Ausland

Israel schießt syrischen Kampfjet über Golanhöhen ab

Die israelischen Streitkräfte haben ein syrisches Kampfflugzeug über den Golanhöhen abgeschossen. Der Kampfjet sei in den israelischen Luftraum eingedrungen, sagte Armeesprecher Arye Schalicar. Er sei daraufhin mit einer Patriot-Rakete abgeschossen worden.

Die Zeitung „Haaretz“ identifizierte das syrische Flugzeug heute als eine MiG-21. Es sei der erste Abschuss eines syrischen Flugzeugs durch die israelische Armee seit 1982.

Pilot rettete sich mit Fallschirm

Die oppositionsnahe syrische Beobachterstelle für Menschenrechte in Großbritannien bestätigte den Abschuss. Der Pilot habe mit dem Fallschirm abspringen können, das Flugzeug sei vollständig zerstört. Auch Damaskus bestätigte dem syrischen Fernsehen zufolge den Abschuss. Ende August hatte Israel bereits eine aus Syrien kommende Drohne abgeschossen.

Ein Großteil der syrischen Golanhöhen ist von Israel besetzt. 1974 schlossen beide Länder einen Waffenstillstand, den die Vereinten Nationen beobachten.

Neue Friedensgespräche in Gaza-Konflikt in Sicht

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas will diese Woche einen neuen Zeitplan für Friedensverhandlungen mit Israel vorlegen. „Ich sage heute zu Ministerpräsident (Benjamin) Netanjahu: Beenden Sie die Besatzung, machen Sie Frieden!“, sagte Abbas gestern Abend (Ortszeit) in New York. Abbas soll am Freitag vor der UNO-Vollversammlung sprechen.

US-Außenminister John Kerry hatte lange zwischen Israel und den Palästinensern vermittelt. Die Verhandlungen waren im April gescheitert.

Delegationen in Kairo eingetroffen

Eine israelische Delegation traf heute Früh zu neuen Gesprächen über eine langfristige Lösung des Gaza-Konflikts in Kairo ein. Das berichtete ein Sicherheitsbeamter der dpa. Vertreter der palästinensischen Fatah seien bereits gestern Abend angereist; auch die radikalislamische Hamas soll teilnehmen.

Es sind die ersten Gespräche nach einer vor knapp einem Monat von Ägypten vermittelten Waffenruhe des jüngsten Gaza-Krieges. Es soll um die Öffnung der Grenzübergänge zum Gazastreifen und die Freilassung von Häftlingen gehen. Täglich fahren rund 200 Lastwagen mit Hilfsgütern aus Israel in das Palästinensergebiet am Mittelmeer.

UNO-Büro sieht Gaza-Krieg als Fall für IGH

Die mutmaßlichen Kriegsverbrechen im blutigen Konflikt im Gazastreifen sollen nach einer Empfehlung des Büros des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte vor den Internationalen Strafgerichtshof (IGH) in Den Haag gebracht werden. Die stellvertretende Hochkommissarin Flavia Pansieri stellte in Genf einen Bericht vor, wonach Israel möglicherweise Kriegsverbrechen begangen habe, indem es zivile Ziele angegriffen habe.

In dem Bericht wurde auch die Sorge geäußert, dass bewaffnete palästinensische Gruppen mit willkürlichen Angriffen auf Israel gegen internationales Recht verstoßen hätten. So habe die radikalislamische Hamas militärisches Gerät in von Zivilisten bewohnten Gebieten stationiert und mutmaßliche Kollaborateure getötet.

Entführer dreier israelischer Jugendlicher tot

Mitauslöser für den Gaza-Krieg im Sommer war die Entführung und Ermordung dreier israelischer Jugendlicher Mitte Juni. Die mutmaßlichen Mörder sollen nun ums Leben gekommen sein. Der Sprecher der israelischen Armee, Peter Lerner, teilte heute Früh via Twitter mit, Marwan Kawasme und Amer Abu Aischa seien bei einem Schusswechsel mit der israelischen Armee getötet worden.

