Ausland

Orban rudert offenbar bei Hochschulgesetz zurück

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat zugesagt, alle Auflagen der EU-Kommission erfüllen und Restriktionen insbesondere der Wissenschaftsfreiheit zurücknehmen zu wollen. Das sagte ein Sprecher der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) heute in Brüssel.

Dort traf das EVP-Präsidium zu Beratungen mit Orban zusammen. Ein Ausschluss von Orbans FIDESZ-Partei aus der EVP-Parteienfamilie sei aber kein Thema gewesen, sagte Manfred Weber (CSU), der Fraktionsvorsitzende der EVP im Europaparlament. Er verwies darauf, dass „Orban bisher immer bereit war, auch die Spielregeln Europas zu akzeptieren“.

EVP will im Gespräch bleiben

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch wegen des neuen Hochschulgesetzes und seiner diskriminierenden Wirkungen ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn eingeleitet. Das neue Gesetz bedroht die Central European University (CEU) in Budapest, die der US-Milliardär George Soros im Jahr 1991 gründete.

Weber nannte die Vorgänge in Ungarn „nicht akzepabel“ und sagte: „Orban muss die Freiheit der Wissenaschaft garantieren.“ Man erwarte nun, dass die ungarische Regierung die Kritik ernst nehme. Deshalb müsse man aber auch im Gespräch bleiben. 

Die EU-Kommission und einige Mitglieder der EVP-Parteienfamilie, zu der auch die deutschen Unionsparteien gehören, hatten insbesondere wegen der geplanten Schließung der Central European University in Budapest massive Kritik an Orban geübt.

Trump lässt Obamas Arktisbohrverbot überprüfen

US-Präsident Donald Trump will die von seinem Vorgänger Barack Obama verhängten Einschränkungen für Öl- und Gasbohrungen in der Arktis und im Atlantik auf den Prüfstand stellen. Trump unterzeichnete gestern in Washington ein Dekret, das eine Überprüfung der Bohrverbote anordnet.

„Milliarden von Dollar“

Den USA entgingen dadurch „potenziell Abertausende Jobs und Milliarden von Dollar“, sagte Trump bei der Unterzeichnung. „Unser Land ist mit unglaublichen natürlichen Ressourcen gesegnet, darunter auch reichhaltige Öl- und Gasvorkommen vor der Küste“, sagte Trump.

Die Regierung habe jedoch 94 Prozent dieser Gebiete von Erkundungen und Förderungen ausgeschlossen. In dem Dekret heißt es, es solle eine Lockerung der Einschränkungen erreicht werden, um die „verantwortliche Entwicklung von Offshore-Gebieten“ zu erlauben, die „unserer Staatskasse Einnahmen und unseren Arbeitern Jobs bringt“.

Furcht vor Ölaustritt

Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt als US-Präsident hatte Obama versucht, seinem Nachfolger beim Meeresschutz die Hände zu binden: Er erklärte große Gebiete in der Arktis und im Atlantik zu Schutzzonen, für die keine neuen Lizenzen für Öl- und Gasbohrungen vergeben werden dürfen.

Vertreter der Obama-Regierung äußerten damals die Einschätzung, dass diese Entscheidung vom künftigen US-Präsidenten nicht ohne eine entsprechende Entschließung des Kongresses rückgängig gemacht werden könne. Bei Ölbohrungen sei die Gefahr groß, dass Öl ins Meer laufe, erklärte Obama zu seiner Entscheidung Ende Dezember.

Zugang zu Wikipedia in Türkei blockiert

In der Türkei ist der Zugang zum Onlinelexikon Wikipedia blockiert worden. Internetnutzer in Istanbul konnten sämtliche Sprachversionen von Wikipedia heute nur noch mit Hilfe technischer Mittel wie VPN-Verbindungen erreichen, wie AFP-Korrespondenten feststellten.

Nach Angaben der Gruppe Turkey Blocks, die Internetzensur in der Türkei überwacht, wurde der Zugang zu Wikipedia aufgrund einer behördlichen Anordnung gesperrt. Der Grund dafür war zunächst aber unklar.

