Ausland

UNHCR fordert sichere Rückkehr für Syrien-Flüchtlinge

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat eine sicherere Zuflucht für die Zivilbevölkerung aus dem umkämpften Südwesten Syriens gefordert. Es müsse gewährleistet werden, dass die 140.000 Menschen Unterstützung bekommen könnten, sagte ein Sprecher des UNHCR heute.

Das Hilfswerk erklärte sich zudem dazu bereit, mit Syrien und Russland über die Einrichtung von Zentren zu sprechen, in die syrische Flüchtlinge zurückkehren könnten. Allerdings müsse eine Rückkehr sicher und freiwillig sein und in Einklang mit internationalen Standards stehen.

In der ersten Jahreshälfte kehrten nach UNHCR-Angaben fast 13.000 Menschen nach Syrien zurück, die sich in den Nachbarländern in Sicherheit gebracht hatten. Dazu kämen etwa 750.000 Binnenflüchtlinge.

Regierung verschärfte Offensive

Die Regierung in Damaskus hat zuletzt ihre Offensive im Süden des Landes verschärft und Gebiete von den Rebellen zurückerobert. Gestern willigten die Rebellen in der Provinz al-Kuneitra an der Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen ein, sich entweder den Regierungstruppen zu ergeben oder in die von der Opposition gehaltene Provinz Idlib im Norden des Landes zurückzuziehen.

Der Gouverneur der Provinz sagte, er gehe davon aus, dass heute mit der Evakuierung von Aufständischen begonnen werde. Sobald die Rebellen das Gebiet verlassen hätten, würden die Einwohner wieder mit Wasser und Strom versorgt, sagte er.

Salvini verteidigt Annexion der Krim durch Russland

Der italienische Innenminister Matteo Salvini hat die Annexion der Krim durch Russland gerechtfertigt und sich damit gegen die Linie der EU und der USA gestellt. „Es gab ein Referendum“, sagte der Chef der rechten Lega der „Washington Post“ (Freitag-Ausgabe). 90 Prozent der Menschen hätten sich für die Rückkehr der Krim in die Russische Föderation ausgesprochen, sagte Salvini weiter.

Die ukrainische Krim wurde im März 2014 vom Nachbarland annektiert. Das Referendum, auf das sich Salvini bezieht, ist umstritten. Die Annexion wird vom Westen als Völkerrechtsbruch verurteilt.

Salvini, der auch der Vizeministerpräsident in der Regierung aus der fremdenfeindlichen Lega und populistischer Fünf-Sterne-Bewegung ist, gilt als russlandfreundlich und war erst vor einigen Tagen in Moskau, wo er seinen russischen Amtskollegen traf. Er spricht sich auch immer für die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland aus, weil diese seines Erachtens Italien schadeten.

Staatlicher Gasversorger in Griechenland privatisiert

Das schuldengeplagte Griechenland ist bei der Privatisierung von öffentlichen Betrieben vorangekommen. Ein französisch-italienisch-belgisches Konsortium übernimmt zwei Drittel des Gasversorgers Desfa.

Das teilte der Athener Privatisierungsfonds heute mit. Der griechische Staat wird damit gut 251 Mio. Euro einnehmen. Das Konsortium der Firmen Fluxys, Enagas Internacional und Snam werde zudem 330 Mio. Euro bis 2023 investieren.

Privatisierungen sollen beschleunigt werden

Der überschuldete Euro-Staat bekommt seit Jahren Hilfsgelder, die an Sparprogramme, Privatisierungen und Reformen geknüpft sind. Athen hat sich verpflichtet, Privatisierungen zu beschleunigen. 14 Flughäfen und die zwei wichtigsten Häfen von Piräus und Thessaloniki wurden bereits verpachtet.

Die Euro-Gruppe hatte Ende Juni grünes Licht für die Entlassung Griechenlands aus dem laufenden Hilfsprogramm zum 20. August gegeben. Zum Abschluss dieses dritten Euro-Rettungsprogramms erhält die Athener Regierung noch einmal 15 Mrd. Euro an Krediten als Finanzpolster und Schuldenerleichterungen.

Macron-Sicherheitsmitarbeiter in Polizeigewahrsam

Französische Ermittler haben den umstrittenen Sicherheitsmitarbeiter von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron in Gewahrsam genommen. Dem Mitarbeiter werden unter anderem Gewalttätigkeiten und Amtsanmaßung vorgeworfen, bestätigten Kreise der Staatsanwaltschaft der dpa heute in Paris.

