Ausland

Korsika fordert Schließung radikaler Moscheen

Die korsische Regionalversammlung hat die Behörden aufgerufen, alle muslimischen Kultstätten auf der Insel zu schließen, die eine radikale Lesart des Islam vertreten. Eine entsprechende Resolution wurde heute praktisch einstimmig verabschiedet.

Darin wird der französische Staat zur „umgehenden Schließung“ aller „Gebets- und Versammlungsorte“ aufgerufen, „die als Orte der Radikalisierung bekannt sind oder in denen Hassreden gehalten werden, die ein Klima der Gewalt befördern“.

Seperatistengruppe droht mit Vergeltung

Zuvor hatte eine korsische Separatistengruppe den „radikalen Islamisten auf Korsika“ mit harter Vergeltung gedroht, sollten sie ein Attentat auf der französischen Mittelmeerinsel begehen.

"Das Ziel der Salafisten ist es offenkundig, bei uns die Politik von Daesh (arabische Abkürzung des „Islamischen Staates") zu verwirklichen, doch sind wir darauf vorbereitet“, hieß es in der Erklärung der Nationalen Befreiungsfront Korsikas (FLNC), die an die Zeitung „Corse Matin“ verschickt wurde.

Gruppe spricht von „mittelalterlicher Philosophie“

Die „mittelalterliche Philosophie“ radikaler Islamisten mache ihr keine Angst, schrieb die Untergrundgruppe, die für eine Abspaltung Korsikas von Frankreich kämpft. Die FLNC rief die „Muslime Korsikas“ auf, sich gegen den radikalen Islamismus zu stellen und den Behörden die Radikalisierung „junger Arbeitsloser“ zu melden.

Die Erklärung erfolgte zwei Wochen nach dem Anschlag in Nizza mit 84 Toten und zwei Tage nach der Ermordung eines Priesters bei Rouen. Zu beiden Taten bekannte sich die IS-Miliz.

Rajoy erhält in Spanien Auftrag zur Regierungsbildung

Gut einen Monat nach der Parlamentsneuwahl in Spanien hat König Felipe VI. den geschäftsführenden konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. „Ich habe dem König gesagt, dass ich noch nicht die nötige Unterstützung habe, den Auftrag aber dennoch annehme“, erklärte Rajoy heute Abend in Madrid nach einem Treffen mit Felipe.

Das Gespräch mit Rajoy hatte die dreitägige Konsultationsrunde Felipes mit mehreren Parteichefs abgeschlossen. Dabei hatte der König am Donnerstag im Zarzuela-Palast nordwestlich von Madrid auch den Vorsitzenden der Sozialisten (PSOE), Pedro Sanchez, empfangen.

Rajoy wünscht sich große Koalition

Sanchez sagte danach vor Journalisten, er habe Felipe mitgeteilt, dass die PSOE-Abgeordneten bei einer eventuellen Abstimmung über eine Kandidatur von Rajoy im Madrider Parlament mit „Nein“ votieren würden.

Rajoy würde am liebsten mit der PSOE eine große Koalition nach deutschem Vorbild bilden. Die Alternative wäre für die Konservativen eine Minderheitsregierung, wie Rajoy auf seiner Pressekonferenz bekräftigte. Diese wäre aber nur bei einer Enthaltung der Sozialisten möglich.

Rajoy warnte nun, man müsse unter allen Umständen eine zweite Neuwahl verhindern und so schnell wie möglich eine Regierung bilden. Auf das Land warteten große Herausforderungen wie die Stärkung der Wirtschaft und die separatistischen Bestrebungen in Katalonien.

Drogenhändler in Indonesien hingerichtet

Trotz internationaler Proteste hat Indonesien vier verurteilte Drogenhändler hinrichten lassen. Sie wurden heute bei strömendem Regen von einem Erschießungskommando auf der Gefängnisinsel Nusa Kambangan getötet, wie die lokalen Sender „TV One“ und „Metro TV“ berichteten. Unter ihnen seien drei Ausländer gewesen, teilte Vize-Staatsanwalt Noor Rochmad mit.

