Ausland

Orban bekräftigt Nein zu Flüchtlingsrücknahme

Ungarns Premier Viktor Orban hat der Rücknahme von Flüchtlingen aus Österreich erneut eine Absage erteilt. Das gelte auch im Fall einer Einführung der Notverordnung, sagte er heute im ungarischen Rundfunk. „Von Abschiebung nach Ungarn kann keine Rede sein, da niemand nach Ungarn kommen kann“, so Orban. „Nicht einmal ein Vogel kann heute ohne Kontrolle auf ungarisches Territorium fliegen.“

Orban: Österreich braucht einen Zaun

Vielmehr müsse Österreich „die Frage beantworten, wo es einen Zaun bauen will“, sagte der ungarische Premier. Er habe den „österreichischen Freunden“ geraten, das nicht an der ungarisch-österreichischen Grenze zu tun, sondern an der ungarisch-serbischen und der ungarisch-kroatischen Grenze. Bereits jetzt unterstützen österreichische Polizisten ihre ungarischen Kollegen beim Schutz der Grenze zu Serbien.

Die gemeinsame Anstrengung müsse aber noch einen Schritt weiter gehen, forderte Orban. So solle die serbisch-mazedonische und die mazedonisch-griechische Grenze gemeinsam gesichert werden. Denn klar sei, dass „die Außengrenzen Europas geschützt werden müssen“. Diese könnten nicht mit „Blumen und Stofftieren verteidigt werden, sondern mit Grenzzäunen, Polizisten, Soldaten und Waffen“, sagte er.

Den bereits bestehenden Zaun an der serbischen Grenze will Orban stark ausbauen. Es werde sich um „ein massives technisches Schutzsystem handeln“. Dieses werde gegebenenfalls „auch mehrere hunderttausend Menschen auf einmal aufhalten können“, die Pläne dazu seien bereits in Arbeit.

Sobotka für Registrierzentren

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) hatte kürzlich gesagt, im Zuge der Notverordnung Registrierzentren an der österreichischen Grenze einführen zu wollen. „Dort sind die Menschen nicht im Land so wie in der Transitzone am Flughafen. Dort bleiben sie“, sagte er. Die Grenze will der Innenminister mit Soldaten und Polizisten schützen. „Sonst muss man darüber reden, Grenzzäune zu errichten“, kündigte er an.

Türkei verlegt weitere Panzer nach Syrien

Zwei Tage nach Beginn der türkischen Bodenoffensive in Syrien hat die Türkei weitere Panzer in den Norden des Nachbarlandes verlegt. Vier Panzer rollten heute in Richtung des syrischen Grenzortes Dscharabulus, wie ein AFP-Fotograf beobachtete. Aus Dscharabulus waren Explosionen zu hören.

An der Seite der Türkei kämpfende syrische Rebellen hatten die Stadt am Westufer des Euphrats am Mittwoch aus der Hand der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) erobert.

Einsatz auch gegen Kurdenmiliz

Die türkische Armee geht im Norden Syriens aber auch gegen die kurdische YPG-Miliz vor. Ankara verlangt von der YPG, sich in Gebiete östlich des Flusses Euphrat zurückzuziehen. Die Angriffe würden so lange andauern, bis die kurdischen Milizen ihren Vormarsch stoppten, hieß es aus türkischen Sicherheitskreisen.

Mehr dazu in Türkei greift kurdische Stellungen an

Elf Tote nach Anschlag auf türkische Polizeistation

Die Zahl der bei einem Terroranschlag im Südosten der Türkei getöteten Polizisten ist auf elf gestiegen. Drei Polizisten erlagen heute trotz Rettungsversuchen ihren schweren Verletzungen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Behörden der Südostprovinz Sirnak.

