Ausland

Neuer US-Präsident Trump wird angelobt

Der künftige US-Präsident Donald Trump wird heute in Washington seinen Amtseid leisten. Zeitgleich geht die Regierungszeit von US-Präsident Barack Obama zu Ende. Die Zeremonie wird traditionell zu Mittag, pünktlich um 12.00 Uhr Ortszeit (18.00 MEZ), vor dem Kapitol stattfinden. Am Nachmittag ist eine Parade geplant, an deren Spitze Trump das Weiße Haus erreichen wird.

In Washington werden 900.000 Schaulustige erwartet, die dem Zeremoniell beiwohnen wollen. Allerdings haben sich auch zahlreiche Gegendemonstranten angekündigt. Polizei, Armee und Geheimdienste haben Kapitol und Weißes Haus seit Tagen hermetisch abgeriegelt. Das Ehepaar Obama wird nach der Vereidigung einer alten Tradition folgend von der Präsidentenmaschine Air Force One aus der Stadt geflogen. Die Obamas wollen Urlaub in Palm Springs im US-Bundesstaat Kalifornien machen.

Kranzniederlegung in Arlington

Trump ist heute in der Hauptstadt Washington eingetroffen. An Bord einer Militärmaschine, die in New York gestartet war, landete er mit seiner Familie auf einem Militärstützpunkt außerhalb Washingtons. Mit einem Autokonvoi begab sich die Familie in das von Trumps Unternehmensgruppe betriebene Hotel in der Innenstadt, wo ein Mittagessen anstand.

Am Nachmittag legte Trump einen Kranz auf dem Soldatenfriedhof in Arlington nieder. Bei der kurzen Zeremonie am Grabmal der Unbekannten wurde er von seiner Familie und Vizepräsident Mike Pence begleitet. Arlington spielt im nationalen Bewusstsein der USA eine große Rolle. Der Friedhof in Virginia unweit der Hauptstadt zählt rund 400.000 Grabsteine für Angehörige des Militärs.

Militärintervention in Gambia für Vermittlung unterbrochen

Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) hat ihre Militärintervention in Gambia für einen letzten Vermittlungsversuch unterbrochen. Der Präsident Guineas, Alpha Conde, werde bis heute Mittag (Ortszeit) in Banjul eine politische Lösung für den Machtkampf um die Präsidentschaft in dem westafrikanischen Land suchen, sagte ECOWAS-Kommissionspräsident Marcel Alain de Souza.

Senegalesische Truppen hatten zuvor die Grenze zu Gambia überschritten, um den abgewählten Präsidenten Yahya Jammeh zur Machtübergabe an seinen Nachfolger Adama Barrow zu bewegen. Führende gambische Militärs hatten zuvor schon erklärt, dass sie sich nicht in die politische Auseinandersetzung einmischen wollten.

Wenn Jammeh „bis zum Mittag“ nicht einwillige, an der Seite Condes Gambia zu verlassen, würden die ECOWAS-Truppen die Intervention fortsetzen, sagte de Souza vor Journalisten. Der mit harter Hand regierende Jammeh hatte seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl Anfang Dezember zunächst eingestanden. Eine Woche später verlangte er aber plötzlich eine Wiederholung und reichte beim Obersten Gericht eine Klage gegen das Ergebnis ein. Seitdem weigert er sich, seinen Posten zu räumen.

Parallel zu dem Einmarsch Senegals hatte der UNO-Sicherheitsrat grünes Licht für ein Eingreifen der ECOWAS gegeben. Wenige Stunden vor dem Einmarsch legte der von der ECOWAS unterstützte Wahlsieger Barrow in der gambischen Botschaft in Senegals Hauptstadt Dakar seinen Amtseid als Präsident ab.

Mehr dazu in Marschbefehl nach Sicherheitsratsbeschluss

Mexikanischer Drogenboss „El Chapo“ an USA ausgeliefert

Der mexikanische Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzman ist an die USA ausgeliefert worden. Das teilte die mexikanische Regierung gestern mit. Dem früheren Chef des Sinaloa-Kartells werden in den Vereinigten Staaten Mord, Drogenhandel, organisierte Kriminalität und Geldwäsche vorgeworfen.