Internationale Proteste

Erst am Mittwoch und gestern hatten die Bundesregierung und auch die Vereinten Nationen an Indonesien appelliert, auf die angekündigte Hinrichtung von 14 zum Tode verurteilten Drogenhändlern zu verzichten. Warum zehn von ihnen nun doch nicht exekutiert wurden, sagte Rochmad nicht.

Bei den Ausländern handelt es sich mehrheitlich um Nigerianer. Vergangenes Jahr waren in dem riesigen Inselstaat in Südostasien trotz internationaler Proteste 14 Menschen hingerichtet worden. Aktuell sitzen dort mindestens 121 Menschen in Todeszellen, fast alle wegen Drogendelikten.

GB und Polen wollen enger zusammenarbeiten

Polen und Großbritannien wollen trotz des „Brexit“-Votums ihre Zusammenarbeit vertiefen. „Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) sollte unsere Beziehungen nicht schwächen sondern stärken“, sagte Premierministerin Theresa May heute bei ihrem Antrittsbesuch in Warschau. „Großbritannien ist unser strategischer Partner“, erwiderte Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo.

Das werde auch in Zukunft so bleiben, fügte die nationalkonservative Politikerin hinzu. Die Regierungschefinnen betonen die engen wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder. „Letztes Jahr war Polen Großbritanniens zweitgrößter Handelspartner“, unterstrich May.

In England lebende Polen weiterhin willkommen

Die mehr als 850.000 in England lebenden Polen seien weiterhin willkommen, sagte die britische Premierministerin. „Wir schätzen ihren Beitrag zur Entwicklung unseres Landes und verurteilen Angriffe gegen polnische Gemeinschaften nach dem Referendum.“

In Bezug auf ihre Rechte nach dem „Brexit“ betonte May, wie zuvor in Bratislava, das Prinzip der Gegenseitigkeit. Die Einwanderer dürften bleiben, wenn die Rechte von im EU-Ausland lebenden Briten gewahrt würden. Ende Juni hatten die Briten mit 52 Prozent Ja-Stimmen für einen Austritt aus der EU gestimmt.

Ankara will Vermögen von Richtern beschlagnahmen

Nach dem Putschversuch in der Türkei hat die Staatsanwaltschaft in Ankara die Beschlagnahmung aller Vermögenswerte von mehr als 3.000 Richtern und Staatsanwälten beantragt. Betroffen seien 3.049 Richter und Staatsanwälte mit mutmaßlichen Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fetullah Gülen, deren Festnahme bereits angeordnet worden sei, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu heute. Die betroffenen Juristen seien bereits vom Dienst suspendiert.

Beschlagnahmt werden sollen unter anderem Immobilien, Bankkonten und Fahrzeuge. Die Regierung macht den in den USA lebenden Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich. Nach Angaben des Innenministeriums saßen gestern mehr als 1.600 Richter und Staatsanwälte in Untersuchungshaft. Die Regierung wirft der Gülen-Bewegung vor, den Staat unterwandert zu haben. Gülen wurde in der Vergangenheit großer Einfluss im Justizbereich nachgesagt.

Radikaler Umbau der Armeeführung beschlossen

Indes hat der Oberste Militärrat einen radikalen Umbau der Armeeführung beschlossen. Der Rat beriet heute in Ankara über die Besetzung der Armeespitze, nachdem 149 Generäle und Admiräle entlassen worden waren. Als Zeichen des Misstrauens der türkischen Führung fand das Sondertreffen des Militärrats unter Vorsitz von Ministerpräsident Binali Yildirim nicht wie üblich im Armeehauptquartier statt, sondern in der Residenz des Regierungschefs.

Polizei bekommt schwere Waffen

Kurz vor Beginn der Sitzung wurde der Rücktritt zweier ranghoher Generäle bekannt. Der Militärrat muss nun über ihre Nachfolge und die Besetzung anderer hoher Posten entscheiden. Gestern waren 149 der insgesamt 358 Generäle und Admiräle unehrenhaft aus den türkischen Streitkräften entlassen worden. Ihnen wurde vorgeworfen, in den Putschversuch verwickelt zu sein. Einem Regierungsdekret entsprechend wurden außerdem 1.099 Offiziere entlassen.

