Ausland

Die USA und Vertreter der militant-islamistischen Taliban haben heute im Golfemirat Katar ein Abkommen über Wege zu einem Frieden in Afghanistan unterzeichnet. Das mehr als eineinhalb Jahre lang verhandelte Abkommen soll einen stufenweisen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan einleiten und zu baldigen innerafghanischen Friedensgesprächen führen.

Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien geben, dass das Land kein sicherer Hafen für Terroristen wird und sie Friedensgespräche mit der Regierung in Kabul aufnehmen.

Truppenreduzierung als erster Schritt

In einem ersten Schritt soll die Zahl der US-Truppen um rund ein Drittel reduziert werden. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung der afghanischen und US-amerikanischen Regierungen hervor, die kurz vor der Unterzeichnung in Doha in der afghanischen Hauptstadt Kabul veröffentlicht wurde. Demnach soll die Zahl der US-Streitkräfte von aktuell zwischen 12.000 und 1.300 binnen 135 Tagen auf 8.600 reduziert werden.

Gleichzeitig arbeiteten die USA mit der NATO und anderen Verbündeten daran, die Zahl der NATO-Truppen proportional dazu zu verringern, heißt es in der Erklärung weiter. Die USA und ihre Verbündeten würden alle ihre verbleibenden Streitkräfte innerhalb von 14 Monaten abziehen.

Taliban: Keine Angriffe „aus Freude“ über Abkommen mit USA

Die Taliban wollen heute keine Angriffe in Afghanistan durchführen. Die Islamisten befänden sich „wegen der Freude der Nation über die Unterzeichnung des Abkommens“ mit den USA über Wege zu Frieden in der Defensive, teilte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid heute über WhatsApp mit. Wie es morgen weitergehe, werde man basierend auf den Inhalten des Abkommens entscheiden, sagte Mudschahid weiter.

Erster Schritt in Richtung Frieden

Die USA-Taliban-Vereinbarung ist ein erster Schritt in Richtung Frieden. Es handelt sich im klassischen Sinne nicht um einen Friedensvertrag, weil bisher eine Konfliktpartei, die Regierung in Kabul, fehlte. Gleichzeitig wurden zwei wichtige Punkte für einen dauerhaften Frieden an die innerafghanischen Verhandlungen ausgelagert: ein landesweiter, dauerhafter Waffenstillstand sowie ein Abkommen über die künftige Verteilung der politischen Macht in Afghanistan – also darüber, wie die Taliban politisch eingegliedert werden.

Die eigentlichen Friedensgespräche für das Land stehen somit erst noch bevor. Beobachter gehen davon aus, dass es mindestens ein Jahr bis zu einem innerafghanischen Friedensschluss dauert.

Im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten hat heute im Bundesstaat South Carolina die vierte Vorwahl begonnen. Die Wahllokale öffneten um 7.00 Uhr (13.00 Uhr MEZ), bis 19.00 Uhr (Sonntag, 1.00 Uhr MEZ) kann abgestimmt werden. Danach wird mit ersten Ergebnissen gerechnet.

Umfragen sehen Biden als Favoriten

Umfragen sehen den früheren Vizepräsidenten Joe Biden (77) als Favoriten, der bei den drei bisherigen Vorwahlen enttäuschend abgeschnitten hat und daher dringend auf einen Erfolg angewiesen ist.

An zweiter Stelle liegt in dem Bundesstaat demnach Senator Bernie Sanders (78), der sich selbst als demokratischer Sozialist bezeichnet. Er konnte bisher zwei Siege für sich verbuchen und führt das Feld der Bewerber in landesweiten Umfragen an.