Elysee-Kreise bestätigten zudem einen Medienbericht, wonach der Sicherheitsmitarbeiter Alexandre Benalla entlassen werden soll. Er war laut der Zeitung „Le Monde“ bei einem Polizeieinsatz gegen einen jungen Demonstranten gewalttätig vorgegangen. Der Elysee-Palast hatte bereits gestern bestätigt, dass der Mann deswegen bestraft wurde.

Spionageverdacht bei russischer Raumfahrtagentur

Wegen Spionageverdachts haben russische Sicherheitskräfte heute eine Forschungseinrichtung der Raumfahrtagentur Roskosmos durchsucht.

Die Aktion stehe im Zusammenhang mit dem mutmaßlichem Verrat von Geheimnissen über neue Hyperschallwaffen an Spione des Westens, meldete die russische Nachrichtenagentur TASS heute. Die Raumfahrtbehörde arbeite mit dem Inlandsgeheimdienst FSB zusammen, der wegen Landesverrats ermittle.

14 zivile Opfer bei Luftangriff in Afghanistan

Bei einem Luftangriff in der nordafghanischen Provinz Kundus sind nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums 14 Zivilisten und Zivilistinnen getötet worden. Unter den Opfern befinden sich auch Kinder, zwei weitere Personen wurden verletzt, sagte heute Mohammed Radmanisch, Sprecher des Verteidigungsministeriums. Der Luftangriff im Bezirk Tschahar Dara sei gestern Abend geflogen worden.

Es werde noch geprüft, ob der Luftschlag von der US- oder afghanischen Luftwaffe erfolgt. Eine Delegation aus Kabul sei auf dem Weg, um den Vorfall zu untersuchen, sagte Radmanisch.

Höchster Stand an getöteten Zivilisten seit 2009

Die Zahl der bei Konflikten in Afghanistan getöteten Zivilbevölkerung hat den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2009 erreicht. Im ersten Halbjahr 2018 wurden nach einem am Sonntag veröffentlichten Bericht der UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA) mindestens 1.692 Zivilisten und Zivilistinnen getötet - ein Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Zugleich wurden den Angaben zufolge 3.430 Zivilpersonen verletzt, rund fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl ziviler Opfer allein bei Luftangriffen afghanischer und von US-Truppen stieg um 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - dabei gab es 149 Tote und 204 Verletzte.

Im Bezirk Imam Sahib der Provinz Kundus griffen Taliban-Kämpfer in der Nacht Kontrollpunkte der Polizei an. Mindestens zwölf Polizisten wurden dabei getötet, wie ein Mitglied des Provinzrates mitteilte. Der Polizeichef des Distrikts sprach hingegen von sechs getöteten und fünf verwundeten Polizisten.

EU

Populistenallianz für EU-Wahlen geplant

Italiens Innenminister und Chef der fremdenfeindlichen Lega, Matteo Salvini, plant in Hinblick auf die EU-Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr eine Allianz von Europas populistischen Parteien. Dieser Allianz soll laut Salvini auch die FPÖ angehören.

„Die nächsten EU-Parlamentswahlen werden von wesentlicher Bedeutung sein. Europa wurde bisher stets aufgrund eines Abkommens aus Sozialisten und Europäischen Volksparteien regiert. Ich will die Parteien vereinen, die die neue Mehrheit im EU-Parlament bilden werden, die Parteien in Österreich, den Niederlanden, in Schweden, Frankreich und Deutschland“, sagte Salvini gestern im Interview mit der US-Tageszeitung „Washington Post“.

Als Populist bezeichnet zu werden sei für ihn ein Kompliment, sagte Salvini. „Wir hegen die Vision eines anderen Europas, in dem jedes EU-Mitglied die Freiheit haben soll, die eigene Wirtschaftspolitik zu entscheiden“, so der italienische Vizepremier.

Als Innenminister bemühe er sich, die Migrantenankünfte in Europa zu stoppen. „Unser Endziel ist nicht die Verteilung der Migranten unter EU-Ländern, sondern dass es zu keinen Abfahrten mehr kommt“, meinte Salvini. Ein Marshall-Plan für Afrika sei notwendig, um die Lebensbedingungen in den Herkunftsländern der Migranten zu verbessern.

