Ausland

Abe: Leben zweiter IS-Geisel hat Priorität

Nach der Ermordung der IS-Geisel Haruna Yukawa will der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe alles tun, damit dem zweiten Gefangenen Kenji Goto dasselbe Schicksal erspart bleibt. Das Leben von Goto „habe Priorität vor allem anderen“, sagte Abe am Sonntag in Tokio. Er ließ offen, wie Japan auf die Forderung der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) nach einem Gefangenenaustausch reagieren werde.

Abe berichtete aber, dass er in Geiselkrise am Samstag mit dem jordanischen König Abdullah gesprochen habe. Dabei dürfte es um die am Samstag bekannt gewordene IS-Forderung nach der Freilassung einer in Jordanien inhaftierten radikalen Islamistin gegangen sein. Die Extremisten hatten zunächst 200 Millionen Dollar (178,6 Mio. Euro) Lösegeld für die beiden japanischen Geiseln gefordert, was Tokio umgehend zurückwies. Zum Video, das die Tötung Yukawas belegen soll, sagte Abe, dieses scheine authentisch zu sein. Die Ermordung der Geisel sei „verabscheuungswürdig“.

Griechenland wählt neues Parlament: SYRIZA führt

Griechenland wählt heute ein neues Parlament. Knapp zehn Millionen Bürger sind an die Urnen gerufen. Die Wahl gilt als richtungsweisend für die künftige Spar- und Sozialpolitik des hoch verschuldeten Landes. Als Favorit geht das Linksbündnis Koalition der Radikalen Linken (SYRIZA) unter Alexis Tsipras ins Rennen.

In Umfragen lag SYRIZA zuletzt sieben Prozentpunkte vor der Konservativen Nea Dimokratia des bisherigen Regierungschefs Antonis Samaras. SYRIZA erreichte 33,5 Prozent der Stimmen. Die Konservativen lagen bei 26,5 Prozent. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr (MEZ). Sofort danach soll es Prognosen geben. Erste Hochrechnungen werden gegen 20.00 Uhr (MEZ) erwartet.

„Von zweitrangigen EU-Mitarbeitern regiert“

Tsipras warb erneut um Stimmen für eine absolute Mehrheit für seine Partei. Eine absolute Mehrheit würde SYRIZA die „notwendige Stärke“ und „freie Hand“ für die Verhandlungen über einen Schuldenerlass geben, sagte Tsipras bei einer Pressekonferenz in Athen. Mit SYRIZA an der Spitze werde Griechenland bereits am Montag damit beginnen, „seine Würde wiederzuerlangen“ und nicht länger „mittels E-Mails von zweitrangigen EU-Mitarbeitern regiert.“ Für eine absolute Mehrheit wären 151 Mandate erforderlich.

Tsipras will vor allem einen weitgehenden Schuldenerlass der Gläubiger erreichen. Deutschland und die anderen Euro-Partner sowie der Internationale Währungsfonds (IWF) sollen den Griechen einen Großteil der Ausstände erlassen. Im vergangenen Jahr hatte sich der griechische Schuldenberg auf 177,7 Prozent der Wirtschaftsleistung angehäuft.

Bombendrohung: Kampfjets begleiten US-Passagierflugzeuge

Nach einer anonymen Bombendrohung sind zwei US-Passagierflugzeuge von Militärjets abgefangen und bei der Landung auf ihrem Zielflughafen in Atlanta (US-Staat Georgia) begleitet worden. Die Maschinen von Delta und Southwest Airlines seien in einen gesonderten Bereich des großen Airports gebracht und evakuiert worden, berichteten verschiedene US-Medien gestern unter Berufung auf die Behörden. Danach wurden sie durchsucht.

Die Drohungen seien über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet worden, hieß es. Laut der „New York Times“ ging die US-Bundespolizei FBI zunächst von einer glaubwürdigen Drohung aus. Es handelte sich in beiden Fälle nicht um internationale Flüge.