Zerstörte Polizeidienststelle in Cizre

APA/AFP/DOGAN NEWS AGENCY

Bei der Explosion einer Autobombe nur etwa 50 Meter vor dem Gebäude der Bereitschaftspolizei in der Stadt Cizre wurden nach neuen Angaben mindestens 78 Menschen verletzt. Mehrere von ihnen wurden mit Hubschraubern in verschiedene Krankenhäuser der Region geflogen. Die Türkei vermutet die verbotene Kurdische Arbeiterpartei (PKK) hinter dem Anschlag.

Auf Bildern des Nachrichtensenders NTV war ein dreistöckiges Gebäude in Schutt und Asche zu sehen, über dem eine hohe Rauchsäule aufstieg. Die türkische Regierung hat die PKK in den vergangenen Wochen bereits für eine Reihe von Anschlägen im unruhigen Südosten des Landes verantwortlich gemacht.

Philippinen: Regierung und Rebellen über Waffenruhe einig

Die philippinische Regierung und die kommunistischen Rebellen haben sich bei ihren Friedensgesprächen in Oslo auf einen unbefristeten Waffenstillstand verständigt.

Eine entsprechende Erklärung werde noch heute Vormittag unterzeichnet, wie das norwegische Außenministerium mitteilte, das in dem Konflikt vermittelt. Beide Seiten hatten bereits im Vorfeld der Verhandlungen eine Waffenruhe ausgerufen.

Konflikt begann 1968

Die letzten Gespräche zur Beendigung eines der ältesten Konflikte Asiens waren 2013 ergebnislos abgebrochen worden. Am Montag startete in der norwegischen Hauptstadt eine neue Verhandlungsrunde. Die Delegationsleiter der Regierung und der Rebellen gaben als Ziel aus, innerhalb eines Jahres ein Friedensabkommen zu unterzeichnen.

Schätzungen der philippinischen Regierung zufolge wurden seit Beginn des Konflikts mit den kommunistischen Rebellen im Jahr 1968 rund 30.000 Menschen getötet.

13 Tote bei Angriffen von Extremisten in Pakistan

Bei mehreren Angriffen von Extremisten auf Sicherheitskräfte und andere Gruppen sind in Pakistan nach Behördenangaben seit gestern Abend insgesamt 13 Menschen getötet worden.

Sieben Polizisten seien bei einem Angriff mutmaßlicher Separatisten in der Provinz Baluchistan ums Leben gekommen, sagte ein Polizeivertreter. Sie hätten das Fahrzeug der Polizisten zuerst mit einer Rakete, dann mit Gewehren beschossen.

Der Angriff geschah in der Hafenstadt Gwadar, Zentrum eines milliardenschweren Handelsabkommens mit China. Pakistan hatte für die Sicherung des mit großen Hoffnungen verbundenen Wirtschaftskorridors Zehntausende Sicherheitskräfte dorthin verlegt.

Gezielte Tötungen

Später fand die Polizei in den Stammesgebieten unter Bundesverwaltung (Fata) drei Tote. Es handle sich offenbar um eine gezielte Tötung durch Extremisten, sagte ein Beamter, Iqbal Khan.

Einen ähnlichen Hintergrund vermuten Behörden hinter der Ermordung dreier Männer in der terrorgeschüttelten Nachbarprovinz Khyber Pakhtunkhwa (KP). Sie seien im Nowshera-Bezirk mit Kopfschüssen getötet worden. Sowohl in KP als auch in Fata haben pakistanische Taliban in der Vergangenheit ihre Feinde auf ähnliche Weise ermordet.

Medien: Russland startet Großmanöver im Kaukasus

Russland hat einem Medienbericht zufolge im Süden des Landes mit einem Militärmanöver begonnen. An den Übungen in den Kaukasus-Republiken Tschetschenien und Dagestan seien rund 8.000 Soldaten beteiligt, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax heute unter Berufung auf das Moskauer Verteidigungsministerium. Mehr als 2.000 Fahrzeuge seien im Einsatz.

Im Nordkaukasus gab es in den vergangenen Monaten mehrere Attentate, zu denen sich die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte. Die überwiegend von Muslimen bewohnte Region ist politisch instabil. In den 1990er Jahren führte das russische Militär in Tschetschenien zwei Kriege gegen Aufständische. In den Konflikt wurde auch das benachbarte Dagestan hineingezogen.