Britisches „Brexit“-Chaos beunruhigt EU

Eigentlich hat die britische Premierministerin Theresa May ihr Kabinett auf Linie bringen und mit einem Weißbuch endlich einen fixen „Brexit“-Kurs definieren wollen. Nichts davon gelang. „Brexit“-Minister David Davis und Außenminister Boris Johnson traten zurück und befeuern mit anderen Hardlinern die Position Mays.

Auf der anderen Seite fordern die ersten Torys schon ein zweites Referendum, das Neuwahlgespenst geht bereits um. Auch die EU hat große Bedenken gegenüber Mays Weißbuch und mahnt zur Vorbereitung auf ein Scheitern des Deals - just zu dem Zeitpunkt, wenn der neue „Brexit“-Minister Dominic Raab erstmals zu Gesprächen in Brüssel ist.

Mehr dazu in Brüssel rüstet sich für „No Deal“-Variante

Inland

Umstrukturierungen im Parlament nach Bißmanns Abgang

Der Rauswurf von Martha Bißmann aus dem Parlamentsklub der Liste Pilz hat im Nationalrat organisatorische Folgen. Dadurch, dass der Fraktion nur noch sieben Mitglieder angehören, würde sie eigentlich aus den einzelnen Fachausschüssen fliegen. Vermutlich werden die Ausschüsse nun vergrößert, um der Liste Pilz ein weiteres Mitwirken zu ermöglichen.

Bißmann selbst fliegt als wilde Abgeordnete jedenfalls aus allen Ausschüssen, in denen sie bisher vertreten war. Außerdem verliert sie ihre Funktionen in den diversen parlamentarischen Freundschaftsgruppen, darunter jene zwischen Österreich und Indien, wo Bißmann sogar Obfrau war.

174.400 Euro weniger Förderung im Jahr

Der Ausschluss Bißmanns aus ihrem Klub kostet die Liste Pilz zudem rund 174.400 Euro Förderung im Jahr. Die jährliche Klubförderung dezimiert sich daher von rund 2,1 Mio. Euro jährlich auf 1,9 Mio. Euro. Die Kürzung werde mit dem letzten Quartal dieses Jahres schlagend, sagte ein Sprecher des Parlaments heute auf Anfrage der APA. Auch ein neuer Sitzplatz im Plenum wird der neuen wilden Abgeordneten für die nächste Sitzung zugewiesen.

Bißmann weist Vorwürfe zurück

Die Liste Pilz hat hatte bei ihrer vergangenen Klubklausur Bißmann ausgeschlossen. Die Steirerin war innerhalb der Fraktion schon länger in Ungnade gefallen, nachdem sie ihr Mandat nicht für Listengründer Peter Pilz aufgeben hatte wollen. Den einstimmig gefassten Ausschluss begründete die Klubführung mit einem weiteren Vertrauensbruch. Wiederholt seien von Bißmann sensible interne Informationen an Dritte weitergegeben worden. Bißmann weist diesen Vorwurf zurück und spricht von „systematischem Mobbing“ ihrer Ex-Kollegen.

Bißmann will Kooperation mit „grünaffinen“ Gruppen

Bißmann will sich nun weiter um grünaffine Themen kümmern. Wie sie gegenüber der APA sagte, will sie mit den anderen Fraktionen über Kooperationen sprechen. Das deshalb, weil Bißmann als einzelne Abgeordnete keine Anträge einbringen und keine Anfragen an die Regierung stellen kann. Dafür sind fünf Unterschriften nötig.

Bißmann hat sich im Parlament auf Umwelt- und Klimafragen spezialisiert und will diese Themen weiter vertreten. Die Inhalte, die sie einbringen werde, wolle sie mit „grünaffinen Gruppen“ abstimmen, etwa mit NGOs und grünen Ortsgruppen. Ob sie auch der Partei der Grünen beitreten werde, habe sie sich noch nicht überlegt, sagte Bißman auf entsprechende Nachfrage. Die Grünen sind seit der Wahl im November nicht mehr im Nationalrat vertreten.

Holzinger will eng mit Bißmann zusammenarbeiten

In einem Facebook-Posting bietet die Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber Bißmann „weiterhin eine enge parlamentarisch-inhaltliche Zusammenarbeit“ an und dankt ihr für ihren „aufrichtigen Einsatz“ im Umweltbereich. Der Ausschluss Bißmanns war in Abwesenheit der terminlich verhinderten Holzinger vollzogen worden.

