Inland

Die Sondierungen nach der Nationalratswahl gehen in die nächste Phase. Ab heute wird in Teams gesprochen. Erster Gast der bei der Wahl siegreichen Volkspartei ist die SPÖ. Morgen folgen dann Grüne und NEOS.

Beide Parteien haben sechsköpfige Verhandlungsteams nominiert, an deren Spitze die Parteichefs Sebastian Kurz (ÖVP) und Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) stehen. Letztere hat betont, schon über Inhalte sprechen und nicht Befindlichkeiten austauschen zu wollen. Freilich dürfte es nach den Dauerangriffen der SPÖ-Chefin auf Kurz im Wahlkampf seitens der Volkspartei durchaus auch noch Bedarf geben, eine gewisse Rückschau zu halten.

Favoriten als Koalitionspartner sind die Sozialdemokraten aber nicht. Da werden eher die Grünen hoch gehandelt. Nicht dabei sind vorerst die Freiheitlichen, was die ÖVP damit argumentiert, dass sich diese für den Gang in die Opposition entschieden hätten. Das wurde von FPÖ-Obmann Norbert Hofer zuletzt freilich relativiert, womit seine Partei zumindest im Hintergrund auch weiter ein Faktor bleibt.

Die seit drei Jahren verwaiste, noch unter der SPÖ-ÖVP-Bundesregierung beschlossene Alterssicherungskommission kann endlich starten und bekommt erstmals einen Chef. Wie Sozialministerin Brigitte Zarfl gestern in der ZIB2 sagte, wird Walter Pöltner, kurzzeitig Sozialminister nach dem Ende der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung im Frühjahr 2019, diese Position übernehmen.

Am 7. November soll die neue Pensionskommission dann erstmals tagen; fünf Jahre nachdem der Streit um einen Pensionsautomatismus zwischen den damaligen Koalitionspartnern SPÖ und ÖVP hochgekocht war und fast drei Jahre nach dem ursprünglich angepeilten Startdatum am 1. Jänner 2017. Keine der Regierungen seither konnte sich auf einen Chef für die Kommission einigen, es kam daher nie zur Konstituierung.

Expertenregierung besetzt Expertenrunde

Was unter vielen Regierungen nicht gelungen ist, könnte jetzt die Expertenregierung geschafft haben. Man hat sich auf die Besetzung einer Expertenrunde zum Thema Pensionen geeinigt.

Nun hat das die Beamtenregierung in die Hand genommen. Wie Zarfl erklärte, wurde die Entscheidung für den früheren roten Sektionschef Pöltner von ihr selbst gemeinsam mit Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein und Finanzminister Eduard Müller getroffen. Vorangegangen war ein Nationalratsbeschluss Anfang Juli, der der Regierung mehr Mitsprache in der Kommission einräumt. Aufgabe der Kommission ist unter anderem, Gutachten über die mittel- bzw. langfristige Entwicklung des Pensionssystems zu erstellen.

Am 1. November tritt das Nichtrauchergesetz für die Gastronomie in Kraft. Die Frage möglicher Kontrollen wird sehr unterschiedlich gehandhabt. In Wien wollen die Behörden hart durchgreifen, in Oberösterreich plant man vorerst keine Schwerpunktkontrollen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hatte zuvor die Behandlung des Antrags der Nachtgastronomie in Sachen Rauchverbot abgelehnt. Der rechtspolitische Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers sei nicht überschritten worden. Damit tritt das absolute Rauchverbot am 1. November auch in Bars und Discos in Kraft.

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Die vierte Runde der Metaller-KV-Verhandlungen ist gestern Abend ergebnislos abgebrochen worden. Die Gewerkschaft berät nun Anfang nächster Woche bei Betriebsrätekonferenzen über weitere Maßnahmen, etwa Betriebsversammlungen. Die fünfte Verhandlungsrunde ist für 28. Oktober angesetzt.