Von Guzman eingelegte Rechtsmittel gegen seine Auslieferung waren abgelehnt worden. „El Chapo“ galt einst als mächtigster Drogenboss der Welt und war zweimal aus mexikanischen Hochsicherheitsgefängnissen geflohen.

Assange: Bleibe bei meinem Angebot an die USA

WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat sein Angebot erneuert, nach der Freilassung seiner früheren Informantin Chelsea Manning in die USA zu reisen. „Ich stehe zu allem, was ich gesagt habe“, betonte er gestern auf einer Audiopressekonferenz. Der 45-Jährige befand sich in der Botschaft Ecuadors in London.

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte kürzlich per Kurznachrichtendienst Twitter erklärt, ihr Gründer werde seiner Auslieferung in die USA zustimmen, sollte US-Präsident Barack Obama Manning begnadigen. Das geschah am vergangenen Dienstag. Das Strafmaß verkürzt sich damit von 35 auf sieben Jahre. Manning kann Mitte Mai das Gefängnis verlassen.

Seit vier Jahren in Botschaft

Bevor Manning aus der Haft komme, könne es noch „viele Diskussionen“ über seine eigene Zukunft geben, sagte Assange weiter. Auf die Frage, ob er von dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump eine andere Behandlung erwarte, antwortete er: „Das muss sich erst noch zeigen.“

Assange war vor mehr als vier Jahren in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet, um einer drohenden Festnahme zu entgehen. Gegen den Australier liegt ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Er befürchtete, zunächst dorthin und dann schließlich in die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm eine lange Haft drohen könnte. Ecuador gewährte ihm 2012 Asyl. Der Australier lebt seitdem in der diplomatischen Vertretung.

USA: 50 Obama-Mitarbeiter bleiben auf Schlüsselposten

Der künftige US-Präsident Donald Trump will mehrere Dutzend Mitarbeiter seines Vorgängers Barack Obama in Schlüsselpositionen belassen. Zu den rund 50 Spitzenleuten gehörten der Beauftragte für die Anti-IS-Koalition Brett McGurk sowie der stellvertretende Verteidigungsminister Robert Work, teilte Trumps Sprecher Sean Spicer gestern mit.

Weitere Regierungsvertreter, die im Amt bleiben sollten, seien etwa der Leiter der nationalen Anti-Terror-Behörde, Nick Rasmussen, sowie die Staatssekretäre im Außenministerium, Tom Shannon und Adam Szubin.

Übergangslösung für Außenminister

Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten wird für eine nicht näher bezeichnete Übergangszeit vom amtierenden Staatssekretär Shannon geleitet. Das gab der scheidende Sprecher des Außenministeriums, John Kirby, in Washington bekannt. Es sei anzunehmen, dass der Senat bis heute Mittag nicht den designierten neuen Außenminister, Rex Tillerson, bestätigt haben wird. Bis zur Bestätigung des von der Trump-Administration ausgewählten Chefdiplomaten werde Shannon als amtierender Außenminister fungieren, sagte Kirby.

Landwirtschaftsminister ernannt

Trump ernannte unterdessen auch seinen Wunschkandidaten für den Landwirtschaftsminister. Den Posten soll der ehemalige Gouverneur von Georgia, Sonny Perdue, bekleiden. Das sagte ein hochrangiges Mitglied von Trumps Übergangsteam. Damit wäre das Kabinett der neuen US-Regierung komplett.

Sonny Perdue

APA/AP/Evan Vucci

Der Senat muss der Ernennung Perdues noch zustimmen. Der 70-jährige Perdue war von 2003 bis 2011 Gouverneur von Georgia und gründete anschließend ein Unternehmen. Perdue ist Republikaner, gehörte aber bis 1998 der Demokratischen Partei an.

Während seiner Zeit als Gouverneur war Perdue unter anderem mit den Folgen einer Dürre konfrontiert. Mit seiner Ernennung ist klar, dass Trumps Kabinett keine Vertreter der stark wachsenden Latino-Bevölkerungsgruppe angehören werden.