Schächten: Regierung lehnt Registrierung ab

Die Bundesregierung lehnt im Zusammenhang mit der Schächtung von Tieren und der Produktion von koscherem Fleisch die Registrierung von Kunden ab. Es werde zu keiner Einschränkung der Grundrechte kommen, sagte Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ÖVP) in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

Der ÖVP-Minister und Vertraute von Bundeskanzler Sebastian Kurz tritt damit Plänen des niederösterreichischen FPÖ-Landesrats Gottfried Waldhäusl entgegen, der diese Woche gesagt hatte, dass er als zuständiger Landesrat Schlachtungen aus religiösen Gründen eindämmen wolle. In einem Schreiben der zuständigen Landesbehörde war zudem von Bedarfsprüfungen bei den Kunden und Kundinnen von koscher produziertem Fleisch die Rede.

Ursprünglich von SPÖ vorgeschlagen

In der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) interpretierte man das so, dass Schlachthöfe und koschere Verkaufsstellen künftig Listen ihrer Kunden führen müssen. Nach ersten Medienberichten folgte ein Sturm der Entrüstung. Er vollziehe nur, was ein SPÖ-Vorgänger vorgeschlagen habe, argumentierte Waldhäusl. Die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) reagierte mit der Aussage, dass es keine Registrierungen geben werde.

Nun hält auch die Bundesregierung fest, dass es zu keiner Registrierung von jüdischen Fleischkunden kommen werde. „Wir bekennen uns ganz klar zu unseren jüdisch-christlichen Wurzeln und werden diese auch künftig gegen Eingriffe und Angriffe verteidigen. Wir sehen es als Auftrag und gleichzeitig Selbstverständlichkeit, dass jüdisches Leben in unserem Land in Sicherheit und ohne Einschränkungen gewährleistet ist“, so Blümel.

„So lange Sebastian Kurz Bundeskanzler dieser Republik ist, können unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sicher sein, dass diese Freiheiten und Grundrechte in keinster Weise beschränkt werden. Selbstverständlich ist jede Form der persönlichen Registrierung in diesem Zusammenhang völlig indiskutabel und kommt für uns niemals infrage.“

In den meisten Bundesländern ist das Schächten kein Thema. Außer in Niederösterreich und der Steiermark seien nirgendwo Betriebe registriert, welche koscheres oder Halal-Fleisch herstellen, haben Anfragen der APA gestern ergeben.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Sport

Formel 1: Vettel fürchtet um Hockenheim-Grand-Prix

Obwohl er bei seinem Heim-Grand-Prix in fünf Anläufen noch nie über einen dritten Platz hinausgekommen ist, macht sich Ferrari-Star Sebastian Vettel Sorgen um die Zukunft der Formel 1 auf dem Hockenheimring. „Es wäre eine Schande, das Rennen zu verlieren“, sagte der Lokalmatador vor dem vielleicht letzten Deutschland-GP am Sonntag (15.10 Uhr, live in ORF eins). Auch sein Mercedes-Erzrivale Lewis Hamilton hofft auf ein baldiges Hockenheim-Comeback.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Formel 1: Auch Bottas noch länger bei Mercedes

Mercedes setzt auch künftig auf Valtteri Bottas als treuen und verlässlichen Helfer von Lewis Hamilton. 22 Stunden nach der Bekanntgabe des neuen Vertrags für den viermaligen Weltmeister teilte der deutsche Formel-1-Rennstall auch die Verlängerung des Kontrakts mit dem 28-jährigen Finnen mit - noch vor dem ersten Freien Training heute auf dem Hockenheimring. Bottas bleibt demnach mindestens bis 2019, wahrscheinlich aber länger.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Bundesliga: Salzburg heuer ohne großen Umbruch

Am Sonntag (17.15 Uhr, live in ORF eins) startet Red Bull Salzburg mit dem ÖFB-Cup-Erstrundenspiel gegen den oberösterreichischen Viertligisten ASKÖ Oedt in die Saison. Eine Woche später bekommt es der Titelverteidiger in der Bundesliga-Auftaktrunde mit dem LASK zu tun. Gerüstet ist die Mannschaft von Coach Marco Rose dafür allemal. Der große Umbruch ist heuer ausgeblieben. Das Erreichen der Champions League bleibt Salzburgs großes Ziel.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Trump droht mit Zöllen auf alle chinesischen Importe

US-Präsident Donald Trump droht damit, Zölle auf chinesische Einfuhren im Wert von 500 Mrd. Dollar zu erheben. Im US-Sender CNBC sagte er heute mit Blick auf das Handelsdefizit mit China: „Die USA liegen gewaltig zurück.“ Er sei „bereit, bis 500 zu gehen“. Damit nahm er Bezug auf die 505,5 Mrd. Dollar, auf die sich die Einfuhren aus China in die USA im vergangenen Jahr summierten.