Die Arbeitgeber haben heute ein Gehalts- und Lohnplus von 1,8 Prozent geboten. Das ist ungefähr genauso viel wie die Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate. Die Gewerkschaft fordert weiterhin eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 4,5 Prozent beziehungsweise mindestens 100 Euro für die rund 130.000 Beschäftigten in der Metalltechnischen Industrie. PRO-GE-Chef Rainer Wimmer bezeichnete das Angebot der Arbeitgeber als „bisschen eine Frotzelei“. Man werde „das nicht hinnehmen, nach so einem fulminanten Wirtschaftsjahr die Arbeitnehmer mit 1,8 Prozent abzuspeisen“.

Gewerkschaft erwartet „deutliche Nachbesserung“

Die Arbeit der Arbeiter und Angestellten werde geringgeschätzt, kritisierte der Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp), Karl Dürtscher, nach dem Ende der vierten Verhandlungsrunde. In der nächsten Runde erwarte man eine „deutliche Nachbesserung“.

Der Obmann des WKÖ-Fachverbands Metalltechnische Industrie, Christian Knill, sieht die gebotenen 1,8 Prozent als „faires Angebot“. Im September habe die Inflation 1,2 Prozent betragen. „Die Gewerkschaften haben sich heute keinen Millimeter bewegt, so geht das nicht“, kritisierte Knill nach dem Ende der Verhandlungen. „Das ist eine reine Klientelpolitik auf Kosten der Betriebe und aller Mitarbeiter, von denen sich viele vor dem Abschwung fürchten und die vor allem Planungssicherheit wollen.“ Man müsse „die Alarmzeichen der nachlassenden Konjunktur“ beachten, so der Arbeitgebervertreter.

ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat bei der Nationalratswahl am 29. September bei Weitem die meisten Vorzugsstimmen der Kandidaten und Kandidatinnen auf der Bundesliste erhalten. Laut dem gestern veröffentlichten amtlichen Endergebnis kam Kurz auf 155.803 Nennungen. FPÖ-Listenzweiter Herbert Kickl erhielt 75.699 und überflügelte damit FPÖ-Chef Norbert Hofer deutlich. Dieser kam auf 30.502 Stimmen.

Fast die Hälfte seiner Stimmen lukrierte Kurz mit 61.339 Stimmen in Niederösterreich, dahinter kommen Tirol (19.605), Wien (19.336) und Oberösterreich (14.199). Insgesamt erhielt er von 8,71 Prozent der ÖVP-Wähler eine Vorzugsstimme. Damit hätte er die notwendigen sieben Prozent für eine Vorreihung übersprungen – allerdings war er ohnedies Listenerster.

Kickl überholt Hofer

Die einzige Vorreihung auf der Bundesliste gibt es bei den Freiheitlichen: Der geschäftsführende Klubobmann Herbert Kickl erhielt von 9,8 Prozent der FPÖ-Wähler eine Vorzugsstimme – und wird damit vor Parteichef Hofer auf Platz eins vorgereiht. Denn Hofer bekam nur von 3,95 Prozent der FPÖ-Wähler gültige Vorzugsstimmen. Hofer hatte allerdings bereits vor Vorliegen des Endergebnisses beklagt, dass eine erkleckliche Anzahl seiner Vorzugsstimmen ungültig sei, weil es auf der freiheitlichen Bundesliste noch einen Kandidaten mit demselben Familiennamen gab – dieser bekam aber gerade einmal 17 Vorzugsstimmen.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner erhielt insgesamt 26.875 Vorzugsstimmen (2,66 Prozent der SPÖ-Wähler), Grünen-Spitzenkandidat Werner Kogler mit 25.789 Stimmen fast ebenso viele. NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger erzielte mit 15.435 Stimmen den fünften Platz.

Cap und Duzdar scheitern

Auch auf Ebene der Regional- und Landeswahlkreise haben die Vorzugsstimmen nur wenige Änderungen gegenüber den Parteilisten bewirkt. Dem 2017 ausgeschiedenen SPÖ-Langzeitabgeordneten Josef Cap ist es nicht geglückt, über eine Vorzugsstimmenkampagne wieder in den Nationalrat einzuziehen – und auch die frühere SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar bekam zu wenig Vorzugsstimmen für den Verbleib.

