Ausland

Merkel will keine Dieselfahrverbote

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Fahrverboten für Dieselfahrzeuge eine klare Absage erteilt. „Unser Ansatz ist, Fahrverbote zu vermeiden“, sagte sie heute im „Townhall-Meeting“ des Senders RTL.

Dieselfahrzeuge würden wegen ihres niedrigeren Treibstoffverbrauchs auch gebraucht, „um die Klimaschutzvorgaben einzuhalten“, so die deutsche Bundeskanzlerin.

Verweis auf Hunderttausende Arbeitsplätze

Abgaswertmanipulationen nannte Merkel „eine unzulässige Ausnützung von Lücken“ bei den Tests. Jetzt gehe es darum, das Vertrauen der Verbraucher wiederherzustellen. Die deutsche Kanzlerin verwies dafür auf geplante Tests unter realen Straßenbedingungen. Zu Topzahlungen an Automobilmanager trotz der Manipulationen sagte Merkel, dies sei „sicher so nicht gerecht“.

Merkel betonte aber auch die Bedeutung der Automobilindustrie für die deutsche Wirtschaft: „Davon hängen 800.000 bis 900.000 Arbeitsplätze ab.“ Auch deswegen müsse vermieden werden, dass durch den Abgasskandal „ein bleibender Schaden entsteht“.

Hongkong: Massendemo gegen Haft von Joshua Wong

Aus Protest gegen Haftstrafen für Joshua Wong und andere Demokratieaktivisten sind heute in Hongkong Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Während die Polizei die Zahl der Teilnehmer mit etwa 22.000 bezifferte, sprachen einige Veranstalter von der größten Demonstration seit den „Regenschirm-Protesten“.

Massenprotest in Hongkong

APTN

Die Massendemonstrationen, die 2014 weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatten, waren die größte Herausforderung für Chinas kommunistische Führung in der früheren britischen Kronkolonie seit deren Rückgabe 1997. Die Proteste hatten sich an Beschlüssen Pekings entzündet, 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern.

„Illegale Versammlung“

Der 20 Jahre alte Wong wurde nach der Organisation der prodemokratischen Massenproteste zunächst wegen „illegaler Versammlungen“ zu Sozialstunden verurteilt. Die Anklage legte jedoch Berufung ein. Am Donnerstag wurde dann das Strafmaß auf ein halbes Jahr Gefängnis erhöht.

15 weitere Aktivisten wurden in ähnlichen Verfahren ebenfalls zu Haftstrafen verurteilt - was bei Menschenrechtlern für einen Aufschrei sorgte und als weiterer Hinweis verstanden wurde, dass Peking seinen Einfluss auf seine Sonderverwaltungszone weiter ausbaut.

UNO bestätigt Berichte über Massaker in Afghanistan

Die Vereinten Nationen haben heute Berichte über ein Massaker in der Provinz Sar-i Pul im Norden Afghanistans offiziell bestätigt. In einem in Kabul veröffentlichten Bericht der UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA) heißt es, dass Kämpfer der Taliban und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gemeinsam ein Dorf im Mirzaolang-Tal überfallen und dabei mindestens 36 Menschen getötet hätten.

Mindestens 18 Opfer seien Zivilisten gewesen. Örtliche Behörden hatten nach dem Angriff von rund 50 Toten und 25 verschleppten Dorfbewohnern berichtet.

Seehofer beharrt doch auf Flüchtlingsobergrenze

CSU-Chef Horst Seehofer beharrt doch auf einer Obergrenze für den Zuzug von Flüchtlingen von maximal 200.000 Menschen pro Jahr. Das sagte der bayrische Ministerpräsident heute in Berlin, nachdem er sich bei einem ARD-Interview in Agenturberichten falsch verstanden sah. Mit Blick auf mögliche Koalitionsverhandlungen erklärte er, dabei müsse vor allem der Inhalt stimmen: „Wenn anstelle der ‚Obergrenze‘ ‚Kontingent‘ steht, das ist nicht mein Problem.“

„Wir garantieren, dass dieser Dreiklang kommt: Humanität, Integration, Begrenzung“, sagte Seehofer. „Wenn ich das sage, gilt das. Kein Abrücken von der Obergrenze. Die 200.000 bleiben.“

Zuvor hatte er im ARD-Interview auf die Frage, ob er nicht mehr auf einer Obergrenze als Teil eines Koalitionsvertrages bestehe, geantwortet, die Debatte über die Obergrenze habe bereits zu einer totalen Veränderung geführt, „damit bin ich zufrieden“ - was zunächst als ein Abrücken Seehofers von der Obergrenze interpretiert wurde.