Inland

Bankomatgebühren: Schelling für Kennzeichnungspflicht

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hat einen Vorschlag vorgelegt, wonach künftig Bankomaten gut sichtbar gekennzeichnet sein müssen, wenn bei der Abhebung Gebühren fällig werden. Ein Verbot solcher Gebühren sieht Schellings Entwurf nicht vor, schreibt die „Presse“.

Vorschlag bereits an Kanzleramt übermittelt

Kunden sollen dank einer Kennzeichnung der Geräte „bereits beim Herantreten an den Bankomaten“ erkennen können, dass Gebühren fällig werden, zitierte die „Presse“ aus dem Entwurf Schellings, der laut Finanzministerium bereits an das Bundeskanzleramt übermittelt wurde.

Auch soll vor Abschluss der Abhebung über die bevorstehende Gebühr informiert werden, man müsse die Transaktion dann auch noch abbrechen können. Die Finanzmarktaufsicht solle nicht nur die Details der Kennzeichnung festlegen, sondern künftig auch Drittanbieter von Bankomaten kontrollieren.

Der nur einseitige Entwurf für die Änderung des Zahlungsdienstegesetzes, der auch der APA vorliegt, wurde dem Koalitionspartner, konkret dem Bundeskanzleramt, zur Prüfung übermittelt. Sollte es eine Einigung geben, könnte die Gesetzesänderung im November in Kraft treten, hofft man im Finanzministerium.

Schieder lehnt Entwurf ab

Ablehnung zum Schelling-Vorschlag kam von SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder: „Der Vorschlag trägt nichts zur Lösung bei, es geht darum, dass wir das verunmöglichen.“ Damit forderte er ein gänzliches Verbot von Gebühren für einzelne Abhebungen am Bankomaten. Das einzig Gute an Schellings Vorschlag sei, dass dieser „erkannt hat, dass es ein Problem ist und dass es Verunsicherung bei den Kunden gibt“.

Schieder verwies auf den Vorschlag von SPÖ-Sozialminister Alois Stöger von Ende Juli, der ein Verbot von Bankomatgebühren vorgeschlagen hatte. Das Thema solle nun in den nächsten zwei Wochen in der Regierungskoordination behandelt werden, so Schieder. Er hoffe dort auf eine Einigung. Es sei jedenfalls nötig, noch heuer eine Lösung zu finden.

Auch der Pensionistenverband übte Kritik: „Eine bloße Kennzeichnungspflicht ist nicht ausreichend“, schreibt Harald Glatz, Konsumentenschutzsprecher des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ). Eine Kennzeichnungspflicht sei „eine reine Alibiaktion und eine Verhöhnung von Menschen, die an ihrem Wohnort nicht an jeder Ecke einen Bankomaten vorfinden“.

Doskozil kritisiert Merkels Flüchtlingspolitik

Österreich kritisiert die Flüchtlingspolitik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf. „Die ‚Wir schaffen das‘-Politik ist unverantwortlich“, sagte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) der „Kronen Zeitung“ (Freitag-Ausgabe).

Die anhaltende Willkommenskultur Merkels sei eine Ermunterung für Flüchtlinge, nach Europa aufzubrechen - und ein fatales Signal. „Ein Jahr 2015 darf sich nicht wiederholen.“

„Kein Wartezimmer für Deutschland“

Europa könne die Situation nicht meistern: "Wenn mitten in Mailand Zelte für Flüchtlinge aufgestellt werden müssen, kann doch keiner wirklich behaupten, dass wir diesen Zustrom in vernünftiger Weise bewältigen." Außerdem wiederholte der Minister, dass Österreich nicht das „Wartezimmer für Deutschland“ sei.

Seit Jahresbeginn hat Österreich nach Angaben des Verteidigungsministeriums 100.000 Migranten registriert. Die größte Gruppe stamme dabei nicht aus Kriegsgebieten wie Syrien, sondern aus Nigeria und Eritrea.

