Letzte Meldung

Vergewaltigungsversuch an Haltestelle in Linz

Ein 35-jähriger Algerier soll gestern Früh in Linz versucht haben, an einer Bushaltestelle eine Frau zu vergewaltigen. Als sie sich heftig gewehrt und ihm dabei die Nase gebrochen habe, habe der Mann sein Opfer im Gesicht verletzt und es bewusstlos geschlagen. Dann sei er ins Spital gefahren, um seine Verletzungen behandeln zu lassen. Dort wurde er festgenommen, wie die Polizei heute mitteilte.

Der Ablauf der Tat ist noch weitgehend unklar. Gegen 7.30 Uhr wurde die Polizei verständigt, dass in einem Gebüsch neben einer Bushaltestelle eine verletzte Frau liege und ein Mann mit Kopfverletzungen geflüchtet sei. Das Opfer wies massive Verletzungen im Gesicht auf und war im Genitalbereich nackt.

Frau offenbar bewusstlos geschlagen

Details wurden vorerst nicht bekanntgegeben. Die Ermittler waren damit beschäftigt, die Tat zu rekonstruieren. Nach ersten Erkenntnissen dürfte es sich bei dem Opfer um eine Passantin gehandelt haben. Als der Mann, der bereits seit mehreren Jahren in Linz lebt, versuchte, sie zu vergewaltigen, wehrte sie sich heftig. Daraufhin versetzte er ihr mehrere Faustschläge, sodass sie bewusstlos wurde.

Fest steht, dass der Verdächtige durch die Gegenwehr der Frau ebenfalls verletzt und wenig später in einem Spital festgenommen wurde, wo er sich behandeln lassen wollte. Er wurde in die Justizanstalt Linz gebracht. Die Staatsanwaltschaft werde U-Haft beantragen, sagte ihr Sprecher Philip Christl.

Inland

Faymann kündigt „Strategiegruppe“ an

SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann hat heute einer Kursänderung in puncto FPÖ eine Absage erteilt. „Ich bleibe bei meiner Haltung, ich gehe keine Koalition mit der FPÖ des Herrn Strache ein“, erklärte der Bundeskanzler in einer Aussendung. Allerdings brauche es eine grundsätzliche Diskussion, die in einer „Strategiegruppe“ der Partei geführt werden soll.

„Kluft zwischen Parteitagsbeschluss und Realität“

Faymann räumte ein, dass „der Parteitagsbeschluss gegen eine Zusammenarbeit mit der FPÖ und die Realität auseinanderklaffen“. Schließlich gebe es „in mehreren Gemeinden und auch im Burgenland Koalitionen mit der FPÖ“ und „unterschiedliche Positionen innerhalb der SPÖ“, so Faymann. „Das muss ausdiskutiert werden.“

Dafür will er die „Strategiegruppe“ einsetzen. Mitglieder dieser Gruppe sollen alle Landesparteivorsitzenden, Vertreter der Jugendorganisation, der Gewerkschaft und der SPÖ-Frauen werden. In der Gruppe soll allerdings nicht nur „die Frage der Koalitionen“ erörtert werden, sie werde sich weiters mit den Themen Arbeitswelt, Wohnen, Bildung beschäftigen sowie sich „auf den gesamten Bereich der Flüchtlings- und Integrationspolitik“ und auf die Frage der Koalitionen konzentrieren.

Wiener SPÖ weist „Spaltungsfantasien“ zurück

Eine Aussendung der Wiener SPÖ wiederum wies jedwede „Spaltungsfantasien“ anlässlich des Asylthemas zurück. Schließlich sei die Leitresolution dazu am Parteitag vor zwei Wochen einstimmig beschlossen worden, sehen Obmann Michael Häupl und Parteisekretär Georg Niedermühlbichler die Partei einig auf Kurs.

„Die SPÖ Wien lässt sich nicht spalten oder auseinanderdividieren“, sagten beide. „Morgen, am 1. Mai, werden wir das ‚Hochamt‘ der Arbeiterbewegung begehen“ - da blicke die Sozialdemokratie zurück auf ihre Errungenschaften und voraus in die Zukunft. „Konstruierte Spaltungsfantasien sind hier und generell fehl am Platz.“

Foglar will über neuen Umgang mit FPÖ reden

In der SPÖ wird immer lauter über eine Kursänderung gegenüber der FPÖ nachgedacht. ÖGB-Präsident Erich Foglar bezeichnet es im morgen erscheinenden „profil“ als „notwendig“, über eine Neudefinition des Verhältnisses zu reden.