Aktivist Badawi: Ehefrau fürchtet weitere Auspeitschungen

Die Ehefrau des saudiarabischen Internetaktivisten Raif Badawi, Ensaf Haidar, fürchtet weitere Auspeitschungen ihres Mannes und fordert die Schließung des Abdullah-Zentrums in Wien. Haidar, die seit 2013 mit ihren drei Kindern in Kanada lebt, äußerte sich in einem über Facebook geführten Interview mit der Tageszeitung „Kurier“ (Sonntag-Ausgabe).

„Ich habe am Freitag mit einem der Gefängnisärzte sprechen können. Er ist überzeugt, dass es kommenden Freitag die nächsten 50 Hiebe gibt. Von einem generellen Stopp wusste er nichts“, erklärte Haidar, die sich sehr besorgt über den Gesundheitszustand ihres Mannes äußerte. „Er entwickelte Diabetes als er festgenommen wurde. Ich habe Angst, dass seine Wunden wegen der Diabetes nicht heilen. Er hat Probleme mit seinem Herzen. (...) Raif leidet auch unter unhygienischen Haftbedingungen und Unterernährung“, berichtete sie.

1.000 Hiebe, zehn Jahre Haft

Seit zwei Jahren und acht Monaten sitzt Raif Badawi im Gefängnis, verurteilt zu 1.000 Hieben und zehn Jahren Haft, weil er sich auf seinem Internetblog für Menschenrechte und interreligiösen Dialog starkmachte. Die erste Vollstreckung der Strafe mit jeweils 50 Schlägen über 20 Wochen hindurch fand am 9. Jänner statt. Seither wird der Protest gegen Saudi-Arabien weltweit immer größer.

Gefragt nach dem Sinn des Wiener Abdullah-Zentrums (KAICIID) erklärte Haidar: „Ich bedanke mich bei allen, die sich für die Schließung des Zentrums einsetzen. Ich denke, dass das Abdullah-Zentrum für Interreligiösen Dialog keinen Sinn macht, wenn in Saudi-Arabien selbst Muslime derart unmenschlich behandelt werden.“

Internationale Kondolenz-Besuche nach Abdullah-Tod

Nach dem Tod des saudi-arabischen Königs Abdullah am Freitag werden am Wochenende und den darauffolgenden Tagen hochrangige internationale Politiker auf Kondolenzbesuch bei dessen Nachfolger König Salman erwartet. Unter anderen haben sich der französische Präsident Francois Hollande, der britische Premier David Cameron und auch der Außenminister des mit Saudi-Arabien verfeindeten Iran, Mohammed Dschawad Sarif, angesagt.

US-Präsident Barack Obama verschiebt für den Besuch gar seine lange geplante Reise nach Indien. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel schickt den zurückgetretenen Altbundespräsidenten Christian Wulff. Österreich wird vom Zweiten Nationalratspräsidenten Karlheinz Kopf (ÖVP) vertreten.

Mehr dazu in König Salman empfängt Trauergäste

Spannung in Ägypten vor 4. Jahrestag der Revolution

Heute begeht Ägypten den Beginn der Proteste, die vor vier Jahren zum Sturz des Langzeitherrschers Husni Mubarak geführt hatten. Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat zum Jahrestag eine Amnestie von knapp 600 Inhaftierten angekündigt und den Beamten und Schülern frei gegeben.

Allerdings wird mit Protesten von Oppositionellen gerechnet, die sich um die Früchte der Revolution von 2011 betrogen sehen. Al-Sisi hatte 2013 als Militärchef die Regierung der nach der Revolution an die Macht gewählten Islamisten gestürzt und sich später selbst zum Präsidenten wählen lassen. Ihm wird von Gegnern vorgeworfen, das Herrschaftssystem Mubaraks wieder eingesetzt zu haben.

