Ausland

Bereits 358 Tote bei Doppelanschlag in Somalia

Bei dem Doppelanschlag in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind nach offiziellen Angaben 358 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten liege bei 228, berichtete Somalias Nachrichtenagentur gestern Abend unter Berufung auf die Regierung.

Die Bombenanschläge, die Mogadischu vor einer Woche trafen, waren die schwersten seit Beginn des Aufstands der Al-Schabab-Miliz vor etwa zehn Jahren. Im Zentrum der Hauptstadt detonierte zunächst eine in einem Lastwagen versteckte Bombe an einer belebten Kreuzung. Zwei Stunden später explodierte eine zweite Bombe in einem anderen Stadtbezirk.

Weiterer Anschlag am Freitag

Gestern kamen bei einem weiteren Bombenanschlag einem Augenzeugen zufolge mindestens zwei Menschen ums Leben. Die Autobombe sei in einem Vorort von Mogadischu explodiert, teilte die Polizei mit. Die Sicherheitskräfte seien noch nicht am Tatort angekommen, der nach Polizeiangaben in einer Gegend liegt, die von „kompromisslosen Islamisten“ bewohnt wird.

IS bekannte sich zu Anschlag auf Moschee in Kabul

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Anschlag auf die schiitische Imam-Zaman-Moschee im Westen der afghanischen Hauptstadt Kabul bekannt. Dabei wurden mindestens 39 Menschen getötet. In einer Mitteilung des IS von heute hieß es, ein Selbstmordattentäter habe seine Sprengstoffweste dort gezündet.

Die USA verurteilten diesen und einen weiteren Anschlag in Afghanistan. „Im Angesicht dieser unsinnigen und feigen Taten ist unser Engagement für Afghanistan unerschütterlich“, erklärte die Sprecherin des Außenministeriums, Heather Nauert, in einer Mitteilung. Die USA stünden an der Seite der Menschen in Afghanistan und unterstützten ihre Bemühungen für Frieden und Sicherheit weiterhin, fügte sie hinzu. Den Angehörigen der Getöteten gelte das Mitgefühl der US-Regierung.

Bei zwei Selbstmordanschlägen auf Moscheen in Afghanistan waren gestern Abend insgesamt mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen. Das zweite Attentat traf eine sunnitische Moschee in der zentralen Provinz Ghor. Zumal der IS sunnitisch ist, dürfte er nicht auch hinter dieser Bluttat stecken.

US-Außenministerium besorgt über Lage im Nordirak

Das US-Außenministerium hat sich besorgt über die Lage im Nordirak gezeigt. Man sei beunruhigt über Berichte, wonach es rund um den Ort Altin Köprü zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen sei, erklärte die Sprecherin des Ministeriums, Heather Nauert, gestern in Washington. Die US-Regierung rufe alle Parteien dazu auf, die Gewalt zu beenden.

Um Missverständnisse zu vermeiden, müsse die irakische Zentralregierung in Bagdad alle Bewegungen von Truppen in den umstrittenen Gebieten auf jene Gegenden begrenzen, die mit der kurdischen Regionalregierung abgestimmt seien.

Eskalation nach Unabhängigkeitsreferendum

Irakische Truppen und kurdische Peschmerga-Kämpfer hatten sich im Norden des Landes schwere Gefechte geliefert. Das gemeinsames Operationskommando des Irak teilte gestern mit, Kräfte von Armee, Polizei und schiitischen Milizen hätten den Ort Altin Köprü in der umkämpften Provinz Kirkuk eingenommen. Das Peschmerga-Kommando erklärte hingegen, alle Angriffen seien abgewehrt worden. Nach kurdischen Angaben kamen etwa 30 Peschmerga-Kämpfer ums Leben.

Der Konflikt zwischen beiden Seiten war eskaliert, nachdem die Kurden ihre Unabhängigkeitspläne vorangetrieben hatten. Die irakische Zentralregierung lehnt eine solche Abspaltung strikt ab. Bei den eingenommenen Gebieten handelt es sich um Regionen, die sowohl von Bagdad als auch von den Kurden beansprucht werden.

Die USA hatten in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, in dem Konflikt keine Partei ergreifen zu wollen. Das US-Militär arbeitet sowohl mit der irakischen Armee als auch mit der Peschmerga im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zusammen.