„Man kann die 35-Prozent-Hofer-Wähler nicht ins rechte Eck rücken“, wird Foglar in einer Aussendung des Nachrichtenmagazins von heute zitiert.

„Nicht Regierungszusammenarbeit von vornherein ausschließen“

Viele der Menschen, die bei der Bundespräsidentenwahl für den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer stimmten, seien ehemalige SPÖ-Wähler „und verstehen schon lange nicht mehr, warum ihre demokratische Entscheidung nicht akzeptiert wird“. Die SPÖ müsse ihren Beschluss gegen jedwede Koalition mit der FPÖ überdenken. „Wir können nicht jede Regierungszusammenarbeit mit der FPÖ von vornherein ausschließen“, sagte Foglar, für den klar ist, dass diese Diskussion „eine ziemliche Zerreißprobe für die SPÖ“ werde.

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, die auch stellvertretende Parteichefin der SPÖ ist, hatte bereits vor einigen Tagen in der ZIB2 eine ähnliche Debatte in den Raum gestellt. „Wir haben einen gültigen Beschluss, der heißt: keine Koalition mit der FPÖ. Die Realität schaut anders aus. Ich bin dafür, wir diskutieren das intern.“

Der frühere SPÖ-Finanzminister Hannes Androsch legte das seiner Partei ebenfalls ans Herz: „Man kann nicht den Gemeindebau als Nazi-Hochburg abstempeln“, sagte er der „Kleinen Zeitung“. In der ZIB2 gestern ergänzte Androsch: „Abgrenzen ja, ausgrenzen nein“ - das solle die rote Linie gegenüber den Blauen sein.

Konrad fordert Lehrplätze für junge Asylwerber

Christian Konrad, Flüchtlingsbeauftragter der Bundesregierung, drängt darauf, jungen Asylwerbern eine Lehre zu ermöglichen. Unbegleitete Minderjährige, die weder Schule noch Berufsausbildung besuchen, seien ein wachsendes Problem, sagte er heute im ORF-Radio. Sie hätten „viel zu viel Freizeit“, weil sie schlicht nicht arbeiten dürften.

Zumindest junge Menschen, die realistische Aussichten auf Asyl haben, sollten schon vor ihrer Anerkennung als Flüchtlinge eine Lehre beginnen können, so Konrad. Es sei „unmöglich, wenn die jungen Leute ein Jahr warten müssen“, es brauche rasche Gesetzesänderungen.

Konrad verweist auf Deutschland

Der Arbeitsmarkt für Flüchtlinge war vergangene Woche Thema eines „Gipfels“ von Regierung und Sozialpartnern. Um die dort deponierten Vorschläge zu bewerten, will sich die Regierung sechs Wochen Zeit lassen - zu lange nach Ansicht Konrads. Er verwies überdies auf Deutschland, wo mit Hilfe großer Konzerne eine regelrechte Lehrstellenoffensive gelungen sei.

Integrationsministerium stockt Deutschkurse auf

Das Integrationsministerium schafft mehr Deutschkursplätze. Ab 1. Mai soll es zusätzliche 12.000 geben, was zwölf Millionen Euro koste, hieß es aus dem Büro von Minister Sebastian Kurz (ÖVP). Da man davon ausgeht, dass diese Plätze spätestens im Sommer voll sind, soll danach um weitere 12.000 aufgestockt werden. Und selbst dann gäbe es heuer noch „Reserven für weitere 15.000 Plätze“.

Die Projektausschreibung für Sprachinstitute sowie Organisationen veröffentlichte das Ministerium bereits. Es will derzeit auch nichts von einer angeblichen Deutschkurs-Knappheit wissen. Denn 2015 habe man durch den Integrationsfonds von 30.000 auf insgesamt 50.000 Plätze ausgeweitet - davon gebe es auch nach wie vor Plätze, die „noch immer nicht aufgebraucht sind“.