Medienberichte von vorläufiger Anordnung

Der türkischen Regierung wird immer wieder vorgeworfen, nach Anschlägen und Demonstrationen vorübergehend den Zugang zum Internet zu blockieren. In der Vergangenheit waren vor allem Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter betroffen.

Wie Turkey Blocks und Medien wie die Zeitung „Hürriyet“ berichteten, wurde der Zugang zu Wikipedia aufgrund einer vorläufigen Anordnung gesperrt, die noch von einem Gericht bestätigt werden muss. Zitiert wird eine Erklärung der türkischen Behörde für Informations- und Kommunikationstechnologien, derzufolge die Anordnung „nach technischer Analyse und rechtlicher Erwägung auf der Grundlage von Gesetz Nummer 5651“ erlassen wurde. Eine Begründung wurde aber nicht genannt.

Streit über Türkei: EU hält an Beitrittsprozess fest

Die EU hält weiter an einer Beitrittsperspektive für die Türkei fest. Der Beitrittsprozess werde weder suspendiert noch beendet, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini heute nach Beratungen der EU-Außenminister in Malta.

Mogherini erteilt damit den Forderungen von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) nach einem Stopp der Verhandlungen mit Ankara eine Absage. Kurz erneuerte indes seine Kritik: Für ihn sei die „rote Linie“ bei der Türkei „schon längst überschritten“.

Mehr dazu in Kurz erneuert Kritik

Italiens PD wählt Vorsitzenden: Renzi plädiert für Neustart

Die Demokratische Partei (PD), die Gruppierung um Italiens Ex-Premier Matteo Renzi und stärkste Einzelkraft im italienischen Parlament, wählt morgen in Vorwahlen ihren neuen Parteichef. Der 42-jährige Renzi hofft, den Posten des PD-Vorsitzenden zurückzuerobern, den er bis vergangenen Februar bekleidet hatte.

Drei Kandidaten im Rennen

10.000 Wahlstellen wurden in ganz Italien eingerichtet, um die Stimmen der Wählerschaft zu sammeln. Der neue Parteivorsitzende wird im Rahmen von Vorwahlen gewählt, die in ganz Italien stattfinden werden. Alle italienischen Wähler können an den PD-Vorwahlen teilnehmen, sie müssen dafür einen Beitrag von zwei Euro entrichten.

Drei Kandidaten gehen ins Rennen um den PD-Vorsitz. Renzi ist der klare Favorit. Er duelliert sich mit Justizminister Andrea Orlando und dem Präsidenten der süditalienischen Region Apulien, Ex-Staatsanwalt Michele Emiliano.

Renzi ruft zur Wahl auf

Der bis Dezember als Premier amtierende Renzi rief die Italiener zum Ende der Wahlkampagne auf, sich stark an den Vorwahlen zu beteiligen. Morgen werde nicht nur über den PD-Chef der nächsten vier Jahre, sondern auch den Premierkandidaten des Mitte-links-Lagers bei den nächsten Parlamentswahlen entschieden, die spätestens im Frühjahr 2018 stattfinden, argumentierte der Ex-Regierungschef. Nach einer schwierigen Phase müsse die PD neu starten, so Renzi.

Renzi befürchtet eine niedrige Wahlbeteiligung. Lediglich eine Million Wähler wird sich laut Medienprognosen an den Vorwahlen beteiligen. Das liegt klar unter den 2,8 Millionen, die Renzi im Dezember 2013 zum neuen PD-Chef gekürt hatten.

Terrorverdacht: Soldat sprach in Asylverfahren französisch

Im Fall des als Flüchtling getarnten, terrorverdächtigen Soldaten in Deutschland sind die Gespräche im Rahmen des Aufnahmeverfahrens nach offiziellen Angaben auf Französisch geführt worden. Laut Behörden gab der Mann dabei zunächst Arabisch und Französisch als Sprachen an. „Gespräche wurden und werden in der Sprache geführt, die der Flüchtling wünscht“, hieß es. „Auf Basis einer ersten Einschätzung bevorzugte die Person Französisch.“

Die Polizei hatte den 28 Jahre alten Oberleutnant am Mittwoch im unterfränkischen Hammelburg festgenommen. Der in Frankreich stationierte Soldat sitzt in Untersuchungshaft. Er soll als Flüchtling getarnt eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet haben. Die Ermittler gehen von einem fremdenfeindlichen Motiv aus.