Türkei: Verletzte bei Verfassungsstreit im Parlament

Im türkischen Parlament haben Anhänger von Regierung und Opposition ihren Streit um die geplante Verfassungsreform handgreiflich ausgetragen. Abgeordnete beider Lager gingen gestern im Plenum in Ankara aufeinander los, nachdem eine unabhängige Abgeordnete sich aus Protest gegen das Reformprojekt mit Handschellen an ein Mikrofon gekettet hatte und eine Dauerrede hielt.

Zwei weibliche Abgeordnete - eine von der Regierungspartei AKP und eine von der prokurdischen Partei HDP - seien leicht verletzt worden und hätten in ein Krankenhaus gebracht werden müssen, berichteten türkische Medien. Auf Fotos war zu sehen, wie sie auf Tragbahren aus dem Plenarsaal gebracht wurden.

„Diktat eines einzigen Mannes“

Im Parlament stand in zweiter Lesung die Debatte über die Verfassungsreform an, die die Türkei zu einer Präsidialrepublik mit einem deutlich gestärkten Präsidenten machen soll. Kritiker sehen darin einen Versuch von Staatschef Recep Tayyip Erdogan, seine Macht noch weiter auszubauen.

Die Reform laufe auf das „Diktat eines einzigen Mannes“ hinaus, kritisierte die Abgeordnete Aylin Nazliaka, die sich an das Rednermikrofon im Sitzungssaal kettete. „Ich protestiere gegen die Abschaffung der republikanischen Werte und gegen die Fesselung des Parlaments“, rief sie.

Alle Macht dem Präsidenten

Mit der Reform soll das Amt des Ministerpräsidenten abgeschafft werden. Dessen Befugnisse sollen auf den Präsidenten übertragen werden. So soll er künftig Minister ernennen und entlassen können, ohne dafür die Zustimmung des Parlaments zu benötigen, sowie die Arbeit der Regierung leiten.

Die Reform soll nach der nächsten Wahl im November 2019 in Kraft treten. Allerdings ist Umfragen zufolge derzeit ungewiss, ob sie bei dem geplanten Referendum im April vom Volk gebilligt wird.

US-Luftwaffe tötete zahlreiche IS-Kämpfer in Libyen

Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt hat US-Präsident Barack Obama einen Luftangriff auf Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Libyen angeordnet: Gestern Abend hätten B-2-Tarnkappenbomber Lager der Dschihadisten nahe der früheren IS-Hochburg Sirte angegriffen und dabei „mehrere Dutzend“ Kämpfer getötet, sagte gestern ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums in Washington.

Der Einsatz sei von Obama persönlich gebilligt worden und sei in Abstimmung mit der libyschen Einheitsregierung in Tripolis erfolgt. Der Einsatz habe auf IS-Kämpfer abgezielt, die sich nach der Rückeroberung ihrer früheren Hochburg Sirte durch Regierungsverbände in die Lager außerhalb der Stadt zurückgezogen hätten, sagte der Pentagon-Sprecher.

Laut Pentagon keine zivilen Opfer

Die angegriffenen IS-Kämpfer hätten Uniform und Waffen getragen. „Sie haben ein Sicherheitsrisiko für Libyen, die Region und die nationalen Interessen der USA dargestellt“, sagte der Sprecher. Er wertete den Einsatz als „Erfolg“. Zivile Opfer habe es nicht gegeben.

Sirte war das letzte größere vom IS kontrollierte Gebiet in Libyen. Die regierungstreuen Truppen hatten im Mai eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt gestartet und im Dezember offiziell die „Befreiung“ der Stadt verkündet. Die US-Armee hatte die Regierungstruppen dabei unterstützt; ihren Einsatz in und um Sirte hatten die USA im Dezember für beendet erklärt.

Die Dschihadisten hatten sich 2014 in der Heimatstadt des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi festgesetzt und Sirte vor einem Jahr vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Die Extremistengruppe hatte dabei vom allgemeinen Chaos profitiert, das in Libyen seit dem Sturz und Tod Gaddafis im Herbst 2011 herrscht.

Französische Armee: 77 Tote bei Selbstmordanschlag in Mali

Bei dem Selbstmordanschlag in Mali hat es nach Informationen der französischen Armee 77 Tote gegeben. Es handle sich um eine provisorische Bilanz, sagte ein Sprecher der Armee gestern in Paris. Französische Armeeangehörige seien nicht betroffen. Frankreich hat in der Sahelzone rund 4.000 Soldaten im Einsatz.