Die Wartezeiten betragen laut Ministerium derzeit im Schnitt zwei bis vier Wochen. Niemand müsse lange warten, wird daher betont. Zugleich sieht man auch eine Bringschuld: „Man muss sich aber auch informieren.“ Die Kurse können von Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten besucht werden.

Ein Großteil der zusätzlichen Mittel, die das Integrationsressort erhält, würden für Deutsch- und Wertekurse verwendet, betont das Ministerium zudem. Es verweist auf die Budgetzahlen im soeben fixierten Finanzrahmen. 2015 betrug das Integrationsbudget 37 Millionen Euro. Heuer gibt es zusätzliche 40 Millionen, 2017 werde man 93 Millionen zur Verfügung haben.

Ausland

Mogherini an Österreich: Sperren in EU „unannehmbar“

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini kritisiert Österreichs Grenzmanagementpläne. Es sei illusorisch zu denken, dass man das Flüchtlingsphänomen mit nationalen Lösungen meistern könne, sagte die Italienerin im Interview mit der Tageszeitung „La Stampa“ (Samstag-Ausgabe).

„Der Gedanke, Barrieren in der EU aufzurichten, ist unannehmbar und widerspricht dem Inhalt der EU-Verträge. Die Wiedereinführung von Grenzkontrollen ist nur bei außerordentlichen und vorübergehenden Situationen zugelassen, wie auch die EU beteuert hat“, betonte Mogherini.

Sie dringt auf eine gemeinsame europäische Migrationspolitik. „Ohne eine gesamteuropäische Einwanderungspolitik kommt es dazu, dass auch ein Land wie Österreich, das bei der Flüchtlingsaufnahme freigiebig war, die Wiedereinführung von Kontrollen verlangt“, so Mogherini.

Merkel: EU am Scheideweg

Die EU steht nach den Worten der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der Entscheidung, gemeinsame Errungenschaften zu bewahren oder in nationale Maßnahmen zurückzufallen. In ihrer heute verbreiteten wöchentlichen Videobotschaft sagte die CDU-Politikerin, die EU sei „in einer ganz entscheidenden Phase“.

Die Frage sei, ob sich die EU entscheide, „Europa zu verfestigen“ und den Schengen-Raum an den Außengrenzen zu schützen - „oder aber fallen wir zurück, und jeder macht wieder seine Grenzkontrollen“, so die Kanzlerin. Sie habe sich entschieden, dafür zu kämpfen, die Reise- und Niederlassungsfreiheit zu erhalten und Europa stärker zu machen.

Visafreiheit für Türken: Entscheidung offenbar am Mittwoch

Die EU-Kommission will einem Bericht zufolge am Mittwoch den Weg für eine Visafreiheit für Türken frei machen. Voraussetzung sei, dass das Land bis dahin noch möglichst viele der dafür nötigen insgesamt 72 Bedingungen erfülle, berichtete das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Onlineausgabe). Darauf hätten sich die EU-Kommissare bei ihrer Sitzung am Mittwoch verständigt. Derzeit habe die Türkei etwa 50 Punkte erfüllt.

Die EU-Kommission will nach Informationen des „Spiegels“ einem Wegfall der Visumspflicht zustimmen, wenn die Zahl der offenen Punkte im einstelligen Bereich liegt. „Gezählt wird am Mittwoch“, zitierte das Magazin. Um den Fortschritt der Türkei bis zu einer möglichen Entscheidung am Mittwoch besser beurteilen zu können, gebe es seit einigen Tagen zwischen der EU-Kommission und türkischen Regierungsvertretern täglich Kommunikation per Videoschaltung.

„Eine hundertprozentige Erfüllung der Kriterien durch die Türkei ist nicht möglich, das wissen wir“, zitierte der „Spiegel“ einen mit den Verhandlungen betrauten deutschen Beamten. Der Wegfall der Visapflicht ab spätestens Ende Juni ist eines der größten Zugeständnisse der EU an die Türkei im Gegenzug für die Zusammenarbeit in der Flüchtlingskrise.

Iran-Stichwahl: Hochrechnungen zeigen Reformer in Führung

Nach ersten Hochrechnungen führen die Reformer um Präsident Hassan Rouhani bei der Stichwahl im Iran. Damit hätten sie ihren Erfolg von der Parlamentswahl im Februar wiederholt. Zur Wahl standen die restlichen 68 der insgesamt 290 Sitze.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Koalition der Reformer und der gemäßigten Konservativen bis jetzt mehr als die Hälfte der 68 Sitze für sich entscheiden konnten.