Doskozil forderte daher die Einberufung eines „Rückführungsgipfels auf europäischer Ebene“, um Wege zu finden, Migranten in ihre Herkunftsländer zurückzuführen. „Es ist keine Politik, wenn Europa hier in Agonie verharrt und den Kopf in den Sand steckt“, sagte Doskozil.

Sport

Champions League: Topligen künftig mit vier Fixplätzen

Die UEFA beugt sich dem Druck der großen Clubs: In der Champions League haben die vier besten Ligen künftig 16 und damit die Hälfte aller Startplätze sicher. Bisher stellten Spanien, Deutschland und England jeweils drei Fixstarter, Italien zwei. Für Österreichs Meister wird die Königsklasse damit wohl noch schwieriger zu erreichen sein. Auch die Gelder werden nach einem neuen Schlüssel verteilt. Die Gewinner sind auch hier die großen Clubs.

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Schwimmer Lochte wegen Falschaussage angeklagt

US-Schwimmer Ryan Lochte ist in Brasilien wegen Falschanzeige angeklagt worden. Der 32-Jährige hatte bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro behauptet, er und drei seiner Teamkollegen seien überfallen worden. Aufnahmen einer Überwachungskamera belegten jedoch, dass der Raubüberfall erfunden war.

Nach den erforderlichen Polizeiermittlungen sei der Fall der Staatsanwaltschaft übergeben und Anklage erhoben worden, erklärte gestern (Ortszeit) ein Polizeisprecher dem Nachrichtenportal G1.

Als nächster Schritt soll ein Rechtshilfeersuchen an die US-Justiz gehen. Für Falschanzeige stehen in Brasilien Haftstrafen von einem bis sechs Monaten oder Bußgeld.

Randaliert statt ausgeraubt

Nach Darstellung der brasilianischen Polizei urinierten die vier US-Schwimmer hinter einer Tankstelle. Lochte soll dabei ein Werbeschild von der Wand gerissen haben. Private Sicherheitsleute stellten danach die Sportler, die nach eigenen Angaben den Brasilianern etwas Geld gaben.

Lochte verlor nach dem Zwischenfall mehrere Sponsoren. Laut Medienberichten in den USA dürfte der finanzielle Verlust für den mehrfachen Olympiamedaillengewinner bei deutlich über einer Million Dollar liegen.

Wirtschaft

VW-Betriebsratchef will engere Bindung an Zulieferer

Nach dem Zulieferboykott beim deutschen Autohersteller Volkswagen (VW) hat Betriebsratschef Bernd Osterloh eine engere Anbindung des Autokonzerns an seine Partner ins Spiel gebracht.

„Ich will damit jetzt nicht sagen, dass sich VW an all seinen Zulieferern beteiligen soll. Aber an verwundbaren Schlüsselstellen wäre das vielleicht ein Weg“, sagte Osterloh in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. „Ein denkbarer Ansatz dabei sind Minderheitsbeteiligungen - oder Vorkaufsrechte.“

Zwei Firmen der Prevent-Gruppe hatten in den vergangenen Wochen die Lieferung von Bauteilen und Sitzbezügen an VW eingestellt. Das führte zu Produktionsausfällen in mehreren VW-Werken. Am Dienstag war der Streit beigelegt worden. Über Details wurde Stillschweigen vereinbart.

Führende US-Notenbanker für baldige Zinserhöhung

Kurz vor der mit Spannung erwarteten Rede der Fed-Chefin Janet Yellen in Jackson Hole haben sich mehrere US-Notenbanker für eine baldige Zinserhöhung ausgesprochen. Die US-Notenbank plane, die Wirtschaft „heißlaufen zu lassen“, sagte der Präsident des Fed-Ablegers von San Francisco, John Williams, gestern vor Beginn der jährlichen Fed-Konferenz im US-Bundesstaat Wyoming.