Letzte Vorwahl vor „Super Tuesday“

Die Vorwahl ist die letzte vor dem „Super Tuesday“ am kommenden Dienstag. Dann wird in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten gewählt. Dabei werden mehr als ein Drittel aller Delegierten vergeben, die im Sommer den Kandidaten der Demokraten bestimmen. Dieser Kandidat wird am 3. November gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump in die Wahl ziehen. Trump selber hat keine ernstzunehmende parteiinterne Konkurrenz. Die Republikaner haben daher ihre Vorwahlen in South Carolina und in mehreren anderen Bundesstaaten gestrichen.

In South Carolina können deutlich mehr Schwarze abstimmen als bei den bisherigen Vorwahlen in den Bundesstaaten Iowa, New Hampshire und Nevada. Biden – der dem moderaten Flügel der Demokraten angehört – hofft, bei dieser Wählergruppe punkten zu können. Neben Biden und Sanders sind noch sechs weitere Bewerber im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten.

Im Vorfeld des Integrationsgipfels am Montag in Berlin hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den entschlossenen Kampf der deutschen Regierung gegen Rassismus betont. „Wir mussten mit den schrecklichen rassistischen Morden in Hanau und anderen Ereignissen erleben, dass Rechtsextremismus und Gewalt gegen bestimmte Gruppen in unserer Gesellschaft leider stattfinden“, sagte Merkel in ihrer heute veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft. Dem stellten sich die Bundesregierung „und alle Demokratinnen und Demokraten entschieden entgegen“.

Deutschland sei „ein Land der Vielfalt“, sagte Merkel. „Bei uns leben Menschen mit unterschiedlichen familiären Wurzeln, mit unterschiedlichem Glauben und unterschiedlicher Hautfarbe.“ Für sie alle gelte der erste Artikel des Grundgesetzes: „Die Würde jedes einzelnen Menschen ist unantastbar“, betonte die Kanzlerin. Die Sicherheit aller Menschen in Deutschland zu gewährleisten sei „oberste Aufgabe“.

Fokus auf „Vorintegration“

Zugleich hob Merkel hervor, dass es beim Integrationsgipfel am Montag neben den jüngsten rassistischen Anschlägen auch um den Nationalen Aktionsplan Integration gehen solle. In diesem hat die Bundesregierung ihre Integrationsmaßnahmen gebündelt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Vorintegration – damit will die Bundesregierung potenzielle Migranten und Migrantinnen schon in deren Heimatland auf das Leben in Deutschland vorbereiten.

Merkel betonte die Notwendigkeit dieser Vorintegration angesichts des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, das ab dem 1. März gilt. Das Gesetz soll wegen des Fachkräftemangels in zahlreichen Branchen – wie etwa im Pflegebereich – die Attraktivität Deutschlands für dringend benötigte Arbeitskräfte steigern. Im Zuge dessen würden „vermehrt auch fachlich qualifizierte Menschen zu uns nach Deutschland kommen“, sagte Merkel. „Und diese sollen sehr schnell ihre neue Heimat auch in Deutschland finden.“

Inland

Coronavirus

Nach den ersten Fällen des Coronavirus in Österreich haben die Behörden zwei Erlässe und zwei Verordnungen kundgemacht, um ein einheitliches Vorgehen mit Covid-19-Erkrankten und Kontaktpersonen zu gewährleisten. Die Maßnahmen sind umfangreich, so darf die Polizei Straßen und Orte abriegeln, Versammlungen auflösen und Infizierte oder Verdachtsfälle am Verlassen von Wohnungen hindern.

„Unverzüglich gesamte Liste zu übermitteln“

Genau geregelt ist auch die Absonderung von Infizierten oder Kontaktpersonen. Fluglinien wiederum müssen bei der Landung Passagiere aus Coronavirus-Krisengebieten unverzüglich melden. Das gilt für jene Passagiere, die sich in den letzten 14 Tagen vor Reiseantritt in einem vom Außenministerium angeführten Gebiet mit Reisewarnung im Zusammenhang mit dem Auftreten des SARS-COV-2 aufgehalten haben und die auf einem Flughafen in Österreich gelandet sind. Wird eine Infektion bestätigt, müssen die Airlines „unverzüglich die gesamte Passagierliste“ übermitteln, heißt es in der Verordnung zur Bekanntgabe von Flugpassagieren.