Eine Tote bei Demonstration in Kairo

Bereits gestern wurde eine Frau bei Zusammenstößen zwischen linken Demonstranten und Polizisten getötet. Die Teilnehmerin des Protestmarschs im Zentrum der Hauptstadt Kairo sei durch Schrotkugeln getötet worden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Nach Angaben von Protestteilnehmern wurden die Kugeln von der Polizei abgefeuert, um die Menge auseinanderzutreiben.

Den Demonstranten zufolge setzte die Polizei auch Tränengas ein und nahm den Chef der Partei Sozialistische Volksallianz sowie fünf junge Parteimitglieder fest. Die Partei hatte zu der Demonstration aufgerufen, um an den Beginn der Revolte in Ägypten am 25. Jänner 2011 zu erinnern.

Justiz rollt Verfahren gegen 152 Islamisten neu auf

Die ägyptische Justiz rollt einen Prozess gegen 152 Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi neu auf. Das Berufungsgericht habe die Urteile gegen die mutmaßlichen Islamisten aufgehoben, sagte ein Vertreter der Justizbehörden. Darunter seien auch 37 Todesurteile.

Die Männer waren im März wegen der Teilnahme an gewaltsamen Protesten in Minya und dem Tod eines Polizisten in einem Massenprozess gegen insgesamt 529 Angeklagte zum Tode verurteilt worden.

Für 492 von ihnen wurde das Strafmaß später in lebenslange Haft umgewandelt. Die Todesurteile gegen 37 Angeklagte wurden aber zunächst bestätigt. Sie zählen zu den 152 Verurteilten, die nun einen neuen Prozess erhalten.

Gewalt im Jemen: Separatisten nutzen Machtvakuum

Nach den Rücktrittserklärungen des Präsidenten und der Regierung droht dem Jemen die Spaltung. Separatisten nutzten das Machtvakuum gestern aus und eroberten Checkpoints im Süden des Landes vom Militär, wie das Nachrichtenportal Barakish.net berichtete. Die Gouverneure der südlichen Provinzen hatten zuvor mitgeteilt, sie wollten keine Befehle der Militärführung aus der Hauptstadt Sanaa mehr befolgen.

Dort protestierten Tausende Menschen am zweiten Tag in Folge gegen den „Putsch“ der schiitischen Huthis-Rebellen. Im Landeszentrum gab es Kämpfe zwischen Huthis und sunnitischen Stammeskriegern. Morgen will das Parlament bei einer Krisensitzung über die Lage beraten.

Der Jemen steht damit drei Jahre nach dem Rückzug des Langzeitpräsidenten Ali Abdullah Salih vor dem Zerfall: Im Norden streben die Huthis-Rebellen nach der Macht. Der Stamm fühlt sich seit Jahren benachteiligt und strebt eine Nord-Süd-Teilung des Landes an, wie es sie vor 1990 gab. Die Separatisten im Süden wollen im Prinzip das Gleiche, dort ist aber auch die sunnitische Terrororganisation Al-Kaida stark. Übergangspräsident Abd Rabbo Mansur Hadi hatte sich - mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft - für einen Föderalstaat mit sechs Regionen starkgemacht.

Tausende Kosovo-Albaner demonstrierten gegen Regierung

Tausende Kosovo-Albaner haben gestern in Pristina gegen ihre Regierung demonstriert. Sie wurden angeführt von der größten Oppositionspartei „Vetevendosje“ (Selbstbestimmung) und der ebenfalls oppositionellen AAK-Partei des früheren Regierungschefs Ramush Haradinaj. Der Regierung wurde auf Plakaten und in Reden vorgeworfen, sie sei gegenüber dem serbischen Nachbarn zu nachgiebig.

Am 9. Februar will die EU wieder zwischen den beiden zerstrittenen Staaten vermitteln. Dabei soll auch der jüngste Streit um das Eigentum am größten Kosovo-Bergwerk „Trepca“ zur Sprache kommen.