Unterdessen kündigte Innenminister Efkan Ala an, die türkische Polizei mit schweren Waffen auszurüsten. „Wir werden nicht so tun, als sei nichts geschehen“, sagte er der Agentur TGRT. Die türkische Führung strebt schon seit Längerem eine stärkere Bewaffnung der Polizei als Gegengewicht zur Armee an.

Auslieferung von Deutschland gefordert

Die Regierung in Ankara fordert auch von Deutschland die Auslieferung von Gülen-Anhängern. Das sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu heute dem Sender CNN Türk nach dessen Angaben. Die Hizmet-Bewegung ist in Deutschland mit rund 150 Nachhilfevereinen, 30 Schulen und 15 Dialogvereinen aktiv.

Als deutschlandweiter Ansprechpartner versteht sich die Stiftung Dialog und Bildung in Berlin. Mit einigen Aktivitäten ist Gülens Bewegung auch in Österreich vertreten. Dazu gehören insbesondere der Österreich-Ableger der Zeitung „Zaman“, das „Friede Institut für Dialog“ und die Schule Phönix in Wien.

Grünes Licht für umstrittenes AKW Hinkley Point

Der Verwaltungsrat des französischen Stromkonzerns EDF hat einem Bericht zufolge grünes Licht für den heftig umstrittenen Bau zweier neuer Atomreaktoren in Großbritannien gegeben. Das Gremium habe mit zehn zu sieben Stimmen für die Investition gestimmt, meldete die französische Nachrichtenagentur AFP heute unter Berufung auf informierte Kreise.

EDF bestätigte diese Information am Abend zunächst nicht und verwies darauf, dass die Sitzung noch andauere. Kritiker halten die Milliardeninvestition für ein Risiko.

Das Projekt in Hinkley Point an der Westküste Englands soll 18 Milliarden Pfund (21,46 Mrd. Euro) kosten. Rund ein Drittel sollen chinesische Partner schultern.

Österreich klagt gegen Staatssubventionen

„Diese Entscheidung führt das Unternehmen schnurstracks in den Bankrott und wird zu geringe Investitionen in die nukleare Sicherheit im französischen Kraftwerkspark nach sich ziehen“, kritisierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Österreich und andere Staaten klagen vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen die milliardenschweren Staatssubventionen für das Projekt - nach dem angekündigten Austritt Großbritanniens aus der EU dürfte diese Klage allerdings den Boden unter den Füßen verlieren.

Bruch zwischen Al-Kaida und Al-Nusra-Front verkündet

Das internationale Terrornetzwerk Al-Kaida hat mit der syrischen Dschihadistenorganisation Al-Nusra-Front gebrochen. Al-Nusra-Chef Abu Mohammed al-Dscholani verkündete heute in vom TV-Sender Al Jazeera verbreitetem Videomaterial die Trennung der beiden Terrororganisationen.

Dscholani verkündete außerdem, dass sich die Al-Nusra-Front künftig Dschabat Fath al-Scham (zu deutsch „Befreiungsfront von al-Scham“) nennen werde. Das Video bestätigte frühere Spekulationen über einen baldigen Bruch der beiden Terrororganisationen.

Gezielte Angriffe gegen Al-Nusra-Front

Hintergrund der Erklärung der Al-Kaida-Führung ist der jüngst erfolgte Zusammenschluss der USA und Russlands im Kampf gegen die radikalen Dschihadistenorganisationen. Washington und Moskau hatten sich Mitte Juli darauf verständigt, in Syrien gemeinsam gegen den Islamischen Staat (IS) und die Al-Nusra-Front vorzugehen.

Schon seit September 2015, als Russland sich an der Seite des syrischen Machthabers Baschar al-Assad aktiv in die Kämpfe einschaltete, wird die Al-Nusra-Front gezielt von Russland angegriffen.