Als Flüchtling ausgegeben

Laut den Angaben meldete sich der terrorverdächtige Offizier am 29. Dezember 2015 als asylsuchender syrischer Flüchtling beim Polizeipräsidium im deutschen Offenbach. Dabei gab er an, am 27. Dezember 2015 in Deutschland eingereist zu sein. Am 30. Dezember sei der 28-Jährige in einer Erstaufnahmeeinrichtung eingetroffen. Wie viele der damals ankommenden Flüchtlinge habe der Mann angegeben, keine Ausweispapiere zu haben, hieß es weiter. Die Angaben in den Dokumenten des Aufnahmeverfahrens beruhten daher auf seiner Selbstauskunft. Konkretere Angaben wurden unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht gemacht.

Der Mann war Sicherheitsbehörden erstmals vor fast drei Monaten auf dem Flughafen Wien aufgefallen, weil er eine Pistole in einer Toilette vor den Sicherheitskontrollen versteckt hatte. Das rbb-inforadio berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dabei handle es sich um eine 60 bis 70 Jahre alte Pistole französischen Fabrikats.

Inland

Mindestsicherung: Lopatka ortet in Wien „Fass ohne Boden“

ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka fordert Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) auf, bei der Mindestsicherung Druck auf Wien zu machen. „Sonst bleibt es ein Fass ohne Boden“, erklärte er. Die Zahl der Ausländer, die Mindestsicherung erhalten, würde „explodieren“, kritisierte der Klubobmann.

Die Bundeshauptstadt sei durch die „großzügige Vergabe zum Mindestsicherungsparadies vor allem für Ausländer geworden“, so Lopatka. Während im Februar 2016 knapp 60.000 Ausländer Mindestsicherung bezogen, waren es in diesem Jahr über 73.000. „Das rot-grüne Wien versinkt politisch allerdings im Chaos, statt zu handeln“, so der Klubchef.

SPÖ kündigt Lösung bis Sommer an

Es könne nicht sein, dass Steuergeld „verschleudert wird“, weil Wien die Mindestsicherungsfrage nicht löst. Von Stöger fordert Lopatka daher nun, alle Bundesländer an einen Tisch zu bringen und eine Lösung, die sich an Niederösterreich und Oberösterreich - beide Länder haben ÖVP-Landeshauptmänner - orientiert.

Der Wiener Bürgermeister und SPÖ-Landesparteichef Michael Häupl hatte zuletzt eine Lösung für die Bundeshauptstadt noch vor dem Sommer angekündigt. Bereits wiederholt wurde im Rathaus versichert, dass man keine Kürzungen bei der Unterstützung sozial bedürftiger Menschen plane. Angedacht ist jedoch, so viel ist bereits bekannt, dass es vermehrt Sach- statt Geldleistungen geben könnte. Auch Initiativen zur Arbeitsmarktintegration sollen Teil des Konzepts werden.

Rechnungshof kritisiert Führung von Hart bei Graz

Neben Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen den Ex-Bürgermeister von Hart bei Graz in der Steiermark hat sich auch der Rechnungshof (RH) mit der überschuldeten Gemeinde beschäftigt - und kritisiert etwa die Führung des Gemeindeamts.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Ebenfalls Kritik vom RH gab es für die Finanzierung des Regierungsviertels in St. Pölten in Niederösterreich. Bemängelt wurde, dass die Finanzierung in Schweizer Franken teurer als eine vergleichbare Variante in Euro sei.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Pflege: Länder bekommen Vorschlag zur Alltagsbegleitung

Das Sozialministerium will kommende Woche den Ländern seinen Vorschlag zur Alltagsbegleitung übermitteln. Dabei handelt es sich um einen „Lückenschluss“ zwischen den mobilen Diensten und der 24-Stunden-Betreuung für pflegebedürftige Personen. Ziel sei ein möglichst langes, selbstbestimmtes Leben zu Hause, hieß es aus dem Büro von Minister Alois Stöger (SPÖ).

