Inland

Der Nationalrat hat gestern am späten Abend die Abgeordneten Peter Pilz und Efgani Dönmez ausgeliefert. Im Fall des JETZT-Mandatars Pilz stimmten ÖVP, FPÖ und NEOS dafür, eine behördliche Verfolgung zu ermöglichen. Beim fraktionsfreien Abgeordneten Dönmez gab es einen einhelligen Beschluss.

Bei Dönmez geht es um den Verdacht der gefährlichen Drohung. Anlass war eine Auseinandersetzung in Linz, bei der der vormalige Grünen- und ÖVP-Politiker ein Messer gezogen haben soll, sein Kontrahent attackierte ihn mit einem Regenschirm. Der Mann soll Dönmez’ Tochter bedroht haben.

Eine Verleumdungsangelegenheit ist die Causa Pilz. Hier geht es um die Auseinandersetzung des Mandatars mit dem Justizsektionschef Christian Pilnacek in Sachen Eurofighter-Verfahren.

Der ehemalige Grünen-Abgeordnete Karl Öllinger ist gestern Nachmittag am Wiener Landesgericht wegen übler Nachrede nach Paragraf 6 Mediengesetz schuldig erkannt und zu einer Entschädigung von 1.500 Euro verurteilt worden.

Er hatte am 25. Jänner 2019 auf seiner Facebook-Seite zwei Fotos verbreitet, die ein Mitglied der deutschnationalen Burschenschaft Gothia mit ausgestrecktem rechtem Arm zeigten. Damit habe Öllinger dem Mann zu Unrecht nationalsozialistische Wiederbetätigung unterstellt, befand das Landesgericht.

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Ausland

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat sich nach der Veröffentlichung mehrerer Aufnahmen, die ihn mit dunkel geschminktem Gesicht zeigen, erneut entschuldigt. „Ich gebe zu, dass es absolut inakzeptabel ist, das zu tun“, sagte Trudeau gestern auf einer Pressekonferenz in der Stadt Winnipeg.

Kanadischer Premierminister Minister Justin Trudeau
AP/The Canadian Press/Sean Kilpatrick

Zu viele Menschen lebten mit Diskriminierung unter anderem „wegen der Farbe ihrer Haut, und ich habe das aus der Sicht meiner Privilegien nicht gesehen“, sagte der 47-Jährige. Er sagte zudem, er könne nicht sagen, wie oft er derart geschminkt in seinen Jugendjahren gewesen sei.

Foto und Video aufgetaucht

Zuvor hatte sich der Skandal noch ausgeweitet: Nachdem das „Time“-Magazin am Mittwoch ein Bild veröffentlicht hatte, das Trudeau vor 18 Jahren mit Turban und langem Gewand sowie braun geschminkter Haut zeigt, tauchte gestern auch noch ein Video auf. Darin ist Trudeau ebenfalls mit dunklem Make-up zu sehen. Trudeaus Partei bestätigte die Echtheit des Videos und erklärte, es zeige den Premierminister „Anfang der 90er Jahre“.

Schwarz-Weiß-Bild von Justin Trudeau mit dunkler Schminke und Turban
AP/The Canadian Press

Zu dem Foto hatte sich Trudeau bereits geäußert. Er habe mit seinem Auftritt in orientalischer Verkleidung „einen Fehler gemacht“, der ihm „zutiefst leid“ tue, sagte er. Aus heutiger Sicht sehe er ein, dass seine Verkleidung „rassistisch“ gewesen sei.

Die Veröffentlichung fällt mitten in den Wahlkampf in Kanada, wo am 21. Oktober ein neues Parlament gewählt wird. Das Blackfacing, bei dem dunkel geschminkte Weiße zum Beispiel auf der Bühne oder der Leinwand die Rollen von Schwarzen übernehmen, ist besonders in Nordamerika hoch umstritten.

Kurz vor der UNO-Generaldebatte weisen die USA zwei Diplomaten der Ständigen Vertretung Kubas bei den Vereinten Nationen in New York aus. Das US-Außenministerium in Washington begründete die Maßnahme gestern mit versuchter „Einflussnahme“ der Diplomaten, die gegen die nationale Sicherheit der USA gerichtet gewesen sei. Das beinhaltet nach einer Definition der Denkfabrik Rand Corporation etwa das Sammeln taktischer Informationen über einen Gegner oder das Verbreiten von Propaganda.