Passagiere, die in derselben Reihe wie ein Covid-19-Patient oder in den zwei Reihen vor oder hinter ihm gesessen sind, werden als Kategorie-I-Kontaktperson mit Hochrisikoexposition eingestuft. Zu ihnen zählen auch Personen, die im selben Haushalt leben oder sich in einer geschlossenen Umgebung wie Klassenzimmern, Wartezimmern sowie öffentlichen Transportmitteln, also Zügen, Bussen, Gondeln etc. in einer Entfernung von weniger als zwei Metern von Erkrankten aufgehalten haben. Diese Personen erhalten einen behördlichen Absonderungsbescheid, müssen in ihrer Wohnung bleiben und ihren Gesundheitszustand für 14 Tage selbst überwachen. Dafür müssen sie zweimal täglich Fieber messen.

Daten von Reisebetreibern „wenn erforderlich“

Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel müssen „nicht automatisch die Daten erheben“, sagte heute Brigitte Zarfl, Ex-Gesundheitsministerin und Spitzenbeamtin im Gesundheitsministerium, bei einer Pressekonferenz von Mitgliedern des Einsatzstabes in Wien. Allerdings wurde damit die grundsätzliche Möglichkeit geschaffen, dass die Behörden Daten von Reisebetreibern erhalten können, „wenn es erforderlich ist“.

Tatsächlich Erkrankte werden bei milden Verläufen im häuslichen Umfeld und sonst in Krankenanstalten abgesondert – ebenfalls für 14 Tage. Sie haben die Quarantänestation oder Wohnung unter keinen Umständen zu verlassen und jeden Sozialkontakt zu vermeiden. Die Sicherheitsbehörden können solche Personen überwachen und auch die Räumung von Wohnungen veranlassen. Die weitreichenden Befugnisse der Bezirksbehörden reicht von Verkehrsbeschränkungen bis hin zum Verbot von Totenfeierlichkeiten.

Der Restaurantführer Guide Michelin hat die für Dienstag geplante Sterneverleihung in Hamburg wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt. Als Grund nannte Michelin Europe North heute in einer Mitteilung die gesundheitlichen Risiken für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Auszeichnung der Restaurants erfolge in einer „digitalen Pressekommunikation“.

Das neuartige Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Heute meldete die nordrhein-westfälische Stadt Bonn den ersten Infektionsfall. Betroffen ist demnach ein Mann, der im offenen Ganztagsbereich einer Schule arbeitet. Derzeit würden die Eltern informiert und dringend gebeten, dass die Familien zunächst zu Hause bleiben, erklärte die Stadt.

Vier Verdachtsfälle gab es Duisburg, wie die dortigen Behörden heute mitteilten. Drei der Betroffenen seien in häuslicher Quarantäne, ein Patient werde in einer Klinik behandelt. Drei der Verdachtsfälle hatten sich demnach zuvor in einem der besonders betroffenen Gebiete in Italien aufgehalten, einer hatte Kontakt zu einem Infizierten im Zusammenhang mit den Fällen im besonders betroffenen Landkreis Heinsberg. Mit Testergebnissen werde im Laufe des späten Nachmittags gerechnet, erklärte die nordrhein-westfälische Stadt Duisburg.

Gestern und in der Nacht auf heute waren zuvor unter anderem aus Hessen und aus Baden-Württemberg neue Infektionsfälle gemeldet worden. In beiden Fällen zeigten sich nach Angaben der Behörden milde Krankheitszeichen.

