Inland

Regierung einigt sich auf Integrationspaket

SPÖ und ÖVP haben sich gestern Abend auf letzte Details ihres Integrationspakets geeinigt. Die Regierungspläne sehen unter anderem ein verpflichtendes Integrationsjahr, mehr Deutsch- und Wertekurse sowie gemeinnützige Arbeit für Asylberechtigte vor. Außerdem enthält das Paket ein Burkaverbot im öffentlichen Raum sowie Einschränkungen bei der Koranverteilung.

Das Integrationsgesetz, das eine Sammlung von mehreren Gesetzen umfasst, war das erste Paket, das die Bundesregierung nach dem Update des Regierungsprogramms in Begutachtung geschickt hatte. Heute wird es im Ministerrat beschlossen.

Noch keine Einigung bei Studienbeihilfe

Über die geplante Reform des Privatinsolvenzrechts sowie Maßnahmen zur Bekämpfung der Scheinselbstständigkeit, die ebenfalls auf die Agenda der Regierungssitzung sollten, wurde unterdessen noch verhandelt, wie aus Regierungskreisen zu hören war.

Eher verzögern dürfte sich die Erhöhung der Studienbeihilfe. Hier spießt es sich noch an der Frage, um wie viel die Beihilfen angehoben werden sollen. Ein Beschluss in der Ministerratssitzung schien daher sehr fraglich.

Eurofighter-U-Ausschuss bekommt Startfreigabe

Es wird ernst mit dem neuen Eurofighter-Untersuchungsausschuss: Heute beschließt der Geschäftsordnungsausschuss die Aktenanforderung und wählt das Juristenteam, bevor der U-Ausschuss vom Nationalrat tags darauf eingesetzt wird.

Es wird eine reine Formalität, aber der Geschäftsordnungsausschuss muss das Verlangen auf einen U-Ausschuss von FPÖ und Grünen auf rechtliche Korrektheit prüfen.

Außerdem werden der Verfahrensrichter, der frühere Vizepräsident des Obersten Gerichtshofes Ronald Rohrer, und der Verfahrensanwalt, der Rechtsanwalt Andreas Joklik, sowie ihre Stellvertreter gewählt.

Wer Akten liefern muss

Zudem fasst der Geschäftsordnungsausschuss den grundsätzlichen Beweisbeschluss. Damit steht dann fest, welche Ministerien und öffentlichen Stellen ihre Akten und Unterlagen zur Causa rund um den umstrittenen Jetkauf liefern müssen.

Im Anschluss an den Geschäftsordnungsausschuss ist für den Nachmittag eine Pressekonferenz der drei Nationalratspräsidenten gemeinsam mit Verfahrensrichter und Verfahrensanwalt geplant.

Ausland

UNO: Gewalt gegen Frauen im Jemen nimmt zu

Frauen und Mädchen im Jemen werden durch den gewaltsamen Konflikt in ihrem Land zunehmend Opfer von häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen. 2016 seien mehr als 10.000 Attacken gemeldet worden, teilte der UNO-Bevölkerungsfonds (UNFPA) gestern mit. Dies entspreche einer Zunahme von 63 Prozent binnen zwei Jahren.

Die ohnehin schwierige Lage der Frauen in der jemenitischen Gesellschaft habe sich durch den Konflikt weiter verschlechtert. Es gebe mehr Vergewaltigungen, häusliche Gewalt, Kinderehen sowie körperliche und psychische Misshandlungen als noch vor Beginn der Kämpfe.

Fast 19 Mio. Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen

Im Jemen kämpfen seit September 2014 Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi gegen vom Iran unterstützte schiitische Houthi-Rebellen und andere Milizen, die dem vorherigen Staatschef Ali Abdallah Saleh die Treue halten.

Seit zwei Jahren fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes und von den USA unterstütztes Militärbündnis Luftangriffe gegen die Rebellen und unterstützt damit die Hadi-Truppen.

In dem Konflikt wurden nach UNO-Angaben bereits fast 7.700 Menschen getötet und mehr als 42.000 weitere verletzt. Fast 19 Millionen Menschen benötigen laut UNFPA humanitäre Hilfe. Wegen der schlechten Versorgungslage seien 1,1 Millionen schwangere Frauen unterernährt.