Ägypten: Viele Tote bei Kämpfen mit Islamisten

Bei schweren Gefechten mit islamistischen Kämpfern sind in Ägypten nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens 35 Soldaten und Polizisten getötet worden. Wie aus diesen Quellen und von Ärzten gestern verlautete, lieferten sich die Sicherheitskräfte in der Wüstensiedlung Bahariya, 370 Kilometer südwestlich von Kairo, Gefechte mit den Islamisten.

Das Innenministerium in Kairo bestätigte die Kämpfe, machte aber keine Angaben zu den Todesopfern aufseiten der Sicherheitskräfte. Mehrere „Terroristen“ seien getötet worden, hieß es von Regierungsseite. Die Extremistengruppe Hasm bekannte sich zu dem Angriff auf die Sicherheitskräfte. In ihrem Bekennerschreiben sprach die Gruppe auch von mehreren Dutzend Verletzten.

Die Oase Bahariya liegt im ägyptischen Teil der Libyschen Wüste und ist auch ein Anziehungspunkt für Touristen. Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 durch das ägyptische Militär haben extremistische Gruppierungen in Ägypten ihre Angriffe auf Soldaten und Polizisten verstärkt. Mehrere hundert Soldaten und Polizisten wurden seither getötet.

Experten: Neruda nicht an Krebs gestorben

Der chilenische Schriftsteller Pablo Neruda ist nach Einschätzung internationaler Experten nicht wie von der Militärjunta seinerzeit behauptet an Krebs gestorben. Diese Erklärung für den Tod des Literaturnobelpreisträgers im Jahr 1973 könne „mit hundertprozentiger Gewissheit“ ausgeschlossen werden, sagte der Wissenschafter Aurelio Luna gestern in Santiago de Chile.

Chilenischer Schriftsteller Pablo Neruda im Jahr 1971

APA/AP/Laurent Rebours

Das 16-köpfige Gremium von Fachleuten aus Kanada, Chile, Spanien, Dänemark und den USA konnte jedoch zunächst keine weiteren Erkenntnisse über die wahre Todesursache gewinnen - was erneut die Frage aufwirft, ob der Dichter und Gegner des Militärmachthabers Augusto Pinochet 1973 womöglich ermordet wurde.

Familie geht von Giftmord aus

Neruda, ein Freund des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende, war am 23. September 1973, zwölf Tage nach dem Militärputsch Pinochets, im Alter von 69 Jahren gestorben. Die offizielle, von der Junta herausgegebene Sterbeurkunde gab Prostatakrebs als Todesursache an.

Die Familie des Schriftstellers geht davon aus, dass Neruda vergiftet wurde. 2013 hatte sein Chauffeur Manuel Araya seinerseits berichtet, Neruda sei nach einer mysteriösen Injektion am Vorabend seiner geplanten Ausreise nach Mexiko gestorben. Neruda wollte nach Mexiko ins Exil gehen, um sich dort in der Opposition gegen Pinochet zu engagieren.
Um die Todesursache zu klären, hatte die chilenische Justiz 2013 die Exhumierung von Nerudas Überresten angeordnet.

Inland

Grüne planen Neuaufstellung

Fünf Tage nachdem die Grünen von den Österreicherinnen und Österreichern aus dem Nationalrat hinausgewählt worden sind, versuchen diese eine Neuaufstellung. Bei einer Marathonsitzung des Bundesvorstands, zu dem auch andere Grüne zugezogen wurden, wurde etwas „Trauerarbeit“ geleistet, so der interimistische Parteichef Werner Kogler gestern. Den Großteil habe man aber der Analyse und den nächsten Schritten gewidmet. Als Erstes muss mit den Banken ein Weg aus der Verschuldung gefunden werden. Parallel, so Kogler, werde man bei den Landtagswahlen im Frühjahr für die grüne Sache „rennen und brennen“.

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Sport

Fußball: Fernduell der Manchester-Clubs

Manchester City (1.) und Manchester United (2.) sind derzeit das Maß der Dinge in der englischen Premier League. Am neunten Spieltag gehen die Stadtrivalen heute ins Fernduell um die Tabellenführung. Die „Citizens“ von Josep Guardiola gehen auf ihren elften Sieg in Folge los, die „Red Devils“ von Jose Mourinho treten in Huddersfield an. Geht es nach ManCitys Kevin de Bruyne, sind die „Skyblues“ auch nach dem Spieltag in Führung: „Jeder weiß, was er zu tun hat.“

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Fußball: Burgstaller trifft bei Schalke-Sieg

Für Schalke 04 und Guido Burgstaller läuft es in der deutschen Bundesliga zurzeit wieder richtig rund. Gestern feierten die Gelsenkirchner zum Auftakt der neunten Runde einen souveränen Heimsieg über Mainz und arbeiten damit weiter erfolgreich an einer Rückkehr auf die internationale Fußballbühne. Einen großen Anteil am zweiten Dreipunkter in Folge hatte Burgstaller, der mit einem Assist und einem Tor glänzte.