Angesichts wachsender Kritik an Japans Regierung wegen ihres Umgangs mit dem neuen Coronavirus hat Ministerpräsident Shinzo Abe weitere wirtschaftliche Hilfen des Staates in Aussicht gestellt. Der rechtskonservative Regierungschef kündigte heute ein weiteres Konjunkturpaket über 270 Milliarden Yen (2,3 Mrd. Euro) im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus an.

Japans Premierminister Shinzo Abe
APA/AFP/Kazuhiro Nogi

„Japan wird alle möglichen notwendigen Schritte ergreifen“, versprach Abe. Analytiker warfen ihm vor, die Situation nicht richtig ernst genommen und unzureichend darauf reagiert zu haben. Zudem gibt es Vorwürfe, die Regierung teste nicht genügend, angeblich um die Infektionszahlen niedrig zu halten.

Schließung von Schulen für ein Montat

Abe, dessen Zustimmungswerte zuletzt deutlich gesunken sind, bat die Bevölkerung um Verständnis für seinen abrupten Aufruf, alle Schulen im Land ab Montag für einen Monat bis zu den Frühjahrsferien geschlossen zu lassen. Das hatte Kritik und deutlichen Unmut im Volk ausgelöst, unter anderem arbeitstätige Eltern beklagten, es treffe sie unvorbereitet. Die nächsten zwei Wochen seien „kritisch“, um eine weitere Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 zu verhindern, sagte Abe. Bisher zählt Japan mehr als 900 Infektionsfälle, wobei die meisten davon Passagiere und Crewmitglieder eines Kreuzfahrtschiffes sind.

Seine Regierung plane nun finanzielle Hilfe für jene, die wegen der Schulschließungen nicht zur Arbeit können, weil sie sich zu Hause um ihre Kinder kümmern. Der Staat rief die Bürgerinnen und Bürger zudem auf, möglichst von zu Hause aus zu arbeiten.

Ferner hatte Abe Veranstalter von großen Sport- und Kulturveranstaltungen aufgerufen, sie abzusagen oder zu verschieben. Hinter diesen plötzlich relativ drastischen Schritten vermuten Experten Abes Bestreben, eine Absage der Olympischen Spiele zu verhindern. Abe selbst bekräftigte, man werde weiter arbeiten, um sicherzustellen, dass die in fünf Monaten geplanten Spiele und Paralympics für alle sicher sind.

Japans Quarantäneanordnung an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ hat nach Erkenntnis von Forschern und Forscherinnen zu vielen vermeidbaren Infektionen mit dem Coronavirus geführt. „Die Infektionsrate an Bord des Schiffes war rund viermal höher als was wir an Land in den am schlimmsten infizierten Gebieten Chinas sehen können“, erklärte Joacim Rocklöv, Professor für Epidemiologie an der Umea Universität.

Hätte Japan die anfangs 3.700 Passagiere und Crewmitglieder sofort nach Ankunft von Bord gelassen, wären nicht so viele Menschen mit dem Erreger infiziert worden. Zu diesem Schluss kamen Rocklöv und seine Kollegen von der schwedischen Universität in einer im „Journal of Travel Medicine“ veröffentlichten Studie.

Räumliche Nähe als Grund

Japans Regierung hatte das Schiff zwei Wochen bis zum 19. Februar im Hafen der Tokioter Nachbarstadt Yokohama unter Quarantäne gestellt. Anlass dafür hatte ein 80-Jähriger aus Hongkong gegeben, der positiv auf das Virus getestet worden war. Der Senior war am 20. Jänner in Yokohama zugestiegen und fünf Tage später in Hongkong von Bord des Kreuzfahrtschiffes gegangen.

Ein möglicher Grund für die besonders starke Ausbreitung des Virus an Bord sei die große räumliche Nähe der Menschen zueinander. Als die Quarantäne aufgehoben wurde und Passagiere von Bord konnten, seien 619 Passagiere infiziert gewesen.