Iranischer Präsident Rouhani zu Besuch bei Putin

Der russische Präsident Wladimir Putin empfängt heute in Moskau seinen iranischen Kollegen Hassan Rouhani. Bei dem Treffen soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit vertieft werden. Es gehe um Energie und Verkehr, teilte der Kreml mit.

Rouhani kündigte an, sein Land werde die nukleare Kooperation mit Moskau fortsetzen. Symbol dafür sei das von Russland gebaute iranische Atomkraftwerk Buschehr.

Nach Rouhanis Angaben trifft er zum neunten Mal mit Putin zusammen. Der Iran ist ein großer Kunde für Industriegüter, Rüstung und Kernkrafttechnik aus Russland. Im Syrien-Krieg kämpfen beide Länder aufseiten von Präsident Baschar al-Assad.

IS droht Iran in Video

Neben Syrien ist der mehrheitlich schiitische Iran auch im Irak militärisch aktiv - dort vor allem im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Dschihadisten drohten dem Iran nun in einem Video. Die 36-minütige Propagandabotschaft wurde gestern in den Sozialen Netzwerken verbreitet.

Der IS werde den Iran erobern und wieder in eine sunnitische Nation verwandeln, sagt darin ein maskierter Dschihadist, der auch das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, direkt bedroht.

Die Aufnahmen zeigen auch, wie die Dschihadisten mehrere Soldaten enthaupten, mindestens einer von ihnen war offenbar ein schiitischer Kämpfer. Die sunnitische IS-Miliz betrachtet Schiiten als Ungläubige.

Ungarn interniert Flüchtlinge in Containerdörfern

Ungarn will Flüchtlinge von heute an für die Dauer ihres Asylverfahrens in Containerdörfer nahe der Grenze zu Serbien einsperren.

Der Grenzschutz, die Polizei und die Asylbehörden hätten die notwendigen Vorbereitungen getroffen, um die verschärften Regelungen zum Umgang mit Flüchtlingen umzusetzen, teilte das Innenministerium gestern mit.

Parlament beschloss „Transitzonen“

Das Parlament in Budapest hatte am 7. März mit großer Mehrheit beschlossen, dass Flüchtlinge künftig in grenznahen „Transitzonen“ festgehalten werden, bis über ihr Asylverfahren endgültig entschieden wird.

Von dem Gesetz betroffen sind alle neu ins Land kommenden sowie die bereits in Ungarn lebenden Flüchtlinge. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk und Amnesty International hatten den Beschluss scharf kritisiert.

Offensive bei syrischem Damm nach Drohungen ausgesetzt

Kurdisch geführte Truppen haben ihre Offensive auf einen strategisch wichtigen Staudamm in der Nähe der syrischen Stadt Al-Rakka kurzzeitig gestoppt.

Hintergrund waren Drohungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), der Damm könne einstürzen. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) kündigten gestern eine mehrstündige einseitige Waffenruhe an, um Ingenieuren den Zugang zu dem Euphrat-Damm zu ermöglichen.

Stromproduktion eingestellt

Hinter dem Damm staut sich der Assad-See, nur wenige Dutzend Kilometer stromabwärts liegt die IS-Hochburg Al-Rakka. Die Dschihadisten hatten am Wochenende über ihren Propagandadienst Amak indirekt mit dem Einsturz des Bauwerks gedroht. Wegen „US-Luftangriffen und eines hohen Wasserstandes“ drohe Dammbruch.

Es blieb bei widersprüchlichen Meldungen zunächst unklar, ob die Ingenieure den Damm tatsächlich betreten konnten. Die Stromproduktion war am Wochenende eingestellt worden. Es wird vermutet, dass der Kontrollraum schwer beschädigt ist.

US-Militär: Keine Schäden festgestellt

Das US-Militär erklärte, man habe keine signifikanten Schäden an dem Damm feststellen können. Nach allem, was man wisse, sei er funktionsfähig, sagte Sprecher John Thomas vom Zentralkommando in Tampa.

Die IS-Terroristen hätten Verwirrung und Panik stiften wollen, indem sie behauptet hätten, die Talsperre sei von der Koalition angegriffen worden. Daraufhin habe ein Teil der örtlichen Bevölkerung begonnen, die Gegend zu verlassen.

UNO-Verhandlungen über weltweites Atomwaffenverbot

Am UNO-Hauptquartier in New York haben Verhandlungen über ein weltweites Atomwaffenverbot begonnen - die Beratungen werden allerdings von rund 40 Staaten, darunter auch Deutschland, boykottiert. Die UNO-Botschafterin der USA, Nikki Haley, begründete den Boykott gestern damit, dass die Verhandlungen „unrealistisch“ seien.

