favoriten gehören das Historiendrama „Judas and the Black Messiah“, der Musikfilm „Ma Rainey’s Black Bottom“, Regina Kings Regiedebüt „One Night in Miami“ und das Familiendrama „Minari“.

Vorbote für spätere Oscar-Verleihung

Die jährliche Auswahl durch Fachleute und Kritikerinnen und Kritiker gilt als Vorbote für die spätere Oscar-Verleihung. Gewöhnlich schaffen es mehrere Filme von der AFI-Liste unter die Oscar-Anwärter in der Top-Sparte „Bester Film“.

Die ausgewählten AFI-Filmschaffenden werden am 26. Februar in einer Onlinezeremonie geehrt. Wegen der Coronavirus-Pandemie fällt die traditionelle Preisübergabe in Los Angeles aus.