Das Außenministerium teilte weiter mit, alle verbliebenen Diplomaten der Ständigen Vertretung Kubas bei den Vereinten Nationen dürften sich künftig im Wesentlichen nur noch auf der New Yorker Insel Manhattan bewegen, auf der auch das UNO-Hauptquartier liegt.

Schon zuvor war die Bewegungsfreiheit für Diplomaten Kubas, aber auch für solche des Iran, Nordkoreas, Chinas, Russlands und Syriens bei den Vereinten Nationen eingeschränkt. Die mehrtägige Generaldebatte der UNO-Vollversammlung beginnt am kommenden Dienstag.

US-Präsident Donald Trump soll laut einem Bericht der „Washington Post“ mit einem „Versprechen“ an einen ausländischen Staatenlenker für Alarm in den US-Geheimdiensten gesorgt haben.

Ein Geheimdienstmitarbeiter, der die Kommunikation verfolgt habe, habe sich wegen des aus seiner Sicht Besorgnis erregenden „Versprechens“ an den Generalinspekteur der Geheimdienste gewandt, so die Zeitung am Mittwoch (Ortszeit). Um welchen ausländischen Politiker es gegangen sein und worin das „Versprechen“ bestanden haben soll, konkretisierte die „Washington Post“ nicht.

Vorfall Thema im US-Kongress

Der Vorgang beschäftigte gestern offenbar den Kongress. Der Generalinspekteur der US-Geheimdienste, Richard Atkinson, wurde vom Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses stundenlang hinter verschlossenen Türen zu einer bei ihm eingereichten „Beschwerde“ eines internen Informanten befragt.

Dabei ging es mutmaßlich um die von der „Washington Post“ genannte „Beschwerde“ über Trump. Die Zeitung berichtete, Atkinson habe die von dem internen „Whistleblower“ übermittelte Information über Trumps Kommunikation mit dem ausländischen Politiker als „dringliche Angelegenheit“ eingestuft, welche die Unterrichtung der zuständigen Kongressausschüsse erforderlich mache.

Auch der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Adam Schiff von den oppositionellen Demokraten, bezeichnete die „Beschwerde“ als „glaubwürdig und dringlich“. Zu ihrem Inhalt äußerte er sich allerdings nicht.

Telefonat am 12. August

Die „Beschwerde“ stammt laut „Washington Post“ vom 12. August. In den Wochen davor telefonierte Trump etwa mit Russlands Staatschef Wladimir Putin, auch erhielt er zwei Briefe des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un. Ferner traf er etwa den pakistanischen Premierminister Imran Khan, den Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani, und den niederländischen Regierungschef Mark Rutte.

Trump wies den Zeitungsbericht als „Falschnachricht“ und „Drangsalierung des Präsidenten“ zurück. Natürlich wisse er, dass bei seinen Telefonaten mit ausländischen Politikern zahlreiche Mitarbeiter von verschiedenen US-Behörden mithören könnten, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er stellte die Frage, ob „irgendjemand dumm genug ist zu glauben, dass ich etwas Unangemessenes zu einem ausländischen Staatenlenker sagen würde“, während andere Leute zuhörten.

Tunesiens Ex-Langzeitherrscher Zine el-Abidine Ben Ali ist im saudischen Exil gestorben. Sein Anwalt bestätigte gestern entsprechende tunesische Medienberichte. Ben Ali war der erste Herrscher, der im Zuge der arabischen Aufstände 2011 gestürzt wurde.

Ehemaliger tunesischer Präsident Ben Ali
Reuters/Jamal Saidi

Ben Ali lebte seit seinem Sturz und der Flucht ins Exil in Saudi-Arabien. Dort war er in der vergangenen Woche in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Der Gesundheitszustand des 83-Jährigen sei kritisch, aber stabil, erklärte sein Anwalt danach.

Tunesien schaffte Übergang in Demokratie

Tunesien war das Land, in dem die arabischen Aufstände ausbrachen. Lange hatte Ben Ali es nach Amtsantritt geschafft, auf internationaler Bühne den Ruf eines skrupellosen Diktators zu vermeiden. Er galt als wirtschaftlicher Reformer. Unter ihm hatte Tunesien in Nordafrika den Ruf, mit den gut ausgebildeten Frauen und dem Wirtschaftswachstum ein Vorzeigemodell zu sein.