Österreich Mitinitiator

Initiiert wurden die Verhandlungen 2014 von einer kleinen Staatengruppe, zu der unter anderen die EU-Mitglieder Österreich und Irland zählen. Im vergangenen Dezember stimmte die UNO-Vollversammlung mit Zweidrittelmehrheit dafür.

Die Verhandlungen finden nun in zwei Etappen im UNO-Hauptquartier in New York statt: vom 27. bis 31. März und vom 15. Juni bis 7. Juli. Die ersten Zwischenergebnisse werden dann im September der UNO-Vollversammlung vorgelegt.

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) forderte im Oktober, den „gefährlichen Trend“ zu stoppen, dass mehr und mehr Staaten versuchen, in den Besitz von Atomwaffen zu kommen. Gleichzeitig würden bestehende Atomwaffenarsenale modernisiert, warnte Kurz.

USA bringen Beispiel Nordkorea

Die USA dagegen sehen die Dinge völlig anders. Zwar wünsche sie sich „als Mutter und als Tochter für ihre Familie nichts mehr als eine Welt ohne Atomwaffen“, sagte die US-Botschafterin Haley. Doch gelte es, realistisch zu sein: „Gibt es jemanden, der daran glaubt, dass Nordkorea damit einverstanden wäre, nukleare Waffen zu verbieten?“

Während Haley ihr Statement vortrug, war sie von rund 20 Botschaftern weiterer Länder umgeben, welche die Verhandlungen ebenfalls boykottieren. Der deutsche Botschafter Harald Braun war zwar nicht dabei. Doch gehört Deutschland zum Kreis der Staaten, die im Dezember in der UNO-Vollversammlung gegen die Resolution zur Aufnahme der Verhandlungen über das Atomwaffenverbot gestimmt hatten und sich daran nicht beteiligen wollen.

Klimaschutz: Trump nimmt nächstes Obama-Erbe ins Visier

US-Präsident Donald Trump nimmt nach der gescheiterten Abschaffung des als „Obamacare“ bekannten Gesundheitssystems sein nächstes Wahlversprechen in Angriff. Der von seinem Vorgänger Barack Obama beschlossene Klimaschutzplan, der erstmals verbindliche Ziele für die Reduzierung von Treibhausgasen vorschreibt, soll per Dekret rückgängig gemacht werden. Die nächste große Hürde für Trump und die Republikaner rückt unterdessen näher: Für die angekündigte Steuerreform wird vehement an die Einigkeit der Partei appelliert.

Mehr dazu in Fossile Brennstoffe per Dekret

Wirtschaft

Frankreich ordnet Beteiligung an Opel-Käufer PSA neu

Der französische Staat ordnet seine Beteiligung an dem Autohersteller PSA neu. Der Anteil von 12,7 Prozent an PSA geht für 1,92 Milliarden Euro an die öffentliche Bank Bpifrance, teilte die Agentur für Staatsbeteiligungen gestern Abend in Paris mit.

PSA mit den Marken Peugeot und Citroën will den bisher zu General Motors gehörenden Autohersteller Opel kaufen.

Der Staat war im Rahmen der Sanierung von PSA vor drei Jahren eingestiegen. Die Nachrichtenagentur AFP zitierte eine namentlich ungenannte Quelle, wonach der Milliardenerlös wohl dafür eingesetzt werden soll, den Stromgiganten EDF und das Atomkraftunternehmen Areva neu mit Kapital auszustatten.

Uber bringt selbstfahrende Autos wieder auf Straße

Uber bringt nach einer kurzen Pause wegen eines Unfalls seine selbstfahrenden Autos wieder auf die Straße. Der Fahrdienstvermittler kündigte gestern an, dass die Tests im Bundesstaat Arizona und der Stadt Pittsburgh fortgesetzt werden.

Uber hatte seine Fahrten mit selbstfahrenden Autos Ende vergangener Woche gestoppt, nachdem eines der Fahrzeuge in einen Unfall verwickelt war.

Selbstfahrendes Auto nicht an Unfall schuld

Nach Angaben der Behörden war an dem Zusammenstoß nicht der Wagen des Fahrdienstvermittlers schuld, sondern der Fahrer des anderen Autos, der die Vorfahrt genommen habe. Niemand sei ernsthaft verletzt worden.