Inland

Integration: Kurz für Sanktionen an der Schule

Nach einigen SPÖ-Politikern denkt nun auch ÖVP-Integrationsminister Sebastian Kurz über Sanktionen für Jugendliche nach, die mangelnden Willen zur Integration an den Tag legen. Lehrer sollten mehr Rechte erhalten, um sich durchzusetzen, meinte er gestern gegenüber dem ORF und der „Kronen Zeitung“. Sie sollten Schüler verpflichten können, „einen Dienst am Schulstandort zu leisten“.

„Ich glaube, dass wir hier wieder mehr Möglichkeiten für Lehrer brauchen“, so Kurz im ORF. Sie sollten auch die Möglichkeit haben, direkt Jugendamt und Polizei einzuschalten, wenn Jugendliche Radikalisierungstendenzen vermuten ließen, ergänzte er in der „Krone“. Derzeit sei der Amtsweg zu langwierig.

Und auch Eltern gegenüber solle die Handhabe verschärft werden, etwa, wenn sie nicht zu Sprechtagen kämen. „Ultima Ratio“ wären Verwaltungsstrafen, so der Minister in der Zeitung. Weiters will er einen Ausbau der Sozialarbeit, mehr Beratungslehrer und Pädagogen sowie Radikalisierung als Thema bei der Lehrerausbildung.

Sport

Fußball: Chelsea und ManCity blamieren sich im FA-Cup

Der Aufstand der „Kleinen“ im englischen FA-Cup geht weiter. Chelsea und Meister Manchester City blamierten sich gestern in der vierten Runde gegen krasse Außenseiter.

Die „Blues“ unterlagen vor eigenem Publikum nach 2:0-Führung noch dem Drittligisten Bradford City. „Ich und die Spieler, wir müssen uns schämen“, sagte Chelsea-Trainer Jose Mourinho nach der Pleite.

ManCity musste sich ebenfalls daheim dem Zweitligisten Middlesbrough geschlagen geben. Doch damit war das Favoritensterben noch nicht vorbei: Zwei weitere Favoriten verpassten den Einzug ins Achtelfinale.

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Freestyle: Matt peilt im Skicross dritte WM-Medaille an

Der Tiroler Andreas Matt peilt heute bei der Snowboard- und Freestyle-WM auf dem Kreischberg sein drittes Edelmetall bei Weltmeisterschaften an.

Der 32-Jährige, der in der Skicross-Qualifikation Vierter wurde, zeigte sich bereit: „Schnell starten und dann schauen, dass man es bis unten hält. Oder unten überholen. Hauptsache man ist am Ende vorne“, lautet seine Devise für Finale (12.00 Uhr, live in ORF Sport + und im Livestream).

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Ski alpin: Fenninger in St. Moritz nur von Gut geschlagen

Lara Gut hat gestern für einen Heimsieg in der Weltcup-Abfahrt in St. Moritz gesorgt. Die Schweizerin verwies Anna Fenninger um 0,32 Sekunden auf Rang zwei und verhinderte damit den ersten Abfahrtserfolg der Salzburgerin.

Edit Miklos wurde sensationell Dritte und sorgte damit für den ersten ungarischen Podestplatz der Weltcup-Geschichte. US-Rekordsiegerin Lindsey Vonn verspielte die Chance auf ihren 64. Sieg mit einem schweren Fehler und landete im geschlagenen Feld.

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Ski nordisch: 0,1 Sekunden fehlen Biathlet Eder zum Sieg

ÖSV-Biathlet Simon Eder ist gestern in Antholz um Haaresbreite an seinem dritten Weltcup-Sieg vorbeigeschrammt. Der Salzburger musste sich im Verfolgungsrennen um nur 0,1 Sekunden geschlagen geben.

In einem Herzschlagfinale sprintete ein Quartett um den Sieg. Eder verlor zwar den Spurt gegen den Deutschen Simon Schempp, ließ aber immerhin den Russen Jewgeni Garanitschew und den norwegischen Altstar Ole Einar Björndalen hinter sich.