In der Steiermark hat ein Kandidat die Vorreihung geschafft – will sein Mandat aber gar nicht. Der frühere Verteidigungsminister Mario Kunasek kam im Regionalwahlkreis Graz auf genug – nämlich 5.365 – Vorzugsstimmen für die Vorreihung. Aber für ihn war bei seiner „Solidaritätskandidatur“ an letzter Stelle schon klar, dass er Spitzenkandidat bei der steirischen Landtagswahl am 24. November ist – und im Landesparlament bleiben will.

Wahlbeteiligung merklich gesunken

Gegenüber dem vorläufigen Ergebnis inklusive Briefwahl und Wahlkarten (vom 3. Oktober) hat sich beim amtlichen Endergebnis der Nationalratswahl nur die Zahl der Wahlberechtigten geringfügig geändert. Die gültigen Stimmen und Stimmenanteile blieben gleich. Wer die Wahl anfechten will, hat ab jetzt vier Wochen Zeit, um sich an den Verfassungsgerichtshof (VfGH) zu wenden. Angekündigt hat das bisher niemand.

Die Wahlbeteiligung betrug 75,59 Prozent, das ist ein deutlicher Rückgang (um 4,41 Prozentpunkte) gegenüber 2017. 4.777.246 Stimmen waren (wie schon im vorläufigen Endergebnis) gültig. In den Nationalrat gewählt wurden 71 Abgeordnete der ÖVP, 40 der SPÖ, 31 der FPÖ, 26 der Grünen und 15 von NEOS.

Ausland

In Barcelona ist es gestern Abend erneut zu schweren Ausschreitungen von katalanischen Unabhängigkeitsbefürwortern gekommen. Mehrere Autos sowie Barrikaden und Blumenkästen seien in Brand gesetzt worden, berichtete das spanische Fernsehen.

Die Polizei der Region im Nordosten Spaniens teilte mit, gewaltbereite Aktivisten hätten nicht nur Steine und Böller auf die Sicherheitskräfte geworfen, sondern auch „Gegenstände mit Säure“.

Dritter Tag der Proteste

Es war bereits der dritte Tag mit Demonstrationen in und um Barcelona, nachdem das oberste Gericht in Madrid am Montag neun Separatistenführer zu langjährigen Haftstrafen verurteilt hatte. Neben friedlichen Kundgebungen Tausender Unterstützer einer Abspaltung der Region von Spanien kam es dabei auch immer wieder zu Krawallen mit Dutzenden Verletzten und zahlreichen Festnahmen.

Regionalpräsident Quim Torra hat die Gewalt trotz Aufforderungen der Zentralregierung in Madrid bisher nicht öffentlich verurteilt. Die in Haft sitzenden Separatistenführer hingegen distanzierten sich auf Twitter von den Ausschreitungen.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama will den kanadischen Premier Justin Trudeau bei der anstehenden Parlamentswahl siegen sehen. „Die Welt braucht jetzt seine progressive Führung, und ich hoffe, unsere Nachbarn im Norden unterstützen ihn für eine weitere Amtszeit“, schrieb Obama gestern auf Twitter mit Blick auf die Abstimmung kommenden Montag.

Er sei stolz darauf gewesen, mit Trudeau zusammenzuarbeiten. Dieser sei fleißig, effektiv und kümmere sich um große Themen wie den Klimawandel.

Trudeau dürfte die Unterstützung von Obama, der in Kanada noch immer hoch angesehen ist, sehr gelegen kommen: Die Umfragen sagen ein sehr knappes Rennen zwischen dem Liberalen und seinem konservativen Herausforderer Andrew Scheer voraus. Trudeau, der 2015 mit dem Versprechen einer neuen Ehrlichkeit und Transparenz in sein Amt gestartet war, hatte zuletzt wegen Skandalen Glaubwürdigkeit verloren.

Erst wurde öffentlich, dass er Ermittlungen gegen das kanadische Unternehmen SNC-Lavalin wegen Schmiergeldzahlungen in Libyen unterdrücken wollte. Im September tauchte dann ein 20 Jahre altes Bild auf, das Trudeau mit dunkel geschminktem Gesicht – verkleidet als Aladdin – auf einer Party zeigte. Trudeau entschuldigte sich für sein „rassistisches“ Verhalten.