Ähnlich äußerte sich seine Kollegin von Kansas City, Esther George. „Mein Ziel ist nicht, das Wirtschaftswachstum zu verlangsamen“, sagte sie. Zuvor hatte der Chef der Fed von Dallas, Robert Kaplan, gesagt, die Fed sollte in „nicht allzu ferner Zukunft“ zu einem weiteren Zinsschritt in der Lage sein.

Schlüsselrede von Yellen

In Jackson Hole wird Fed-Chefin Yellen heute eine Schlüsselrede halten, von der sich Akteure auf den Finanzmärkten Hinweise zur weiteren Entwicklung der Leitzinsen erhoffen. Die Tagung diente der Fed-Führungsspitze häufig als Forum, um den Märkten Signale über den geldpolitischen Kurs zu geben. Die Fed hält seit der Zinswende im Dezember 2015 die Leitzinsen in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Chronik

Keine Hinweise auf Opfer nach Felssturz in Normandie

Nach einem Steilküstenabbruch in der Normandie haben französische Rettungskräfte entgegen ersten Befürchtungen keine Hinweise auf verschüttete Menschen gefunden. Die Suchaktion sei gestern Abend eingestellt worden, berichteten die Regionalzeitung „Paris Normandie“ und der Sender France 3.

Steilküste in Normandie

APA/AFP/Charly Triballeau

Es gebe kein Indiz für Menschen unter den Kreidefelstrümmern, sagte ein Feuerwehrverantwortlicher der Zeitung. Die Steilküste am Ort Saint-Martin-aux-Buneaux nordwestlich von Rouen war auf etwa 100 Meter Breite abgebrochen, ein riesiger Geröllberg türmt sich nun am Strand auf.

Tod nach Krebstherapie - Wirkstoff im Visier

Nach dem Tod von drei Patienten eines alternativen Krebstherapiezentrums in Deutschland konzentrieren sich die Ermittler auf den Behandlungswirkstoff „3-Bromopyruvat“. „Es gibt die Arbeitsthese, dass mit dem Wirkstoff etwas nicht in Ordnung war“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Stahl heute.

Möglicherweise sei der Stoff verunreinigt oder die Dosierung nicht richtig gewesen, sagte Stahl. Der Heilpraktiker habe den Wirkstoff aber für die Therapie verwenden dürfen.

Insgesamt seien 69 Patienten der Praxis gestorben. Die Ermittler prüften, ob es einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und einer Behandlung mit dem Präparat gegeben habe. Dazu befrage man mit Hilfe der niederländischen Polizei Angehörige. Einem Großteil der Patienten konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus schulmedizinischer Sicht nicht mehr geholfen werden.

Mehr als 50 Waldbrände in Griechenland ausgebrochen

Bei einem Wald- und Buschbrand sind auf der griechischen Insel Chios in der Nacht auf heute sechs Menschen verletzt worden. Das berichtete der Athener Nachrichtensender Skai. Die Feuerwehr setzte starke Einheiten ein, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Ihren Angaben zufolge brachen in den vergangenen 24 Stunden landesweit 54 Brände aus.

Wegen der stürmischen Winde können Löschhubschrauber und -flugzeuge nur begrenzt eingesetzt werden, sagte ein Feuerwehroffizier im Radio. Der Zivilschutz warnte vor sehr starker Waldbrandgefahr.

Strafmaß im Fall Pistorius wird nicht neu verhandelt

Das Strafmaß im Fall des früheren Spitzensportlers Oscar Pistorius wird nicht neu verhandelt. Richterin Thokozile Masipa lehnte heute einen Antrag der Anklage ab, gegen das von ihr in zweiter Instanz verhängte Strafmaß in Berufung zu gehen. Die Verurteilung des 29-Jährigen wegen Totschlags zu sechs Jahren Haft bleibt bestehen.

Staatsanwalt Gerrie Nel hatte das Strafmaß als „schockierend milde“ bezeichnet. Er wollte mit einer Berufung ein höheres Strafmaß durchsetzen. Der unterhalb seiner Knie amputierte frühere Sprinter Pistorius hatte 2013 seine damalige Freundin erschossen.

