Ausland

Bayern: Syrer verübt Bombenanschlag in Ansbach

In Ansbach in Bayern ist am Abend ein Sprengstoffanschlag verübt worden. Eine Explosion, bei der nach Polizeiangaben ein Mensch starb und mindestens 10 Personen verletzt wurden, sei „vorsätzlich herbeigeführt worden“, sagte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums.

Die getötete Person sei der Tatverdächtige. Einsatzkräfte hätten noch versucht, ihn zu reanimieren. Der mutmaßliche Täter ist ein 27-Jähriger Flüchtling aus Syrien, sagte der bayerische Innenminister Herrmann. Dieser sei vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen und habe einen Asylantrag gestellt. Der Antrag wurde vor einem Jahr abgelehnt, der Flüchtling sei seitdem geduldet gewesen. Er habe mehrere Selbstmordvesuche unternommen und sei in psychiatrischer Behandlung gewesen.

Die Explosion ereignete sich auf einer Straße in der Innenstadt vor einer Gaststätte, nahe dem Eingang zu einem Open-Air-Konzert, wie ein Polizeisprecher sagte. Der mutmaßliche Täter wollte offenbar zu der Veranstaltung mit 2.500 Besuchern, wurde aber nicht auf das Gelände gelassen. Derzeit sei unklar, ob der Mann auch andere Personen mit in den Tod reißen wollte. Ein Islamistischer Terrorakt könne nicht ausgeschlosen werden. Das Konzert wurde nach der Explosion abgebrochen.

Erneut Bürgermeister in Mexiko getötet

In Mexiko ist erneut ein Bürgermeister getötet worden. Ambrosio Soto aus der Gemeinde Pungarabato in der südlichen Unruheregion Guerrero wurde gestern Früh (Ortszeit) auf einer Landstraße erschossen, wie seine Partei mitteilte. Soto hatte zuvor Drohungen von kriminellen Organisationen erhalten.

Bei dem Angriff in dem an dem Bundesstaat Michoacan angrenzenden Ort starb laut einem Behördensprecher auch der Fahrer. Vier Polizisten, die den Bürgermeister beschützen sollten, wurden demnach verletzt. Die Region gilt als Hochburg von mehreren Drogenkartellen.

Erst am Samstag war kam während eines Protestes von aufgebrachten Bürgern ein weiterer Bürgermeister ums Leben. Domingo Lopez Gonzalez und einer seiner Begleiter seien in der indigenen Gemeinde San Juan Chamula von Unbekannten erschossen worden, teilte die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Chiapas mit. Die genauen Motive dieser Tat waren jedoch zunächst unklar. In der Gemeinde hatte es Konflikte zwischen Anwohnern und demonstrierenden Lehrern gegeben.

Misstrauensantrag: Nepals Premier tritt zurück

Nepals Premierminister Khadga Prasad Sharma Oli ist gestern zurückgetreten. Der Regierungschef reichte seinen Rücktritt bei Präsidentin Bidhya Devi Bhandari ein, kurz bevor das Parlament über einen Misstrauensantrag abstimmte wollte. Der Koalitionspartner, die Vereinten Maoisten, und die Opposition der Nepalesischen Kongresspartei hatten den Antrag Mitte Juli eingereicht.

Die Regierung wurde dafür kritisiert, nach mehreren verheerenden Erdbeben im Himalaya-Staat nicht mit dem Wiederaufbau hinterherzukommen. Die Kongresspartei hatte den Rücktritt verlangt, weil die Regierung keine Taten auf ihre Worte folgen lasse und sich als „unfähig“ erwiesen habe. Ihr wird auch vorgeworfen, auf Proteste von Verfassungsgegnern falsch reagiert zu haben.

Seit Inkrafttreten der neuen Verfassung im September 2015 hatte die Minderheit der Madhesi im Süden des Landes wiederholt demonstriert und zeitweise die Grenze zu Indien blockiert. Dies führte zu einer Versorgungskrise in Nepal. 50 Menschen starben im Zuge der Proteste.