Die Al-Nusra-Front verfügt nach Einschätzung von Experten über 5.000 bis 10.000 Kämpfer. Dabei legt die Al-Nusra-Front wenig Wert auf exklusive Territorialhoheit, oft kämpft sie mit anderen Gruppen zusammen. Die Al-Nusra-Front ging aus dem Al-Kaida-Arm Islamischer Staat im Irak hervor, sie wurde 2013 zum einzigen Ableger Al-Kaidas in Syrien erklärt.

Inland

Kern legt Messlatte für Tiroler SPÖ hoch

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat heute Abend am Landesparteirat in Innsbruck die Messlatte für den Tiroler SPÖ-Chef Ingo Mayr bei der nächsten Landtagswahl recht hoch gelegt. „Wir müssen in Tirol mindestens 20 Prozent oder mehr erreichen“, meinte Kern in seiner Rede vor den Genossen im Innsbrucker Congress.

Die SPÖ müsse wieder dorthin, wo sie einmal war und nicht nur „ein bissl“ dazugewinnen, erklärte der Bundeskanzler. „Wir müssen die Partei auch im Westen Österreichs wieder stärker machen, sonst haben wir auch im Bund keine Chance“, beschwor Kern seine Parteifreunde.

Mayr nimmt Herausforderung an

Mayr hatte vor rund einer Woche im APA-Sommerinterview noch gesagt, er wolle bei den nächsten Landtagswahlen im Frühjahr 2018 rund 15 bis 16 Prozent erreichen. Er nehme die Herausforderung seines Parteivorsitzenden jedoch an, meinte Mayr am Rande des Parteirates im Gespräch mit der APA. Das Potenzial in Tirol liege durchaus bei 20 Prozent.

„Wir haben die Talsohle endlich durchschritten. Es passt, wenn der Kanzler die Latte hochlegt“, zeigte sich der Tiroler SPÖ-Chef, der bei den Landtagswahlen als Spitzenkandidat antreten will, optimistisch.

Politik für Kern ein „Mannschaftssport“

Auch auf Bundesebene stellte Kern den Führungsanspruch der SPÖ und nahm seine Parteigenossen in den Ländern in die Pflicht. „Auch ihr habt eine Verantwortung“, sagte der SPÖ-Vorsitzende. Politik sei ein „Mannschaftssport“, und die Aufgaben müssten gemeinsam erledigt werden, fügte er hinzu.

Wirtschaft

Banken-Stresstest: Aufseher veröffentlichen Ergebnisse

Morgen Abend legt die europäische Bankenaufsicht EBA die Resultate der diesjährigen Bankenstresstests vor. Die Stress-Annahmen variierten von Land zu Land. Dabei sahen sich österreichische Großbanken - auch wegen Osteuropa - härter auf die Probe gestellt als die Konkurrenz.

51 EU-Institute aus 16 Ländern

Die Banken müssen beweisen, wie sie eine mehrjährige Krise überstehen können, ohne dass zu viel Kapital aufgezehrt würde. Dem Belastungstest mussten sich diesmal 51 EU-Institute aus 16 Ländern stellen.

37 Großbanken aus der Eurozone sind darunter, unter ihnen aus Österreich Erste Group und RZB (Raiffeisen Landesbanken Holding). Mit neun Großbanken ist die deutsche Bankenlandschaft am stärksten vertreten, aus Italien mussten fünf Institute in den Test.

I: Bankenkonsortium für Monte Paschi steht noch nicht

Das krisengeschüttelte italienische Geldhaus Monte dei Paschi di Siena hat einem Insider zufolge noch nicht genügend Banken für seine geplante Kapitalerhöhung beisammen. „Bisher ist die Gruppe zu schwach. Mehr Banken müssen an Bord kommen“, sagte eine mit der Sache vertraute Person heute Abend.