Allerdings entzündeten sich an dem Tod eines Gemüsehändlers in der Kleinstadt Sidi Bouzid massive Proteste. Diese fegten Ben Ali schließlich nach mehr als 20 Jahren an der Macht aus dem Amt. Er floh am 14. Jänner 2011 nach Saudi-Arabien. Kaum etwas wurde seitdem über das Leben der Familie im Exil öffentlich bekannt.

Tunesien war nach seinem Sturz das einzige Land der Region, das den Übergang in die Demokratie schaffte. Demnächst wird in einer Stichwahl ein neuer Präsident bestimmt. Allerdings leidet das Land unter starken wirtschaftlichen Problemen.

Sport

Wirtschaft

Unter dem Druck des Handelsstreits mit China haben die USA für die Versorgung mit seltenen Erden eine Allianz mit Australien gebildet. US-Präsident Donald Trump soll gemeinsam mit dem australischen Premierminister Scott Morrison in Washington heute einen entsprechenden Plan vorstellen, so ein US-Regierungsvertreter.

Beide Länder wollen demnach Ressourcen und Expertise zusammen dafür einsetzen, dass der Weltmarkt kontinuierlich mit den begehrten Rohstoffen versorgt wird. Bei seltenen Erden handelt es sich um 17 chemische Elemente, die für viele Hightech-Produkte wie Handys und auch in der Rüstungsindustrie unverzichtbar sind.

Die USA decken etwa 80 Prozent ihres Bedarfs aus der Volksrepublik. Chinas Staatsmedien hatten Ende Mai wegen des Handelskonflikts mit den USA über eine Begrenzung des Exports spekuliert. Die Regierung in Peking war 2010 nach einem diplomatischen Streit so gegen Japan vorgegangen. Ungeachtet wiederholter Drohungen mit Ausfuhrbeschränkungen verkaufte China zuletzt aber deutlich mehr seltene Erden ins Ausland.

Die Wohnungsvermittlungsplattform Airbnb will nächstes Jahr an die Börse. Das Unternehmen aus San Francisco bestätigte heute konkrete Pläne für 2020. Den geplanten Börsenplatz nannte Airbnb nicht.

Airbnb dürfte ohne Hilfe von Investmentbanken an die Börse wollen. Bei einem solchen „Direct Listing“, wie es etwa der Musikstreamingdienst Spotify unternommen hatte, können Altaktionäre ihre Papiere einfach über die Börse verkaufen, wo sich der Preis aus Angebot und Nachfrage bildet. Eine Platzierung von neuen Aktien findet nicht statt.

Im zweiten Quartal hat der Onlinemarktplatz zur Vermittlung von privaten Unterkünften zum zweiten Mal in der elfjährigen Firmengeschichte die Umsatzschwelle von einer Mrd. Dollar (rund 904 Mio. Euro) geknackt. Das erste Mal hatte Airbnb das im dritten Quartal 2018 geschafft. Zum Gewinn äußerte sich das Unternehmen nicht. Zuletzt hatte Airbnb erklärt, sowohl 2018 als auch ein Jahr zuvor auf operativer Basis schwarze Zahlen geschrieben zu haben.

Mehr als sieben Millionen Wohnungen

Das Start-up-Unternehmen kündigte gestern außerdem eine millionenschwere Werbekampagne im Fernsehen und Digitalmedien an. Dabei will Airbnb vor allem um neue Gastgeberinnen und Gastgeber werben. Über Airbnb werden inzwischen mehr als sieben Millionen Wohnungen und Häuser in mehr als 100.000 Städten rund um den Globus zur Kurzzeitmiete angeboten.

Börsengänge von jungen Firmen mit neuen Geschäftsmodellen waren zuletzt auf mäßige Begeisterung bei den Anlegern gestoßen. Die Aktienkurse der Fahrdienste Uber und Lyft entwickelten sich enttäuschend. The We Company, die hinter dem Bürovermieter WeWork steckt, sagte ihren geplanten Börsengang kürzlich ganz ab.

Der neue BMW-Chef Oliver Zipse plant einem Magazinbericht zufolge den Abbau mehrerer tausend Arbeitsplätze. Bis zum Jahr 2022 wolle der Autohersteller in Deutschland 5.000 bis 6.000 Stellen streichen, davon die meisten in der Konzernzentrale in München, berichtete das „manager magazin“ heute. Ein Konzernsprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Oliver Zipse
Reuters/Michael Dalder

Bisher hat BMW angekündigt, die Zahl der rund 135.000 Beschäftigten im Konzern im laufenden Jahr unter dem Strich stabil zu halten. Vor allem in der Verwaltung besetze BMW viele frei werdende Stellen nicht nach, während in der IT und in Bereichen wie Elektromobilität und autonomes Fahren zusätzliche Kräfte eingestellt würden.