Anti-IS-Offensive in Sirte: Bombenwerkstatt eingenommen

Regierungstreue Milizen haben in Libyen nach eigenen Angaben eine Bombenwerkstatt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in deren Hochburg Sirte erobert. Das Gebäude im Südosten von Sirte sei zur Herstellung von Sprengstoff genutzt worden, erklärten die für die UNO-gestützte Übergangsregierung kämpfenden Truppen gestern. Auf Facebook und Twitter zirkulieren Fotos mutmaßlicher Sprengsätze, Kabel und Mobiltelefonen.

Die Kräfte der Einheitsregierung hatten im Mai eine Offensive zur Rückeroberung von Sirte gestartet. Anfang Juni waren sie mit Unterstützung von Luftwaffe und Artillerie in die Stadt vorgedrungen. Sirte ist die wichtigste Basis der IS-Miliz in Libyen. Eine Eroberung der Stadt wäre ein wichtiger Erfolg für die im März gebildete Regierung der Nationalen Einheit, die weiter darum ringt, ihre Autorität im Land zu etablieren.

Für die Dschihadisten wäre der Verlust von Sirte ein harter Rückschlag. Sie hatten sich 2014 in der Heimatstadt des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi festgesetzt und die Stadt vor einem Jahr vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Der IS hatte dabei vom allgemeinen Chaos profitiert, das seit dem Sturz Gaddafis im Herbst 2011 in Libyen herrscht.

Stepinac-Urteil aufgehoben: Wiesenthal-Zentrum empört

Das Wiesenthal-Zentrum in Israel hat empört auf die Aufhebung des historischen Stepinac-Urteils durch ein kroatisches Gericht reagiert. 70 Jahre nach dem Schuldspruch durch ein kommunistisches jugoslawisches Gericht gegen den Kardinal Alojzije Stepinac (1898 - 1960) war das Urteil am Freitag annulliert worden.

Der Kardinal sei „ein eifriger Unterstützer des genozidalen Regimes des Unabhängigen Staates Kroatien gewesen“, sagte der Leiter des Wiesenthal-Zentrums, Efraim Zuroff, gestern in Jerusalem. „Gegen keinen Menschen, der dieses Regime unterstützt hat, sollte eine Verurteilung aufgehoben werden.“

1946 bei Schauprozess verurteilt

Der zuständige Richter in Zagreb hatte die Annullierung damit begründet, dass der Schauprozess im Jahre 1946 allen damaligen und heutigen Rechtsgrundsätzen widersprochen habe. Stepinac war nach der kommunistischen Machtübernahme zu 16 Jahren Haft verurteilt worden, weil er während des Zweiten Weltkriegs mit den Faschisten kollaboriert haben soll. Papst Johannes Paul II. hatte Stepinac 1998 seliggesprochen.

Der faschistische kroatische Ustascha-Staat von Hitlers Gnaden hatte im Zweiten Weltkrieg nach Schätzungen von Historikern mehr als 300.000 Serben ermordet. Geistliche der katholischen Kirche waren darin verwickelt. Unklar blieb bis heute, ob sich Stepinac diesem Verbrechen klar widersetzt oder es durch Schweigen ermöglicht hatte.

Saudi-Arabien richtete erneut vier Menschen hin

In Saudi-Arabien sind gestern erneut vier Menschen hingerichtet worden. Sie sollen nach einem Streit um Land sechs Mitglieder ihres Stammes ermordet haben, wie das Innenministerium nach Angaben der saudi-arabischen Nachrichtenagentur SPA mitteilte. Damit stieg die Zahl der Exekutionen in dem Land seit Jahresbeginn auf 105.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert seit Langem die steigende Zahl der Hinrichtungen in der Golfmonarchie. Die Organisation verlangt die Abschaffung der Todesstrafe, nicht zuletzt weil es im Justizsystem des Landes schwere Fehler und unfaire Prozesse gebe.