Wie schon im Februar gab es erneut eine Pleite für die Hardliner, da laut Medienberichten auch andere Sitze von unabhängigen Kandidaten gewonnen wurden. Die amtlichen Endergebnisse sollen vom Innenministerium bis heute Abend bekanntgegeben werden.

Bombenanschlag auf schiitische Pilger im Irak

Bei einem Bombenanschlag auf schiitische Pilger nahe der irakischen Hauptstadt Bagdad sind heute mindestens 14 Menschen getötet worden. Mindestens 25 weitere Menschen seien verletzt worden, als eine Autobombe auf einer Straße detonierte, auf der Pilger zu einem bedeutenden schiitischen Schrein unterwegs waren.

Zu dem Schrein des Imam Musa Kadhim im Norden von Bagdad pilgern jährlich zahlreiche schiitische Muslime. Die Zeremonie entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einer Großveranstaltung, die Bagdad für mehrere Tage lahmlegt.

Auch im vergangenen Jahr hatte es bei der Pilgerreise Angriffe auf Gläubige gegeben. Mindestens 13 Menschen waren bei Bombenanschlägen ums Leben gekommen, vier weitere waren erschossen oder durch Brandstiftung getötet worden.

Zu dem heutigen Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Regelmäßig verübt die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Anschläge auf die schiitische Bevölkerungsmehrheit im Irak.

Deutsches Kanzleramt arbeitet NS-Vergangenheit auf

Das deutsche Kanzleramt hat nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ jahrelangen Widerstand gegen eine offizielle Aufarbeitung seiner Gründerzeit aufgegeben. Die Aufarbeitung solle nun diskret in einem „ressortübergreifenden Forschungsprogramm“ erfolgen, das Kulturstaatsministerin Monika Grütters derzeit vorantreibe, berichtet das Blatt in seiner neuesten Ausgabe.

Es geht um NS-belastete Beamte und deren Wirken in der Regierungszentrale, die Staatssekretär Hans Globke von 1953 bis 1963 geleitet hatte. Globke hatte 1936 einen Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen mit verfasst. Als Chef des Bundeskanzleramtes galt er als einflussreicher Mann, der in der Regierungszeit von Kanzler Konrad Adenauer im Hintergrund die Fäden zog.

Laut dem „Spiegel“ suchen derzeit elf Historikerkommissionen nach NS-Wurzeln von Ministerien und anderen Behörden. Wissenschaftler vom Institut für Zeitgeschichte und vom Zentrum für Zeithistorische Forschung hatten kürzlich gefordert, künftig über die Ministeriumsgrenzen hinweg zu recherchieren, etwa Kollektivbiografien aller Staatssekretäre zu erstellen. Ein derartiges Konzept sei auch für das Kanzleramt akzeptabel, heißt es in dem Bericht. Globke wäre dann nur einer von vielen.

Russischer Jet erneut gefährlich nah an US-Maschine

Ein russisches Flugzeug hat nach US-Angaben erneut gefährlich nah eine amerikanische Militärmaschine im internationalen Luftraum über der Ostsee überflogen. Nach Angaben des Europäischen Kommandos der USA in Stuttgart ereignete sich der Vorfall gestern.

Auf weniger als zehn Meter genähert

Das russische Flugzeug vom Typ SU-27 habe sich der amerikanischen Maschine „in unsicherer und unprofessioneller Weise“ auf weniger als zehn Meter genähert. Eine Pentagon-Sprecherin in Washington erklärte, es habe sich um ein sogenanntes Überrollmanöver gehandelt.

Moskau: „Keine Gefahr“

Russland wies die Anschuldigungen zurück. „Das war kein gefährliches Manöver“, sagte der Chef des Verteidigungsausschusses, Admiral Wladimir Komojedow. Dem Parlamentarier zufolge handelte es sich bei der US-Maschine um ein militärisches Aufklärungsflugzeug vom Typ Boeing RC-135. „Warum fliegen die USA hierher? Soll unsere Bereitschaft geprüft werden?“

Die Anwesenheit US-amerikanischer Flugzeuge und Schiffe unweit der russischen Grenzen sei auffällig. „Wer Frieden möchte, sollte Russland nicht zu diesen Handlungen provozieren“, sagte der Staatsduma-Abgeordnete Komojedow der Agentur Interfax zufolge.

