Inland

Launsky-Tieffenthal wird Regierungssprecher

Erstmals seit Jahrzehnten erhält die Regierung wieder einen Sprecher. Spitzendiplomat Peter Launsky-Tieffenthal fällt diese schwierige Aufgabe zu. Er soll beim ersten Ministerrat der neuen Regierung am Dienstag quasi installiert werden.

Peter Launsky-Tieffenthal

APA/Außenministerium/Dragan Tatic

Mit der Neukonstruktion der Informationsarbeit einher geht, dass der Sprecher auch das Pressefoyer nach den Ministerräten halten wird - jeweils unterstützt von ein bis zwei Fachministern. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) werden nur bei besonderen Anlässen selbst vor die Presse treten. Dafür ist ein zweites Launsky-Tieffenthal-Briefing an einem anderen Wochentag geplant.

Der 60-jährige Wiener leitete zuletzt die Entwicklungssektion im Außenministerium. Davor war er unter anderem bei der UNO als Untergeneralsekretär für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. In Österreich kennt man ihn als Sprecher des Außenministeriums in den Jahren 2007 bis 2012.

Wien bekommt neuen FPÖ-Vizebürgermeister

Die neue Regierung hat auch Auswirkungen auf die Wiener FPÖ: Vizebürgermeister Johann Gudenus folgt Heinz-Christian Strache als Klubobmann im Bund. Der Wiener Klubobmann Dominik Nepp könnte neuer Vizebürgermeister werden.

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Kitzmüller als Nationalratspräsidentin

Die FPÖ wird am Dienstag in ihrer Klubsitzung die Weichen für die Besetzung der Klubführung sowie des Amts des Dritten Nationalratspräsidenten stellen. Der Parlamentsklub dürfte dem Vernehmen nach künftig von einer Doppelspitze - bestehend aus Gudenus und Walter Rosenkranz - geleitet werden. Als Kandidatin für das Amt der Dritten Nationalratspräsidentin gilt Anneliese Kitzmüller als gesetzt.

Eine offizielle Bestätigung für diese Personalia gab es gestern nach der Sitzung der FPÖ-Parteileitung nicht. NR-Abgeordneter Rosenkranz verwies nach dem Ende der Veranstaltung auf die Sitzung des Parlamentsklubs am Dienstag. Kitzmüller, die die ÖVP-FPÖ-Koalition in der „Steuerungsgruppe“ federführend mitverhandelt hatte, zeigte sich auf Journalistenfragen grundsätzlich bereit, das Amt der Dritten Präsidentin zu übernehmen: „Dort, wo man mich hinstellt als brave Bürgerin Österreichs, das mache ich gerne.“

Ausland

Trump: Steuerreform ist „Weihnachtsgeschenk“

US-Präsident Donald Trump hat die geplante Steuerreform seiner Republikaner gegen Vorwürfe verteidigt, sie komme insbesondere den Reichen zugute. „Sie wird eins der großen Weihnachtsgeschenke für die Mittelschicht“, sagte Trump gestern am Weißen Haus. Der Kongress soll kommende Woche über das Paket abstimmen, die Republikaner können auf eine knappe Mehrheit hoffen.

Es sieht unter anderem eine Senkung der Unternehmenssteuern und eine Reduzierung des Spitzensteuersatzes vor. Unabhängigen Experten und überparteilichen Gremien des Kongresses zufolge dürften die Maßnahmen überproportional Unternehmen und Wohlhabenden zugutekommen.

Abstimmung am Dienstag

Die Republikaner in Senat und Abgeordnetenhaus haben sich am Freitag auf einen Kompromissentwurf geeinigt und offenbar genügend Stimmen zusammen, um ihn in der kommenden Woche im Kongress zu verabschieden. Damit könnte Trump das Paket mit Steuersenkungen im Umfang von knapp 1,5 Billionen Dollar noch vor Weihnachten unterzeichnen. Die erste Abstimmung ist für Dienstag im Abgeordnetenhaus geplant.

Im Mittelpunkt des 500 Seiten starken Entwurfes steht eine massive Senkung der Ertragssteuer für Unternehmen von bisher 35 auf 21 Prozent. Auch die meisten übrigen Steuerzahler können davon ausgehen, dass sie zumindest vorübergehend weniger Geld an den Fiskus abführen müssen.

Dafür nehmen die Republikaner im Widerspruch zu ihrem Wahlprogramm 2016 eine starke Aufblähung des Budgetdefizits in Kauf: Der überparteiliche Steuerausschuss des Kongresses geht von einem Anstieg in Höhe von einer Billion Dollar im Zeitraum von zehn Jahren aus.