Am 2. Jänner waren 47 Menschen wegen „Terrorismus“ hingerichtet worden, darunter der schiitische Geistliche Nimr al-Nimr. Seine Exekution hatte zu einer diplomatischen Krise zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Saudi-Arabien geführt.

Chronik

Reutlingen: Mann tötet Frau mit Machete auf offener Straße

Ein mit einer Machete bewaffneter Mann hat gestern im deutschen Reutlingen (Bundesland Baden-Württemberg) auf offener Straße eine Frau getötet. Die Zahl der Verletzten wurde am späten Sonntagabend von der Polizei auf fünf erhöht. Zuvor war von zwei Verletzten die Rede.

Täter „polizeibekannt“

Bei dem Tatverdächtigen soll es sich nach Angaben des Polizeipräsidiums von Reutlingen um einen 21-jähriger Asylbewerber aus Syrien handeln. „Er ist polizeibekannt“, wie das Polizeipräsidium per Aussendung mitteilte. Die als Tatwaffe verwendete Machete hatte nach Polizeiangaben eine 30 bis 40 Zentimeter lange Klinge.

Tatort in Reutlingen

Reuters/Vincent Kessler

Die Tat ereignete sich in der Reutlinger Innenstadt. Der Mann sei laut Polizei im Bereich des Busbahnhofs „in Streit mit einer Frau geraten“ und habe sie dann mit einer Machete tödlich verletzt. Die Verletzten waren nach Angaben der Polizei Zufallsopfer.

Von Autofahrer gestoppt

Den Polizeiangaben zufolge hatte ein Autofahrer die Bluttat gesehen, den flüchtenden Angreifer bewusst angefahren und damit gestoppt. Der Mann stürzte zu Boden, Polizisten nahmen ihn fest.

Ermittler am Tatort von Reutlingen

APA/AFP/Thomas Kienzle

Der Mann ist wegen schwerer Verletzungen vorerst nicht vernehmungsfähig. Die Polizei berichtete am späten Sonntagabend, der 21-Jährige müsse stationär intensivmedizinisch betreut werden.

Beziehungstat vermutet

Als mögliches Tatmotiv steht eine Beziehungstat im Raum. „Wenn ein Mann und eine Frau in Streit geraten“, sei einem Polizeisprecher zufolge diese Vermutung naheliegend. Das Motiv sei aber noch „Gegenstand der Ermittlungen“. Nach derzeitigem Kenntnisstand handle es sich um einen Einzeltäter. Der Polizei liegen auch „keine Anhaltspunkte für einen terroristischen Anschlag“ vor.

Von der Stadtverwaltung wurde ein Krisenstab eingerichtet. Zahlreiche Einwohner hatten sich zuvor aus Sorge über Notruf bei der Polizei gemeldet. Sie waren laut Angaben aus dem Rathaus unter dem Eindruck des Amoklaufs von München von der Tat in ihrer Stadt stark verunsichert und verängstigt gewesen.

Tschechien: Kleinkind stirbt bei Sturz aus Zug

Ein drei Jahre altes Mädchen ist gestern ABend in Tschechien aus einem fahrenden Schnellzug gestürzt. Tschechische Medien und die Nachrichtenagentur CTK berichteten nach Angaben von Rettungskräften und Polizei, dass das Kleinkind bereits tot gewesen sei, als ein Rettungshubschrauber an der Unglücksstelle nahe dem Bahnhof Stepanov im Bezirk Olomouc eintraf.

Die Bahnstrecke wurde für polizeiliche Ermittlungen mehrere Stunden gesperrt. Nähere Informationen zum Unglückshergang kündigte ein Polizeisprecher für heute an. Medien spekulierten, ob das Kind aus einem Zugfenster gefallen sei oder durch eine möglicherweise schlecht verriegelte Waggontür.