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Eishockey: Caps machen das Dutzend voll

Die Vienna Capitals haben gestern mit etwas Mühe den zwölften Sieg im zwölften Saisonspiel der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) gefeiert. Der Leader setzte sich gegen den HC Bozen auf eigenem Eis mit 3:2 durch. In der Tabelle vergrößerten die Wiener den Vorsprung auf Verfolger Black Wings Linz bei einem Spiel weniger auf zwölf Punkte, da die Oberösterreicher bei Red Bull Salzburg eine Niederlage kassierten.

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Erste Liga: Salihi zerlegt KSV mit Viererpack

Wiener-Neustadt-Torjäger Hamdi Salihi hat der 15. Runde in der Ersten Liga eindrucksvoll seinen Stempel aufgedrückt. Der Albaner zerlegte Kapfenberg gestern mit vier Toren im Alleingang und brachte die Niederösterreicher wieder zurück auf die Siegerstraße.

Tabellenführer bleibt die SV Ried, die mit zehn Mann in letzter Sekunde ein Remis bei Wacker Innsbruck rettete. Während Austria Lustenau gegen Wattens spät jubeln durfte und Hartberg Blau Weiß Linz besiegte, verschenkte Schlusslicht FAC einen schon sicher geglaubten Sieg gegen Liefering.

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Wirtschaft

Air Berlin drückt bei Transfergesellschaft aufs Tempo

In den Verhandlungen über eine Auffanggesellschaft für Tausende Mitarbeiter der insolventen Air Berlin drückt die deutsche Fluggesellschaft aufs Tempo. „Wir brauchen Anfang nächster Woche eine Entscheidung“, sagte der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus der „Rheinischen Post“ (Samstag-Ausgabe).

Seinen Schätzungen zufolge könnten in der Auffanggesellschaft bis zu 4.000 Mitarbeiter Platz finden. Kebekus forderte die Unterstützung der Politik ein.

Geld von öffentlicher Hand erhofft

„Air Berlin selber kann die Transfergesellschaft nicht alleine finanzieren, also brauchen wir Hilfe von den betroffenen Ländern und vielleicht auch vom Bund. Es geht darum, dass die öffentliche Hand den Beitrag bezahlt, den wir nicht leisten können“, sagte Kebekus. Für Montag ist ein Treffen von Vertretern des Bundes sowie der Air-Berlin-Länder Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern in der Hauptstadt geplant.

Falls eine Einigung auf eine Transfergesellschaft misslinge, müsse das Unternehmen Ende Oktober oder Anfang November Mitarbeiter entlassen. „Wir würden dann zirka 4.000 Kündigungen aussprechen“, sagte Kebekus. Davon ausgenommen seien zunächst etwa 1.700 Menschen, die bei den Tochterfirmen Niki und LG Walter arbeiten und mit den Firmen zur Lufthansa-Billiglinie Eurowings wechseln sollen.

Kebekus räumte ein, dass einige Piloten im Falle eines Wechsels von Air Berlin zur Lufthansa-Tochter Eurowings deutliche Gehaltseinbußen hinnehmen müssten.

Chronik

Weiter Smogschleier über Norditalien

Trockenheit und hohe Temperaturen: Ein Smogschleier hängt derzeit über zahlreichen norditalienischen Städten. Bei sommerlichen Temperaturen bis zu 21 Grad ist die ganze Ebene des Flusses Po seit Tagen in nebelartigen Feinstaub gehüllt.

Die Feinstaubwerte in den Städten liegen wegen des trocken-sonnigen Wetters und für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen deutlich über dem empfohlenen Höchstwert. Verstärkt werden die Probleme, weil kaum Wind weht. Dadurch sei die Pianura Padana, die Poebene, zu einem der Gebiete Europas mit der höchsten Luftverschmutzung aufgerückt, berichteten Experten des wissenschaftlichen Instituts CNR.