Nach dem Anschlag weichen die Opferzahlen voneinander ab. Laut Regierungsangaben waren in einem Militärstützpunkt in der nördlichen Stadt Gao mindestens 60 Menschen getötet und 115 weitere teils schwer verletzt worden. Die Terrororganisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI), die den Anschlag für sich reklamiert hatte, sprach hingegen von 80 Toten.

Inland

Geheimnis über Wiener SPÖ-Rochaden wird gelüftet

Die Wiener SPÖ trifft sich heute Nachmittag zur einer Tagung des erweiterten Vorstands. Das Treffen wird seit Tagen mit Spannung erwartet. Denn dort sollen von Parteichef und Bürgermeister Michael Häupl in den Raum gestellte Personalrochaden diskutiert und beschlossen werden. Jedenfalls fixiert werden soll die Nachfolge für die scheidende Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely.

Die streitbare Ressortchefin hatte vor einer Woche ihren Rücktritt bekanntgegeben. Wer ihr nachfolgt, darüber hüllte sich Häupl bis zuletzt in Schweigen. Als mögliche Kandidaten wurden etwa der Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien, Peter Hacker, oder die Chefin der Wiener Gebietskrankenkasse, Ingrid Reischl, genannt. Beide gelten dank ihrer jetzigen Funktion als ausgewiesene Kenner des städtischen Gesundheits- und Sozialsystems.

Neue Stadträte?

Ob es darüber hinaus überhaupt zu einem Umbau im roten Regierungsteam kommt, auch darüber gibt es noch keine gesicherten Informationen. Spekuliert wurde immer wieder, dass etwa Häupls Langzeitvertraute Renate Brauner das Finanzressort verlieren könnte oder Wohnbaustadtrat Michael Ludwig als Flächenbezirksvertreter ein anderes Ressort erhält.

Häupl selbst hatte zuletzt jedenfalls beteuert, dass er selbst nicht abdanken werde. Die Vorstandtagung wurde infolge der Flügelkämpfe innerhalb der Wiener Roten einberufen. Kritiker vor allem aus den großen Außenbezirken hatten wiederholt inhaltliche und personelle Änderungen gefordert.

SPÖ sagt Bundesparteitag im Mai ab

Die SPÖ hat ihren Parteitag im Mai abgesagt. Der Grund: Ein noch unter dem ehemaligen SPÖ-Chef Werner Faymann in Auftrag gegebenes neues Parteiprogramm hätte dort beschlossen werden sollen, wie die ZIB1 gestern berichtete.

Die neue Führung rund um den neuen SPÖ-Chef Kanzler Christian Kern sieht im Entwurf allerdings keine taugliche Diskussionsgrundlage und sagt deshalb den Parteitag ab.

Wirtschaft

Amazon als Konkurrent: Das Wettliefern der Supermärkte

Ob zehn Deka Extrawurst oder ein Sack Erdäpfel: Geht es nach Spar, Billa, Merkur und Unimarkt, soll sich der Kühlschrank dank Zustellung fast von selbst füllen. Obwohl Österreich zu den Ländern mit der höchsten Supermarktdichte gehört, basteln die großen Lebensmittelhändler an ihren Onlineshops. Sie wollen damit vor allem den Platz besetzen, bevor Amazon die Bühne betritt.

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Leitl: 200.000 Jobs bis 2020 machbar

Migration, Digitalisierung und Internationalisierung sind für Wirtschaftskammer-Chef Christoph Leitl die größten Herausforderungen, die 2017 auf die österreichische Wirtschaft zukommen. Das Regierungsziel, bis 2020 rund 200.000 neue Jobs zu schaffen, hält er für machbar.

Schließlich würden aufgrund des Wirtschaftswachstums von heimischen Betrieben heuer 42.000 und 2018 36.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, sagte Leitl gestern in einer Gastvorlesung auf der WU Wien. Gleichzeitig werde in diesem Jahr die Zahl der Arbeitslosen um 20.000 Personen steigen, so Leitl, „auch weil aufgrund der Migration die Nachfrage höher ist als das Jobangebot“.