Das Projekt zur mehrstündigen Alltagsbegleitung läuft im Rahmen der „Aktion 20.000“ zur Beschäftigung älterer Arbeitsloser. Das Ziel der Initiative sei es Arbeitsplätze zu schaffen, Pflegebedürftigen ein leistbares Angebot zur Verfügung zur stellen und deren Angehörige zu entlasten.

Kooperation mit sozialen Diensten

Sozialminister Stöger hat dazu gemeinsam mit den Trägern der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe) und dem Arbeiter Samariterbund in den letzten Monaten ein Konzept erarbeitet. In enger Abstimmung mit den regionalen Anbietern sozialer Dienstleistungen soll es blockweise Begleitstunden geben. Die bestehende Heimhilfe werde damit ergänzt und weiterhin bestehen.

Michael Opriesnig, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, meinte dazu: „Im Bereich der Pflege sind wir bisher gut aufgestellt, trotzdem braucht es ein Angebot, das weiter geht als mobile Pflegedienste, aber gleichzeitig nicht so weitreichend ist, wie die 24-Stunden-Betreuung.“

Frauenvolksbegehren mit 15 Forderungen

Mit der Initiative „Frauenvolksbegehren 2.0“ startet 20 Jahre nach dem ersten Frauenvolksbegehren eine Neuauflage. Mit an Bord sind auch Mitstreiterinnen von 1997, die ihre Anliegen von damals nicht genügend umgesetzt sehen. Zu wenig habe sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zum Besseren geändert.

Gestern präsentierten die Initiatorinnen ihre Forderungen, die breit gefächert sind: Sie wollen etwa eine Koppelung von Klubförderung und Frauenquote im Parlament und besseren Zugang zu legalem Schwangerschaftsabbruch.

Mehr dazu in 15 Forderungen von Abtreibung bis Quote

Justiz sucht 150 neue Justizwachebedienstete

Das Justizministerium hat zur Sicherstellung eines moderneren Strafvollzugs 150 Planstellen im Justizwachedienst ausgeschrieben. Insgesamt sind in dem Bereich 3.600 Mitarbeiter tätig, hieß es aus dem Ressort. Bewerben können sich die Kandidaten bis Ende Mai.

Aufgrund steigender Anforderungen und zahlreicher Pensionsantritte in den kommenden Jahren hat das Ministerium aktuell 150 Planstellen an den jeweiligen Standorten der Justizanstalten in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg ausgeschrieben. „Die österreichische Justiz orientiert sich insbesondere im Straf- und Maßnahmenvollzug an internationalen Vorgaben und versteht sich als moderner Arbeitgeber“, sagte Ressortchef Wolfgang Brandstetter (ÖVP).

Potenzielle Interessenten müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben, die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen und über eine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. einen gleichwertigen Schulabschluss verfügen.

Sport

Fußball: Bayern kann bereits Titel fixieren

Bayern München kann bereits heute den Titel in der deutschen Bundesliga fixieren. Die Münchner müssen dazu in Wolfsburg gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen, dass der Tabellenzweite Leipzig keinen Heimsieg gegen Ingolstadt feiert. Für den Verfolger ist wiederum das Absichern von Platz zwei gegen Dortmund und Hoffenheim das große Ziel. „Wir wollen die direkte Qualifikation für die Champions League unbedingt fix machen“, betonte Erfolgstrainer Ralph Hasenhüttl.

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Formel 1: Hamilton und Vettel im Infight

Die ersten drei Saisonrennen der Formel 1 haben zwei Sieger gebracht: Sebastian Vettel (Ferrari) und Lewis Hamilton (Mercedes). Die Wahrscheinlichkeit, dass sich einer der beiden auch morgen beim GP von Russland in Sotschi (14.00 Uhr, live in ORF eins) durchsetzt, ist groß. In internationalen Medien ist bereits von einer „Schlacht“ in Sotschi zwischen dem Deutschen und dem Engländer die Rede. Zumindest statistisch liegt der Vorteil bei Vizeweltmeister Hamilton - er hat in Sotschi bereits gewonnen.