Die drei israelischen Jugendlichen waren Mitte Juni auf dem Heimweg von ihrer Talmud-Schule nahe der Stadt Hebron im Westjordanland verschwunden. Ihre Leichen waren Ende Juni gefunden worden.

Grenzspannungen zwischen China und Indien dauern an

Die indische Heeresführung ist besorgt über die seit zwölf Tagen andauernden Spannungen an der indisch-chinesischen Grenze. Der Stabschef des Heeres, General Dalbir Singh Suhag, habe deswegen eine geplante Reise nach Bhutan abgesagt, berichtete die Zeitung „Times of India“ heute.

Demnach stehen einander jeweils rund 1.000 Soldaten beider Seiten in Ladakh weiter in Sichtweite gegenüber. An einer Stelle habe die indische Armee einen taktischen Rückzug antreten müssen, weswegen nun weitere Truppen in das abgelegene Hochland verlegt würden.

Chinas Staats- und Regierungschef Xi Jinping, der auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist, war bis Freitag zu einem Besuch im Nachbarland gewesen. Der indische Premierminister Narendra Modi machte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sehr deutlich, dass er über die Vorfälle an der Grenze besorgt sei.

Grenze umstritten

Teile der 3.500 Kilometer langen Grenze zwischen den asiatischen Großmächten sind umstritten. Nach indischer Lesart lagert die chinesische Armee derzeit auf indischem Gebiet. Nach Angaben des Innenministeriums in Delhi überschritten chinesische Soldaten in diesem Jahr schon mehr als 300-mal die Demarkationslinie.

Zu einem solch schweren Vorfall sei es aber zuletzt im Mai vergangenen Jahres gekommen, als Chinas Ministerpräsident Li Keqiang nach Indien gereist sei.

Ukrainische Rebellen ziehen Teil der Artillerie ab

Nach der Vereinbarung einer Waffenruhe haben die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine den Teilrückzug ihrer Artillerie von der Front verkündet.

„Wir haben unsere Artillerie aus den Gebieten zurückgezogen, in denen die ukrainischen Regierungstruppen das auch getan haben“, sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko heute laut der russischen Agentur Interfax.

Wo sich die ukrainische Armee jedoch nicht zurückziehe, täten die Rebellen das auch nicht. Betroffen sei in jedem Fall nur die schwere Artillerie, fügte der selbst ernannte Regierungschef der „Volksrepublik Donezk“ hinzu.

Weiter Gefechte um Donezk

Um den Flughafen der Rebellenhochburg Donezk lieferten einander die ukrainische Armee und die Separatisten heute erneut Gefechte. Über dem Gelände waren Flammen und dichter schwarzer Rauch zu sehen.

Zu hören waren Artilleriefeuer und Schüsse aus automatischen Waffen. Während Donezk von den Rebellen kontrolliert wird, bleibt der Flughafen trotz wiederholter Angriffe in der Hand des ukrainischen Militärs.

Spott für Minister nach Bericht über Atomschlag

Spott zog unterdessen der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletej auf sich. Im Gespräch mit Journalisten hatte der Generaloberst behauptet, der Flughafen von Lugansk könnte mit nuklearen Gefechtsköpfen von einem Granatwerfer vom Typ 2S4 Tjulpan beschossen worden sein.

Nicht nur in Russland, auch im eigenen Land gab es Kritik. Anton Geraschtschenko im Kiewer Innenministerium warnte vor der Gefahr, dass sich die Ukraine vor aller Welt lächerlich mache.

Rückzug aller Kampfeinheiten vereinbart

Die ukrainische Regierung und die Separatisten hatten am 5. September einen Waffenstillstand vereinbart. Am Samstag wurde das Abkommen durch einen Neunpunkteplan ergänzt. Hauptbestandteil ist der Rückzug aller Kampfeinheiten auf jeweils mindestens 15 Kilometer hinter die Frontlinie.

Die so entstehende, 30 Kilometer breite Pufferzone soll unter die Aufsicht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gestellt werden.