Betriebsbedingte Kündigungen sind laut einer Vereinbarung mit den Arbeitnehmern ausgeschlossen, solange das Unternehmen Gewinne schreibt. Der BMW-Aufsichtsrat trifft sich Insidern zufolge in der kommenden Woche, dabei dürfte es auch um Personalien gehen.

Als neuer Produktionschef ist dem „manager magazin“ zufolge der Leiter der Qualitätssicherung, Milan Nedeljkovic, vorgesehen. Favoritin für die Nachfolge von Personalvorständin Milagros Caina-Andree sei die Chefin des BMW-Werks Dingolfing, Ilka Horstmeier. Zudem benötige BMW einen Nachfolger für Entwicklungschef Klaus Fröhlich, da dieser im kommenden Sommer abtreten dürfte.

Der US-Konzern Amazon hat sich zu ambitionierten Klimazielen verpflichtet und die Bestellung von 100.000 Elektrolieferwagen für die Paketzustellung bekanntgegeben. Mit der Initiative „Climate Pledge“ will das Unternehmen seine Emissionen abbauen und kompensieren, um bis 2040 klimaneutral zu sein, erklärte Amazon-Gründer Jeff Bezos heute in Washington.

Bezos will dafür werben, dass sich auch andere Großunternehmen der Initiative anschließen. Wenn Amazon mit viel Infrastruktur und der Auslieferung von rund zehn Milliarden Paketen im Jahr solche Klimaziele erreichen könne, „dann kann es jede Firma“, sagte Bezos.

100 Millionen Dollar in Wiederaufforstungsprojekte

Ab 2030 soll zum Beispiel Amazons gesamter Energieverbrauch aus erneuerbaren Quellen gespeist werden. Amazon werde zudem 100 Millionen US-Dollar (rund 91 Mio. Euro) in Wiederaufforstungsprojekte investieren, kündigt der Vorstandsvorsitzende an.

Die ersten Elektrolieferwagen sollen ab 2021 im Einsatz sein, bis 2030 sollen alle 100.000 ausgeliefert sein. Amazon sprach von der größten jemals gemachten Bestellung elektrischer Fahrzeuge. Sie werden von der Firma Rivian im US-Bundesstaat Michigan produziert, in die Amazon nach eigenen Angaben 440 Millionen Dollar investiert hat.

IT

„Ich bin zwar ein pathologischer Optimist, aber ich bin mir sicher, dass wir nicht in einer postfaktischen Welt leben." Auf der „Darwin’s Circle“-Konferenz in Wien hat Wikipedia-Gründer Jimmy Wales ein leidenschaftliches Plädoyer für das Wiki-Prinzip eines gemeinsamen Wissensspeichers gehalten. Jeder kann Wissen editieren, aber“, so Wales: „Wir filtern Meinung von Fakten aus.“ Mittlerweile würden 600 Millionen Menschen Wikipedia weltweit nutzen. Die höchste Nutzung von Wikipedia: in Island, Estland, Schweden und Finnland. „Vielleicht auch, weil dort das Wetter so schlecht ist“, scherzte Wales.

„Darwin’s Circle“-Konferenz in Wien
ORF.at

„Wiki-Tribune“ startet im Oktober

Als wichtigstes Zukunftsprojekt nennt Wales das Projekt der „Wiki-Tribune“, die im Oktober starten soll. Qualität soll auf der „Wiki-Tribune“ der treibende Faktor des Algorithmus sein. Adds und Paywalls soll es auf dieser Plattform nicht geben. Allerdings: Wales’ Idee, dass die Nutzer der „Tribune“ ihre favorisierten Artikel teilen, setzt letztlich wie bei google.news voraus, dass Beiträge frei verfügbar sind.

Wales kritisierte in Wien vor allem das Werbemodell in der Internetnutzung, wo man auf allen Plattformen von derselben Werbung verfolgt werde. Dieses Modell würde nicht genügend Aufkommen generieren und auch an den Interessen der Nutzer vorbeigehen. Medien würden auf die Bedürfnisse der Werbeindustrie zu sehr auf Clickbait-Headlines setzen, die letztlich das Prinzip von Qualitätsjournalismus torpedierten.