Maßnahmen „fragwürdig“

„Wäre das Schiff sofort bei Ankunft in Yokohama evakuiert worden und hätte man sich um die Passagiere, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden sowie um potenziell andere in der Risikozone gekümmert, hätte das Szenario ziemlich anders ausgesehen“, schreiben die Forscher. Nach Kalkulation der schwedischen Forscher hätten sich lediglich rund 70 Passagiere infiziert, hieß es.

Zwar sei die Maßnahme der japanischen Regierung, vorsorglich das gesamte Schiff unter Quarantäne zu stellen „verständlich“ gewesen. Doch angesichts des hohen Risikos einer Übertragung des Virus auf dem Schiff sei die Entscheidung Japans nun „fragwürdig“, meinte Rocklöv. Inzwischen sind bei mehr als 700 Passagieren und Crewmitgliedern des Kreuzfahrtschiffes Infizierungen festgestellt worden. Sechs Menschen von Bord des Schiffs sind bereits gestorben, darunter auch ein Brite.

Sport

Nina Ortlieb hat ihre aktuelle Topform eindrucksvoll untermauert und in La Thuile nach einem Hunderstelkrimi ihren ersten Weltcup-Triumph gefeiert. Die 23-jährige Tochter von Abfahrtsolympiasieger Patrick Ortlieb gewann heute den Super-G 0,01 Sekunden vor der italienischen Lokalmatadorin Federica Brignone. Weitere sechs Hundertstelsekunden dahinter schwang die Schweizerin Corinne Suter als Dritte ab.

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Nur 80 Tage liegen zwischen dem Ausscheiden des FC Salzburg aus der Champions League und dem Scheitern in der Europa League. Der heimische Meister zog gegen Eintracht Frankfurt mit einem Gesamtscore von 3:6 den Kürzeren. Dem 1:4 im Hinspiel folgte in dem wetterbedingt verschobenen Rückspiel ein 2:2 zu Hause. Insgesamt zu wenig, auch wenn gestern eine Steigerung bemerkbar war.

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Wirtschaft

Der US-Eigentümer von Corona-Bier hat Berichte zurückgewiesen, wonach 38 Prozent der US-Bürger und US-Bürgerinnen wegen des neuartigen Coronavirus aus China vor einem Kauf der Marke zurückschrecken. „Unsere Gedanken und Gebete sind bei allen, die von dem schrecklichen Virus betroffen sind“, doch das Geschäft mit dem Corona-Bier sei davon nicht betroffen, erklärte der Chef von Constellation Brands, Bill Newlands, gestern Abend.

In einer Erhebung der PR-Agentur 5W hatten zuvor 38 Prozent von 737 Befragten von einem Verzicht auf das Bier gesprochen. Bei 16 Prozent herrschte demnach Verwirrung, ob es eine Verbindung zwischen Corona-Bier und dem Coronavirus gab. Laut dem Marktanalyseunternehmen YouGov fiel die Beliebtheit des Biers von 75 Prozent Anfang Jänner auf 51 Prozent Ende Februar.

Probleme hat die Marke zudem mit einer Werbekampagne für ein neuartiges Mineralwasser, das mit Alkohol und leichtem Fruchtaroma versetzt ist. In dem Spot heißt es, der „Hard Seltzer“ werde bald „an Land kommen“. Das sorgte angesichts der Ausbreitung des Erregers aus China in den Sozialen Netzwerken für einigen Spott. „Bemerkenswert geschmacklos“, kommentierte ein Twitter-Nutzer – „bin mir ziemlich sicher, dass Corona schon immer einen bemerkenswert schlechten Geschmack hatte“, antwortete ein anderer.

Italien befürchtet gravierende negative Auswirkungen auf seine Wirtschaftsleistungen wegen der Coronavirus-Epidemie. Laut heute veröffentlichten Schätzungen des Wirtschaftsinstituts REF Ricerche könnte die Coronavirus-Epidemie je nach Dauer zu einem Rückgang von Italiens Bruttoinlandprodukt (BIP) im ersten und zweiten Quartal 2020 zwischen einem und drei Prozent führen.