Die Finanzinstitute Morgan Stanley, die HVB-Mutter UniCredit und Intesa San Paolo hätten es abgelehnt, die fünf Milliarden Euro schwere Kapitalemission zu garantieren. Interessiert seien dagegen Citigroup, Bank of America, Deutsche Bank und Credit Suisse gewesen. In der Regel werden die Banken erst kurz vor dem Beginn einer Kapitalerhöhung ausgewählt.

Für Monte dei Paschi tickt die Uhr

Die Banken sollen nicht nur dafür sorgen, dass die neuen Aktien an den Mann gebracht werden, sondern anteilig auch Aktien übernehmen, die nicht verkauft werden. Organisiert wird die Kapitalerhöhung von JPMorgan und Mediobanca. Die genannten Institute wollten sich nicht äußern oder waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Für Monte dei Paschi tickt die Uhr. Die Bank will von der Europäischen Zentralbank (EZB) grünes Licht für ihre Kapitalerhöhung haben, bevor am Freitagabend die Ergebnisse des europaweiten Bankenstresstests vorliegen. Er dürfte die Schwächen des toskanischen Geldhauses offenbaren, das unter einer Milliardenlast fauler Kredite leidet.

Zustimmung der EZB vonnöten

Monte dei Paschi will wacklige Darlehen an den italienischen Bankenrettungsfonds Atlante mit einem deutlichen Abschlag losschlagen. Dafür ist die Zustimmung der EZB vonnöten. Die Frankfurter Bankenaufseher verlangen von der Bank, dass sie ihre faulen Kredite bis 2018 um 40 Prozent auf rund 14 Milliarden Euro abbaut.

Swiss streicht Istanbul aus dem Streckennetz

Die Lufthansa-Tochter Swiss zieht nach den Terroranschlägen der vergangenen Monate und dem misslungenen Umsturzversuch in der Türkei vor rund zwei Wochen Konsequenzen und streicht Istanbul ab dem Winterflugplan aus ihrem Streckennetz.

Die Airline bestätigte heute gegenüber der Nachrichtenagentur sda einen entsprechenden Bericht des „Tagesanzeigers“. Grund für diese Anpassung des Streckennetzes sei die schrumpfende Nachfrage durch die massive Verschlechterung der Sicherheitslage, begründete Swiss-Sprecherin Meike Fuhlrott den Entscheid.

Daneben macht der Swiss auch die Konkurrenz zu schaffen. Vor allem das starke Wachstum der teilstaatlichen Turkish Airlines (TK) habe zu Überkapazitäten und einem starken Preiszerfall auf der Strecke Zürich - Istanbul geführt, sagte Fuhlrott. Swiss fliegt gegenwärtig zweimal pro Tag in die türkische Metropole. Der Winterflugplan 2016/17 mit dem neuen Streckennetz tritt am 30. Oktober 2016 in Kraft.

IT

Swisscom erkennt Kunden künftig an ihrer Stimme

Kunden des Schweizer Telekomkonzerns Swisscom können sich künftig mit ihrer Stimme ausweisen. Ab Anfang August werde in den Callcentern die neue Software Voiceprint eingesetzt, die Anrufer anhand ihrer Stimme eindeutig identifiziere, teilte die Swisscom heute mit. Das Verfahren sei sicherer und schneller als die bisherigen Kontrollen über die Abfrage von Passwörtern und Sicherheitsmerkmalen.

Technisch funktioniert das Verfahren so, dass Voiceprint beim ersten Anruf binnen Sekunden im Hintergrund anhand von verschiedenen Stimmmerkmalen ein Profil erstellt, das unverwechselbar ist und auf den Rechnern des Konzerns in der Schweiz gespeichert wird. Der Inhalt der Gespräche wird nicht aufgezeichnet. Jeder Kunde kann die Stimmerkennung auch abschalten.

Voiceprint ist im Bankensektor bereits etabliert und wird unter anderem von der britischen Barclays eingesetzt. Die Swisscom ist nach eigenen Angaben unter den Telekomkonzernen in Europa mit der automatischen Stimmerkennung Pionier.