Die US-Regierung verlangt ab sofort von chinesischen Diplomaten eine Vorausbenachrichtigung bei Treffen mit staatlichen Vertretern oder offiziellen Besuchen in Bildungs- und Forschungseinrichtungen in den USA. Das gab das US-Außenministerium gestern in Washington bekannt.

Die chinesische Seite müsse nicht um Erlaubnis für solche Treffen fragen, ihr Zugang werde in keiner Weise eingeschränkt, betonte ein ranghoher Beamter aus dem US-Außenministerium. Es gehe lediglich um eine Benachrichtigung. Der Schritt sei eine Reaktion auf Beschränkungen, unter denen US-Diplomaten in China zu leiden hätten. Diese müssten dort um Erlaubnis für derlei Gespräche und Besuche bitten, was ihnen jedoch oftmals verwehrt werde.

Die US-Regierung habe sich darüber lange bei China beklagt – jedoch ohne Erfolg, hieß es weiter. Man hoffe nun darauf, dass Peking einlenke und amerikanischen Diplomaten künftig unbeschränkten Zugang zu Gesprächspartnern in China gebe. Die Frage, welche Konsequenz chinesischen Diplomaten drohe, wenn sie die Vorgaben in den USA nicht befolgten, blieb unbeantwortet.

Ungarns rechtspopulistischer Ministerpräsident Viktor Orban hat „empfindliche Verluste“ seiner FIDESZ bei der Kommunalwahl am Sonntag eingeräumt. Dabei könnte auch der Skandal um den Györer FIDESZ-Bürgermeister Zsolt Borkai eine Rolle gespielt haben, so Orban gegenüber Hir-TV.

„Es ist nicht meine Sache, über das Privatleben eines ungarischen Staatsbürgers oder Politikers den Stab zu brechen“, kommentierte Orban den Sex- und Korruptionsskandal, in den Borkai verwickelt ist. Dennoch sei es seine Pflicht als Parteichef, zu zeigen, dass gewisse Dinge in der Partei nicht zulässig seien. Deswegen sei Borkai nicht mehr Mitglied von FIDESZ.

Der Premier ging nicht darauf ein, dass Borkai auch weiter Bürgermeister von Györ bleibt. Borkai habe vor der Wahl als Bürgermeisterkandidat nicht zurückgerufen werden können, da die Györer in dem Falle keine Möglichkeit der Wahl gehabt hätten, argumentierte Orban. Der Premier betonte weiter, dass die Regierung eine Zusammenarbeit mit dem neu gewählten oppositionellen Bürgermeister von Budapest, Gergely Karacsony, anstrebe. Die bisher mit dem abgewählten Bürgermeister Istvan Tarlos bestehenden Vereinbarungen blieben gültig.

Die in Marokko wegen „illegaler Abtreibung“ verurteilte Journalistin Hajar Raissouni ist gestern aus dem Gefängnis entlassen worden. Nur wenige Stunden nach der Begnadigung durch König Mohammed VI. wurde sie auf freien Fuß gesetzt, wie das marokkanische Justizministerium mitteilte. Die 28-Jährige war Ende September von einem Gericht in der Hauptstadt Rabat wegen „illegaler Abtreibung“ und des Führens einer außerehelichen Beziehung zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Der Fall hatte eine Welle von Protesten ausgelöst.

Auch Raissounis sudanesischer Verlobter und ihr Frauenarzt, die zusammen mit der Journalistin verurteilt worden waren, wurden freigelassen. Das Justizministerium erklärte, der König wolle dabei helfen, „die Zukunft der Verlobten zu bewahren, die trotz des Fehlers, den sie begangen haben, eine Familie im Einklang mit unseren religiösen und rechtlichen Vorschriften gründen wollen“.

„Politischer Prozess“

Die 28-Jährige hatte den Vorwurf, sie habe eine Abtreibung vornehmen lassen, immer bestritten. Laut eigener Aussage war sie wegen innerer Blutungen behandelt worden. Es handle sich um einen „politischen Prozess“, sagte Raissouni bei ihrer Verurteilung Ende September. Die Journalistin arbeitet für eine arabischsprachige Zeitung, die bereits mehrfach mit den Behörden aneinandergeraten war.