Die USA haben bereits chinesische Importe im Wert von 34 Mrd. Dollar mit Zöllen belegt, woraufhin China gegen US-Einfuhren in gleicher Höhe Strafzölle verhängte. Trump hatte bereits in der Vergangenheit mit weiteren Zöllen gedroht, sollte China nicht sein Verhalten im Umgang mit geistigem Eigentum und bei Subventionen für die Hightech-Industrie ändern.

„Es gibt keine Gewinner“

US-amerikanische Unternehmen in China warnen vor einer weiteren Eskalation des Handelskonflikts. „Es gibt keine Gewinner in einem Handelskrieg“, sagte der Präsident der Amerikanischen Handelskammer in China, William Zarit, heute der dpa in Peking.

Die US-Geschäftsleute in China seien sehr besorgt. „Fast 80 Prozent der befragten Mitglieder sagten, dass Zölle ihre Arbeit in China in gewissem Maße beeinträchtigen könnten, auch wenn noch nicht gesagt werden kann, in welchem Maße“, sagte der Kammerpräsident. Die psychologischen Auswirkungen des Handelsstreits und der Druck seien bereits heute spürbar.

Steiler Abschwung für Nordkoreas Wirtschaft

Die internationalen Sanktionen lassen die Konjunktur Nordkoreas so stark einbrechen wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die südkoreanische Zentralbank (BOK) schätzte heute, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Nachbarland 2017 um 3,5 Prozent geschrumpft sei. Den Angaben zufolge brach die Industrieproduktion um 8,5 Prozent ein und damit ebenfalls so stark wie zuletzt 1997.

Grund sei der beschränkte Zugang Nordkoreas zu Öl und anderen Energieträgern. Auch die Produktion der Landwirtschaft und am Bau habe spürbar nachgelassen. „Die Sanktionen waren 2017 stärker als 2016“, sagte BOK-Experte Shin Seung Cheol. „Mit dem Exportverbot für Kohle, Stahl, Fischerei und Textilprodukte ging das Außenhandelsvolumen deutlich zurück.“

„Exportverbote ließ Industrieproduktion einbrechen“

Es sei schwierig, das genaue Ausmaß der Rezession zu berechnen, aber die Exportverbote hätten die Industrieproduktion einbrechen lassen, sagte Shin. Der steile Abschwung kommt zu einer Zeit, in der Fachleute dem isolierten Land nahelegen, sich verstärkt auf die wirtschaftliche Entwicklung zu konzentrieren. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatte im Frühjahr erklärt, er wolle den strategischen Fokus des Landes von der Entwicklung seines Atomwaffenarsenals auf die Nachahmung des „sozialistischen Wirtschaftsaufbaus“ Chinas verlagern.

Südkoreas Zentralbank verwendet die von der Regierung in Seoul und den Spionagebehörden erhobenen Zahlen für ihre Schätzungen. Die Umfrage der Bank umfasst die Überwachung der Größe von Reisfeldfrüchten in Grenzgebieten, die Verkehrsüberwachung und Interviews mit Überläufern. Nordkorea selbst veröffentlicht keine Wirtschaftsdaten.

Auch Roche verzichtet heuer auf Preiserhöhungen in USA

Der Schweizer Pharmakonzern Roche folgt Konkurrenten wie Pfizer, Merck und Novartis und wird für den Rest des Jahres keine Preiserhöhungen in den USA durchführen. Das erklärte eine Roche-Sprecherin heute auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

In den USA läuft seit einiger Zeit eine hitzige Debatte über die Preispolitik der großen Pharmakonzerne. Vor allem US-Präsident Donald Trump ist die Preisentwicklung der Branche ein Dorn im Auge, wie seinen wiederholten Attacken auf die Branche zu entnehmen ist.

Lob für Novartis

Erst gestern sprach er dem Roche-Konkurrenten Novartis ein Lob aus, nachdem Konzernchef Vas Narasimhan bei der Vorlage der Quartalszahlen am Mittwoch erklärt hatte, sein Unternehmen werde für den Rest des Jahres keine Preiserhöhungen in den USA vornehmen.