Auf Fotos war zu sehen, wie ein umgebauter Volvo mit Ubers Roboterwagensensoren auf dem Dach auf der Seite lag. Der Wagen war von Software gesteuert ohne einen Passagier an Bord unterwegs.

Uber befördert testweise auch Fahrgäste mit den Wagen, die in Pittsburgh und Arizona unterwegs sind. Der Chef von Ubers Roboterwagenentwicklung, Anthony Levandowski, hatte Ende Februar gesagt, dass rund ein Dutzend selbstfahrende Autos der Firma auf der Straße seien.

„Aktion 20.000“ soll Jobs für Ältere bringen

Arbeits- und Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) hat gestern Details zur „Aktion 20.000“ präsentiert, die die Langzeitarbeitslosigkeit bei über 50-Jährigen bekämpfen will. „Auch Ältere haben ein Recht auf Arbeit“, sagte Stöger bei der Präsentation des Fahrplans. Auf dem Arbeitsmarkt hätten sie mit Vorurteilen zu kämpfen, nun sollen gemeinnützige Jobs für über 50-Jährige stark gefördert werden.

„Der Markt hat hier seine Grenzen“, sagte Stöger. Derzeit seien über 50.000 Menschen über 50 Jahren bereits über ein Jahr arbeitslos. „Das einzige Handicap ist das Alter.“ Es gelte, bei der Aktion die oft auf beiden Seiten vorhandenen Vorurteile abzubauen.

Langzeitarbeitslosigkeit soll langfristig halbiert werden

Im Rahmen der Aktion sollen 20.000 Arbeitsplätze in Gemeinden, über gemeinnützige Trägervereine und Unternehmen geschaffen bzw. gefördert werden. Damit soll die Langzeitarbeitslosigkeit in dieser Gruppe langfristig halbiert werden. Bestehende Arbeitsplätze sollen aber nicht durch die geförderten Jobs ersetzt werden. Unter anderem werden die Lohn- und Lohnnebenkosten ersetzt, und zwar bis zu 100 Prozent. Laut Regierungsprogramm ist vereinbart, ab 1. Juli 20.000 Jobs pro Jahr zu schaffen.

„Nicht als Schicksal hinnehmen“

Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) begrüßte die Aktion. In Kärnten habe man die Modellregion Villach Stadt und Land sowie Hermagor geschaffen. „Wir wollen Arbeitslosigkeit nicht als Schicksal hinnehmen“, sagte er. SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch verwies darauf, dass die Betroffenen meist jahrzehntelang selber Beitragszahler ins Sozialsystem waren - und nun vielleicht wieder werden könnten. Die Arbeitsverhältnisse sollen nicht unter dem jeweiligen Kollektivvertragslohn bezahlt werden. „Alle Gemeinden und soziale Unternehmungen sind eingeladen, hier mitzutun.“

Judith Pühringer, Geschäftsführerin von Arbeit plus, einem Netzwerk von rund 200 sozialen Unternehmen, verwies auf die Erfahrung vieler sozialer Unternehmen, die Langzeitarbeitslose wieder ins Berufsleben begleiten. Auf dem Arbeitsmarkt würden Ältere oft alleine wegen ihres Geburtsdatums diskriminiert. „Wir wissen aber, dass Menschen über 50 nicht alt sind“, sagte sie. „Für Menschen über 55 sinkt die Integrationswahrscheinlichkeit in den Arbeitsmarkt de facto gegen null.“

Studie: Steueroasen für Großbanken lukrativ

Dass Großkonzerne in manchen Ländern praktisch steuerfrei wirtschaften, ist bekannt. Eine neue Studie nennt jetzt Zahlen - erfasst wurden die Gewinne von Banken in Steueroasen. Diese sind laut der NGO Oxfam in den entsprechenden Gebieten auffällig hoch.

So haben die 20 größten europäischen Banken laut eigenen Angaben im Vorjahr rund ein Viertel ihrer Gewinne in Ländern wie Luxemburg, Irland und Hongkong gemacht. Steuersätze betragen etwa 0,2 Prozent oder weniger. Auch Österreich scheint in der Liste auf - eine Großbank zahlt keine Steuern für den Millionengewinn.