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Bundesliga: Meisterteller liegt für Salzburg bereit

Red Bull Salzburg kann bereits nach der 31. Runde als alter und neuer Meister der tipico-Bundesliga feststehen. Die „Bullen“ empfangen heute Schlusslicht Ried und können mit einem Sieg bereits für die Titelfeier planen - wenn die Austria gegen Sturm nicht gewinnt. Salzburg-Trainer Oscar Garcia verschwendet aber noch keinen Gedanken an die mögliche Entscheidung. Geht es nach der Statistik, wäre ein Rieder Sieg jedoch eine Riesensensation.

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Wirtschaft

Güterzug aus London erreicht nach 12.000 Kilometern China

Nach 12.000 Kilometern Fahrt hat ein Güterzug aus der britischen Hauptstadt London sein Ziel in China erreicht. Beladen mit Whisky, Babymilch, Medikamenten und Maschinenteilen erreichte der „Ostwind“ getaufte Zug heute nach insgesamt 20 Tagen Fahrt die Stadt Yiwu im Osten der Volksrepublik, wie die Betreiberfirma mitteilte.

Güterzug aus London trifft in China ein

APA/AFP

Die Strecke ist länger als die der Transsibirischen Eisenbahn, allerdings rund 1.000 Kilometer kürzer als die 2014 eröffnete Rekordverbindung von der spanischen Hauptstadt Madrid nach China.

„Neue Seidenstraße“

Mit der neuen Verbindung nach Großbritannien will China seine Handelsbeziehungen nach Westeuropa entlang einer „neuen Seidenstraße“ weiter ausbauen. Der Transport über die Schiene soll nach Angaben der chinesischen Behörden bis zu 30 Tage schneller sein als eine Beförderung der Fracht auf dem Seeweg. Die Ladekapazität eines Frachtschiffes liegt allerdings um ein Vielfaches höher. London ist bereits die 15. Stadt, die mit dem Güternetz der staatlichen chinesischen Eisenbahn verbunden ist.

Werberat fordert Aus für umstrittene Palmers-Werbung

Der Werberat hat Palmers wegen eines Werbesujets verurteilt, das als „Osterhöschen“ auch zu medialen Wellen und insbesondere einer Auseinandersetzung zwischen dem Extremsportler Felix Baumgartner und der Puls4-Moderatorin Corinna Milborn geführt hat.

Der Werberat fordere Palmers „zum sofortigen Stopp der Kampagne bzw. sofortigen Sujetwechsel“ auf, heißt es auf der Website der Organisation. Die abgebildeten Models würden „in einer sexualisierten und entwürdigenden Weise dargestellt werden, an Minderjährige erinnern und rein als Blickfang dienen“. Das Sujet spiele „mit Konnotationen, die auch bei Unterwäschewerbung nicht zulässig sind“.

„Unrealistisches Körperbild propagiert“

Abgesehen von der herabwürdigenden Darstellung wirkten die Darstellerinnen „sehr jung und alleine durch ihren Körperbau kindlich. Aufgrund dessen wird von einer Vielzahl der Werberäte und Werberätinnen darauf hingewiesen, dass diese Werbemaßnahme ein unrealistisches Körperbild für junge Frauen propagiert und somit zum Schutz von Jugendlichen gestoppt werden soll.“

Insgesamt werde das Setting der gesichtslosen, sehr jung wirkenden Darstellerinnen als eine Reduktion auf den Körper und die Sexualität gesehen.

Chronik

Drei Schwerverletzte bei Verkehrsunfällen

Bei zwei Verkehrsunfällen in Kärnten sind gestern drei Menschen schwer verletzt worden. Ein Autofahrer stieß im Bezirk Wolfsberg gegen ein Motorfahrrad. Dabei wurden zwei 16-Jährige auf die Straße geschleudert. Der Mann beging Fahrerflucht, stellte sich aber später selbst. Im Bezirk Feldkirchen überschlug sich eine Frau mit ihrem Pkw.