Vorarlberg: Wanderer stirbt nach Herzinfarkt

Ein 52-jähriger Wanderer aus der Steiermark hat gestern auf dem Weg zum Gipfel der Schesaplana (Vorarlberg) einen Herzinfarkt erlitten. Wiederbelegungsversuche seiner Begleiterin fruchteten nicht, der Mann verstarb an Ort und Stelle.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Beim Schwammerlsuchen abgestürzt - tot

In Osttirol ist ein italienischer Tourist tödlich verunglückt. Der Mann stürzte beim Schwammerlnsuchen ab.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Ein Sechser bei Lotto „6 aus 45“

Ein Mitspieler kann sich nach der gestrigen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ über die sechs Richtigen und damit einen Gewinn in Höhe von 1.829.791,50 Euro freuen.

Bei der aktuellen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

4 13 22 26 27 42 Zusatzzahl 45

Für den richtigen und auch angekreuzten Joker gibt es diesmal gleich zweimal 111.812,70 Euro.

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

2 1 2 4 9 6

Alle Angaben ohne Gewähr

Inland

Index für sozialen Fortschritt: Österreich auf Platz 13

Nordische Länder, wie Finnland, Kanada und Dänemark führen den Social Progress Index 2016 der NGO Social Progress Imperative an. Österreich liegt auf Platz 13 - gefolgt von Japan und Deutschland - und punktet mit erneuerbarer Energie. In den Bereichen Bildung, Toleranz und Chancengleichheit habe Österreich dem Index zufolge noch Aufholbedarf.

Für den Index entsteht aus der Wertung von 50 Faktoren in drei Segmenten. Im Segment „menschliche Grundkenntnisse“, in den zum Beispiel der Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen oder die Verfügbarkeit von leistbarem Wohnraum fällt, liegt Österreich im internationalen Vergleich auf Platz 6. In der Kategorie „Grundlagen des Wohlbefindens“ schafft es Österreich auf Platz 12, bei „Chancen und Möglichkeiten“ auf den 17. Platz.

Der 17. Rang erklärt sich durch das schlechte Abschneiden Österreichs in den Bereichen „Bildung“, „Toleranz“ mit dem Umgang mit Migranten und „Chancengleichheit“ mit der mangelnden Chancengleichheit für Frauen. „In den letzten Monaten hat es in Österreich viel Initiative und Engagement von privater, unternehmerischer und öffentlicher Seite gegeben. Jetzt müssen konkrete Schritte zur Umsetzung der Ideen folgen“, so Deloitte-Österreich-Managing-Partner Bernhard Gröhs in einer Pressemitteilung.

Global leichte Verbesserung

Der Durchschnitt der 133 bewerteten Länder sei seit letztem Jahr etwas gestiegen. Ernährung und medizinische Grundversorgung sowie der Zugang zu Basisbildung haben sich dem Index zufolge verbessert. Toleranz und Inklusion sowie unzureichende Persönlichkeitsrechte und die Umweltverschmutzung seien auch weiterhin große Probleme.

Kritisch sieht außerdem die Situation der Jugendlichen aus. Fast 50 Prozent der unter 25-Jährigen lebt in Ländern ohne medizinische Grundversorgung, sauberem Wasser, Sicherheit, persönlicher Freiheit und Toleranz, die somit in die Kategorie mit geringem oder sehr geringem sozialen Fortschritt fallen.

Der Index wird unter der Leitung des Professors der Harvard Business School Michael E. Porter mit Beteiligung des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloitte bewertet.

Causa BUWOG: Meischberger ortet „politische Verfolgung“

Der in den Causen BUWOG und Linzer Terminal Tower - nicht rechtskräftig - angeklagte Walter Meischberger, Vertrauter von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/parteilos), hat in einem Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“ („TT“) den Vorsitzenden des Weisungsrats, Werner Pleischl, ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter und die Staatsanwaltschaft scharf attackiert.