Festgenommener Autor Akhanli kommt unter Auflagen frei

Der auf Betreiben der Türkei in Spanien festgenommene deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli kommt unter Auflagen frei. Er muss aber zunächst in der Hauptstadt Madrid bleiben, wie sein Anwalt Ilias Uyar heute der dpa bestätigte. Zunächst hatte die ARD darüber berichtet.

Schriftsteller Dogan Akhanli

APA/AFP/Henning Kaiser

Gabriel telefonierte mit spanischem Außenminister

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel schaltete sich zuletzt persönlich in den Fall ein, um eine Auslieferung des türkischstämmigen Autors an die Türkei zu verhindern. Deutsche Politiker warfen Ankara eine Grenzüberschreitung vor, die Konsequenzen haben müsse.

Gabriel telefonierte mit seinem spanischen Amtskollegen Alfonso Dastis, wie das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte. Dabei habe er den Wunsch geäußert, dass Akhanli nicht an die Türkei ausgeliefert und Deutschland in das Auslieferungsverfahren einbezogen wird. Außerdem habe er um schnellstmögliche konsularische Betreuung des Schriftstellers gebeten. Zuvor hatte sich schon die deutsche Botschaft in Madrid mit entsprechenden Wünschen an die spanische Regierung gewandt.

Der türkischstämmige Kölner Schriftsteller war gestern im Urlaub in Spanien auf Betreiben der Türkei festgenommen worden. Akhanli lebt seit seiner Flucht aus der Türkei 1991 in Deutschland und hat ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft.

Inland

NR-Wahl: Kern startete Österreich-Tour

SPÖ-Spitzenkandidat Christian Kern hat heute Nachmittag in Klagenfurt seine Wahlkampftour quer durch Österreich gestartet. In kurzen Ansprachen schworen sowohl Kern als auch der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) Funktionäre vor der Parteizentrale am Domplatz auf den kommenden Wahlkampf ein.

Kern wird - mit Unterbrechungen - bis 14. Oktober in seinem Wahlkampfbus mit der Aufschrift „Hier kommt der Aufschwung“ in Österreich unterwegs sein. Ziel ist es, bis zum Urnengang im Oktober jeden Wahlkreis in Österreich zu besuchen.

Schnell-Partei droht Land Kärnten mit Klage

Die bei der Nationalratswahl österreichweit antretende Liste Karl Schnell, überlegt, das Land Kärnten zu klagen. Hintergrund ist eine Namensverwirrung, weswegen die Liste Schnell nun in Kärnten unter einem anderen Namen als in den restlichen Bundesländern antreten könnte. Schnell ortet den Hintergrund bei einem Kärntner Beamten.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

NEOS sucht Allianzen mit Kleinparteien

NEOS hat gestern in Krumpendorf (Kärnten) mit einer Mitgliederversammlung inoffiziell den Wahlkampf für die Nationalratswahl eröffnet. Es wurde beschlossen, Allianzen mit Namenslisten und anderen Kleinparteien für die Wahl zu suchen.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Rätsel hinter den Weißen geklärt

Hinter der überraschend aufgetretenen Liste der Weißen stehen unterdessen drei Abgeordnete des Teams Stronach (TS). Waltraud Dietrich, Leo Steinbichler und Ulla Weigerstorfer haben mit ihren Unterschriften die Kandidatur ermöglicht, bestätigte Steinbichler gestern einen ZIB2-Bericht. Für die bundesweite Kandidatur mussten die Weißen angesichts der drei Unterschriften von NR-Abgeordneten somit keine Unterstützungserklärungen sammeln.

Steinbichler beschrieb die neue Bewegung als teilweise auch sein Projekt, „weil es mir sehr sinnvoll erscheint“. Es handle sich dabei um keine Partei, sondern um eine Bewegung, die vor allem den Ausbau der direkten Demokratie forciere. Während Steinbichler als Weißen-Spitzenkandidat in Oberösterreich antreten will, überlegt Dietrich laut eigener Aussage noch eine Kandidatur und will weiterhin Mitglied vom TS bleiben. Und auch Weigerstorfer soll angeblich noch abwarten.