Beim Thema Flüchtlinge und Migration dürfe man jedoch keine Ängste schüren, forderte Leitl. Migration müsse immer auch Integration bedeuten: „Wenn Migration mit dem Asylverfahren beginnt und damit endet, dass die Leute arbeitslos herumsitzen, entsteht keine positive Zukunftshoffnung“, befand der Kammerchef. Wer aufgrund des Asylverfahrens noch nicht arbeiten dürfe, solle gemeinnützig beschäftigt werden.

Französische Behörden ermitteln gegen Lafarge

Dem Zementkonzern LafargeHolcim droht Ärger in Frankreich: Bereits im Oktober habe die dortige Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Geschäften der Vorgängerfirma Lafarge in Syrien aufgenommen, sagte eine mit der Situation vertraute Person gestern der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Behörden gingen dabei dem Verdacht nach, der Konzern habe Zollbestimmungen verletzt. Ein Sprecher des Unternehmens, das 2015 aus der Fusion des französischen Lafarge-Konzerns mit dem Schweizer Rivalen Holcim entstanden ist, wollte sich zunächst nicht dazu äußern.

Im November hatte der Konzern Vorwürfe zurückgewiesen, in Syrien die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) finanziert zu haben. Zwei Menschenrechtsorganisationen hatten in Paris eine Anzeige gegen Lafarge eingereicht. Darin werfen sie dem Unternehmen vor, Vereinbarungen mit dem IS getroffen zu haben, um den Betrieb des Werks aufrechtzuerhalten. So soll Lafarge etwa für Passierscheine bezahlt haben.

Sport

Ski alpin: Respekt wächst vor „brutaler“ Streif

Wie in all den Jahren zuvor ist die Streif auch 2017 eine immense Herausforderung für die besten Abfahrer der Welt. Vor allem im oberen Teil geht es heuer ordentlich zur Sache.

„Da fühlt sich keiner gut, es ist brutal schwer zu fahren“, sagte Hannes Reichelt, für den der Steilhang zum Kriterium beim Rennen morgen (11.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) wird. Auch Max Franz bezeichnete den oberen Abschnitt als „brutal unruhig und schlagig“. Für die Norweger ist die Streif dagegen „genau so, wie sie sein sollte“.

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Australian Open: Thiem siegt gegen Lokalmatador

Dominic Thiem hat wie im letzten Jahr die dritte Runde bei den Australian Open in Melbourne erreicht. Österreichs Nummer eins setzte sich gestern gegen Lokalmatador Jordan Thompson wie schon in seinem Auftaktspiel in vier Sätzen durch.

Thiems Spiel war allerdings geprägt von Höhen und Tiefen. Das ÖTV-Ass agierte gegen den im ATP-Ranking auf Platz 76 liegenden Thompson lange sehr souverän. Aufgrund vieler Eigenfehler musste Thiem auf dem Weg zu einem sicheren Sieg aber wieder Überstunden machen.

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Chronik

Teheran: Viele tote Feuerwehrleute bei Hochhauseinsturz

Mindestens 20 Feuerwehrmänner sind bei einem Großbrand und Einsturz eines 17-stöckigen Einkaufszentrums in Teheran ums Leben gekommen, wie Bürgermeister Mohammed Bagher Ghalibaf gestern im Staatsfernsehen sagte. Noch seien allerdings keine Leichen geborgen worden, erklärte ein Feuerwehrsprecher dazu.

Das älteste Hochhaus des Iran stürzte nach einem Brand in den obersten Stockwerken ein. Dabei wurden Dutzende Feuerwehrleute verschüttet. Der Einsturz war live im Fernsehen zu sehen.

Das Hochhaus stürzte nach Ausbruch eines Feuers ein. Feuerwehrleute befanden sich noch im Gebäude.

In dem Hochhaus aus den 1960er Jahren befanden sich unter anderem ein Einkaufszentrum und Schneiderwerkstätten.

Geringe Überlebenschancen für verschüttete Kumpel in Peru

Die Chancen, sieben in Peru verschüttete Kumpel lebend zu bergen, werden von den Rettungsmannschaften als äußerst gering eingeschätzt. „Bis gestern hörte man einen der Bergarbeiter, von dem uns nur noch 13 Meter trennten, während der Nacht wurde es jedoch still um ihn, das ist kein gutes Zeichen“, berichtete gestern der örtliche Bergbaudirektor Vladimir Bustinza dem Sender RPP.