Zuvor war der US-Hersteller Pfizer zurückgerudert und hatte bereits ausgesprochene Preiserhöhungen nach wenigen Tagen wieder zurückgenommen. Merck & Co will die Preise für einige Medikamente sogar senken.

Kosovo verhängte Zölle auf Obst, Gemüse und Mais

Seit Mittwoch verlangt das Kosovo beim Import von Obst, Gemüse und Mais einen 30-prozentigen Schutzzoll. Das sorgt für Ärger in den betroffenen Nachbarstaaten - Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina erachten die neuen Zölle als Verstoß gegen das regionale Handelsabkommen CEFTA. Das Kosovo hält dem entgegen, dass der Schutzzoll für „alle Handelspartner“ gelten würde.

Serbiens Handelsminister Rasim Ljajic hat unterdessen laut der Tageszeitung „Politika“ (Freitag-Ausgabe) ein Sondertreffen mit seinen Amtskollegen in Mazedonien und Bosnien-Herzegowina angekündigt, auch um eventuelle Gegenmaßnahmen zu besprechen. Die kosovarische Behörden sollen klar sagen, ob das Land weiterhin CEFTA-Mitglied bleiben wolle, meint er.

Rücknahme der Zölle gefordert

Der mazedonische Landwirtschaftsminister Ljupco Nikolovski wiederum will laut TV-Sender N1, dass das Kosovo den Schutzzoll sofort wieder rückgängig macht, um Gegenmaßnahmen vorzubeugen.

Mazedonien exportierte 2017 Obst und Gemüse im Wert von sechs Mio. Euro in das Kosovo, in der ersten Jahreshälfte belief sich das Volumen auf 2,5 Mio. Euro. Importe gab es in diesem Bereich keine. Serbiens Maislieferungen in das Kosovo erreichten im Vorjahr einen Wert von 8,2 Mio. Euro, die Obstexporte 1,3 Mio. Euro. In das Kosovo wurde laut „Politika“ zudem auch Gemüse im Wert von 900.000 Euro ausgeführt. Zu den Exporten Bosnien-Herzegowinas wurden keine Angaben gemacht.

CEFTA-Mitglieder sind Albanien, Bosnien-Herzegowina, das Kosovo, Mazedonien, Moldawien, Montenegro und Serbien. Den Vorsitz hat derzeit Pristina inne.

Chronik

Elf Menschen ertrinken bei Ausflug auf US-See

Ein Amphibienfahrzeug ist auf einem See in den USA untergegangen. Mindestens elf Menschen kamen dabei gestern ums Leben, wie Sheriff Doug Radar örtlichen Medien sagte. Darüber hinaus wurden sieben Menschen verletzt und weitere vermisst. Auch Kinder seien unter den 31 Passagieren an Bord gewesen.

Unwetter als wahrscheinliche Ursache

Er gehe davon aus, dass ein Unwetter Ursache für das Unglück auf dem Table Rock Lake im US-Bundesstaat Missouri gewesen sei, sagte der Sheriff am Abend (Ortszeit). Die Rettungskräfte würden in der Nacht weiterarbeiten, die Lage sei schwierig.

Ob Kinder unter den Opfern sind, war zunächst unklar. „Das werde ich zu diesem Zeitpunkt nicht sagen“, sagte Radar. Drei Kinder würden wegen leichter Verletzungen im Krankenhaus behandelt. Die genaue Zahl der Vermissten war zunächst unklar. Behörden riefen Angehörige auf, Vermisste zu melden.

Die örtliche Feuerwehr hatte zuvor berichtet, es handle sich um einen Vorfall mit vielen Opfern. Die Zahl der Verletzten und Toten sei zweistellig. Laut Wetterbericht gab es im Bereich des Unglücks am späten Abend Gewitter und starken Wind. Bäume seien entwurzelt und Stromleitungen beschädigt worden.

Das Ausflugsboot - ein Amphibienfahrzeug, das sowohl zu Lande als auch auf Wasser fahren kann - sank. Retter, darunter Taucher, waren an der Unglücksstelle. Der Table Rock Lake ist ein künstlicher See, südlich der Stadt Springfield, nahe an der Grenze zu Arkansas.

Seltener Blauwal-Finnwal-Mischling in Island getötet

Isländische Walfänger haben einen seltenen Mischling aus Blauwal und Finnwal getötet. Das habe ein Gentest des Anfang Juli geschlachteten Tieres ergeben, teilte das Marineforschungsinstitut MFRI mit. Der Wal stamme von einem weiblichen Blauwal und einem männlichen Finnwal ab.