Mehr dazu in Die Weißen als Überraschungskandidat

ÖVP schießt sich auf nächsten SPÖ-Mitarbeiter ein

Nach dem gefeuerten Wahlkampfberater Tal Silberstein schießt sich die ÖVP auf den nächsten SPÖ-Mitarbeiter ein. Paul Pöchhacker, der für die Umfrageanalyse zuständig ist, wird ein Tweet aus dem Präsidentschaftswahlkampf vorgeworfen. Darin hatte er dem nach einem Unfall mit einer Behinderung lebenden FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer Helmut Qualtingers „Krüppellied“ gewidmet, sich danach aber entschuldigt.

Kritik am Einsatz Pöchhackers kommt etwa von Barbara Krenn, welche die ÖVP-Liste in der Steiermark anführt. Auf Facebook schrieb die Gastronomin, die im Rollstuhl sitzt: „Ich habe dieses Posting damals als vollkommen jenseitige Aussage und sehr verletzend empfunden. Dass solche Aussagen jetzt jemanden für Höheres qualifizieren, ist schwer zu verdauen.“ Sie glaubt allerdings daran, „dass Menschen sich ändern können, und hoffe schwer, dass das in diesem Fall auch so ist“.

In der SPÖ-Zentrale versuchte man zu beruhigen. „Das war ein Fehler, der Mitarbeiter hat damals den Tweet sofort wieder gelöscht und sich entschuldigt“, hieß es dort auf APA-Anfrage. Neu im Team sei Pöchhacker nicht, es handle es sich um ein „Urgestein“ in der Partei. Zudem sei er nach dem Tweet nicht im Präsidentschaftswahlkampf des damaligen SPÖ-Präsidentschaftskandidaten Rudolf Hundstorfer involviert gewesen, der sich persönlich bei Hofer entschuldigt hatte. Auch Pöchhacker selbst entschuldigte sich nun persönlich bei Hofer. In einem Brief sprach er von einem „Tweet, dessen Inhalt ich bis heute zutiefst bereue“.

Sport

Motorsport: Zandvoort wird für Auer zur Enttäuschung

Nach einer guten ersten Saisonhälfte hat Lucas Auer an diesem Rennwochenende im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) einen herben Rückschlag kassiert. Der 22-jährige Tiroler blieb heute auch im zweiten Lauf in Zandvoort ohne Punkte und fiel damit in der Gesamtwertung vom dritten auf den siebenten Platz zurück.

Dabei lieferte Auer ein starkes Rennen und lag nach einer Aufholjagd schon in den Punkterängen, ehe ihn ein Defekt aussichtslos zurückwarf.

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Fußball: West-Ham-Fans sauer auf Arnautovic

Marko Arnautovic hat sich seinen Wechsel zu West Ham United sicherlich anders vorgestellt und ebenso die Anhänger des Londoner Traditionsclubs. Nach der klaren Auftaktniederlage gegen Manchester United folgte gestern in der zweiten Runde gegen Southampton ein Blackout des ÖFB-Teamspielers, der im Sommer für die „Hammers“-Rekordsumme von 27 Millionen Euro von Stoke City geholt worden war. Mit seinem Ausschluss nach einer Tätlichkeit leitete er die unglückliche Niederlage West Hams ein und verärgerte die eigenen Fans schwer.

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Wirtschaft

Streit über Turbinen: Siemens-Niederlage in Moskau

Der deutsche Siemens-Konzern hat im Streit über sanktionswidrig auf die Halbinsel Krim gebrachte Gasturbinen eine Niederlage erlitten. Das Moskauer Schiedsgericht lehnte es in einer Eilentscheidung ab, die vier Turbinen zu beschlagnahmen, wie russische Medien heute berichteten.

Siemens hatte die russische Firma Technopromexport verklagt, weil die Gasturbinen entgegen den Lieferverträgen und trotz der EU-Sanktionen auf die 2014 von Russland annektierte ukrainische Halbinsel gebracht worden waren. Siemens verlangt den Rücktransport der Turbinen oder die Rückabwickelung des gesamten Geschäfts.