Der Fall hatte in Marokko eine Debatte über Persönlichkeitsrechte und die Pressefreiheit ausgelöst. Er fand auch weit über die Grenzen des Landes hinaus Beachtung: Die Organisation Reporter ohne Grenzen erklärte, der Umgang mit Raissouni sei eine „Einmischung in das Privatleben von Journalisten“ mit der Absicht, sie zu verleumden. In Marokko steht Sex außerhalb der Ehe unter Strafe. Verboten sind außerdem Abtreibungen, es sei denn, das Leben der Mutter ist in Gefahr.

EU

Die Europäische Arbeitsagentur in der slowakischen Hauptstadt Bratislava hat ihre Arbeit aufgenommen. Zwei Jahre nach dem entsprechenden Kommissionsvorschlag wurde die Institution gestern in Brüssel offiziell vorgestellt. Die Agentur sei eine „echte Bereicherung auf dem Weg zu einem vereinteren und gerechteren EU-Arbeitsmarkt“, sagte der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Die Behörde soll die Zusammenarbeit der einzelnen EU-Länder im Kampf gegen Kriminalität auf dem Arbeitsmarkt wie etwa Schwarzarbeit unterstützen. Außerdem will sie Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen über ihre Rechte und Pflichten auf dem EU-Arbeitsmarkt informieren. In der EU arbeiten etwa 17,5 Millionen Menschen im EU-Ausland. Bis 2024 soll die Agentur ein jährliches Budget von etwa 50 Millionen Euro haben.

Sport

Hannes Reichelt hat sich gestern sehr erfreut über die Einstellung der Ermittlungen gegen ihn in der „Operation Aderlass“ gezeigt. Die „frohe Botschaft“ erfuhr der 32-jährige Salzburger auf dem Weg zum Gletschertraining. „Mir ist ein Riesenstein vom Herzen gefallen, es hat doch sehr lange gedauert“, sagte der Salzburger in einem Interview auf der Website des österreichischen Skiverbandes (ÖSV).

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Chronik

Wegen der Entschärfung einer Fliegerbombe ist es gestern Abend zu Behinderungen auf dem Hamburger Flughafen gekommen. Nach dem Fund des Blindgängers im Norden der Stadt wurde der Luftraum über dem Airport zwischenzeitlich gesperrt, sodass keine Starts und Landungen möglich waren, wie der Flughafen mitteilte.

Nach der erfolgreichen Entschärfung der Bombe wurde der Flugbetrieb dann wieder aufgenommen. „Alle aktuell noch wartenden Flugzeuge können heute noch starten bzw. landen“, teilte der Flughafen mit.

Rund um den Fundort der Bombe mussten Bewohner ihre Häuser verlassen. Zudem wurde die Autobahn 7 zwischen dem Dreieck Nordwest und der Anschlussstelle Schnelsen vorübergehend gesperrt. Die Absperrungen wurden nach der Entschärfung der Bombe gegen 22.30 Uhr wieder aufgehoben.

Ermittler aus den USA, Südkorea, Deutschland und anderen Staaten haben nach eigenen Angaben die bisher größte Website für Kinderpornografie im Darknet gestoppt. Rund um die Welt seien deswegen bisher 337 Nutzer der Plattform festgenommen und angeklagt worden, erklärte das US-Justizministerium gestern. Zudem seien 23 Kinder aus andauernden Missbrauchssituationen gerettet worden.

Die bereits im März 2018 ausgehobene Plattform „Welcome to Video“ funktionierte mit Hilfe anonymer Bitcoin-Zahlungen. Ermittler hätten rund acht Terabyte Daten sichergestellt, darunter rund 250.000 kinderpornografische Videos, hieß es weiter.

Eine Million registrierte Bitcoin-Adressen

Fast die Hälfte der Bilder und Videos waren Ermittlern zufolge vorher nirgends sonst im Internet aufgetaucht. Bei der Plattform seien rund eine Million Bitcoin-Adressen registriert gewesen, was darauf hindeute, dass es bis zu eine Million Nutzer gegeben haben könnte, hieß es.

Der mutmaßliche Betreiber der Website, der 23-jährige Südkoreaner Jong Woo Son, wurde von der US-Justiz nun in neun Punkten angeklagt. Son wurde bereits in Südkorea verurteilt und sitzt dort im Gefängnis.