Generalprokurator Pleischl sei „ein ausgewiesener roter Politfunktionär, der dem schwarzen Justizminister vorgibt, wie er mit dem ehemaligen blauen Minister umzugehen hat“, empört sich Meischberger gegenüber der „TT“. Meischberger zufolge müsse Peischl „etwas verteidigen, was er mit zu verantworten hat: die teure Jagd auf Grasser“.

Der frühere FPÖ-Politiker Meischberger attackiert auch Justizminister Brandstetter. Dieser sei vor seiner Zeit als Minister in verschiedenen heiklen Fällen als Anwalt involviert gewesen. Meischberger spricht laut „TT“ zudem von einer „politischen Verfolgung“ Grassers, die mit „unabhängiger Justiz“ nichts zu tun habe.

Die unangenehmsten Fragen für Grasser

Erste Einblicke in die noch geheime BUWOG-Anklage legen unterdessen nahe: Die Anwälte von Grasser und den 15 anderen Beschuldigten, für die allesamt die Unschuldsvermutung gilt, werden sich ordentlich ins Zeug legen müssen, um die Vorwürfe zu entkräften. Ein zentraler Punkt dabei: Woher kam der Tipp an den späteren BUWOG-Käufer Immofinanz, wie hoch man bieten müsse? Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher: Es kann nur Grasser gewesen sein - und listet dafür viele bisher unbekannte Umstände auf. Aufgrund der Indizien lässt sich aber auch schon vermuten, wie sich Grasser verteidigen könnte.

Mehr dazu in Wie es zum „Tag der Tage“ kam

Flüchtlinge: Weiterhin 18.000 Notquartierplätze in Evidenz

In Österreich werden aktuell rund 18.000 Plätze für Flüchtlinge in Evidenz gehalten. Betreut wurden und werden diese Notquartiere von Hilfsorganisationen, wobei die Sonderrichtlinie für die Förderungen mit Ende Juni ausgelaufen ist. Seit vergangenem Herbst wurden laut Innenministerium rund 62 Mio. Euro an die NGOs ausbezahlt.

Im Vorjahr wurde basierend auf einer Sonderrichtlinie des Bundes für Förderungen ein Prozedere für die Betreuung von Transitflüchtlingen mit den NGOs vereinbart. Dieses sah vor, dass die Hilfsorganisationen ihre Kosten monatlich beim Innenministerium melden und diese für das Vormonat rückerstattet bekommen. Seit Herbst 2015 belief sich diese Summe auf 62 Mio. Euro.

Plätze werden für kurzfristigen Bedarf bereit gehalten

Die Sonderrichtlinie lief wie vereinbart Ende Juni aus. Nun gehe es um „Vorhalteleistungen“: Für den Fall, dass es wie im vergangenen Jahr kurzfristig großen Bedarf gibt, wird eine Struktur aufrechterhalten, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums gegenüber der APA.

Konkret handelt es sich um rund 7.000 feste Plätze sowie weitere Möglichkeiten, sodass insgesamt 18.000 Plätze innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung stehen. Mit den Hilfsorganisationen sei hierzu bereits eine Vereinbarung getroffen worden, lediglich mit der Stadt Wien gebe es noch „konstruktive Gespräche“.

Geringe Kosten für Evidenzhaltung

Für die Quartiere, die derzeit in Evidenz gehalten werden, fallen laut Gerry Foitik vom Roten Kreuz lediglich geringe Kosten an. „Die Vorsichtsmaßnahme ist gerechtfertigt, das passt so“, meinte er im Gespräch mit der APA. Der Bundesrettungskommandant geht aber davon aus, dass es keinen staatlich organisierten Flüchtlingstransit wie im Vorjahr mehr geben wird.