Wenige Wochen nach ähnlichem Zwischenfall

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Wochen nach einem ähnlichen Zwischenfall mit einem russischen Flugzeug und dem Kriegsschiff „USS Donald Cook“ in derselben Gegend. Nach Angaben des Pentagons gab es zuletzt wiederholt Zwischenfälle mit russischen Militärflugzeugen, die Anlass für ernste Sicherheitsbedenken böten. „Wir sind sehr besorgt über dieses Verhalten“, hieß es.

Das US-Flugzeug habe zu keinem Zeitpunkt russischen Luftraum verletzt. Ein solcher Zwischenfall könne ernsthaften Schaden nach sich ziehen. Noch schwerwiegender sei aber, dass das unprofessionelle Verhalten eines einzelnen Piloten unnötigerweise Spannungen zwischen Ländern vergrößern könne.

Wirtschaft

Helikopterabsturz: Airbus stoppt „Super-Puma“-Flüge

Nach dem schweren Hubschrauberunglück vor der norwegischen Küste hat der Hersteller Airbus alle Passagierflüge mit ähnlichen Maschinen weltweit gestoppt. Das von den norwegischen und britischen Behörden verhängte einstweilige Flugverbot für den „H225 Super-Puma“ werde auf die gesamte Flotte ausgeweitet, teilte Airbus Helicopters in der Nacht auf heute mit.

Bisher elf Leichen geborgen

Das Unternehmen unterstütze voll und ganz die norwegischen Ermittler. Bei dem Absturz kamen gestern vermutlich alle 13 Menschen an Bord ums Leben. Elf Leichen wurden bisher geborgen, zwei Menschen werden noch vermisst. Der Hubschrauber hätte elf Menschen von einer Ölplattform des norwegischen Konzerns Statoil zur Küste bringen sollen.

Das Wrack liegt einem TV-Bericht zufolge unter Wasser, während der Rotor auf einem Felsen in etwa 300 Meter Entfernung gefunden worden sei. Augenzeugen zufolge lösten sich während des Fluges die Rotorblätter von dem Hubschrauber. Anschließend sei die Maschine in Brand geraten, und es habe eine Explosion gegeben.

Den schwersten Absturz einer „Super-Puma“-Maschine hatte es 2009 vor der schottischen Küste gegeben. Es kamen 16 Menschen ums Leben. Auch damals hatten sich die Rotorblätter gelöst. Der „Super-Puma“ wird häufig in der Ölindustrie, aber auch zu Passagierflügen und Rettungseinsätzen verwendet. In der norwegischen Ölbranche gab es zuletzt 1997 einen Hubschrauberabsturz. Dabei starben zwölf Menschen. Auch dabei ging es um einen „Super-Puma“.

Nach Streiks: Tarifeinigung im deutschen öffentlichen Dienst

In Deutschland ist die Gefahr einer massiven Streikwelle im öffentlichen Dienst gebannt. Nach den Warnstreiks dieser Woche haben sich Vertreter von Gewerkschaften und Arbeitgebern gestern auf eine Lohnerhöhung von fast fünf Prozent für die 2,1 Millionen Mitarbeiter des Bundes und der Gemeinden geeinigt.

Die Tarifeinigung hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Heuer sollen die Gehälter mit 1. März um 2,4 Prozent steigen, ab 1. Februar 2017 um weitere 2,35 Prozent. Die Einigung kam in der dritten Verhandlungsrunde zustande, die am Donnerstag begonnen hatte.

Neue Entgeltordnung für Kommunalbeschäftigte

Die Gremien der kommunalen Arbeitgeber und des Beamtenbundes dbb stimmten dem Paket anschließend zu. Das Votum der Bundestarifkommission von ver.di stand jedoch noch aus. Die Gewerkschaften hatten ursprünglich sechs Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert.

Beide Seiten verständigten sich auch auf eine neue Entgeltordnung für die Kommunalbeschäftigten. In dieser soll geregelt werden, mit welchen Tätigkeiten und Qualifikationen ein Beschäftigter in welche Entgeltgruppe eingeordnet wird.