Sarkozy droht Widerstand aus den eigenen Reihen

Nicolas Sarkozy ist zurück - und nicht alle sind glücklich darüber. Der französische Altpräsident will seine „gespaltene Familie“ wieder einen und fantasiert bereits von einer erneuerten UMP - inklusive eines neuen Namens. Doch Widerstand erwächst ihm gerade aus der eigenen Partei.

Die beiden interimistischen UMP-Führer Alain Juppe und Francois Fillon meldeten bereits ihren Anspruch auf eine Kandidatur im Präsidentschaftswahlkampf 2017 an. Und keiner der beiden ist bereit, Sarkozy kampflos das Feld zu überlassen.

Freuen dürfte sich dagegen Francois Hollande. Der angeschlagene sozialistische Präsident könnte an einem Gegner Sarkozy gesunden und scheint sich bereits für einen Wahlkampf gegen seinen Vorgänger zu rüsten.

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Inland

Asyl: Noch keine Einigung zu Nutzung von Kasernen

In der Asylfrage hat sich heute vor dem Ministerrat noch keine Unterbringungslösung abgezeichnet. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) verlangte einmal mehr einen Assistenzeinsatz des Bundesheeres. Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) verwies erneut auf sein Angebot, die Martinek-Kaserne im niederösterreichischen Baden zu nutzen.

Mikl-Leitner besteht auf Assistenzeinsatz

Die Innenministerin steht auf dem Standpunkt, dass sie Kasernen als Flüchtlingsquartiere nur nutzen kann, wenn die Regierung einen Assistenzeinsatz des Heeres beschließt. Andernfalls könnten Bürgermeister wegen einer widmungswidrigen Verwendung der Liegenschaft das verhindern, bekräftigte sie ihre Befürchtung.

„Was ich brauche, ist Rechtssicherheit“, so Mikl-Leitner. Denn schon in Linz sei die Nutzung der dortigen Hiller-Kaserne aus diesem Grund gescheitert. Deswegen werde sie in der Regierungssitzung dieses Thema mit Klug diskutieren.

Klug will „temporären“ Beitrag leisten

Der Verteidigungsminister nahm indes zum konkreten Ansinnen der Innenministerin, also dem Assistenzeinsatz, nicht konkret Stellung. Er werde mit Mikl-Leitner sprechen, sagte er nur und verwies auf die Kaserne in Baden, mit der er „temporär“ einen Beitrag zur Lösung leisten könne. Klug: „Ich habe im Moment in ganz Österreich nur eine Kaserne, die leer steht und in einem guten Zustand ist.“

ÖVP-Obmann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner bezeichnete die aktuelle Asyldebatte als „nicht wirklich positiv“. Die Regierung bemühe sich, intern eine Lösung zu finden.

400 wütende Bürger bei Versammlung am Semmering

Unterdessen machten gestern Abend 400 Bewohner des obersteirischen Spital am Semmering bei einer Bürgerversammlung ihrem Ärger über das vom Innenministerium im „Hotel Haus Semmering“ eingerichteten Asylgroßquartier Luft. Sie hatten kein Verständnis für die Aufnahme von solchen „Massen“.

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Regierungsspitze glaubt an Steuerkompromiss

Das Volumen der geplanten Steuerreform soll bei der Regierungsklausur verhandelt werden. Das bekräftigte die Regierungsspitze heute beim Ministerrat. SPÖ-Chef Werner Faymann bestätigte seine Haltung, eine Entlastung von fünf, sechs Mrd. Euro anzustreben.

ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner gab sich etwas verwundert ob Faymanns Vorschlag, das ÖGB-AK-Modell zu übernehmen, glaubt aber an einen Kompromiss. Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) wollte sich zu den SPÖ-Plänen nicht äußern. Das sei eine reine Frage der SPÖ. Das im Gewerkschaftspapier formulierte Volumen von knapp sechs Mrd. Euro wollte er ebenfalls nicht kommentieren.