Sport

Tour de France: Froome jubelt nach Achterbahnfahrt

Für Christopher Froome sind gestern drei anstrengende Wochen triumphal zu Ende gegangen. Der 31-jährige Brite bejubelte in Paris seinen insgesamt dritten Gesamtsieg bei der Tour de France, die ihm allerdings mehr bange Momente beschert hatte, als ihm lieb waren. Doch die Laufeinlage auf dem Mont Ventoux, Stürze und unerwartet waghalsige Abfahrten gereichten Froome erst recht zur Ehre. Umso wertvoller und zumindest genauso großartig wie der erste war der Triumph nach einer „emotionalen Achterbahnfahrt“ für Froome, der neben der eigenen Stärke auf ein überragendes Team bauen konnte.

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Formel 1: Hamilton schnappt sich WM-Führung

Der Spitzenreiter der WM-Wertung heißt erstmals in dieser Saison nicht Nico Rosberg. Der Deutsche verlor gestern im Grand Prix von Budapest die Führung an seinen Mercedes-Stallrivalen Lewis Hamilton.

Der Engländer überholte den von der Poleposition aus gestarteten Rosberg beim Start und fuhr danach seinen fünften Sieg auf dem Hungaroring ein - neuer Rekord. In der WM-Wertung liegt Hamilton nun sechs Punkte vor seinem Konkurrenten.

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Bundesliga: Sturm geigt in neuem Anzug auf

Mit einem 3:1-Heimsieg über Red Bull Salzburg hat ein im Vergleich zur Vorsaison praktisch ausgewechseltes Sturm Graz am Samstag einen perfekten Saisonstart hingelegt und dem Meister gleich in der ersten Runde einen Denkzettel verpasst. „Ein wunderbarer Beginn“, freute sich Rückkehrer Marc Andre Schmerböck, der sich auch selbst in die Schützenliste eintragen konnte. Bei den Salzburgern sieht man deshalb aber keinen Grund zur Panik, die Niederlage kam für Coach Oscar Garcia sogar zur rechten Zeit.

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Wirtschaft

Japan: Exporte geben weiter nach

Die Exporte der japanischen Industrie sind im Juni den neunten Monat in Folge zurückgegangen, allerdings weniger stark als von Experten erwartet. Das Minus bei den Ausfuhren betrug im Jahresvergleich 7,4 Prozent. Analysten hatten mit einem Rückgang um 11,6 Prozent gerechnet.

Die japanische Regierung plant ein umgerechnet rund 170 Milliarden Euro schweres Konjunkturprogramm zur Ankurbelung der lahmenden Wirtschaft. Die Summe entspricht mehr als vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes der nach den USA und China drittgrößten Volkswirtschaft der Erde.

Die Regierung in Tokio hatte erst vor kurzem ihre Wachstumsprognose für das bis März 2017 laufende Haushaltsjahr auf nur noch 0,9 Prozent gesenkt. Zuvor hatte sie noch 1,7 Prozent veranschlagt. Die Wirtschaft des Landes leidet seit Jahren unter einer Deflation mit fallenden Preisen, stagnierenden Löhnen und stockenden Investitionen. Zuletzt bereitete der steigende Kurs der Landeswährung Yen den Exporteuren Sorgen, verteuert dies doch ihre Waren im Ausland.

Spanien erwartet mehr Wachstum als bisher angenommen

Die spanische Regierung erwartet in diesem Jahr ein höheres Wirtschaftswachstum als bisher angenommen. Wirtschaftsminister Luis de Guindos rechnet nach eigenen Worten damit, dass das Bruttoinlandsprodukt um 2,9 Prozent zulegen könnte. Bisher lag die Erwartung 0,2 Punkte darunter.

Im kommenden Jahr müsse aber damit gerechnet werden, dass die Wirtschaft wegen einer schwächeren Weltkonjunktur wieder unter Druck geraten könnte, sagte der Ressortchef gestern am Rande des G-20-Treffens im chinesischen Chengdu.

In Spanien hat auch die Parlamentswahl im Juni wie schon im Dezember ein Patt ergeben. Eine neue Regierung ist noch nicht in Sicht. Spanien drohen Sanktionen der EU, wenn das Land seine Neuverschuldung nicht zurückfährt.