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Im Burgenland wurden die Feuerwehren Kaisersteinbruch und Neusiedl am See in der vergangenen Nacht zu einem spektakulären Einsatz gerufen: Sie mussten ein Auto aus der Leitha bergen. Der Lenker hatte sich noch selbst aus dem sinkenden Auto retten können.

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Erdbeben erschütterte südliche Philippinen

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,2 hat in der Nacht die südlichen Philippinen erschüttert. An zahlreichen Gebäuden entstand Sachschaden. Mehrere tausend Menschen flohen aus ihren Häusern.

Bei der Räumung der Städte Glan und Malapatan wurden zwei Menschen verletzt, wie ein Vertreter der Zivilschutzbehörde sagte. Ein Mensch sei von einem herunterfallenden Stein getroffen worden, eine schwangere Frau habe sich bei einem Sturz verletzt. Die Behörden erließen zunächst eine Tsunami-Warnung, hoben diese nach mehreren Stunden aber wieder auf.

Karte zeigt das Epizentrum des Bebens auf den Philippinen

APA/ORF.at

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben des philippinischen Zentrums für Vulkanologie und Seismologie etwa 53 Kilometer westlich der Stadt Sarangani. In der Stadt General Santos stürzte ein Gebäude zusammen. In einem Einkaufszentrum kamen die Decken herunter. Eine Einwohnerin, Maggie Diaz, sagte: „Es war wahnsinnig beängstigend. Wir wurden aus dem Schlaf geschüttelt und mussten dann ganz schnell aus dem Haus.“

Die Philippinen liegen entlang des Pazifischen Feuerrings („Ring of Fire“), eines Vulkangürtels, der den Pazifischen Ozean von drei Seiten umgibt. Dort ereignen sich etwa 90 Prozent der Erdbeben weltweit. Das letzte schwere Beben mit einer Stärke von 7,1 hatte im Oktober 2013 mehr als 220 Menschen das Leben gekostet. Im Juli 1990 starben auf der Insel Luzon bei einem Beben der Stärke 7,8 mehr als 2.400 Menschen.

Zehn Jahre Haft für Schwiegervater von „El Chapo“

Wegen Drogenhandels und unerlaubten Waffenbesitzes ist der Schwiegervater des mexikanischen Drogenbosses Joaquin „El Chapo“ Guzman zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Ines Coronel müsse für zehn Jahre und fünf Monate ins Gefängnis, teilte die Generalstaatsanwaltschaft im Bundesstaat Sonora gestern mit. Er war 2013 festgenommen worden.

Coronel ist der Vater von Guzmans Partnerin Emma Coronel Aispuro. Die ehemalige Schönheitskönigin und der frühere Chef des Sinaloa-Kartells sind Eltern von Zwillingen. Ines Coronel soll einer der wichtigsten Komplizen von „El Chapo“ gewesen sein und im Nordwesten des Landes den Drogenanbau und -handel koordiniert haben.

Nach zwei spektakulären Ausbrüchen aus Hochsicherheitsgefängnissen war Guzman Anfang des Jahres an die USA ausgeliefert worden. Derzeit wird ihm in New York der Prozess gemacht. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

Gesundheit

Religion

Kultur

„Toni Erdmann“ räumt bei Deutschem Filmpreis ab

Die Regisseurin Maren Ade ist mit der Tragikomödie „Toni Erdmann“ die große Gewinnerin beim Deutschen Filmpreis. Der Film bekam gestern in Berlin sechs Lolas, neben dem Hauptpreis auch die Lolas für Regie, Drehbuch und Schnitt. Sandra Hüller und Peter Simonischek wurden zudem für ihre Rollen in dem Vater-Tochter-Film zu den besten Hauptdarstellern gekürt.

Regisseurin Maren Ade mit dem Filmpreis Lola

APA/AFP/Jörg Carstensen

Ade darf sich über sechs Lolas freuen

Die Silber-Lola erhielt das Abtreibungsdrama „24 Wochen“ von Anne Zohra Berrached, Bronze „Wild“ von Nicolette Krebitz. Der Favorit des Abends, „Die Blumen von gestern“ von Chris Kraus, ging leer aus. Bester Kinderfilm wurde „Auf Augenhöhe“, beste Dokumentation „Cahier Africain“. Weitere Preise gab es für Fritzi Haberlandt („Nebel im August“) und Georg Friedrich („Wild“) in der Kategorie Beste Nebenrolle.