Frage nach Finanzierung

Zum Volumen der Reform sagte Mitterlehner vor dem Ministerrat: „Wir werden bei der Regierungsklausur (26. und 27. September, Anm.) darüber diskutieren. Ich gehe da schon von einem Fortschritt aus.“ Die entscheidende Frage sei, wie man auf der Ausgabenseite eine Gegenfinanzierung sicherstellen kann, so Mitterlehner. „Das ist das Kunststück.“

Faymann sagte im Pressefoyer nach der Regierungssitzung, „die Kleinigkeit, wo kommt das Geld her“, sei „in Wirklichkeit die Kernfrage“. „Die Gegenfinanzierung muss verlässlich, im Kompromiss aufgestellt werden“, so der Kanzler.

ÖVP-Nein zu Vermögenssteuern

Mitterlehner betonte, dass die ÖVP auf ihrer Linie bleibe (also ein Nein zu Vermögenssteuern, Erbschafts- und Schenkungssteuern zur Gegenfinanzierung). Es müsse die konjunkturelle Lage berücksichtigt werden, das Volumen der Entlastung müsse „realistisch“ sein.

Es dürfe jedenfalls nicht so sein, dass sich die Bürger die Entlastung über ein neues Sparpaket selbst finanzieren, sagte der Vizekanzler. Grundsätzlich verwies er auf den mit der SPÖ vereinbarten Fahrplan, also Expertengespräche bis Jahresende und anschließend eine politische Einigung.

Vorarlberg: Wallner und Ritsch bleiben unangefochten

Der ÖVP-Parteivorstand hat sich gestern klar hinter Landeshauptmann Markus Wallner gestellt. Es habe Fehler gegeben, aber keine persönlichen von Parteichef Wallner, hieß es. Die SPÖ sprach ihrem Landeschef Michael Ritsch mit großer Mehrheit das Vertrauen aus. Sein Verbleib an der SPÖ-Spitze ist aber nicht ganz sicher.

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Gebremster Aufstieg für NEOS

Im Vorfeld der Vorarlberg-Wahl war viel über das Abschneiden von NEOS spekuliert worden. Anlass für die neue Partei, an ein prozentreiches Debüt auf Landesebene im äußersten Westen zu glauben, gab vor allem das Ergebnis bei der Nationalratswahl, wo Vorarlberg, Heimatbundesland von Parteichef Matthias Stolz, so etwas wie eine Hochburg in Pink war. Auch bei der EU-Wahl konnte die Partei stark abschneiden.

Doch ausgerechnet in Vorarlberg blieb NEOS nun ein derartiger Wählerzuspruch verwehrt - auch eine Wählerwanderung aus dem Lager der ÖVP gab es nicht im erwarteten Ausmaß, auch wenn NEOS das Brechen der ÖVP-„Absoluten“ als eigene Errungenschaft sieht.

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Sport

Fußball: Seltene Krankheit bremst Zulechner

Philipp Zulechner kämpft beim SC Freiburg seit längerer Zeit mit gesundheitlichen Problemen. Wie sein Trainer Christian Streich bei einer Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Hoffenheim ausführte, leidet der im Jänner von Grödig gekommene Stürmer an einem Atemwegsinfekt. Dieser verursache bei Zulechner seltene Symptome an den Gelenken. An verschiedenen Stellen auftretende Schmerzen warfen den 24-Jährigen im Training immer wieder zurück.

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Fußball: Acht Topclubs suchen ihre Form

Europas stärkste Ligen haben die ersten Runden hinter sich gebracht. Einige Topclubs haben sich dabei ihren Saisonstart ganz anders vorgestellt. Einige hinken ihren Ansprüchen weit hinterher. Je höher das Ansehen und je teurer der Kader, desto ärger werden diese Clubs in die mediale Mangel genommen. Mit jedem weiteren Umfaller steigt der Druck.

Vor allem ManUnited steht nach der nächsten Blamage im Kreuzfeuer der Kritik. Vizemeister Liverpool ist aber nicht viel besser gestartet. Auch in Deutschland, Italien und Frankreich gibt es erfolgsverwöhnte Teams, die entweder außerhalb der Spur sind oder Konstanz vermissen lassen.