Wrabetz: „Müssen wissen, wer Beiträge gestaltet“

In der gemeinsamen Diskussion nach seiner Keynote mit ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz wurden Unterschiede zwischen Wiki-Medien und öffentlich-rechtlichen Medienanstalten deutlich. „Wir brauchen Qualitätsjournalismus für den Bestand der Demokratie und brauchen auch eine Transparenz, wer einen bestimmen Beitrag gestaltet“, so Wrabetz, der die Anonymität der Wikipedia-Artikel als einen Mangel beschrieb.

Wales hielt entgegen, dass auch gezeichnete Artikel wieder ihre Quellen schützten und diese auch zu wenig deutlich machten, etwa, wenn man in der „New York Times“ von „Quellen im Weißen Haus“ höre. Wikipedia sehe die Neutralität als zentrales Kriterium der Qualität.

Chronik

Ein Brand in einem Apartmenthotel hat heute Nachmittag und am Abend zu einem stundenlangen Feuerwehreinsatz am Wiener Alsergrund geführt. Das Feuer brach laut Berufsfeuerwehr gegen 17.00 Uhr im fünften Obergeschoß des Hauses in der Rossauer Lände 23 aus. Am späteren Abend hatten die Einsatzkräfte die Flammen unter Kontrolle.

Feuerwehr in Wien
APA/Georg Hochmuth

Drei Menschen wurden laut Andreas Huber, Sprecher der Berufsrettung, leicht verletzt. Die Feuerwehr löste laut ihrem Sprecher Gerald Schimpf Alarmstufe zwei aus und rückte mit 70 Mann und 15 Fahrzeugen an. Die Flammen in dem Stockwerk wurden zwar schnell gelöscht, weil sie sich zuvor allerdings in die Dachkonstruktion gefressen hatten, wurde es ein langwieriger Einsatz. Die Einsatzkräfte mussten von außen das Dach öffnen, um an den Brandherd zu gelangen.

Kurz vor 20.00 Uhr hatten sie das Feuer begrenzt, gegen 21.30 Uhr meldete Schimpf, dass alles unter Kontrolle sei. Nun gehe es um Nachlöschen, Sicherung und Aufräumarbeiten. Wegen des Einsatzes wurde die Rossauer Lände gesperrt. Es entstand ein umfangreicher Stau, der gegen 19.30 Uhr bis auf die Nordbrücke zurückreichte.

Eine Mordserie in Südkorea vor rund 30 Jahren ist nun aufgeklärt worden – und der Täter sitzt schon lange im Gefängnis. Zehn Frauen waren zwischen 1986 und 1991 in der Umgebung der Hauptstadt Seoul vergewaltigt und getötet worden. Zwar waren die Opfer zwischen 14 und 71 Jahre alt, die Taten glichen einander aber: Die Frauen wurden in der Früh oder abends überfallen, missbraucht und stranguliert. 21.000 Männer standen im Visier der Ermittlungen, von 20.000 wurden Fingerabdrücke genommen.

Doch erst nach Jahrzehnten erfolgte nun der Durchbruch. Bei Opfern gefundene DNA konnte einem Mann zugeordnet werden, der bereits eine lebenslange Haftstrafe absitzt: Der 56-jährige Lee Chun Jae hatte 1994, also drei Jahre nach dem letzten Mord der Serie, seine Schwägerin vergewaltigt und ermordet – und wurde dafür verurteilt.

Kann nicht mehr belangt werden

Nun konnten ihm drei der Morde per DNA zugeordnet werden. Mindestens ein Mord der Serie geht laut Behörden auf das Konto eines Nachahmungstäters. Zur Verantwortung gezogen kann der Mann für die Morde nicht werden: Durch eine Änderung des Strafrechts sind die Morde bereits verjährt.

Die Mordserie galt in Südkorea als einer der bekanntesten Cold-Case-Fälle. 2003 wurde der Stoff unter dem Titel „Memories of Murder“ verfilmt. Der Streifen erhielt zahlreiche internationale Preise und war der erfolgreichste Film Südkoreas des Jahres 2003.

Science

Kultur

Medien

Das gesamte „profil“ soll zurück in den Kurier-Verlag. Laut einem „Standard“-Bericht wurde der Rückkauf bereits intern in der Verlagsgruppe News (VGN), wo das „profil“ derzeit wirtschaftlich beheimatet ist, kommuniziert. VGN-Vorstand Horst Pirker bestätigte das der APA heute Abend.