Sport

Formel 1: Cockpitschutz kommt erst 2018

Die Strategiegruppe der Formel 1 hat den Fahrerwillen nicht erfüllt. Die Gruppe, der unter anderem die Teamchefs der sechs größten Teams und Chefvermarkter Bernie Ecclestone angehören, stimmte heute gegen die Einführung eines Cockpitschutzes in der kommenden WM-Saison. Das von vielen Piloten favorisierte „Halo“-System soll frühestens 2018 eingeführt werden. Dafür dürfen sich die Teams mit ihren Fahrern während eines Rennens wieder per Funk unterhalten.

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Beachvolleyball: Fehlstart für Doppler/Horst

Clemens Doppler und Alexander Horst haben heute einen Fehlstart beim Beachvolleyball-Major in Klagenfurt hingelegt. Die Österreicher verloren beide Gruppenspiele und müssen morgen gegen die US-Amerikaner John Hyden und Tri Bourne in ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die K.-o.-Phase.

„Wir haben nicht ganz so in unseren Servicerhythmus gefunden, um die Gegner vom Netz fernzuhalten“, nannte Horst einen Grund für die Niederlagen.

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Chronik

DNA-Abgleich bestätigt Tod von Unister-Chefs

Genau zwei Wochen nach dem Flugzeugabsturz in Slowenien ist der Tod der beiden Unister-Chefs amtlich.

Ein DNA-Abgleich habe ergeben, dass es sich bei den Leichen um die beiden Gesellschafter des deutschen Internetunternehmens, Thomas Wagner und Oliver Schilling, sowie einen Finanzvermittler mit dem Vornamen Heinz Horst handle, berichtete heute die Lokalzeitung „Primorske Novice“ unter Berufung auf den Leiter der Kriminalpolizei in Nova Gorica, Marino Pangos.

Es handle sich „um einen 38-jährigen, 65-jährigen und 39-jährigen deutschen Staatsbürger“, bestätigte Pangos der dpa. Die deutschen Behörden seien informiert worden.

Weder die zuständige Staatsanwaltschaft in Leipzig noch die Generalstaatsanwaltschaft Dresden konnten den Eingang der Nachricht zunächst jedoch bestätigen. Allerdings hatte es dort schon in den vergangenen Tagen „keine begründbaren Zweifel“ daran gegeben, dass es sich tatsächlich um die Leipziger Unternehmer und den 65-jährigen Finanzvermittler handelt. Auch der 73 Jahre alte Pilot des einmotorigen Kleinflugzeugs starb bei dem Absturz.

Religion

Papst wünscht sich „rebellische“ Jugend

Papst Franziskus hat die Jugend ermuntert, laut ihre Stimme zu erheben und sich stärker für eine bessere Welt einzusetzen. „Es ist schön und es tröstet mein Herz, euch so rebellisch zu sehen“, sagte er heute bei einer großen Begrüßungszeremonie vor Hunderttausenden Teilnehmern des Weltjugendtags in Krakau. „Die Kirche blickt auf Euch und möchte von Euch lernen.“ Franziskus ermutigte die jungen Menschen, keine Angst vor Veränderungen zu haben.

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Medien

Mediaset droht Vivendi mit Schadenersatzklage

Nach dem geplatzten Verkauf des Bezahlfernsehgeschäfts der italienischen Mediaset an Vivendi aus Frankreich gibt es heftigen Streit zwischen beiden Unternehmen. Die von der Familie des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi kontrollierte Mediaset kündigte heute eine Schadenersatzklage gegen Vivendi an.

Die Franzosen hätten einen bindenden Vertrag unterzeichnet und wollten diesen jetzt nicht einhalten, hieß es zur Begründung. Vivendi erklärte daraufhin, man erwäge eine Verleumdungsklage gegen Mediaset wegen Rufschädigung.

Unstimmigkeiten über Preis für „Premium“-Sparte

Mediaset hatte am Dienstag mitgeteilt, Vivendi sei nicht mehr an der gesamten Pay-TV-Sparte „Premium“ interessiert. Stattdessen wolle der französische Konzern nur noch 20 Prozent des Bereichs übernehmen und über eine Wandelanleihe mit 15 Prozent bei Mediaset einsteigen.