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Wirtschaft

Air Berlin kauft 14 Airbus A320 von Alitalia

Die Fluggesellschaft Air Berlin kauft 14 Airbus-Flugzeuge von der Alitalia. Von dem Vorhaben sollen beide Unternehmen profitieren. Ein Air-Berlin-Sprecher sagte gestern, sein Unternehmen erhalte von Alitalia 14 Airbus A320. Damit solle schneller das Ziel erreicht werden, bei Air Berlin nur noch mit Airbus-Maschinen zu fliegen. Die A320 sollten von Air Berlin gekauft und dann an Leasing-Firmen weiterverkauft werden.

Zuvor hatte die „Wirtschaftswoche“ über den Plan berichtet. Dem Magazin zufolge forcieren Air Berlin und Alitalia auf Druck der arabischen Airline Etihad ihre Zusammenarbeit. Etihad ist an Alitalia mit 49 und an Air Berlin mit 29 Prozent beteiligt. So könne Alitalia die Maschinen an Air Berlin schneller, ohne Marge für Zwischenhändler und zu einem höheren Preis verkaufen als auf dem freien Markt.

Auch Air Berlin spare den Zwischenhändler aus. Zudem komme Air Berlin schneller zu einer reinen Airbus-Flotte und damit zu niedrigeren Wartungskosten als mit dem jetzt noch gemischten Airbus/Boeing-Maschinenpark. Air Berlin werde die Jets an eine Leasingfirma verkaufen und dann zurückmieten.

EZB-Vorstoß: Experten sehen kein Risiko für Währungskrieg

Das Wirtschaftsforschungsinstitut DIW geht derzeit nicht davon aus, dass das Anleihe-Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einem Währungskrieg führen könnte. Zwar habe das geplante Programm zur Schwächung des Euro beigetragen, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher gestern der Online-Ausgabe des „Handelsblatts“. Er sehe deshalb aber „zur Zeit kein Risiko für einen Währungskrieg“.

Schließlich hätten viele andere Zentralbanken ähnliche Aufkaufprogramme wie die EZB. Zudem sei der Euro selbst bei seinem jetzigen Wechselkurs nicht deutlich unterbewertet. Von einem günstigeren Euro würden zudem europäische Exporteure stark profitieren. „Denn damit werden ihre Produkte weltweit günstiger und wettbewerbsfähiger, und sie können ihre Erträge weiter steigern.“

Der Präsident des deutschen Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, hatte der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die Politik der EZB lasse den Euro-Kurs weiter sinken und das werde sich noch fortsetzen. „Irgendwann sagen die Amerikaner oder die Asiaten, jetzt reicht es uns.“ Dann drohe ein Abwertungswettlauf der Währungen und damit ein Währungskrieg. Aus seiner Sicht könne der Euro auch noch bis auf einen Dollar absacken.

Chronik

D: Männer sollen Hochschwangere lebendig verbrannt haben

Zwei junge Männer sollen eine hochschwangere Frau in einem Waldstück in Berlin angezündet und ermordet haben. Sie sollen der 19-Jährigen außerdem mehrmals mit einem Messer in den Bauch gestochen haben. Danach verbrannte die Frau bei lebendigem Leibe. Die Leiche wurde am Freitag entdeckt. Die beiden Verdächtigen sind ebenfalls 19 Jahre alt, einer von ihnen hat bereits gestanden, wie eine Polizeisprecherin gestern sagte.

Der Ex-Freund des Opfers war bereits am Freitag festgenommen worden. Die Polizei nahm nun nach intensiven Ermittlungen zudem einen Freund des jungen Mannes fest. Am Tatort in Berlin-Adlershof wurden gestern Blumen abgelegt und Kerzen aufgestellt. Den beiden Männern wird gemeinschaftlicher Mord und gemeinschaftlicher Schwangerschaftsabbruch vorgeworfen.