Zunächst hatten Tierschützer kritisiert, bei dem großen Tier handle es sich um einen streng geschützten Blauwal. Der Fang dieser Tiere ist in Island illegal, der eines Mischlings - auch Hybrid genannt - laut Umweltstiftung WWF jedoch nicht. Die Walfänger sind verpflichtet, von jedem gefangenen Tier Proben für einen Gentest zu nehmen.

„Sehen im Meer sehr unterschiedlich aus“

Der Chef der Walfangfirma Hvalur, Kristjan Loftsson, sagte der Onlinezeitung „Iceland Monitor“: „Es gab nie einen Zweifel. Unsere Walfänger kennen den Unterschied zwischen einem Finnwal und einem Blauwal. Die beiden sehen im Meer sehr unterschiedlich aus.“ Laut der isländischen Marine werden solche Hybride häufiger gesichtet.

Hvalur hat im Sommer nach zweijähriger Pause wieder begonnen, Finnwale zu jagen. In den vergangenen Jahren hatten die isländischen Walfänger lediglich die kleineren Minkwale im Visier gehabt. Die Jagd auf Finnwale war wegen Schwierigkeiten beim Export nach Japan, dem wichtigsten Abnehmer, ausgesetzt worden. Berichten zufolge wurden in diesem Jahr bisher 22 Wale gefangen.

Kultur

IT

Internetbetrug: Europaweites Netzwerk aufgedeckt

Deutsche Ermittelnde haben ein europaweites Netzwerk von Internetkriminellen aufgedeckt. Den derzeit 15 Beschuldigten wird vorgeworfen, durch betrügerische Onlinebestellungen Waren im Wert von mehr als 18 Millionen Euro ergaunert zu haben, teilten das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) und die federführende Staatsanwaltschaft Dresden heute mit.

Mitte Juni seien in Deutschland sowie in Estland, Lettland, Litauen, der Schweiz, Zypern, Großbritannien, in Finnland und in der Ukraine 31 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht worden. Der mutmaßliche Chef der Bande, ein Mann mit russischem und moldawischem Pass, wurde in Zypern festgenommen.

Zudem gab es Haftbefehle gegen drei weitere Beteiligte. Ihnen wird Hehlerei, Geldwäsche und Computerbetrug vorgeworfen. Österreich war bei dieser Aktion laut sächsischem Landeskriminalamt nicht dabei. Die Ermittler wiesen allerdings darauf hin, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien und daher noch Fakten in Österreich auftauchen könnten.

Google startet Handynetz mit Heliumballons in Kenia

Nach einem humanitären Einsatz im vom Hurrikan „Maria“ zerstörten Puerto Rico soll das Projekt Loon der Google-Mutter Alphabet jetzt Geld bringen. Anfang 2019 werde Loon seine solarbetriebenen Heliumballons in Kenia starten, um so ein Mobilfunknetz einzurichten, teilte der Chef von Loon, Alastair Westgarth, gestern mit. Loon werde dabei mit dem Unternehmen Telkom Kenya zusammenarbeiten.

solarbetriebenen Heliumballons von Googles Tochterfirma Loon

AP/Loon LLC

Alphabet hat die großen Ballons, die wie ein schwebendes Netzwerk fungieren, seit 2013 entwickelt. Die solarbetriebenen Ballons werden in die Stratosphäre etwa 20 Kilometer oberhalb des Erdbodens geschickt und können dort selbstständig mehr als 100 Tage bleiben.

Erster Einsatz in Puerto Rico

Der erste Einsatz in Puerto Rico war im Oktober 2017, nachdem „Maria“ auch die Telefonverbindung für einen Großteil der 3,4 Millionen Bewohner zerstört hatte. Loon und das Lieferdrohnenprojekt Wings aus der Ideenwerkstatt X von Alphabet waren erst vergangene Woche zu Unternehmen geadelt worden.

Konkurrent Facebook dagegen hat die Entwicklung einer solarbetriebenen Drohne, mit der Menschen in schwer zugänglichen Gebieten Zugang zum Internet erhalten sollten, im Juni eingestellt. Der Konzern will in dem Bereich künftig mit anderen Partnern wie Airbus zusammenarbeiten. Die eigene Firma für die Solardrohne Aquila in Bridgewater im Südwesten Englands wurde geschlossen.