Gesundheit

Science

Religion

Papst zu Jesuiten: „Bei Jugendlichen nie Tricks versuchen“

Die römische Jesuiten-Monatszeitschrift „Civilta Cattolica“ hat in ihrer aktuellen Ausgabe das Gespräch von Papst Franziskus mit polnischen Jesuiten veröffentlicht, das er am Rand des Weltjugendtags im Juli in Krakau geführt hatte. Darin sprach er über seinen guten Draht zu Jugendlichen und über die Beichte. „Bei Jugendlichen darf man nie Tricks versuchen“, sagte der Papst.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Wohl letzter Brief von Ludwig II. präsentiert

Der wohl letzte Brief des sagenumwobenen Bayern-Königs Ludwig II. nährt Zweifel an der Theorie vom verrückten „Kini“. Der ehemalige deutsche CSU-Politiker Peter Gauweiler präsentierte das Schreiben anlässlich des 171. Geburtstages von Ludwig II., wie die „Welt“ (Freitag-Ausgabe) berichtete.

Gerüchte über Todesumstände

Der Brief vom 10. Juni 1886, der der Öffentlichkeit bisher unbekannt war, ist an Ludwigs Vetter Prinz Ludwig Ferdinand gerichtet - der „vermutlich letzte eigenhändige Brief des Monarchen“, wie die Zeitung schreibt. Besondere Bedeutung erhält der Brief laut Gauweiler, weil er belege, dass der König geistig klar genug war, die ihm drohende Gefahr zu erkennen.

Er habe wohl geahnt, dass er abgesetzt werden sollte. Am 9. Juni 1886 wurde Ludwig II. entmündigt, am 13. Juni ertrank er im Starnberger See. Um die Umstände seines Todes - ob es Suizid war oder nicht - ranken sich viele Gerüchte.

Ludwig sah „schändliche Verschwörung“

In dem nun aufgetauchten Brief schreibt Ludwig unter anderem an seinen Vetter, er sehe eine „schändliche Verschwörung! Wer kann nur hinter einem solchen Verbrechen stecken, Prz. Luitpold vermuthlich.“ Und weiter: „Wie kann aber eine solche Infamitität nur möglich sein!!“ Ludwig erwähnt darin auch die Gerüchte um seinen Gesundheitszustand („angebliche Krankheit“), „an der nicht Sylbe wahr ist“.

Jazz-Tonmeister Rudy Van Gelder ist tot

Der US-Toningenieur Rudy Van Gelder, der mit Jazz-Größen wie Miles Davis, Thelonious Monk und John Coltrane Platten aufnahm, ist tot. Er starb gestern in seinem Haus in Englewood Cliffs (US-Staat New Jersey), wie seine Assistentin der „New York Times“ bestätigte. Van Gelder wurde 91 Jahre alt. Er prägte die Art, wie Musik aufgenommen wird, weit über den Jazz hinaus bis heute.

Van Gelder, eigentlich gelernter Optiker, erfand in Sachen Studiotechnik in vielerlei Hinsicht das Rad neu: In Englewood Cliffs baute er etwa 1959 ein eigenes Tonstudio, das im Wesentlichen eine hölzerne Pyramide war. Spötter und Skeptiker wurden bald durch den unnachahmlichen Klang der Aufnahmen überzeugt, darunter Meilensteine des Jazz wie John Coltranes „A Love Supreme“.

Eigensinnige Ideen, die Standard wurden

Van Gelders Rang lässt sich allein damit belegen, dass Toningenieure großer Poplabels oftmals bei ihm Betriebsspionage versuchten. Er selbst machte indes aus dem verwendeten - äußerst spartanischen - Equipment nie ein Geheimnis. Man müssse nur den richtigen Raum haben und Mikrofone richtig platzieren, lautete sein Credo.