G-20-Appell für „inklusives Wachstum“

Die Forderung gibt es schon lange: Alle sollen vom Wachstum profitieren, die Armen und die Reichen, die Industriestaaten und die Schwellenländer. Neu ist der Begriff, unter dem diese Grundsatzdebatte nun wiederentdeckt wurde und inzwischen international an Fahrt gewinnt: Inklusives Wachstum.

Er findet sich in immer mehr Politikerreden, wie zuletzt auch beim Treffen der Finanzminister und Notenbank-Chefs der G-20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer im chinesischen Chengdu.

In der G-20-Abschlusserklärung ist vom Ziel eines „starken, nachhaltigen, ausgewogenen und inklusiven Wachstum“ die Rede. Chinas Finanzminister Lou Jiwei, Gastgeber des Treffens, bemühte die Vision einer „innovativen, dynamischen, vernetzten und inklusiven Weltwirtschaft“, in der es fair und sozial gerecht zugehen soll - auf sein Land ging er dabei nicht ein.

Bankomatgebühr: Bankensparte in WKÖ gegen Verbot

Die Bankensparte in der Wirtschaftskammer spricht sich gegen ein gesetzliches Verbot von Bankomatgebühren aus, wie es das Sozialministerium forciert. Die Kreditwirtschaft sei für eine klare Kennzeichnung statt „Entgeltverbote“, heißt es in einer Aussendung von gestern.

„Wir sagen ein klares Ja zu Transparenz und Kennzeichnung, sehen aber keinen Anlass für voreilige Schnellschüsse, nur weil ein einzelner kleiner Anbieter für Bankomatbehebungen ein Entgelt einhebt“, sagt Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Verbot wie „mit Kanonen auf Spatzen schießen“

Von rund 8.500 Bankomaten in Österreich würden bei gerade einmal rund 70 nunmehr Gebühren für Abhebungen verlangt. Im Sinne der Transparenz sollte das klar gekennzeichnet werden. „Darauf mit einem gesetzlichen Verbot, also unter anderem mit einem massiven Eingriff in die unternehmerische Freiheit zu reagieren, bedeutet hingegen, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen“, so Rudorfer. In Österreich gebe es bei den Konten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) hat einen Gesetzesentwurf für ein Verbot von Bankomatgebühren ausgearbeitet. In Österreich werden seit Kurzem bei Bankomaten von Euronet Gebühren bei der Geldabhebung verlangt.

IT

Medien: Verizon vor Kauf von Yahoo

Der Telekomkonzern Verizon steht laut Medienberichten kurz davor, den Bieterwettstreit um den Internetpionier Yahoo für sich zu entscheiden. Der Kaufpreis liege bei rund fünf Mrd. Dollar (4,5 Mrd. Euro), hieß es unter Berufung auf informierte Personen am Wochenende.

Der Deal könne in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden, berichteten der Finanzdienst Bloomberg, das „Wall Street Journal“, die „Financial Times“ und das Technologieblog Recode. Zugleich sei es auch nicht ausgeschlossen, dass einer der anderen Interessenten noch mit einem angehobenen Gebot dazwischenschlage.

Zusammenlegung mit AOL als Konkurrenz zu Google und Co.

Verizon galt in dem monatelangen Verkaufsprozess schon lange als der aussichtsreichste Bewerber. Nach bisherigen Informationen will der Telekomriese Yahoo mit seiner Internetsparte AOL zusammenlegen. Die Hoffnung dabei sei, dass man so einen schlagkräftigeren Konkurrenten für Google und Facebook bei Onlinewerbung aufbauen könne.

Yahoo hatte sich zum Verkauf gestellt, nachdem es nicht gelungen war, die Beteiligung an der chinesischen Handelsplattform Alibaba steuerfrei für die Aktionäre abzuspalten. Nun soll stattdessen das Kerngeschäft abgestoßen werden.