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Tennis: Spaniens Herren meckern über „Chefin“

Spaniens Davis-Cup-Mannschaft wird künftig erstmals von einer Frau geführt. Der nationale Tennisverband kürte seine Sportdirektorin Gala Leon zur Nachfolgerin von Kapitän Carlos Moya, der nach dem Abstieg aus der Weltgruppe zurückgetreten war.

Nachdem Moya ein Angebot zur Rückkehr ausgeschlagen hatte, fiel die Wahl auf die 40-Jährige. Sie gewann als Profi ein WTA-Turnier. Die spanischen Tennis-Herren müssen sich erst an eine Frau als „Chefin“ gewöhnen und sind bei ihren Argumentationen gegen Leon noch recht machomäßig unterwegs.

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Gesundheit

Schwerer Ausbruch von Dengue-Fieber in Südchina

Mit mehr als 6.000 Infektionen erlebt die südchinesische Provinz Guangdong den schwersten Ausbruch von Dengue-Fieber in der Region seit zehn Jahren.

Allein die Provinzhauptstadt Guangzhou (Kanton) zählte seit Mai 5.190 Erkrankungen, wie die Nachrichtenagentur Xinhua heute berichtete. Zwei Patienten seien gestorben.

Auch die Nachbarstadt Foshan sowie Zhongshan, Jiangmen und Zhuhai seien besonders betroffen. Wegen starker Regenfälle und hoher Temperaturen in diesem Sommer habe sich die Population von Mücken, die das Virus übertragen, in diesem Jahr verfünffacht, berichteten die Behörden.

Letzte Studien gehen weltweit von 294 Millionen unentdeckten Fällen von Dengue-Fieber im Jahr 2010 aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt die Zahl der Infektionen bisher auf 50 bis 100 Millionen pro Jahr.

Wirtschaft

Santander Favorit im Rennen um UniCredit-Tochter Pioneer

Das spanische Geldhaus Santander gilt als Favorit im Rennen um die Übernahme eines 50-prozentigen Anteils an der Fondstochter Pioneer der italienischen Großbank UniCredit.

Nach Angaben der Tageszeitung „La Stampa“ (Dienstag-Ausgabe) soll es zu einer Allianz aus Santander und UniCredit für die Verwaltung Pioneers kommen, die mit etwa 2,7 Mrd. Euro bewertet wird.

UniCredit erhofft sich mehr als eine Milliarde Euro

Die spanische Bank habe kürzlich ein neues Angebot für Pioneer vorgelegt. An der Pioneer-Übernahme würden sich laut dem Plan auch die beiden Fonds Warburg Pincus und General Atlantic beteiligen. Dank der Allianz mit Santander könnte sich die italienische Bank-Austria-Mutter auch Wachstumsaussichten in Spanien, England, Portugal, Mexiko und Chile sichern.

Weitere Kandidaten im Rennen um Pioneer sind ein von der Deutschen Bank beratenes Konsortium aus dem Finanzinvestor CVC Capital Partners und dem Staatsfonds aus Singapur GIC. Dank der Veräußerung erhofft sich UniCredit Einnahmen in Höhe von über 1,3 Mrd. Euro. Der Verkauf des Pioneer-Aktienpakets ist ein wichtiges Element im Veräußerungsplan der UniCredit, die zuletzt die Onlinebank Fineco an die Mailänder Börse gebracht hatte.

„Bad Bank“ soll verkauft werden

Die Mailänder Großbank will sich auch von der Tochter UniCredit Credit Management Bank (UCCMB) trennen. Für die zur Verwaltung von faulen und restrukturierten Krediten gegründete Gesellschaft gibt es nur noch zwei Interessenten - die Gesellschaft Loan Star und die US-Gruppe Fortress gemeinsam mit dem italienischen Immobiliendienstleister Prelios.

Ursprünglich hatte es vier verbindliche Angebote für die UCCMB gegeben, die ihren Sitz in Verona hat und rund 800 Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt soll das Problemkredit-Portefeuille der UCCMB knapp 4,4 Mrd. Euro umfassen.