Die Kumpel waren am Dienstagabend in dem informellen Tagebau La Purisima bei Acari, 500 Kilometer südwestlich von Lima, von einer Schlamm- und Gerölllawine verschüttet worden. Acht weiteren Arbeitern gelang es, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Die Bergungsarbeiten schreiten nur langsam voran, weil noch keine Pumpe zum Unfallort befördert werden konnte, erklärte der lokale Polizeichef Carlos Espinoza der Nachrichtenagentur ANDINA.

In der 200 Meter tiefen Ausgrabung habe sich eine 50 Meter hohe Schlammschicht gebildet, schilderte der Feuerwehrchef der Region Arequipa, Jorge Martinez. Die Zugangsstraßen zu dem Tagebau sind nach starkem Regenfall durch Erdrutsche kaum befahrbar. Das Rettungsteam musste per Hubschrauber eingeflogen werden.

IT

IBM mit weiterem Umsatzrückgang

Der starke Dollar und schwächelnde Verkäufe im traditionellen Computergeschäft haben dem IT-Riesen IBM zum Jahresende einen weiteren Umsatzrückgang eingebrockt. Die Erlöse sanken im vierten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um gut ein Prozent auf 21,8 Milliarden Dollar (20,5 Mrd. Euro), wie das Unternehmen gestern nach US-Börsenschluss mitteilte.

IBM kämpft seit über vier Jahren mit schrumpfendem Umsatz. Dennoch konnte der Konzern den Überschuss von 4,46 auf 4,50 Milliarden Dollar leicht steigern und die Prognosen der Analysten insgesamt übertreffen. Für das Geschäftsjahr 2017 stellte IBM einen bereinigten Gewinn von mindestens 13,80 Dollar je Aktie in Aussicht.

Probleme im Kerngeschäft

IBM will sich vom klassischen Computerhersteller zum modernen Anbieter von Cloud-Diensten im Internet, Datenanalyse, künstlicher Intelligenz und Sicherheitssoftware wandeln. Diese Bereiche schafften ein Umsatzplus von elf Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar.

Im traditionellen Kerngeschäft tut sich das IT-Urgestein jedoch weiter schwer. Hinzu kamen zuletzt Probleme durch den starken Dollar, der die Auslandseinnahmen nach Umrechnung in US-Währung verringert. Bei Anlegern lösten die Ergebnisse ein Wechselbad der Gefühle aus - die IBM-Aktie stieg nachbörslich zunächst um über zwei Prozent, drehte dann aber rasch deutlich ins Minus.

Kultur

Denis Johnson: Der Spion, der aus der Hitze kam

Seit 9/11 tummeln sich in westafrikanischen Staaten Agenten und Glücksritter, die außer mit den riskanten Bodenschätzen vor allem mit wertvollen Informationen handeln. Es ist heiß, der Strom fällt ständig aus, die Insekten versuchen, alles Leben aufzusaugen, und niemandem ist zu trauen. Denis Johnson wandelt mit seinem neunten Roman „Die lachenden Ungeheuer“ auf den Spuren von Graham Greene, Joseph Conrad und John le Carre. Er ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren der USA und sorgte auch in Europa mit „Ein gerader Rauch“ für Furore.

Mehr dazu in Hasardeure und Delinquenten

Status-Quo-Sänger Rick Parfitt beerdigt

Der Gitarrist und Sänger Rick Parfitt von Status Quo ist gestern in Großbritannien beerdigt worden. Zu der Trauerfeier in Woking kam seine Band in kompletter derzeitiger Besetzung im Tourbus angefahren, auch frühere Mitglieder nahmen Abschied von der Rocklegende. Der Musiker war zu Weihnachten im Alter von 68 Jahren in einer Klinik in Spanien an den Folgen einer Infektion gestorben.

Parfitt wuchs südlich von London auf und lernte mit elf Jahren Gitarre spielen. 1967 stieg er bei Status Quo ein und trennte sich erst wenige Monate vor seinem Tod von der Band.