UNO-Sicherheitsrat prüft Resolutionsentwurf zu Jerusalem

Der UNO-Sicherheitsrat könnte sich einem Resolutionsentwurf zufolge offen gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump stellen, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. In dem der Nachrichtenagentur AFP gestern vorliegenden Textentwurf Ägyptens wird jegliche einseitige Entscheidungen zum Status von Jerusalem als rechtlich wirkungslos bezeichnet.

Eine Abstimmung über den Entwurf könnte nach Angaben von UNO-Diplomaten in New York frühestens morgen erfolgen. Sie äußerten die Erwartung, dass die USA von ihrem Veto-Recht Gebrauch machen würden. Die meisten, wenn nicht alle anderen der 14 Sicherheitsratsmitglieder könnten jedoch für die Resolution stimmen.

Trump hatte am 6. Dezember trotz eindringlicher Warnungen aus aller Welt Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkannt und den Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem angeordnet. Die Entscheidung hatte vor allem in muslimischen und arabischen Ländern heftige Proteste ausgelöst. In den Palästinensergebieten kam es wiederholt zu Gewalt, mehrere Menschen wurden getötet.

EU auf Distanz zu USA

Die Europäische Union blieb in der Jerusalem-Frage auf Distanz zu den USA: Die Haltung der EU zum Status der Stadt bleibe „unverändert“, bekräftigten die 28 EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstagabend bei ihrem Gipfel in Brüssel.

Der Status von Jerusalem ist einer der größten Streitpunkte im israelisch-palästinensischen Konflikt. Israel proklamierte den Ost-und den Westteil der Stadt zur „ewigen, unteilbaren Hauptstadt“. Für die Palästinenser ist Ost-Jerusalem hingegen die Hauptstadt ihres künftigen Staates.

Südafrika: Regierungspartei ANC wählt neuen Vorsitzenden

Die südafrikanische Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) wählt auf ihrem fünftägigen Parteitag voraussichtlich heute einen neuen Vorsitzenden. Die beiden Favoriten sind Nkosazana Dlamini-Zuma, die ehemalige Ehefrau von Staats- und Parteichef Jacob Zuma, sowie der stellvertretende Staatschef Cyril Ramaphosa.

Der künftige ANC-Vorsitzende hat gute Aussichten, Zuma bei den Wahlen 2019 auch als Staatschef abzulösen. Zuma, der die Kandidatur seiner Ex-Frau unterstützt, stand seit zehn Jahre an der Spitze der Partei des 2013 gestorbenen Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela.

Der Parteichef ist wegen zahlreicher Korruptionsaffären und der ihm zugeschriebenen Veruntreuung öffentlicher Gelder auch innerhalb des ANC stark umstritten. Im vergangenen Jahr verlor die Partei bei Wahlen das Rathaus der größten südafrikanischen Stadt Johannesburg und das der Hauptstadt Pretoria.

Europäische Rechtspopulisten forderten in Prag Ende der EU

Rechtspopulisten aus ganz Europa haben bei einem Treffen in Prag ein Ende der Europäischen Union in der jetzigen Form gefordert. An dem Kongress der EU-Parlamentsfraktion Europa der Nationen und der Freiheit (ENF) nahmen gestern unter anderen der Niederländer Geert Wilders und die Französin Marine Le Pen teil.

Le Pen begrüßte die Regierungsbeteiligung der FPÖ in Österreich als eine „sehr gute Nachricht für Europa“ und als „wahrlich historisches Ereignis“. Wilders nannte es wunderbar, dass mit der FPÖ ein Mitglied der ENF-Fraktion „ernst genommen“ werde.

Lob für Tschechien

Wilders kritisierte die EU: „Brüssel ist eine existenzielle Gefahr für unsere Nationalstaaten“, sagte er. Le Pen sprach von einer „desaströsen Organisation“. Die rechten Verbündeten sprachen sich auch klar gegen Zuwanderung aus. „Ich hoffe, dass die Tschechen ihre Türen vor der Massenzuwanderung fest geschlossen halten“, sagte Wilders und lobte die Haltung der östlichen EU-Staaten.

Die EU-Kommission klagt Tschechien, Ungarn und Polen, weil sie die EU-Flüchtlingsquoten nicht umsetzen. Gastgeber Tomio Okamura von der tschechischen Partei Freiheit und direkte Demokratie (SPD) sagte, es drohe eine „muslimische Kolonisation Europas“.

Vilimsky sagte „aus Termingründen“ ab

Im Vorfeld des Treffens hatte die FPÖ der APA mitgeteilt, dass FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky als stellvertretender Vorsitzender der ENF-Fraktion zur Jahrestagung in Prag eingeladen wurde, er aus terminlichen Gründen aber nicht daran teilnehmen könne. Vilimsky deutete heute vor der Sitzung des Parteivorstandes an, die FPÖ könnte als Regierungspartei auf Distanz zur ENF-Fraktion im EU-Parlament gehen. Es gebe derzeit „keinen Anlass im reißenden Fluss die Pferde zu wechseln“, man werde sich aber überlegen, wie es nach der nächsten EU-Wahl 2019 weitergehen werde, sagte Vilimsky auf die Frage, ob die FPÖ die ENF verlassen werde. Es brauche aber „eine positive EU-Kritik“, so Vilimsky.