Zuvor hatte es einem Insider zufolge Unstimmigkeiten über den Preis für „Premium“ gegeben. So habe Vivendi-Chef Vincent Ballore eine Reduzierung des Kaufpreises für „Premium“ verlangt, weil er der Meinung sei, die Sparte sei die ursprünglich vereinbarten 800 Millionen Euro nicht wert. Bollore will eine europäische Mediengruppe aufbauen.

Kultur

New Yorker MoMA ehrt Tom Hanks

Das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) ehrt den Hollywood-Schauspieler Tom Hanks (60). Der Oscar-Preisträger sei „seit mehr als 35 Jahren eine essenzielle Figur in der amerikanischen Kunst des Geschichtenerzählens“, sagte Rajendra Roy, Filmkuratorin des MoMA, heute.

Gala am 15. November

Bei einer Gala am 15. November solle die Karriere von Hanks gewürdigt werden, der mit Filmen wie „Forrest Gump“ und „Philadelphia“ bekannt geworden ist. In den vergangenen Jahren hatten bereits Stars wie Cate Blanchett, Tilda Swinton, Quentin Tarantino, Pedro Almodovar, Kathryn Bigelow, Tim Burton und Baz Luhrmann diese Auszeichnung des MoMA erhalten.

„MAD“-Cartoonist Jack Davis ist tot

Jack Davis, legendärer Zeichner und Mitbegründer des US-Satiremagazins „MAD“, ist tot. Er sei gestern Früh im Alter von 91 Jahren in St. Simons im US-Bundesstaat Georgia eines natürlichen Todes gestorben, teilte sein Schwiegersohn Chris Lloyd mit.

Davis wurde 1924 in dem Südstaat geboren. Als junger Mann zog er nach New York, wo er nach einer kurzen Durststrecke als Künstler Fuß fassen konnte. Seinen Durchbruch schaffte Davis 1950, als es ihm erstmals gelang, seine Arbeiten an den Verlag EComic („Geschichten aus der Gruft“) zu verkaufen.

„Gangmitlied“ bei den „ungewöhnlichen Idioten“

Zwei Jahre später gründete Davis mit den EComic-Redakteuren William M. Gaines, Albert B. Feldstein und Harvey Kurtzman das Satiremagazin „MAD“, berühmt für Alfred E. Neumann, den schelmisch grinsenden rothaarigen Coverboy.

Mehr als sechs Jahrzehnte lang blieb Davis Mitglied der „ungewöhnlichen Gang von Idioten“, wie sich die „MAD“-Macher selbst nannten. Neben seiner Arbeit als Satiriker illustrierte Davis Kinoplakate (etwa zu George Lucas’ 1973 erschienenem Film „American Graffiti“), gestaltete Albumcover für Bands wie The Monkees und Magazintitel für das „Time“-Magazin.

„Gibt nichts, was er nicht konnte“

„MAD“-Chefredakteur John Ficarra würdigte Davis: „Es gibt nichts, was er nicht konnte. Cover, Karikaturen, Sportszenen, Monster - sein humoristischer Umfang war einfach unglaublich.“

Das Magazin wird seinem Mitbegründer eine Sonderstrecke widmen. Zu sehen geben wird es wohl Davis’ bekannteste Parodien - etwa zu „Jäger des verlorenen Schatzes“ (Indiana Jones), „Vom Winde verweht“ und „M*A*S*H“.

Science

UNO erklärt Wetterphänomen „El Nino“ für beendet

Das jüngste „El Nino“-Wetterphänomen ist laut der UNO-Wetterorganisation vorüber, doch könnte bald das stürmische Wetterphänomen „La Nina“ folgen. Die atmosphärischen Indikatoren, die Anfang des Jahres ein deutliches „El Nino“-Wettermuster angezeigt hätten, seien im Juni und Juli fast auf Normalniveau zurückgekehrt, erklärte die Weltorganisation für Metereologie (WMO) heute. „El Nino“ beeinflusst den Niederschlag und verursacht sowohl Dürren als auch Überschwemmungen.