Neue BIP-Berechnung sorgt für Plus von 9,5 Milliarden

Neue EU-Standards bei der Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöhen Österreichs Wirtschaftsleistung auf einen Schlag um 9,5 Mrd. Euro auf 322,6 Mrd. Euro im Jahr 2013.

Unter anderem werden nun auch Ausgaben für Forschung und Entwicklung von der Statistik Austria als Investitionen einberechnet. Mit der Revision wurden alle BIP-Daten bis 1995 neu berechnet.

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Philips spaltet sich auf

Großer Einschnitt beim niederländischen Elektronikkonzern Philips: Der Konzern will sich in zwei eigenständige Unternehmen aufspalten, die aber weiterhin den bekannten Markennamen tragen sollen. Das teilte Philips heute überraschend mit. Demnach soll das Geschäft mit Gesundheitstechnik und Konsumelektronik verschmolzen werden.

Die Lichtsparte, die etwa mit der früheren Siemens-Tochter Osram konkurriert, soll in die Unabhängigkeit entlassen werden und sich damit auch Kapitalgebern von außen öffnen. Durch den Wandel hin zu Leuchtdioden steht die Branche unter großem Kostendruck. Erst im Frühjahr war Philips aus der Unterhaltungselektronik ausgestiegen und hatte die TV-Sparte ganz abgestoßen.

Streiks bei Amazon Deutschland fortgesetzt

Die Beschäftigten des Onlineversandhändlers Amazon in Deutschland haben ihre Streiks nach Angaben der Gewerkschaft ver.di heute fortgesetzt. An den vier Standorten Leipzig, Bad Hersfeld, Graben bei Augsburg und im nordrhein-westfälischen Rheinberg werde im Laufe des Tages das weitere Vorgehen beraten, sagte eine ver.di-Sprecherin in der Früh in Berlin.

Die Gewerkschaft hatte am Montag zu zweitägigen Arbeitsniederlegungen an den vier Amazon-Standorten aufgerufen. Ver.di kämpft für die Aufnahme von Tarifverhandlungen nach Bedingungen des Einzelhandels. Amazon lehnte das bisher ab und sieht sich selbst als Logistiker.

Chronik

Im Jemen entführtes deutsches Paar und sein Sohn sind tot

Ein seit fünf Jahren im Jemen vermisstes deutsches Ehepaar und sein kleiner Sohn sind tot. Darüber habe das deutsche Auswärtige Amt die Angehörigen informiert, sagte heute Pastor Reinhard Pötschke als Sprecher der Familie. Pötschke bestätigte damit einen Bericht des evangelischen Magazins „Idea Spektrum“ (Onlineausgabe).

Dem Pastor zufolge heißt es in dem Schreiben des Auswärtigen Amtes: „Gemäß hier vorliegendem zuverlässigen nachrichtendienstlichen Aufkommen wurden Johannes, Sabine und Simon Hentschel im Verlauf ihrer Entführung im Jemen getötet bzw. verstarben.“

Geiselnehmer hatten die fünfköpfige Familie 2009 im Jemen verschleppt. Die Eltern hatten in dem Land für eine kleine christliche Hilfsorganisation gearbeitet. Die Töchter Lydia und Anna - heute zehn und acht Jahre alt - kamen im Mai 2010 frei und kehrten nach Deutschland zurück. Von den Eltern und dem damals knapp einjährigen Sohn fehlte lange jede Spur.

Sommer nun auch offiziell vorbei

Der verregnete Sommer 2014 ist heute um exakt 4.29 Uhr MESZ auch offiziell zue Ende gegangen. Der Herbst startet mit der Tagundnachtgleiche, auch Äquinoktium genannt. Bei diesem Schauspiel steht die Sonne senkrecht über dem Äquator. Auf den beiden Erdpolen beginnen damit Polarnacht und Polartag.