Die Münchner waren nach eigenen Angaben bei Vertragsabschluss 2015 davon ausgegangen, dass die Ausrüstung an ein Kraftwerk auf der südrussischen Halbinsel Taman geliefert werden sollte. Schon damals berichteten russische Medien jedoch, dass die Turbinen auf die Krim gelangen könnten. Gebaut wurden die Turbinen von der Siemens-Tochter SGTT in St. Petersburg. Moskau beharrt darauf, die Anlagen auf der Krim seien russische Fabrikate. Nach Aufflammen des Streits im Juli hatte Siemens Konsequenzen für sein Russland-Geschäft angekündigt.

Gesperrte Rheintalstrecke als Logistikalptraum

„Derzeit ist zwischen Rastatt und Baden-Baden kein Bahnverkehr möglich.“ Mit diesen Worten informiert die Deutsche Bahn derzeit über die Folgen einer abgesackten Tunnelbaustelle, die weit mehr als eine rein innerdeutsche Zugsstrecke betreffen. Die nun möglicherweise für Wochen blockierte Rheintalstrecke wird allein im Güterverkehr von weit über 100 Zügen pro Tag genutzt, weswegen die Sperre nun auch einem innereuropäischen Logistikalptraum gleichkommt. Offen bleibt, wie es mit dem ohnehin in Verzug geratenen Ausbau der Strecke weitergeht - die hier als Schlüsselprojekt geltende Untertunnelung von Rastatt liegt jedenfalls bis auf Weiteres auf Eis.

Mehr dazu in „Technische Störung“ mit Folgen

Dieselskandal: SPÖ-Minister unterstützen EU-Sammelklage

Verkehrsminister Jörg Leichtfried und Sozialminister Alois Stöger (beide SPÖ) unterstützen EU-Verbraucherschutzkommissarin Vera Jourova bei ihrem Anliegen, eine EU-weite Sammelklage zu ermöglichen. Einen entsprechenden Brief wollen die beiden morgen nach Brüssel schicken, teilte das Verkehrsministerium mit.

Aufhänger für den Wunsch nach einer EU-weiten Sammelklage ist der Dieselskandal. Davon seien in Österreich 390.000 Autobesitzer betroffen, deren Fahrzeuge zurückgerufen werden, „um die Abgasnachbehandlung zu verbessern“, heißt es in dem Schreiben der Minister an EU-Kommissarin Jourova.

Gegen Widerstand innerhalb der EU-Kommission

Die Minister wollen der EU-Kommissarin mit ihrem Schreiben Rückendeckung gegen Widerstand innerhalb der EU-Kommission geben. Mit einer Sammelklage „könnte man in zahlreichen Massenschadensfällen Verbraucherinnen und Verbrauchern zu einer zügigen Entschädigung verhelfen. Die Präventivwirkung einer Sammelklage ist evident. Es wäre dadurch sichergestellt, dass sich schädigende Vorgehensweisen von Konzernen nicht mehr lohnen“, heißt es in dem Schreiben.

Die beiden Minister sprechen sich auch erneut dafür aus, dass in Österreich eine Rechtsgrundlage für Gruppenklagen entsteht. Die erste Gelegenheit dafür könnte sich schon im kommenden Monat auftun: Der grüne Klubchef Albert Steinhauser hat kürzlich angekündigt, er werde im September dazu einen Antrag für eine freie Abstimmung einbringen und hoffe auf die Zustimmung der SPÖ.

Chronik

Großbrand wütet auf Peloponnes

Ein Großbrand im Westen der Halbinsel Peloponnes hält seit heute Mittag die griechische Feuerwehr in Atem. Das Feuer wütet in einem Waldgebiet rund 30 Kilometer südlich des antiken Heiligtums Olympia. Weil starker Wind die Flammen im Laufe des Tages weiter anfachte und die Windrichtung immer wieder wechselte, sollten die nahe gelegenen Dörfer Kostomera und Rodina evakuiert werden, berichteten griechische Medien.

Zwischenzeitlich kämpften acht Löschflugzeuge, ein Hubschrauber und 17 Löschfahrzeuge gegen die Flammen, teilte die griechische Feuerwehr per Twitter mit. Ein Löschzug wurde vom Feuer eingekreist, die Besatzung konnte sich retten.

Insgesamt verzeichnete die griechische Feuerwehr am Wochenende landesweit weit über 50 neue Brandherde, unter anderem in der Nähe von Athen sowie auf den Inseln Korfu und Kefalonia.