Bergung von AirAsia-Rumpf gescheitert

Indonesische Taucher haben gestern vergeblich versucht, den Rumpf der abgestürzten AirAsia-Maschine aus der Javasee zu bergen. „Wir hatten keinen Erfolg“, sagte ein Koordinator der Rettungsarbeiten, S. B. Supriyadi, der Nachrichtenagentur AFP. Ein neuer Anlauf soll heute unternommen werden. Die Taucher entdeckten unterdessen vier weitere Leichen. Damit stieg die Zahl der inzwischen geborgenen Todesopfer auf 69.

Der Rumpf sei angehoben worden, dann aber wieder auf den Meeresboden gesunken, sagte Supriyadi. Etwa 500 Meter von dem Wrack entfernt sei unterdessen ein weiteres Objekt geortet worden, bei dem es sich um das Cockpit des Flugzeuges handeln könnte.

Absturz am 28. Dezember

Der Airbus A320-200 der malaysischen Billigfluggesellschaft AirAsia war am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya auf der indonesischen Hauptinsel Java nach Singapur mit 162 Menschen an Bord ins Meer gestürzt. Die Flugschreiber der Maschine wurden inzwischen geborgen und werden von Experten ausgewertet.

Die Suche nach den Insassen gestaltet sich wegen der rauen See und starken Strömungen aber schwierig. Bereits gestern drangen Taucher bis zum Rumpf der Maschine vor. Abgerissene Kabel und andere Trümmer versperrten ihnen jedoch den Weg, zudem verschlechterte sich das Wetter wieder.

Religion

Steirischer Diözesanbischof Kapellari legt Amt zurück

Der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari legt sein Amt zurück. Vier Jahre, nachdem er in Rom um die Beendigung seiner Amtszeit angesucht hatte, hat er nun in einem Hirtenbrief gestern seinen endgültigen Abschied verkündet.

Gleichzeitig gab Kapellari bekannt, dass der Papst jetzt noch keinen neuen Bischof ernennen werde - und dass daher das Grazer Domkapitel für die Zeit der Sedisvakanz einen Diözesanadministrator wählen werde.

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Kultur

Gründer von Tangerine Dream gestorben

Edgar Froese, Gründer Band Tangerine Dream und Pionier der elektronischen Musik, ist tot. Froese sei bereits vergangenen Dienstag im Alter von 70 Jahren in Wien an den Folgen einer Lungenembolie gestorben, teilte die Band gestern auf ihrer Internetseite mit. „Der Kapitän hat das Schiff verlassen“, wird Froeses Sohn Jerome auf der Facebook-Seite der Band zitiert.

Mit ihrem futuristischen Sound hatten Tangerine Dream, die mehr als 130 Platten einspielten, vor allem international große Erfolge. Die Formation zählt zusammen mit Kraftwerk, den Scorpions oder Rammstein zu den bekanntesten Bands aus Deutschland.

Zu den bekanntesten Produktionen gehören „Electronic Meditation“ von 1970 und „Force Mayeur“ (1979). Die Band wurde für mehrere Grammys nominiert.

Leute

Lifestyle

Haute Couture-Schauen beginnen in Paris

Die Haute-Couture-Schauen für die kommende Frühjahr-und Sommersaison beginnen heute in Paris. 24 Modehäuser stehen auf dem offiziellen Kalender der Defilees, darunter klingende Namen wie Chanel, Dior und Jean Paul Gaultier. Zudem zeigen einige kleinere Modehäuser in „Off-Präsentationen“ ihre Kreationen. Bis Donnerstag dauert die Parade der „Hohen Schneiderkunst“, bei der vorwiegend in Handarbeit und Einzelanfertigung geschneiderte Entwürfe zu sehen sind. Den Anfang macht heute am späten Abend die Italienerin Donatella Versace mit ihrer Couture-Linie.