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Sport

ÖFB: Feinschliff für die Dreierkette

In Österreichs Nationalmannschaft soll die Dreierkette langfristig als Alternative zum 4-3-2-1-System installiert werden. Geht es nach den Spielern, dann wäre heute beim Testspiel gegen Finnland eine Chance, am Feinschliff zu arbeiten. „Das erlernt sich nicht in drei Tagen“, betonte Sebastian Prödl, der vermutet, dass die Dreierkette zumindest 45 oder 60 Minuten zum Einsatz kommt. Die Spieler können dem System viel abgewinnen. Neben mehr Flexibilität wird auch der interne Konkurrenzkampf größer.

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Skispringen: Kraft als Abräumer der Saison

Vergleiche mit Skistar Marcel Hirscher drängen sich auf. Stefan Kraft hat mit dem am Sonntag beim Finale in Planica fixierten Weltcup-Gesamtsieg, mit Doppel-WM-Gold, Skiflug-Weltrekord und acht Tagessiegen die Skisprungsaison 2016/17 geprägt. Der Triumph im Gesamtweltcup ist für den 23-jährigen Salzburger der wichtigste Erfolg: „Ein Karrierehighlight. Dass ich es jetzt gewonnen habe, ist ein Wahnsinn.“ Ende Jänner war er noch fast 300 Zähler hinter dem Führenden Kamil Stoch gelegen.

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Chronik

74-jähriger Kärntner in Fischteich ertrunken

In Maria Rain in Kärnten ist gestern ein 74 Jahre alter Mann in seinem Fischteich ertrunken. Der Pensionist war Nichtschwimmer. Als er die Fische füttern wollte, fiel er ins Wasser und ertrank.

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Zwei Kinder vor Ertrinken gerettet

Großes Glück hatten dagegen zwei Kinder in Wien. Ein Familienvater und ein Pensionist konnten die beiden Kinder am Sonntagnachmittag aus einem Teich beim Kurpark Oberlaa retten.

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Lebendig begrabens Baby in Indien durch Zufall gerettet

Ein Baby ist in Indien kurz nach der Geburt lebendig begraben und nur durch Zufall gerettet worden. Ein Passant entdeckte am Wochenende das wenige Stunden alte Mädchen, das in einer Sandgrube auf einem Feld verscharrt worden war.

Der Mann habe gesehen, wie ein Fuß des Neugeborenen aus dem Sand herausragte, teilten die Behörden im Bezirk Jajpur im östlichen Bundesstaat Odisha gestern mit.

Das Mädchen wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo es nun unter Beobachtung steht. Das 2,5 Kilogramm schwere Baby sei wohlauf, erklärten die Ärzte. Sie tauften den kleinen Patienten auf den Namen Dharitri (Erde).

Womöglich ausgesetzt weil Mädchen

Die Polizei vermutet, dass das Mädchen wegen ihres Geschlechts ausgesetzt wurde oder weil es ein uneheliches Kind ist. In Indien ist männlicher Nachwuchs nach wie vor begehrter als weiblicher, da Söhne bis heute als Ernährer der Familie gelten, während Töchter wegen der hohen Mitgift bei ihrer Heirat eher als Last angesehen werden.

Anfang März hatte die Polizei in einem Abwasserkanal im westindischen Bundesstaat Maharashtra 19 abgetriebene weibliche Föten entdeckt.

Obwohl Tests zur pränatalen Geschlechtsbestimmung verboten sind, werden sie vor allem in den ländlichen Gebieten bis heute häufig vorgenommen. Laut einer britischen Studie aus dem Jahr 2011 wurden in den vergangenen drei Jahrzehnten in Indien bis zu zwölf Millionen Mädchen gezielt abgetrieben.

Germanwings-Absturz: Angehörige verklagen Fluglinien

Zwei Jahre nach der Germanwings-Katastrophe haben in Spanien sechs Opferfamilien die Kölner Fluggesellschaft, den Mutterkonzern Lufthansa und mehrere Versicherer verklagt.

Die Klagen auf Schmerzensgeld wurden vor einem Handelsgericht in Barcelona eingereicht, wie Sprecher der Familien gestern in der spanischen Metropole mitteilten.

„System hat versagt“

Dem offiziellen Untersuchungsbericht zufolge hatte Kopilot Andreas Lubitz auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf den Airbus absichtlich gegen einen Berg gesteuert. Alle 150 Menschen an Bord starben.