Einbußen beim 13. Gehalt

Die neue Eingruppierung soll aber niemanden schlechterstellen. Viele dürften gar unmittelbar von einer höheren Vergütung profitieren. Um die Mehrkosten zu kompensieren, soll es allerdings in den nächsten Jahren Einbußen beim 13. Gehalt, der sogenannten Jahressonderzahlung, geben.

Zudem sieht das Paket höhere Beiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur betriebliche Altersvorsorge vor, wenn die jeweilige kommunale Versorgungskasse unter Finanznöten leidet. Verteilt auf drei Jahre sind hier nach Angaben aus Verhandlungskreisen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber Beitragssteigerungen um jeweils 0,4 Prozentpunkte vorgesehen.

Sport

Bundesliga: Sturm nimmt Platz vier ins Visier

Sturm Graz hat die Hoffnung auf einen Europacup-Startplatz noch nicht aufgegeben. Platz vier würde reichen, sollte Red Bull Salzburg Cupsieger werden.

Dazu müssen die Steirer aber auf alle Fälle heute im Bundesliga-Heimspiel (18.30 Uhr) der 33. Runde gegen Ried drei Punkte holen. „Wir haben die Möglichkeit in der eigenen Hand, Vierter zu werden und müssen daher das Spiel unbedingt gewinnen“, sagte Sturm-Coach Franco Foda. Mattersburg hofft unterdessen auf Befreiungsschlag gegen den WAC.

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Fußball: Bayern mit erstem Titel-Matchball

Bayern München kann heute daheim gegen Mönchengladbach den vierten Titel in der deutschen Bundesliga in Folge fixieren. Für Trainer Josep Guardiola ist sein 100. Ligaspiel als Bayern-Trainer allerdings nur zweitrangig.

Der Spanier denkt bereits an das wichtige Semifinal-Rückspiel in der Champions League am Dienstag gegen Atlico Madrid. Guardiola wird gegen Gladbach daher etliche Stammkräfte, wie möglicherweise auch David Alaba, schonen.

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Schwimmen: Freischwimmer auf der Erfolgswelle

In den letzten Jahren erfreuen sich Langstreckenschwimmevents quer über den Globus über einen immer größeren Zulauf. Neben dem Sun Moon Lake Swimming Carnival in Taiwan, bei dem sich knapp 22.000 Teilnehmer in die Fluten stürzen, gehen etwa auch in Istanbul und in Israel bis zu 6.000 Schwimmer an den Start.

Der Austrian Open Water Cup gibt sich zwar noch etwas bescheidener, zum fünfjährigen Jubiläum will man die größte Schwimmserie Mitteleuropas aber kontinuierlich ausbauen.

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Chronik

Freizeitspaß Drohnen: Regeln für Hobbypiloten

Moderne Drohnen sind kinderleicht zu fliegen, entsprechend beliebt sind sie auch unter Hobbypiloten. Etwa 20.000 Stück sind allein im Vorjahr in Österreich verkauft worden.

Doch nur die wenigsten privaten Drohnenbesitzer wissen, dass es genaue Regeln gibt, wann, wo und wie geflogen werden darf. Help.ORF.at hat beim Flugsportfachverband und der für den Flugverkehr zuständigen Austro Control nachgefragt.

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Everest: Furcht vor Helikopterflügen

Nepalesische Bergführer und Träger zeigen sich laut BBC zunehmend alarmiert über nicht genehmigte touristische Helikopterflüge über dem Mount Everest. Befürchtet wird, dass die Vibrationen Schnee oder Eis lockern und damit eine Lawine auslösen könnten.

Die Beschwichtigungen von Betreibern können die Sorgen nach den zwei folgenschweren Lawinenkatastophen der letzten beiden Jahre kaum vertreiben.

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Science

Gesundheit

Religion

Trevi-Brunnen in Rom blutrot für verfolgte Christen

Der Trevi-Brunnen in Rom ist gestern Abend in rotes Licht getaucht worden - als Symbol für das vergossene Blut verfolgter Christen. Um die blutrote Farbe des Trevi-Brunnens besonders zur Geltung zu bringen, wurden alle anderen Lichter in der Umgebung ausgeschaltet.