Gesundheit

Science

Sarkophag in Alexandria geöffnet: „Kein Fluch“

Ein riesiger Sarkophag, der Anfang Juli in Ägypten gefunden worden war, ist jetzt geöffnet worden. Kurzzeitig wurde gemutmaßt, dass der 30-Tonnen-Sarg aus Granit die Überreste von Alexander dem Großen enthalten könnte - der Inhalt war aber verhältnismäßig enttäuschend, wie ägyptische Behörden gestern mitteilten.

Menschliche Gebeine in geöffnetem Sarkophag

Reuters/Handout .

Drei Mumien in schlechtem Zustand

Tatsächlich befanden sich in dem Sarkophag drei Mumien, in „leider nicht sehr gutem Zustand“, wie der Generalsekretär des Rats für Antiquitäten in Ägypten, Mostafa Wasiri, sagte. Der Sarg enthielt jedoch auch „keinen Fluch“, sagte Wasiri in Anspielung auf Gerüchte, die online die Runde gemacht hatten.

Auch eine rote Flüssigkeit, die im Inneren des Sarkophags gefunden wurde, stellte sich als relativ unspektakulär heraus: Es dürfte sich dabei um Abwasser handeln, das durch einen Riss in dem Sarg eindringen konnte. Dieses sei für den schlechten Zustand der Mumien verantwortlich, heißt es.

Mumien könnten Soldaten gewesen sein

Die drei Schädel der gefundenen Leichen sollen nun untersucht werden. Schaaban Abdel Amonem, ein Forscher, der bei der Öffnung des Sargs anwesend war, sagte laut „Guardian“, dass es sich bei den Mumien vermutlich um Soldaten handle. Einer der Köpfe dürfte von Pfeilen getroffen worden sein.

Die Abwesenheit von Todesmasken aus Metall, Amuletten, Figurinen und Inschriften lasse darauf schließen, dass es sich nicht um ptolemäische oder römische Herrscher handle.

Der Sarkophag wurde auf die ptolemäische Periode, die auf den Tod Alexanders des Großen im Jahr 323 vor Christus folgte, datiert. Im Gegensatz zu vielen anderen Fundstücken wurde der Sarkophag nie zuvor geöffnet.

Leute

Panorama

Twitter-Nutzer bauen Kunstklassiker auf Broten nach

Wer sagt, dass Kunst brotlos sein muss? Zahlreiche Twitter-Nutzer und -Nutzerinnen haben sich dem kunstvollen Brotbelag verschrieben und posten derzeit unter dem Hashtag „#KunstGeschichteAlsBrotbelag“ Belege ihrer Passion.

Die zum Teil sehr kunstvoll gestalteten Brote stellen berühmte Gemälde der Kunstgeschichte nach, von Andy Warhol über Edvard Munch, Vincent Van Gogh und Frida Kahlo bis zu Kasimir Malewitsch ist quasi für jeden Geschmack etwas dabei.

Das die Aktion auch wie andere nicht immer ganz ernst zu nehmen ist beziehungsweise breite Möglichkeiten der Interpretation zulässt, zeigen die unterschiedlichen Zugänge zu dem Thema. Alle Brote sind laut den Erstellern tatsächlich auch essbar. Erfunden wurde der Spaß allerdings schon vor einiger Zeit: Die US-Künstlerin Brittany Powell wurde mit nachgestellten Kunstklassikern auf Broten schon vor einigen Jahren bekannt.

Riesige Statue von Jeff Goldblum amüsiert London

Vor der Tower Bridge in London hat eine riesige Statue von Schauspieler Jeff Goldblum (65) in aufreizender Pose Touristen und Schaulustige angezogen. Die mehr als sieben Meter große Figur war am Mittwoch von dem britischen Internetfernsehanbieter Now TV aufgestellt worden und erfreute sich größter Beliebtheit, wie zahlreiche Medien berichteten.

Viele Internetnutzer posteten Fotos von sich mit der Statue in den Sozialen Netzwerken. Der Schauspieler selbst postete bei Instagram ein Foto seines Abbilds und freute sich: „10/10 GOLDBLUMS! #jurassicjeff“.

Die Statue zeigt ihn in einer berühmten Szene aus dem Dinosaurierfilm „Jurassic Park“ von Steven Spielberg, der in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum feiert. Goldblum liegt darin mit weit offenem Hemd auf der Seite und schaut in die Kamera. Die Szene wird oft für Witze im Internet genutzt.