Der Rockstar war bekannt für seine exzessive Lebensweise. 1997 überstand er den ersten Herzinfarkt, gefolgt von Kehlkopfkrebs und zwei weiteren Herzinfarkten. Den vierten hatte er im Juni 2016 nach einem Konzert in der Türkei - für Minuten sei Parfitt „praktisch tot“ gewesen, berichtete der Bandmanager. Etwa vier Monate später gab Parfitt bekannt, dass er mit Status Quo nicht mehr auftreten werde.

Sängerin des Welthits „Lambada“ tot in Auto gefunden

Die brasilianische Sängerin des Welthits „Lambada“, Loalwa Braz Vieira (63), ist tot aufgefunden worden. Ihre verbrannte Leiche wurde gestern Früh in dem Ort Saquarema nahe Rio de Janeiro in einem Auto entdeckt, wie die Polizei der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Auch wenn die Umstände noch unklar seien, gehe man von einem Verbrechen aus.

Das verbrannte Auto wurde nahe ihrer Wohnung gefunden. Braz Vieira erlangte 1989 als Sängerin der Gruppe Kaoma Weltruhm, der Song stand in vielen europäischen Hitparaden wochenlang an Platz eins. Das Lied geht zurück auf den Titel „Llorando se fue“ („Weinend ging sie“) der bolivianischen Gruppe Los Kjarkas und wurde zu einem Tanzhit, der weltweit die Diskotheken eroberte.

Feuerwehr zu Brand gerufen

Wie das Portal G1 unter Berufung auf Polizeiangaben berichtete, hielten sich in der fraglichen Nacht auch zwei bewaffnete Männer in der Nähe des Hauses der Sängerin auf. Noch sei es aber zu früh, um eine Verbindung zwischen ihnen und dem Tod von Braz Vieira herzustellen, hieß es weiter.

Die örtliche Feuerwehr war in der Nacht zunächst zu einem Brand im Haus der Brasilianerin gerufen worden. Nur wenig später ging dann ein Anruf ein, in dem es um ein brennendes Auto in der Nähe ging. Dort wurde dann die Leiche entdeckt.

Medien

Türkei: Medienaufsicht verurteilt Satire über Anschlag

Ein Satirebeitrag im französischen Radio über den Silvesteranschlag in einem Istanbuler Nachtclub sorgt für Empörung in der Türkei. Der Chef der Medienaufsicht (RTÜK) beschwerte sich bei seinem französischen Kollegen über das Lied des Sängers Frederic Fromet, wie die Nachrichtenagentur Anadolu gestern berichtete.

„39, Tote, na und? Das ist weit weg, und es ist doch ganz nett, sein Leben im Konfettiregen zu beenden“, sang Fromet am 6. Jänner im Radiosender France Inter über die Melodie des Partyhits „Macarena“.

RTÜK-Chef: „Verstörend“

RTÜK-Chef Ilhan Yerlikaya bezeichnete das Lied in seinem Schreiben an den Präsidenten der französischen Medienaufsicht CSA, Olivier Schrameck, als „verstörend“. Auch die Franzosen wären empört gewesen, falls ausländische Medien ein solches Lied über die Pariser Anschläge vom 13. November veröffentlicht hätten, schrieb Yerlikaya.

Fromet äußerte auf seiner Facebook-Seite sein Bedauern darüber, dass seine „brüderliche Botschaft“ von einigen nicht verstanden werde. Er habe die Gleichgültigkeit vieler Menschen über Anschläge in der Ferne beklagen wollen. Fromet bekundete seine „vollständige Solidarität“ mit den Opfern von Attentaten, unabhängig davon, wo diese verübt würden.

Religion

Kopftuch und Schulkreuz: Experten mahnen zu Seriosität

Für mehr Sachlichkeit plädieren Juristen und Religionswissenschaftler in der aktuellen Debatte über Kopftuch und andere religiöse Symbole im öffentlichen Dienst. Eine differenzierte Betrachtung der viele Aspekte umfassenden Thematik sei „unerlässlich“, so die Wiener Religionsrechtler Brigitte Schinkele und Richard Potz in einem Beitrag für die neue Ausgabe der Wochenzeitung „Die Furche“ (Donnerstag-Ausgabe).

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