Am Südpol ist die Sonne bis zum Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel durchgehend zu sehen, während der Nordpol nun im Dunkeln liegt. Derzeit wird jeder Tag (täglich) um vier Minuten kürzer. Die damit einhergehende Zeitumstellung auf Normalzeit erfolgt allerdings erst am 26. Oktober. Dann werden die Zeiger um eine Stunde zurückgestellt.

Bub in Zoo in Neu-Delhi von Tiger getötet

Ein weißer Tiger hat in einem Zoo in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi ein Schulkind angefallen und getötet. Die Raubkatze ging auf den Buben los, nachdem dieser offenbar über die Absperrung des Geheges geklettert war, wie Zoo-Chef Riaz Khan sagte.

Ein Augenzeuge äußerte die Vermutung, das Kind könne auch in das Gehege gestürzt sein. Das Gitter des Raubtiergeheges sei sehr niedrig. Die alarmierte Polizei habe nichts mehr für den Buben tun können.

IT

Google-Chef fordert „echten digitalen Binnenmarkt“ in der EU

Google-Chef Eric Schmidt hat von der EU mehr Freiheiten für Technologiefirmen gefordert. Sie müsse „einen echten digitalen Binnenmarkt“ schaffen, sagte er gestern in Brüssel. Wenn regulatorische Hürden wegfielen, hätten Start-up-Unternehmen direkt Zugang zu einer Milliarde Kunden - „einem Markt, der größer ist als die USA“. Europa könnte so die hohe Arbeitslosigkeit angehen.

„Europa muss Risikoträger ermutigen“, sagte Schmidt. Unternehmer seien vorrangig in Kulturen zu finden, die sie ermutigten, Risiken einzugehen. Der Google-Chef verwies dabei auf den umstrittenen Fahrdienstanbieter Uber, der Privatleuten erlaubt, via Smartphone-App Fahrten anzubieten, die in der Regel deutlich günstiger sind als die jeweils ortsüblichen Taxitarife.

Google steht seit 2010 im Visier der Europäischen Union: Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass Google Suchergebnisse manipuliere. Dabei würden Ergebnisse von spezialisierten Suchdiensten, die Google selbst betreibt, höher und prominenter angezeigt als Ergebnisse der Konkurrenz. Dem US-Konzern drohen ein Verbot der Praktiken und eine hohe Geldstrafe. Google machte mehrfach Zugeständnisse, inzwischen kamen aber weitere Beschwerden von Mitbewerbern auf.

Science

Medien

ORF stellt ganz auf HD um

Mit dem 25. Oktober stellt der ORF sein Programm gänzlich auf HD um: An diesem Tag startet die Ausstrahlung der Bundesländer-Programme und der Spartenkanäle ORF III und ORF Sport + in High Definition.

Aus diesem Anlass setzt der ORF am Vorabend des Nationalfeiertags einen Regionalschwerpunkt, wie heute bei einem Pressegespräch im niederösterreichischen Retz erläutert wurde.

Laut ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz ist es „höchst an der Zeit“, die „Bundesland heute“-Sendungen auf HD umzustellen, womit diese „am letzten Stand der Technik zu sehen“ sein werden. „Hochwertige regionale Berichterstattung in Bildqualität auf höchstem Niveau wird die Erfolgsgeschichte der ‚Bundesland heute‘-Sendungen fortschreiben“, sagte Karlheinz Papst, Sprecher der ORF-Landesdirektoren.

Kultur

Kermani erhält Gerty-Spies-Literaturpreis

Große Ehre für den Schriftsteller Navid Kermani: Der Islamwissenschaftler wird heute in Mainz mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz vergeben.

„Kermanis Eintreten für den offenen Umgang in der Einwanderungsgesellschaft Deutschlands, sein proeuropäischer Wertekanon, angereichert durch sein beeindruckendes poetisches Werk, überzeugten unsere Jury“, hieß es.

Der Autor wurde 1967 in Siegen geboren und lebt in Köln. Der Preis ist nach der Schriftstellerin und Holocaust-Überlebenden Gerty Spies benannt. Frühere Preisträger sind Eva Menasse, Christoph Hein und Günter Wallraff.

Lifestyle