Die Lichtinstallation an der weltberühmten Touristenattraktion solle verfolgte Christen aus aller Welt daran erinnern, „dass sie nicht im Stich gelassen werden, dass sie nicht alleine sind“, sagte der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Nunzio Galantino.

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Kultur

„Pettersson und Findus“-Zeichner Nordqvist wird 70

Alter Mann trifft frechen Kater: Die Geschichte „Wie Pettersson zu Findus kam“ machte den schwedischen Zeichner Sven Nordqvist zu einem Star in der Kinderliteratur. Heute feiert der zurückgezogen lebende Autor und Illustrator seinen 70. Geburtstag.

Nordqvist träumte nach eigenen Angaben schon als Teenager davon, Zeichner zu werden. Nach einer erfolglosen Bewerbung an einer Kunstschule studierte er Architektur in der Stadt Lund.

Preisgewinn läutet Karriere ein

In den 1970er Jahren arbeitete Nordqvist als Dozent für Architektur und bei Werbefirmen, in seiner Freizeit belegte er Zeichenfernkurse. 1983 gewann der Schwede seinen ersten Literaturwettbewerb, fortan konzentrierte er sich auf Kinderliteratur.

Sven Nordqvist

picturedesk.com/dpa/Horst Galuschka

1984 wurde das erste Pettersson-und-Findus-Buch veröffentlicht. Die ARD attestierte Nordqvists Schöpfung etwas „Surreales“: „Die Tiere, Gegenstände und Fantasiewesen seiner Illustrationen scheinen sich zu bewegen, ganz so, als führten sie ein Eigenleben.“

Surreale Welten

Die Vorlage für den rastlosen Kater Findus habe Jesper, einer seiner beiden Söhne, geliefert, so der Autor. Dass Findus bei den Kindern so gut ankommt, liege vermutlich daran, dass er keine Grenzen habe, sagte der Schwede der „Berliner Morgenpost“. Findus sei frei, müsse nicht in die Schule gehen und sei nicht gezwungen, dies oder jenes zu tun.

„Ich sehe mich eigentlich immer noch als Illustrator und nicht als Autor“, sagte Nordqvist der Zeitung „Sydsvenskan“. Doch nach 16 Büchern könne er das wohl nicht mehr leugnen. Seine Werke gehören zu den erfolgreichsten im skandinavischen Raum. Die Pettersson-und-Findus-Serie wurde als Hörspiel, Kinofilm, Fernsehserie und Spiel veröffentlicht. Zum 70. Geburtstag des Autors gab sein schwedischer Verlag Opal eine Sammelbox mit sechs Büchern heraus.

Prince-Jacke aus „Purple Rain“ wird versteigert

Eine legendäre Jacke, die Prince in seinem Film „Purple Rain“ getragen hat, kommt nun unter den Hammer. Das Kleidungsstück des vergangene Woche verstorbenen Popstars wird bei einer Auktion am 29. Juni in Los Angeles versteigert, wie das Auktionshaus Profiles in History gestern (Ortszeit) mitteilte. Der Wert der schwarz-weißen Jacke wird auf 6.000 bis 8.000 Dollar (5.240 bis 6.990 Euro) geschätzt.

Geschenk für Maskenbildnerin

In dem Film von 1984, zu dem sein wohl berühmtestes Album „Purple Rain“ als Soundtrack diente, spielt Prince einen Musiker. In der Szene, in der er die schwarz-weiße Jacke trägt, fährt er mit der weiblichen Hauptdarstellerin Apollonia Kotero auf einem Motorrad zu einem See. Nach den Dreharbeiten habe Prince die Jacke seiner Maskenbildnerin geschenkt, wie ein Sprecher des Auktionshauses sagte.

Jacke aus "Purple Rain"

APA/AFP/Frederic J. Brown

Die Jacke sei „zweifellos“ das bisher wichtigste Filmkostüm von Prince, das unter den Hammer komme, erklärte der Chef des Aktionshauses, Joe Maddalena. Alle anderen Filmkostüme des Popstars seien vermutlich in seinem Privatbesitz verblieben.

Bei der Auktion in Los Angeles werden neben der "Purple Rain-"Jacke noch weitere Kleidungsstücke von Popstars wie Britney Spears, Katy Perry und Alicia Keys versteigert. Außerdem kommt ein strassbesetzter Handschuh von Michael Jackson unter den Hammer.