Das entspreche einem Rückgang der Wirtschaftsleistung zwischen neun Mrd. Euro und 27 Mrd. Euro, ergab die Studie. Dabei wurden vor allem die negativen Auswirkungen auf die beiden norditalienischen Regionen Lombardei und Venetien berücksichtigt, die allein circa 31 Prozent des italienischen BIP generieren.

Drohende Rezession?

Die italienischen Gewerkschaften sind besorgt. Laut dem Gewerkschaftschef Maurizio Landini drohe Italien eine Rezession. Er forderte eine großangelegte Initiative der Regierung zur Förderung der Wirtschaft.

Die Regierung in Rom hat gestern Abend ein Maßnahmenpaket für Menschen in den vom Coronavirus stark betroffenen Gebieten verabschiedet. So will das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte den Bürgern die Möglichkeit geben, Zahlungen an Versorgungsunternehmen und Versicherungen vorübergehend auszusetzen. Die durch die Corona-Krise geschwächten Unternehmen Italiens sollten konkrete wirtschaftliche Hilfen erhalten, kündigte ein Sprecher auf Facebook an.

Bei dem Coronavirus-Ausbruch, der in der Lombardei vor rund einer Woche seinen Anfang nahm, stieg die Zahl der erfassten Infizierten in ganz Italien in Richtung 900. Davon starben 21 Menschen bis gestern an der neuen Lungenkrankheit oder im Zusammenhang damit. Zwölf Gemeinden im Norden sind gesperrt.

Die chinesische Industrie ist wegen des Ausbruchs der Coronavirus-Epidemie so stark eingebrochen wie noch nie. Der amtliche Einkaufsmanagerindex (PMI) sank im Februar auf 35,7 Punkte von 50,0 Punkten im Jänner, wie das nationale Statistikamt am Samstag mitteilte. Damit liegt das Barometer deutlich unter der Marke von 50 Zählern, ab der anziehende Geschäfte signalisiert werden.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten für Februar lediglich mit einem Abrutschen auf 46 Punkte gerechnet. Das wäre aber auch schon der niedrigste Stand seit Jänner 2009 gewesen.

Das Coronavirus hat dazu geführt, dass Waren nicht ausgeliefert werden konnten oder gar nicht erst produziert wurden, da Arbeiter wegen Ansteckungsgefahren zu Hause bleiben mussten. Aufgrund von Quarantäne-Bestimmungen und Reisebeschränkungen sieht es auch im Dienstleistungssektor nicht besser aus. Das Barometer für diesen Bereich brach im Februar auf 29,6 Punkte ein nach 54,1 Zählern im Jänner.

Die Affäre um den als Chef der Eisenbahner-Wohnbaugenossenschaft BWS fristlos entlassenen früheren SPÖ-Abgeordneten und Gewerkschafter Wilhelm Haberzettl weitet sich aus, berichtet das Nachrichtenmagazin „profil“. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKSTA) ermittle wegen eines dritten Immobiliendeals und inzwischen gegen elf Verdächtige.

Dem früheren ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzenden Haberzettl wurde vorgeworfen, zwei Wiener Liegenschaften der BWS-Gruppe in der Marxergasse und der Treustraße nicht an den Bestbieter verkauft und damit die Wohnbaugenossenschaft um mindestens 2,5 Mio. Euro geschädigt zu haben. Haberzettl rechtfertigte sich vergangene Woche gegenüber „profil“, das Alternativangebot sei wenig seriös gewesen.

Ermittlungen gegen elf Verdächtige

Neben den bisher bekannten Verkäufen der zwei Objekte in Marxergasse und Treustraße untersuchen die Ermittler einen dritten unter Haberzettl abgeschlossenen Immobiliendeal. Im April 2017 veräußerte die BWS-Gruppe einen Genossenschaftsbau in der Stromstraße in Wien Brigittenau um 5,3 Mio. Euro. Nur ein Jahr später wurde das Objekt mit Gewinn weiter verkauft.