Die Deutsche Filmakademie wählt die Gewinner der Lolas, die als wichtigste Auszeichnung für das deutsche Kino gelten. Von Til Schweiger bis Senta Berger war fast die komplette deutschsprachige Filmprominenz bei der Show im Palais am Funkturm dabei.

TV-Kultserie „Roseanne“ soll neu aufgelegt werden

Die US-Sitcom „Roseanne“, die ab 1988 fast zehn Jahre lang zu den erfolgreichsten Comedyserien zählte, soll neu aufgelegt werden. Wie die US-Branchenblätter „Variety“ und „Hollywood Reporter“ gestern berichteten, sollen von der Originalbesetzung bereits Roseanne Barr, John Goodman und Sara Gilbert an Bord sein. Die geplante achtteilige Serie werde derzeit mehreren Sendern angeboten, heißt es.

Barr (64) spielte an der Seite von Goodman (64) die übergewichtige Mutter einer Großfamilie, die frech und laut ist und meist am Rande des Existenzminimums lebt. Die Serie und ihre Darsteller wurden mit Emmys und Golden Globes ausgezeichnet.

„Guardians Vol. 2“: Musik als Retterin der Galaxien

Im Jahr 2014 war „Guardians of the Galaxy“ der erfolgreichste Film an den nordamerikanischen Kinokassen. Nun schickt Marvel den zweiten Teil der Weltraumsaga um die bunte Heldentruppe ins Rennen. Auch wenn das Sequel für Marvel wohl zum Kassenschlager wird - an den Witz des Vorgängers kommt die Fortsetzung nicht heran. Dafür kann „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ mit einem perfekt durchdachten Soundtrack punkten.

Mehr dazu in Musik als Retterin der Galaxien

Panorama

Leute

Swayzes „Dirty Dancing“-Lederjacke teuer versteigert

Acht Jahre nach dem Tod des US-Schauspielers Patrick Swayze sind in Kalifornien Dutzende Gegenstände aus dem Nachlass des Hollywood-Stars versteigert worden. Eine schwarze Lederjacke, die Swayze in dem Tanzfilm „Dirty Dancing“ (1987) trug, brachte bei der Auktion am Freitag mehr als 62.000 Dollar (knapp 57.000 Euro) ein, deutlich mehr als der Schätzpreis von 6.000 Dollar.

Ein Surfbrett, das der Star bei den Dreharbeiten zu dem Thriller „Point Break - Gefährliche Brandung“ benutzte, kam für 64.000 Dollar unter den Hammer. Ein Neoprenanzug vom Set brachte gut 9.000 Dollar ein, wie das Auktionshaus Julien’s mitteilte.

DeLorean für 81.000 Dollar versteigert

Swayzes DeLorean-Sportwagen Baujahr 1981 wurde für mehr als 81.000 Dollar versteigert, sein Motorrad vom Hersteller Harley Davidson für 23.000 Dollar. Von seinem Auftritt als Transvestit in der Komödie „To Wong Foo, Thanks For Everything! Julie Newmar“ (1995) fand eine rote Perücke samt künstlichen Fingernägeln und Wimpern für gut 2.200 Dollar einen neuen Besitzer.

Swayze war im September 2009 im Alter von 57 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Er war durch den Kultfilm „Dirty Dancing“ berühmt geworden. Seine Rolle in dem romantischen Drama „Ghost“ brachte ihm eine Oscar-Nominierung ein.

Lifestyle

„Dancing Stars“: Letzter Tanz für Volker Piesczek

In der fünften Sendung musste Volker Piesczek dem Ballroom unfreiwillig den Rücken kehren. Ein teuflischer Tango zu Falcos „Dance Mephisto“ wurde dem Moderator und Entertainer zum Verhängnis. Offenbar kam er nicht nur bei Juror Dirk Heidemann, sondern auch beim Publikum nicht gut genug an. Dennoch zieht Piesczek im Interview ein positives Resümee.

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