Das „profil“ ist seit der Magazinfusion im Jahr 2001 quasi gespalten. Wirtschaftlich gehört es zur News-Gruppe, die Redaktionsgesellschaft aber ist zu 100 Prozent eine Tochter des „Kurier“. Das war eine wesentliche Auflage beim damals heftig kritisierten Zusammenschluss der Kurier-Magazine mit der Verlagsgruppe.

Der „Kurier“ ist mittlerweile aber nicht mehr Gesellschafter bei der von Pirker geführten VGN. Pirker zog 2018 eine Option auf die Anteile des „Kurier“. Seitdem war die Zukunft der „profil“-Redaktionsgesellschaft Gegenstand von Verhandlungen. Der „Kurier“ meldete den Kauf im Februar 2019 bereits bei der Kartellbehörde an. Der Antrag wurde aber gleich darauf wieder zurückgezogen.

Wettbewerbsbehörde muss zustimmen

Laut „Standard“ müssen vor Vollzug noch der Aufsichtsrat des „Kurier“ sowie die Wettbewerbsbehörde und der Bundeskartellanwalt zustimmen. Die Zeitung zitierte auch aus einer internen Rundmail von „profil“-Herausgeber Christian Rainer: Man werde „die weiteren Schritte grob und dann im Detail“ besprechen. Die Entscheidung ermögliche eine mittelfristige Planung für das Magazin.

Pirker berichtete in seiner Rundmail von der Übereinkunft, Redaktion und wirtschaftliche Bereiche des „profil“ in der „Kurier“-Tochter profil Redaktions GmbH wieder zusammenzuführen. „Ich bedanke mich für die über weite Strecken gute Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der profil-Redaktion und wünsche dem nun ungeteilten profil viel Erfolg“, heißt es abschließend in diesem der APA vorliegenden Schreiben.

Lifestyle

Traumhafte Strände, beeindruckende Tempel, freundliche Menschen, günstiger Urlaub – seit Jahrzehnten lockt Thailand damit Millionen Besucherinnen und Besucher an und macht so den Tourismus zur wichtigen Einnahmequelle. Für die Wirtschaft besonders unverzichtbar sind dabei Gäste aus China – doch die sind in letzter Zeit nicht besonders berechenbar. Für nachhaltig positive Zahlen sorgen soll deshalb eine Umorientierung der Tourismusbranche.

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Panorama

In einer nordfranzösischen Kleinstadt ist ein Panther umhergeschlichen, bis er mit einem Betäubungspfeil in einen Narkoseschlaf versetzt wurde. Die schwarze Raubkatze wurde nach Behördenangaben gestern Abend in Armentieres unweit von Lille auf Hausdächern entdeckt.

Auf Fotos in Onlinenetzwerken war zu sehen, wie der schätzungsweise fünf oder sechs Monate alte Panther seelenruhig über die Dächer kletterte, Züge und andere Vierbeiner mit den Blicken verfolgte und durch ein Fenster schaute.

Als die Raubkatze auf dem Hausdach entdeckt wurde, richtete die Polizei einen Sicherheitsbereich um das Gebäude ein, um sie am Springen zu hindern. Daraufhin habe ein Experte sich dem Panther genähert und ihm die Narkose verabreicht, als er durch ein geöffnetes Fenster in eine Wohnung gesprungen sei. Schließlich wurde der Panther in einen Käfig gesteckt und an die Tierschutzorganisation LPA übergeben.

Ermittler: Panther in Wohnung gehalten

Die Herkunft der Raubkatze blieb zunächst ungeklärt. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Panther in der Wohnung gehalten wurde, durch deren Fenster er sprang. Sie vermuten, dass der Besitzer Reißaus nahm, um nicht wegen illegalen Besitzes eines Wildtieres belangt zu werden.

Der Besitz wilder Tiere oder vom Aussterben bedrohter Arten ist in Frankreich genehmigungspflichtig. Es werden jedoch immer wieder Fälle aufgedeckt, in denen Tiere illegal gehalten werden. So wurden etwa schon Schlangen und kleine Löwen in Privatbesitz entdeckt. Die Behörden werden in manchen Fällen aufmerksam, wenn die Tiere im Internet zum Verkauf angeboten werden.

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