Ermittler gaben das Vorgehen gegen die Website erst jetzt bekannt, um Zeit für weitere Untersuchungen und Festnahmen zu haben. Die 337 festgenommenen Nutzer der Plattform kamen den Angaben zufolge aus den USA sowie unter anderem aus Großbritannien, Südkorea, Deutschland, Saudi-Arabien, Irland, Spanien und Brasilien. Plattformen im Darknet sind weniger leicht aufzuspüren und bieten Nutzen größere Anonymität als reguläre Websites.

Einen Solosechser zu knapp 1,5 Millionen Euro hat die aktuelle Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gebracht.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

3 4 25 36 40 45/Zusatzzahl 18

Die aktuellen LottoPlus-Zahlen lauten:

1 5 6 10 17 38

Die aktuellen Joker-Zahlen lauten:

9 2 3 5 0 8

Alle Angaben ohne Gewähr

Wirtschaft

Netflix hat im dritten Quartal dank Hitserien wie „Stranger Things“ wieder kräftig neue Kunden hinzugewonnen. Unterm Strich stieg die Anzahl der Bezahlabos in den drei Monaten bis Ende September weltweit um 6,8 Millionen, wie der Onlinevideodienst gestern nach US-Börsenschluss mitteilte.

Damit blieb Netflix zwar unter seiner eigenen Prognose von sieben Millionen neuen Nutzern, übertraf aber die Markterwartungen. Insgesamt beliefen sich die bezahlten Mitgliedschaften zum Quartalsende auf knapp 158 Millionen. Das kam bei Anlegern gut an, die Aktie stieg nachbörslich zunächst um über acht Prozent.

Konkurrenz rüstet auf

Netflix steht vor dem Start neuer Streamingdienste der finanzkräftigen Rivalen Disney und Apple unter Druck und hatte Aktionäre im Vorquartal mit relativ schwachem Wachstum enttäuscht. Besonders schlecht kam damals ein Rückgang der Nutzerzahlen im wichtigen US-Heimatmarkt an. Im jüngsten Quartal sah es jedoch wieder deutlich besser aus – in den USA kamen 517.000 neue Abonnenten hinzu.

Auch finanziell lief es zuletzt rund: Der Gewinn kletterte im Jahresvergleich von 403 Millionen auf 665 Millionen Dollar (rund 601 Mio. Euro) und damit deutlich stärker als von Analysten erwartet. Der Umsatz legte um kräftige 31 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar zu.

Wer online Produkte kauft, sollte seit September die Zahlung auf zwei Kanälen freigeben. Die Händler hatten aber Probleme, die dafür nötigen technischen Umstellungen rechtzeitig umzusetzen. Und auch die Konsumenten stellten sich nur unwillig auf die sichereren aber umständlicheren Methoden um. Nun empfahl die Europäische Bankenaufsicht einen Aufschub bis Ende 2020, teilte der Handelsverband gestern mit.

Davor hatte die Finanzmarktaufsicht (FMA) bereits grundsätzlich einen Aufschub für die Einführung der doppelten Sicherheit bei Onlineeinkäufen gewährt, aber noch keine Frist genannt. Der Handelsverband freut sich nun, dass Webshops 15 Monate mehr Zeit haben, sich umzustellen.

Bei Onlinebanking gilt hingegen seit Mitte Dezember bereits die Pflicht zur Zweifaktorauthentifizierung. Beim Einkauf mit Karten im Geschäft ändert sich hingegen nichts. Auslöser für die Veränderungen ist die Zahlungsdienstleisterrichtlinie der EU.

Mehrere Käseprodukte des Herstellers Hofkäserei Deutschmann GbR sind zurückgerufen worden, da sie nicht zum Verzehr geeignet sind. Im „Bio Rohmilch-Camembert 200 g“, „Bio Rohmilch-Brie 800 g“ und „Roter Bio Rohmilch-Brie 150 g“ wurden bei Analysen teilweise eine Verunreinigung durch Listeria Monocytogenes festgestellt, informierte die AGES.