Mit dem Rückgang von „El Nino“ beginnt gewöhnlich das verwandte Wetterphänomen „La Nina“, das oft zu einer Zunahme der Regen- und Schneefälle sowie von Stürmen auf der Welt führt. Laut der WMO könnte „La Nina“ im Herbst beginnen, dürfte jedoch relativ schwach ausfallen. „El Nino“ tritt alle vier bis fünf Jahre auf und zeichnet sich durch eine Erwärmung des Pazifischen Ozeans aus. Wegen des Wetterphänomens sind nach UNO-Angaben weltweit 60 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen.

Panorama

Norwegen will Finnland Berggipfel schenken

Zum 100. Jahrestag der finnischen Unabhängigkeit 2017 könnte Norwegen seinem Nachbarland möglicherweise einen Berggipfel schenken. Wenn Ministerpräsidentin Erna Solberg den Plänen zustimme, würde Norwegen seine Grenze leicht nach Westen verschieben, um einen Gipfel des Haltitunturi auf finnisches Gebiet zu verlegen, berichteten lokale Medien gestern.

Der Haltitunturi ist ein Fels im norwegisch-finnischen Grenzgebiet und gilt als höchster Berg Finnlands. Sein höchster Gipfel auf finnischer Seite befindet sich 1.324 Meter über dem Meeresspiegel, der Gipfel auf norwegischer Seite ist 1.331 Meter hoch. Mit dem Jubiläumsgeschenk wäre Finnlands höchster Punkt zukünftig sieben Meter höher.

Solberg bestätigte dem norwegischen Sender TV2, dass ihre Regierung eine derartige Anfrage von der Siedlung Kafjord in der norwegischen Provinz Finnmark erhalten habe. „Es gibt einige formale Hürden, und ich bin selbst noch unentschlossen“, sagte die norwegische Ministerpräsidentin. Aber man ziehe die Sache in Erwägung.

Leute

Michael Keaton bekommt Stern auf Walk of Fame

Michael Keaton (64) hat heute vor jubelnden Fans und Fotografen seine Sternenplakette in Hollywood enthüllt. Strahlend kniete der Schauspieler („Birdman", "Spotlight“) auf dem neuen „Walk of Fame“-Stern im Bürgersteig des Hollywood Boulevards nieder. Er habe nie davon geträumt, einmal berühmt zu sein, sagte Keaton, aber er habe seine Sache immer gut machen wollen. „Ich denke, manchmal bin ich verdammt gut“, witzelte der Star.

Keatons Sohn, Sean Douglas, hielt eine Lobrede auf seinen berühmten Vater. „Du inspirierst mich dazu, mutig zu sein“, sagte der 33 Jahre alte Songschreiber. Keaton habe oft den Anti-Helden und ungewöhnliche Rollen gespielt. Nach einer über 30-jährigen Karriere mache er jetzt seine beste Arbeit.

Vom „Batman“ zum „Birdman“

Keaton, der in mehr als 50 Filmen mitspielte, wurde im Fledermauskostüm unter der Regie von Tim Burton als "Batman" bekannt. 2015 erhielt er eine Oscar-Nominierung für seine Hauptrolle in der Künstler-Satire „Birdman oder Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit“. Zuletzt spielte er mit Mark Ruffalo und Rachel McAdams in dem Oscar-prämierten Journalismus-Drama „Spotlight“ mit. 

Matt Damon plant seiner Familie zuliebe Auszeit

Hollywood-Star Matt Damon (45) will eine längere Drehpause einlegen. Seiner Familie zuliebe werde er nach dem Ende seiner nächsten Dreharbeiten ein Jahr lang pausieren, erzählte der vierfache Vater heute in der amerikanischen „Today-Show“.

Er habe vier Filme hintereinander abgedreht und noch eine Produktion vor sich. Seine Familie habe er in den letzten Jahren „durch die ganze Welt geschleift“. Nun freue er sich auf ein baldige Auszeit.