In der Tat wachte er, als sein charakteristischer luftig-kühler Sound zusehends von anderen kopiert wurde, darüber, dass keine Fotos von den tatsächlichen Aufnahmesessions sein Studio verließen.

Außerdem verstand Van Gelder, dass abseits aller technischen Spezifikationen auch einfach die Stimmung der Musiker der beste Garant für eine geglückte Aufnahme sei. Er baute sein Studio bewusst in das ländliche Englewood Cliffs, um für möglichst stressfreie Atmosphäre unter den Musikern zu sorgen, und leistete sich als Erster in der Branche auch eigene Erholungsbereiche für sein Studio.

Würdigungen auch abseits der Jazz-Welt

Das berühmte Jazz-Label „Blue Note Records“, mit dem der Tonmeister in den 1950er und 1960er Jahren eng zusammenarbeitete, bedauerte den Tod einer „Blue Note Legende“. „Danke, Rudy“, schrieb das Label auf Twitter.

Der Grammy-Musikverband würdigte den Techniker als „brillanten Handwerker“, der den Klang der wichtigsten Jazz-Aufnahmen aller Zeiten mit prägte. In Sozialen Netzwerken meldeten sich auch Musiker wie Red-Hot-Chilli-Peppers-Bassist Flea, der Van Gelder damit würdigte, er habe seine „Lebensqualität nachhaltig erhöht“.

Panorama

Polizei fand Hai in Wasserlacke - „kein Sharknado“

Etwa 25 Kilometer vom Meer entfernt hat die Polizei in Australien einen Hai in einer Wasserlacke gefunden. Der kleine Port-Jackson-Stierkopfhai habe noch gelebt, sagte die Polizei in One Tree Hill, einem Vorort von Adelaide. Leider sei das Tier später verendet.

Wie der Hai in die Wasserlacke gelangt sei, wisse niemand: „Es ist ein Rätsel, aber die Polizei schließt die Möglichkeit eines Sharknados aus“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Im US-Kultfilm „Sharknado“ (2013) werden lebende Haie durch Tornados in die Stadt Los Angeles gewirbelt und töten Menschen. Die Polizei vermutet, dass der Hai aus der Lacke entweder gefangen und weggeworfen wurde oder aus einem Aquarium stammte, für das er zu groß geworden war.

Leute

Millionenstreit zwischen Heard und Depp neu entflammt

Amber Heard (30) und Johnny Depp (53) sind trotz einer Einigung in ihrem Scheidungsstreit über eine Millionenabfindung erneut aneinandergeraten. Nun geht es um den Auszahlungsmodus, wie US-Medien gestern berichteten.

Heard hatte vorige Woche verkündet, dass sie die von Depp zu zahlende Abfindung von sieben Millionen Dollar (rund 6,2 Mio. Euro) in voller Höhe für wohltätige Zwecke spenden werde. Die Summe soll aufgeteilt werden zwischen dem Kinderkrankenhaus in Los Angeles und der American Civil Liberties Union, einer Organisation, die sich für die Bürgerrechte einsetzt.

Depp zahlte direkt an Einrichtungen

Depps Team teilte nun laut „Variety“ mit, dass er die ersten Raten der Millionensumme schon gezahlt habe. Am Ende würde jede Organisation 3,5 Millionen Dollar (ca. 3,1 Mio. Euro) erhalten. „People“ (Onlineausgabe) zufolge haben beide Einrichtungen den Eingang von Geldern bestätigt.

Die Abfindung nahm damit aber nicht den Weg über Heards Konto. Die Vertreter der Schauspielerin reagierten prompt. Heard würde es zwar begrüßen, dass Depp nun Interesse für ihre Lieblingsstiftungen zeige, aber durch die direkte Zahlung würde er sich Steuervorteile verschaffen.

Das sei nicht ausgehandelt worden, hieß es in der Mitteilung. Heard fordert nun, dass Depp die doppelte Summe, also 14 Millionen Dollar (mehr als zwölf Mio. Euro), zahlen soll, wenn er diesen Weg gehen wollte.