Diese Produkte werden ausschließlich in der Feinkost der Handelsfirmen Billa, Merkur, ADEG und Sutterlüty vertrieben. Betroffen sind: „Bio Camembert 200 g“, Chargennummern 100919 (MHD 05.11.2019), 090919 (MHD 01.11.2019, 04.11.2019), 130919 (MHD 08.11.2019), 140919 (MHD 09.11.2019), 060919 (MHD 23.10.2019, 1.11.2019); „Bio Brie 800 g“, Chargennummer 100919 (MHD 05.11.2019, 08.11.2019); „Roter Bio Brie 150 g“, Chargennummer 230819 (MHD 30.11.2019, 31.11.2019). Den Kaufpreis bekommen die Kundinnen und Kunden in allen Filialen auch ohne Kaufbeleg rückerstattet.

Kultur

Das Verwaltungsgericht der Region Venetien hat der geplanten Leihgabe der berühmten Zeichnung „Der Vitruvianische Mensch“ von Leonardo da Vinci für eine Ausstellung im Louvre in Paris grünes Licht gegeben. Es gebe keine administrativen Mängel in den Prozeduren, die das italienische Kulturministerium mit dem Louvre zur Leihgabe der Zeichnung abgeschlossen habe, urteilte das Gericht gestern.

Das Verwaltungsgericht der Region Venetien hatte vergangene Woche per einstweiliger Verfügung auf eine Klage des italienischen Kulturschutzvereins Italia Nostra reagiert und die Leihe vorübergehend gestoppt. Das italienische Kulturministerium hatte die Entscheidung in einer ersten Reaktion als „völlig unverständlich“ bezeichnet. Der Verein hatte behauptet, dass so wichtige Kulturgüter nicht außer Landes gehen dürften.

„Vitruvianischer Mensch“ von Leonardo Da Vinci
Public Domain

Das Gericht erklärte, bei der Leihgabe würden die internationalen Standards zum Schutz kostbarer Kulturgüter eingehalten werden. Es bestünde keinerlei Grund, weshalb „Der Vitruvianische Mensch“ nicht in Paris ausgestellt werden sollte. Kulturminister Dario Franceschini begrüßte das Gerichtsurteil. Das Da-Vinci-Werk befindet sich in der Galleria dell’Accademia in Venedig, wird dort aber nur selten gezeigt.

Angesichts der Feierlichkeiten anlässlich des 500. Todestags von Leonardo da Vinci soll die Zeichnung acht Monate lang dem Louvre geliehen und im Rahmen einer Ausstellung gezeigt werden, die am 24. Oktober eröffnet wird. Dafür soll Italien einige im Louvre ausgestellte Raffael-Werke erhalten, die ab März 2020 im Ausstellungskomplex „Scuderie del Quirinale“ in Rom gezeigt werden sollen.

Eike Schmidt, der nur einen Monat vor dem geplanten Amtsantritt als Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums (KHM) am 1. November in Wien einen Rückzieher gemacht hat und inzwischen als Direktor der Uffizien verlängert worden ist, hält die Angelegenheit mit dem KHM für „abgeschlossen“. „Ich bin in Florenz verwurzelt und ich glaube, dass man es merkt“, sagte Schmidt gestern.

Eike Schmidt
APA/Helmut Fohringer

„Ich werde wieder nach Wien reisen, um die zu Oper besuchen, wie in der Vergangenheit. Ich habe Freunde in Wien, ich denke nicht daran, nie wieder österreichischen Boden zu betreten, aber vom beruflichen Standpunkt ist die Angelegenheit abgeschlossen“, sagte der Deutsche nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Schmidt war 2017 zum neuen Generaldirektor des KHM als Nachfolger von Sabine Haag designiert worden. Gerüchte darüber, dass er lieber in Florenz bleiben wolle, hatten sich seither hartnäckig gehalten. Durch die Änderungen der politischen Verhältnisse in Italien – mit Dario Franceschini ist nun wieder jener Politiker Kulturminister, der vor einigen Jahren die Museumsreform durchgesetzt und damit Chefposten für ausländische Manager an den Museen ermöglicht hatte – sah Schmidt eine Verlängerung in Italien in Reichweite und sagte in Wien kurzfristig ab.

Science