„Das System hat versagt und zugelassen, dass eine unqualifizierte Person ein Flugzeug mit 140 Passagieren steuert“, sagte vor Journalisten der Sprecher der sechs Familien, Narcis Motje, der beim Unglück seinen Sohn Jordi (37) verloren hat.

Höhe des angebotenen Schmerzensgelds „beleidigend“

Die Höhe der geforderten Schmerzensgelder wollte man nicht bekanntgeben. Die angebotenen Beträge seien aber „beleidigend“, so der Anwalt der Familien aus Spanien, Paraguay und Großbritannien.

Motje beklagte zudem, SIM-Karten möglicherweise mit Information zum Ablauf der Katastrophe seien vor der Rückgabe der Handys an die Familien entfernt worden. Lubitz’ Familie hatte zum zweiten Jahrestag Zweifel an der Alleinschuld des Kopiloten angemeldet.

Science

Kultur

Ai Weiwei baut Zäune in New York

Mit Blick auf das Thema Migration will der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei Dutzende Zäune und Installationen in New York bauen. Er „verwandelt den Sicherheitszaun aus Metalldraht in ein kraftvolles künstlerisches Symbol“, so der Public Art Fund, der das Projekt finanziert.

Die Werke sollen ab Mitte Oktober bis Februar 2018 auf Hausdächern und Haltestellen, zwischen Gebäuden, aber auch als frei stehende Skulpturen an bekannten Orten in mehreren Bezirken der Metropole zu sehen sein. Titel ist „Good Fences Make Good Neighbors“ - gute Zäune machen gute Nachbarn.

Selbst als Einwanderer nach New York gekommen

Der heute 59-Jährige kam in den 1980er Jahren selbst als Einwanderer nach New York und hat sich bereits mehrfach mit dem Schicksal von Flüchtlingen auseinandergesetzt, zuletzt mit einem monumentalen Schlauchboot in der tschechischen Nationalgalerie.

Die Zäune in New York sollen Metaphern sein in einer Stadt, „die Millionen Einwanderern lang als Tor zu den Vereinigten Staaten diente“, wie der Public Art Fund mitteilte.

Ai Weiwei lebte von 1983 bis 1993 in New York, heute pendelt er zwischen Ateliers in Peking und Berlin. „Hindernisse sind genutzt worden, um uns zu spalten, aber als Menschen sind wir alle gleich. Einige sind privilegierter als andere, aber mit diesem Privileg geht eine Verantwortung einher, mehr zu tun“, sagte er.

Panorama

Eiffelturm wird mit Glaswänden umgeben

Der Pariser Eiffelturm wird aus Sorge vor Anschlägen auf zwei Seiten mit einer schusssicheren Glaswand gesichert. Der Pariser Stadtrat beschloss das 20 Millionen Euro teure Projekt gestern einstimmig. Die Arbeiten sollen Mitte des Jahres 2018 abgeschlossen sein.

Seit der Fußball-EM im vergangenen Sommer ist das Gelände um das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt bereits durch Metallbarrieren gesichert. Besucher werden abgetastet, ihre Taschen durchsucht.

„Sehr viel ästhetischer“

Das jetzige Vorhaben ist nach den Worten des für Tourismus zuständigen Vizebürgermeisters Jean-Francois Martins „sehr viel ästhetischer“ als die bisherigen Metallvorrichtungen. Die Glaswände sollen Sicherheit bieten und zugleich einen freien Blick auf den Eiffelturm ermöglichen.

Zudem sind neue Barrieren vorgesehen, die vor Anschlägen mit Autos schützen sollen, sowie eine verbesserte Videoüberwachung.

Renovierung um 300 Mio. Euro

Die Stadt Paris hatte Mitte Januar bekanntgegeben, dass der Eiffelturm in den kommenden 15 Jahren für rund 300 Millionen Euro renoviert und modernisiert werden soll. Paris wurde seit Anfang 2015 wiederholt Ziel islamistischer Anschläge.

Am 13. November 2015 töteten Islamisten bei einer Serie von Attacken in der französischen Hauptstadt 130 Menschen. Der 324 Meter hohe Eiffelturm zieht jedes Jahr rund sieben Millionen Besucher an und ist damit das meistbesuchte Monument der Welt, für das Eintritt verlangt wird. Gebaut wurde der Stahlturm für die Weltausstellung 1889.