Ermittelt wird nicht wie zu Beginn gegen vier, sondern mittlerweile gegen elf Verdächtige wegen Untreueverdachts, gegen vier davon auch wegen Bilanzfälschung.

IT

Kostenlosen Testzugängen zu Onlinediensten sollte man mit Vorsicht begegnen. Viele führen nach Ablauf der Probezeit automatisch in einen kostenpflichtigen Vertrag. Eine Wienerin buchte bei Sofatutor – einer Plattform für Lerninhalte – ein Abo, das mit 18 Euro im Monat angepriesen wurde. Nach dreißig Tagen wurden 430 Euro von ihrem Konto abgebucht.

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Chronik

Bei einer Geburtstagsparty mit Trockeneis sind in einer Dampfsauna in Moskau mindestens drei Menschen gestorben und mehrere verletzt worden. Die jungen Leute wollten mit dem chemisch hergestellten Eis in einem Wasserbecken Spezialeffekte erzielen, als die Party zur Tragödie wurde, wie Ermittler heute mitteilten. Drei Verletzte wurden im Krankenhaus behandelt. Durch das Trockeneis im warmen Wasser wurde massenhaft Kohlendioxid freigesetzt, das zu Erstickungssymptomen und schließlich bei einigen Gästen der städtischen Banja zum Tod führte.

Durch das Trockeneis entsteht etwa Nebel und ein sprudelnder Effekt im Wasser. Die Moskauer Bloggerin Katja Didenko, die in Russland ein Millionenpublikum hat und am Freitagabend ihren 29. Geburtstag feierte, teilte weinend in einem Videoclip mit, dass auch ihr Mann unter den Toten sei. Medien berichteten, dass 25 Kilogramm von dem Trockeneis in das Becken gekippt worden seien. Nach Angaben des Ermittlungskomitees in Moskau nahmen 18 Menschen an der Feier teil. Banja-Partys sind vor allem im Winter weit verbreitet in Russland.

Kultur

Die US-Band Green Day hat alle ihre geplanten Asien-Konzerte wegen des Coronavirus abgesagt. Die „Hella Mega“-Tour hätte die Band im März nach Singapur, Bangkok, Taipeh und Hongkong führen sollen. „Wir haben leider die schwere Entscheidung getroffen, unsere Asienshows wegen Gesundheits- und Reisebedenken zu verschieben“, hieß es in einem Statement der Band.

Auch die südkoreanische K-Pop-Band BTS hat vier April-Konzerte im olympischen Stadion von Seoul abgesagt, die den Auftakt zu einer neuen Welttournee dargestellt hätten. BTS hält sich derzeit in den USA auf. Bereits in der Vorwoche hatten der britische Rapper Stormzy und der US-Sänger Khalid alle Asien-Konzerte zwischen März und April verschoben.

Nach Restaurierungsarbeiten hat Dresden seine Alten Meister wieder: Mit einem Festakt ist gestern Abend die Gemäldegalerie in der deutschen Stadt feierlich wiedereröffnet worden.

Die Galerie Alte Meister gehört zu den bedeutendsten Museen dieser Art weltweit und war in den vergangenen sieben Jahren für rund 50 Mio. Euro saniert worden. Neben 700 Meisterwerken der Malerei aus mehreren Jahrhunderten werden auch 420 Skulpturen gezeigt. Direktor der Sammlung ist seit 2016 der Wiener Stephan Koja. Der 57-jährige Wiener führt nun seine Institution erstmals im Vollbetrieb.