Umstrittene Auktion von Nashornhörnern in Südafrika

Eine umstrittene Versteigerung von 264 Nashornhörnern kann morgen in Südafrika wie geplant beginnen. Ein Gericht in Pretoria gab heute dem Antrag eines privaten Nashornzüchters statt, mit dem das Umweltministerium zur Herausgabe der erforderlichen Genehmigungen gezwungen werden sollte.

„Wir werden dem Urteilsspruch des Gerichtes nachkommen“, sagte ein Sprecher von Umweltministerin Edna Molewa in Pretoria. Die geplante dreitägige Onlineauktion hatte im Vorfeld international Proteste von Tierschützern ausgelöst. Ihre Sorge: Der Handel könnte dazu führen, dass Wilderer noch mehr Tiere töten als bisher schon.

Drei Tote bei Absturz von Kleinflugzeug in der Schweiz

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs auf einer Bergwiese im Schweizer Kanton Wallis sind heute drei Personen ums Leben gekommen.

Der Unfall ereignete sich gegen 13.00 Uhr. Am Rettungseinsatz waren drei Helikopter der Air Glaciers sowie Angehörige der Feuerwehr, der Polizei und medizinische Rettungskräfte beteiligt.

Laut der Flugsicherung Skyguide handelt es sich beim Flugzeug um eine Piper 28. Sie bietet bis zu fünf Personen Platz.

Gesundheit

Medien

Breitbart macht deutschen Fußballstar zum Flüchtling

Lukas Podolski, ein Flüchtling aus Nordafrika? Das ultrarechte Nachrichtenportal Breitbart hat sich mit einem Foto des deutschen Fußballweltmeisters blamiert. Der britische Ableger der Seite von Stephen Bannon, dem ehemaligen Chefstrategen von US-Präsident Donald Trump, bebilderte damit einen Bericht über Schleuserkriminalität in Spanien.

Auf dem Foto, das mittlerweile durch ein anderes ersetzt wurde, ist ein gut gelaunter Podolski mit Sonnenbrille und mit zum Victory-Zeichen gespreizten Fingern als Mitfahrer auf einem Jetski zu sehen. Das Bild stammt von der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien.

Rechtliches Nachspiel

Breitbart nutzte das Foto als Symbolbild für einen Artikel, in dem es heißt, die spanische Polizei habe einer Gruppe von Schleusern das Handwerk gelegt, die Menschen per Jetski über die Meerenge von Gibraltar nach Spanien gebracht haben sollen.

In der Kommentarspalte regten sich Nutzer darüber auf, wie sich ein Flüchtling eine teure Sonnenbrille und Markensportshorts leisten kann. Podolski trägt auf dem Bild unter einer Schwimmweste das Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

Das Bild wurde von Breitbart schließlich ausgetauscht. Die Causa hat aber ein rechtliches Nachspiel. Podolski will sich die Verwendung seines Fotos in dem Zusammenhang nicht gefallen lassen. Wie sein Berater der dpa bestätigte, schaltete Podolski einen Anwalt ein.

Kultur

US-Komiker und Bürgerrechtler Dick Gregory gestorben

Der US-amerikanische Komiker und Bürgerrechtler Dick Gregory ist tot. Er starb gestern im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus in Washington DC wie sein Sohn Christian Gregory auf Instagram mitteilte. Gregory galt als einer der ersten schwarzen Komiker, der in den frühen 1960er Jahren auch vor weißem Publikum auftrat und Erfolge feierte.

Dick Gregory

Reuters/Lucas Jackson

Der 1932 in St. Louis geborene Schauspieler und Satiriker setzte sich in seinen Comedy-Auftritten mit Rassismus und Bigotterie auseinander. Er war in der Bürgerrechtsbewegung Civil Rights Movement um Martin Luther King aktiv und kandidierte 1968 für das Präsidentenamt in den USA. Gregory veröffentlichte auch Alben, schrieb Bücher und trat in Talkshows auf.

Der US-Bürgerrechtler Jesse Jackson schrieb auf Twitter: „Er lehrte uns das Lachen. Er lehrte uns das Kämpfen. Er lehrte uns das Leben. Dick Gregory war der Gerechtigkeit verpflichtet. Ich vermisse ihn bereits.“

Science

Wie Kinder Lust aufs Lesen bekommen

Viele Kinder kommen zu Hause nur wenig mit Büchern in Berührung. Deshalb bringt das Projekt „Lesen im Park“ die Bücher dorthin, wo viele Wiener Kinder ihre Sommerferien verbringen: in die öffentlichen Parks der Stadt. Das Bedürfnis nach Lesen müsse jedem Kind vermittelt werden, sagt Franz Lettner vom Institut für Jugendliteratur: „Das hat mit Chancengleichheit zu tun.“ Die Bücherdecke im Park ist für viele Kinder zudem mehr als nur ein Ort zum Lesen.