„Turin wie Peking“

Die norditalienischen Gemeinden greifen zu Gegenmaßnahmen. Die Stadtverwaltung von Turin hat den Einwohnern geraten, in den Häusern zu bleiben sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Am Mittwoch war in der Großstadt eine Feinstaubkonzentration von 114 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen worden, mehr als doppelt so viel wie der Grenzwert von 50 Mikrogramm. Die Stadtverwaltung verhängte Fahrverbote für Dieselfahrzeuge mit besonders hohen Abgaswerten. „Turin wie Peking“, kommentierten italienische Medien.

Auch in anderen Städten Norditaliens wurden Fahrverbote für bestimmte Fahrzeuge wegen hoher Smogwerte verhängt. Darunter befand sich auch Mailand, wo am Donnerstag eine Feinstaubkonzentration von 90 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen wurde.

Ruf nach mehr Grünflächen

Der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti klagte über fehlende Grünflächen in den Städten. In Italien verfüge jeder Stadtbewohner über lediglich 31,1 Quadratmeter Grünfläche pro Kopf. In den Feldern sei in den letzten 15 Jahren jeder dritte Obstbaum verschwunden.

„Das Smogproblem wird sich verschlechtern, wenn wir nicht mit einschneidenden Maßnahmen eingreifen. Man muss jedoch auf gesamtstaatlicher Ebene agieren, denn Luftverschmutzung betrifft nicht nur einzelne Städte“, sagte der italienische Umweltminister Gian Luca Galletti. Vor allem die Poebene sei wegen ihrer Morphologie besonders gefährdet. Die Luftverschmutzung sei nicht nur auf den Privatverkehr, sondern auch auf die Industrie und auf veraltete Heizsysteme zurückzuführen.

Mann attackiert in München mehrere Menschen mit Messer

In München in Deutschland hat heute Früh ein Mann mehrere Menschen mit einem Messer angegriffen. Vier Menschen wurden leicht verletzt, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Der Vorfall ereignete sich am Rosenheimer Platz im Stadtteil Haidhausen. Die Anrainer wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Die Hintergründe der Tat waren den Polizeiangaben zufolge zunächst unklar.

Der Angreifer wurde von Zeugen als etwa 40-jähriger Mann beschrieben, der mit einem schwarzen älteren Fahrrad unterwegs war. Er habe einen Rucksack und eine Isomatte bei sich. Es werde „mit allen verfügbaren Polizeikräften“ nach dem Täter gefahndet.

Australien: Rekordbelohnung für Aufklärung von Morden

Um die Morde an sechs Frauen aus Melbourne in den 1980er Jahren endlich aufzuklären, hat die australische Polizei Belohnungen mit einer Rekordgesamthöhe von bis zu sechs Millionen australischen Dollar (3,98 Mio. Euro) ausgesetzt.

Für Hinweise, die zur Verurteilung des Täters oder der Täter führen, will die Polizei im südlichen Bundesstaat Victoria pro Fall eine Million australische Dollar zahlen, wie sie heute mitteilte.

Innerhalb von 18 Monaten verschwunden

Das sei die höchste Belohnung, die sie jemals ausgesetzt habe, erklärte die Polizei von Victoria. Die sechs Frauen im Alter zwischen 14 und 73 Jahren waren innerhalb von 18 Monaten in den Jahren 1980 und 1981 verschwunden, als sie rund um Melbourne zu Fuß unterwegs waren. Ihre Leichen wurden im Buschland an unterschiedlichen Orten rund um Melbourne gefunden.

Die Ermittler schließen nicht aus, dass die Morde von unterschiedlichen Tätern begangen wurden.

Weinstein lässt Herausgabe von Unterlagen verhindern

Der mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierte US-Filmproduzent Harvey Weinstein lässt nach Informationen der „Financial Times“ über seine Anwälte die Herausgabe womöglich brisanter Unterlagen über seine Person verhindern. Wie die britische Zeitung gestern berichtete, liegt ihr ein Schriftwechsel zwischen Weinsteins Anwälten und zwei führenden Mitarbeitern der Weinstein Company vor.

Demnach versuchten Lance Maerov und Tarak Ben Ammar vergeblich, Einsicht in die Unterlagen zu bekommen. Maerov und Ammar gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass diese Dokumente „explosives“ Material und weitere Anschuldigungen gegen Weinstein enthalten.