Kultur

„Star Trek Beyond“ räumt an US-Kinokassen ab

„Star Trek Beyond“, der dritte Film der neuen Weltraum-Saga, hat am Wochenende an den nordamerikanischen Kinokassen abgeräumt. Mit knapp 60 Millionen Dollar (rund 55 Mio. Euro) Einnahmen von Freitag bis gestern belegte der Film von Regisseur Justin Lin auf Anhieb den ersten Platz der Kinocharts. Allerdings blieb er hinter dem 70-Millionen-Dollar-Debüt seines Vorgängers „Star Trek into Darkness“ im Jahr 2013 zurück.

Auf dem zweiten Platz folgen die animierten Helden von „The Secret Life of Pets“ mit rund 29 Mio. Dollar. Der Zeichentrickfilm über die Abenteuer von Haustieren, wenn ihre Besitzer nicht Zuhause sind, verdiente in drei Wochen schon über 270 Mio. Dollar.

Um den dritten Platz zeichnete sich ein Kopf-an-Kopfrennen zwischen „Ghostbusters“ und „Lights Out“ ab. Nach Schätzungen des Branchendienstes „Box Office Mojo“ spielten beide Filme rund 21,6 Mio. Dollar ein. „Ghostbusters“ war am vorigen Wochenende in den USA auf dem zweiten Rang gestartet. Der Horrorthriller „Lights Out“ des schwedischen Regisseurs David F. Sandberg feierte an diesem Wochenende sein Kinodebüt.    

Klassik Stiftung Weimar entdeckt von Nazis geraubte Bücher

Die Klassik Stiftung Weimar ist bei den Forschungen zur Herkunft von in der Nazi-Zeit erworbenen Kunstgütern aus jüdischem Besitz auch auf geraubten Besitz anderer NS-Opfer gestoßen. Bei den Recherchen wurden rund 600 Bücher aus Bibliotheken politischer Nazi-Gegner wie Sozialdemokraten und Gewerkschaften entdeckt, wie der MDR berichtete. Die Staatskanzlei bestätigte das gestern.

Die Stiftung untersucht seit mehreren Jahren die Herkunft von Kunstgütern in ihrem Bestand, die während des Nationalsozialismus etwa in das Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv gelangten. Nach früheren Angaben hat sie in ihren Beständen mehrere tausend Kunstgüter, bei denen der Verdacht auf NS-Raubkunst besteht.

Auch fragwürdige Ankäufe werden untersucht

Dabei geht es nicht nur um Stücke, die den rechtmäßigen Eigentümern durch gezielte Zwangsmaßnahmen entzogen wurden. Auch fragwürdige Ankäufe von Büchern oder Kunstwerken aus Privatbesitz stehen im Fokus. Vor drei Jahren hatte sich die Stiftung etwa mit den Erben des von den Nazis verfolgten Juden Arthur Goldschmidt (1883 - 1951) auf einen Ankauf von dessen Schriftensammlung geeinigt.

Die Sammlung mit Erstveröffentlichungen Goethes hatte der Leipziger Büchersammler Goldschmidt vor seiner Flucht aus Deutschland weit unter Wert veräußern müssen. Es ist einer der größten Fälle von NS-Raubgut in deutschen Bibliotheken.

Cornelius Obonya hört als Salzburger Jedermann auf

Cornelius Obonya hat genug vom „Jedermann“: Nach vier Spielzeiten in der Titelpartie des Hofmannsthal-Klassikers wird der 47-Jährige seine Rolle zurücklegen. „Das ist meine letzte Saison“, unterstrich der Schauspieler gestern in einem Pressegespräch in Salzburg.

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Viel Jubel für die neue Buhlschaft

Die gestrige Premiere des „Jedermann“ wurde mit viel Jubel aufgenommen. Vor allem der Auftritt der neuen „Buhlschaft“, gespielt von Miriam Fussenegger, war mit Spannung erwartet worden. Wegen Schlechtwetters musste die Vorstellung vom Domplatz ins Festspielhaus verlegt werden.

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