Schäuble: Museen „Quintessenz Europas“

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble erinnerte als Festredner an die Bedeutung der Kunst für den europäischen Gedanken. Museen seien eine europäische Erfindung, man habe sie die „Quintessenz Europas“ genannt. In Dresden stehe man einem europäischen Kulturerbe gegenüber. Hier sei ein Ort der Begegnung mit dem, was europäische Kulturen miteinander verbindet, „ein Ort, an dem man ein Stück weit ein Europäer werden kann, hier in Dresden, mitten in Europa“.

Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), hatte die Gäste des Festaktes im Schauspielhaus begrüßt. Sie erinnerte daran, dass die Sempergalerie, welche die Galerie Alte Meister beherbergt, in Zeiten einer zunehmenden Polarisierung in der Gesellschaft lange ein großes Banner mit der Aufschrift „Ein Haus voller Ausländer, der Stolz des Freistaates“ zierte. „Es wurde abgehängt, weil wir dachten, die Zeiten würden besser.“ Aber es scheine gerade nötiger denn je, daran zu erinnern, dass diese Sammlungen ein Spiegelbild verdichteter europäischer Kultur darstellen und einen historisch gewachsenen Zusammenhang besitzen.

Die oscarprämierte Gesellschaftssatire „Parasite“ des südkoreanischen Regisseurs Bong Joon Ho hat den Cesar als bester Auslandsfilm gewonnen. Bei der Verleihung des renommierten französischen Filmpreises gestern Abend in Paris war der Regisseur nicht anwesend. Der „französische Oscar“ wird seit 1976 verliehen.

Vier Oscars

Der Film erzählt die Geschichte einer Familie aus der südkoreanischen Unterschicht, die sich als Hausangestellte in einer reicheren Familie einschleicht. Der Film wurde Anfang Februar mit vier Oscars ausgezeichnet, darunter den für den besten Film, den besten ausländischen Film und die beste Regie. In Cannes gewann die Satire 2019 die Goldene Palme.

Umstrittener Filmemacher Polanski bester Regisseur

Ungeachtet heftiger Proteste im Vorfeld ist auch der umstrittene Filmemacher Roman Polanski mit dem Cesar ausgezeichnet worden. Er erhielt den Filmpreis in der Kategorie „Beste Regie“ zugesprochen.

Im Vorfeld der Gala hatte sich unter anderem Frankreichs Kulturminister Franck Riester gegen eine solche Auszeichnung für den mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierten Polanski ausgesprochen. Der Cesar für den besten Film ging an „Die Wütenden“ von Regisseur Ladj Ly.

Der 86-jährige Polanski war der Preisverleihung ferngeblieben, er war mit seinem Film „Intrige“ über die Dreyfus-Affäre im Wettbewerb um die Cesars. Frauenverbände hatten im Vorfeld vergeblich die Absetzung des Films gefordert. Kulturminister Riester hatte gestern gesagt, ein Preis für Polanski wäre „ein schlechtes Symbol“ im „Kampf gegen sexuelle und sexistische Gewalt“. Die Jury müsse ihrer Verantwortung gerecht werden.

Proteste am Veranstaltungsort

Unmittelbar vor der Gala gab es nahe dem Veranstaltungsort wütende Proteste gegen Polanski. Nach dessen Auszeichnung als bester Regisseur stürmte die Schauspielerin Adele Haenel aus Protest aus dem Saal. Sie hatte ihrerseits einem anderen Regisseur kürzlich Missbrauch vorgeworfen, was dieser bestreitet.

Polanski sieht sich als Opfer einer „Lynchjustiz“ von Feministinnen und Feministen. Vor dem Kinostart von „Intrige“ hatte ihm ein früheres Model vorgeworfen, sie 1975 vergewaltigt zu haben. Der Filmemacher bestreitet das, ebenso wie ähnliche Vorwürfe von fünf weiteren Frauen, darunter die frühere deutsche Schauspielerin Renate Langer. In den USA wird Polanski weiter wegen Missbrauchs einer Minderjährigen in den 70er Jahren gesucht, den er auch eingeräumt hat.

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