„Armada von Anwälten“

In einer von der Zeitung zitierten Erklärung der Anwaltskanzlei der beiden Mitarbeiter hieß es: Dass Weinstein eine ganze „Armada von Anwälten“ engagiere, um die Unterlagen unter Verschluss zu halten, spreche Bände.

Weinstein soll über Jahrzehnte hinweg Frauen sexuell belästigt haben. Rund 40 Frauen haben sich inzwischen mit entsprechenden Vorwürfen gemeldet, unter ihnen die Schauspielerinnen Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie. Mindestens fünf Frauen werfen Weinstein Vergewaltigung vor. Gestern berichtete auch die US-Schauspielerin Heather Kerr, Weinstein habe sie angegriffen und sexuell missbraucht.

In den USA und in Großbritannien laufen Ermittlungen. Der einst mächtige Hollywood-Produzent hat inzwischen alle Posten in der von ihm mitgegründeten Produktionsgesellschaft aufgeben müssen.

Religion

Kultur

Gesundheit

Panorama

Digitaluhr zählt verbleibende Tage von Trumps Amtszeit

Eine überdimensionale Digitaluhr zählt in New York die Tage und Stunden rückwärts, die bis zum Ende der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump verbleiben. Installiert hatte die Uhr, die an der Wand einer Fabrikshalle im Stadtteil Queens hängt, eine Gruppe von Künstlern Ende Juni während einer Comedy-Veranstaltung.

Sie ist von einem nahegelegenen Bootssteg am East River, von Fähren auf dem Fluss und aus weiterer Entfernung auch von Manhattan auf der anderen Uferseite zu sehen.

„Ausdauer“ gefordert

Über die Bedeutung der roten Digitalziffern hielten die Macher die Öffentlichkeit erst einmal im Dunkeln. „Wir haben es mit Absicht undurchsichtig gelassen, damit die Leute ihre eigenen Schlüsse ziehen können“, sagte Künstler Brandon Stosuy der Website DNAinfo. Nach und nach würden die Betrachter aber verstehen, worum die Aktion sich dreht. „Es erinnert daran, wie viele Leute es nicht abwarten können, bis es vorbei ist“, sagte Stosuy mit Blick auf Trumps Präsidentschaft. Diese erfordere von den Menschen „Ausdauer“.

Nach der US-Präsidentschaftswahl im November 2020 wird der nächste neue Präsident voraussichtlich am 20. Jänner 2021 vereidigt. Da die amerikansiche Verfassung eine Höchstzeit von zwei Amtszeiten vorsieht, könnte Trump allerdings auch wiedergewählt werden. Zudem gibt es Diskussionen, ob gegen Trump etwa wegen möglicherweise unerlaubter Geschäfte ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet werden könnte. Bei einem Erfolg könnte seine laufende Amtszeit dann schon vor Beginn des Jahres 2021 enden.

Auf die Frage, was Stosuy im Fall einer Wiederwahl Trumps tun würde, antwortete er: „Das wäre zu deprimierend.“

Lifestyle

„Playboy“ kürt erstmals Transgender-Model zu Playmate

Der „Playboy“ hat nach dem Tod von Gründer Hugh Hefner erstmals ein Transgender-Model zum Playmate des Monats gekürt. Ines Rau (26) ist auf der berühmten Doppelseite in der November-Ausgabe des Magazins zu sehen, dessen Titelseite ein Foto von Hefner ziert und in dem ihm über 100 Seiten gewidmet werden.

Die Französin mit nordafrikanische Abstammung war zuvor bereits in der italienischen Ausgabe der „Vogue“ zu sehen und war auch Teil einer Kampagne der französischen Modemarke Balmain.

„Geht darum, dich selbst zu lieben“

„Ich lebte lange Zeit, ohne zu sagen, dass ich Transgender bin“, wird Rau in einem Artikel zitiert. „Ich ging auf viele Dates und vergaß es fast. Ich hatte Angst, niemals einen Freund zu finden und für seltsam gehalten zu werden.“ Dann habe sie aber erkannt, dass sie einfach sie selbst sein müssen.

„Es ist eine Rettung, die Wahrheit über sich selbst zu sagen, ob es dein Geschlecht ist, Sexualität, was auch immer. Die Menschen, die dich ablehnen, sind es nicht wert. Es geht nicht darum, von anderen geliebt zu werden, es geht darum, sich selbst zu lieben.“