Mehr dazu in Sommer im Allerheiligenpark

Wrack von „USS Indianapolis“ nach 72 Jahren entdeckt

72 Jahre nach dem Untergang des US-Kreuzers „USS Indianapolis“ im Zweiten Weltkrieg haben Forscher Teile des seitdem verschollenen Wracks entdeckt. Sie seien in 5,5 Kilometern Tiefe im Pazifik gefunden worden, teilte Microsoft-Mitgründer Paul Allen als Leiter des Forschungsteams gestern mit.

Auf Twitter veröffentlichte Allen Fotos der gefundenen Wrackteile, darunter Aufnahmen des Ankers und der Schiffsglocke. Gleichzeitig kündigte er an, die Suche nach dem restlichen Wrack fortzusetzen. Er hoffe, der Fund helfe allen Überlebenden und den Angehörigen der Opfer, mit der Tragödie abschließen zu können, sagte Allen.

Nur 316 Überlebende

Das US-Kriegsschiff hatte die letzten Teile für die Hiroshima-Atombombe zur Insel Tinian gebracht, als es auf dem Rückweg von japanischen Torpedos getroffen wurde. Der riesige Kreuzer sank am 30. Juli 1945 binnen zwölf Minuten, ohne in der Lage zu sein, einen Notruf abzusetzen.

Von den 1.196 Mann an Bord konnten sich 800 zunächst vom Schiff ins Wasser retten, doch viele ertranken in den kommenden Tagen, wurden von Haien gefressen oder starben an Dehydration. Nur 316 überlebten, von ihnen sind nach Angaben der US-Marine 22 noch heute am Leben.

Am 6. August, nur wenige Tage nach dem Untergang der „USS Indianapolis“, warfen die USA ihre erste Atombombe auf Hiroshima, drei Tage später folgte der zweite Atombombenangriff auf Nagasaki. Sechs Tage danach gab Kaiser Hirohito die bedingungslose Kapitulation des japanischen Kaiserreichs bekannt.

Lifestyle

Panorama

Big Ben schlägt zum letzten Mal vor Renovierung

Der Glockenschlag des Londoner Wahrzeichens Big Ben wird morgen um 12.00 Uhr (13.00 Uhr MESZ) zum vorerst letzten Mal zu hören sein. Damit sollen wichtige Renovierungsarbeiten am Elizabeth Tower, der die 13,7 Tonnen schwere Glocke beherbergt, möglich gemacht werden.

Zunächst hatte es geheißen, das Geläut werde vier Jahre lang ausgesetzt. Nur zu besonderen Anlässen wie Neujahr sollte es noch zu hören sein, wie das britische Parlament mitgeteilt hatte. Doch nach heftigem Protest mehrerer Abgeordneter - sogar Premierministerin Theresa May schaltete sich ein - will sich das Unterhaus nach der Rückkehr aus der Sommerpause im September noch einmal mit dem Thema beschäftigen.

Big Ben ist der Name für die größte von fünf Glocken in dem 96 Meter hohen Elizabeth Tower. Sie schlägt stündlich, die kleineren im Viertelstundentakt. Im Volksmund wird der ganze Turm als Big Ben bezeichnet.

Bizarre Wolkenformation über brasilianischer Stadt

Eine bizarren Wolkenformation über der brasilianischen Stadt Teixeira de Freitas sorgt derzeit für reichlich Erstaunen. Ein vor zwei Tagen auf Instagram veröffentlichtes Video wurde mittlerweile im Sozialen Netz zigfach geteilt.

Seria a formação de um tornado ou a entrada de um meteorito? #natureza #meteorito #tornado

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Das Himmelsspektakel habe rund fünf Minuten gedauert, sagte Joao Paulo Magalhaes, von dem die Aufnahmen stammen. In diversen Medienberichten war von der „Hand Gottes“ die Rede - „Ist das die Apokalypse?“, fragte zudem die britische Boulevardzeitung „Daily Star“.