In Prag folgten nur mehrere hundert Menschen einem Aufruf linker Gruppen zu Gegendemonstrationen. Sie riefen vor dem Tagungshotel lautstark „Schande“ und hielten Bänder mit Sprüchen wie „Soziale Gerechtigkeit statt Rassismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit“ hoch. Die Polizei hatte sich mit starken Sicherheitsmaßnahmen auf das Treffen vorbereitet und setzte auch einen Hubschrauber ein.

CSU-Parteitag kürte Söder-Seehofer-Doppelspitze

Beim CSU-Parteitag in Nürnberg ist gestern der bayrische Finanzminister Markus Söder fast einstimmig zu Horst Seehofers Nachfolger gekürt worden - in einer offenen Abstimmung, bei einigen wenigen Gegenstimmen. Die offizielle Stabsübergabe soll dann im ersten Quartal 2018 erfolgen.

Dann will Seehofer sein Amt abgeben, und Söder soll im Landtag zum neuen Ministerpräsidenten von Bayern gewählt werden. „Ich werde mich mit ganzer Kraft, mit ganzer Leidenschaft für dieses Land und die CSU einsetzen“, sagte Söder unter großem Applaus.

Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und der bayerische Finanzminister Markus Söder

APA/dpa/Sven Hoppe

Seehofer wiedergewählt

Zuvor war Seehofer mit 83,7 Prozent als CSU-Vorsitzender wiedergewählt worden - nach dem bisherigen Tiefpunkt von 87,2 Prozent vor zwei Jahren. Seehofer bezeichnete das Votum als „gute Grundlage“ für die kommenden Monate. Die Parteispitze hatte sich Anfang Dezember auf die Doppelspitze aus Seehofer und Söder verständigt.

Er habe die politische Verantwortung für das schlechte Ergebnis bei der Bundestagswahl übernommen, „auch wenn die Ursache in Berlin lag“, sagte Seehofer - ein Seitenhieb auf die deutsche Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel. Seehofer hatte ihre Flüchtlingspolitik lange Zeit scharf kritisiert. Er soll zunächst noch als Regierungschef die Sondierungen mit der SPD in Berlin für die CSU führen.

Sport

Fußball: Stögers Heimdebüt nach Kraftakt geglückt

Peter Stögers Heimdebüt als Cheftrainer von Borussia Dortmund ist dank eines Kraftaktes im letzten Abdruck doch noch gelückt. Der BVB setzte sich gestern in der 17. Runde gegen die TSG 1899 Hoffenheim nach Rückstand noch mit 2:1 durch und bescherte dem Wiener damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel. Der goldene Treffer gelang dabei erst zwei Minuten vor Schluss. Auch Stögers Ex-Club Köln durfte sich erstmals über drei Punkte freuen.

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Club-WM: Ronaldo schießt Real zum Titel

Real Madrid darf sich auch in diesem Jahr Club-Weltmeister nennen. Die „Königlichen“ setzten sich gestern im Finale in Abu Dhabi gegen Gremio Porto Alegre mit 1:0 durch und verteidigten damit als erste Mannschaft erfolgreich den Titel. Zum Matchwinner für Real avancierte einmal mehr Cristiano Ronaldo, der nach der Pause mit einem Freistoß für die Entscheidung sorgte.

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Ski alpin: Hirscher motiviert für Alta-Badia-Doppel

Für Marcel Hirscher geht der Weltcup heute (9.30 Uhr, live in ORF eins) mit dem Riesentorlauf in Alta Badia weiter. Auf der Gran Risa konnte der Salzburger zuletzt viermal in Serie gewinnen. Mit einem weiteren Erfolg würde er Alberto Tomba als Rekordsieger ablösen. Zuletzt gönnte sich Hirscher ein paar Tage Pause, um zu regenerieren.

Die Kraft wird der 28-Jährige auch benötigen, denn gleich morgen steht das RTL-Parallelrennen auf dem Programm, bei dem Hirscher noch eine offene Rechnung zu begleichen hat.

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Skispringen: Österreicher in Engelberg geschlagen

Anders Fannemel hat seinen insgesamt vierten Weltcup-Sieg geholt. Der 26-jährige Norweger setzte sich gestern in Engelberg mit dem Minimalvorsprung von 0,1 Punkten vor dem Deutschen Weltcup-Gesamtführenden Richard Freitag und dem polnischen Lokalmatador Kamil Stoch durch. Enttäuschend ging der sechste Einzel-Bewerb der Olympiasaison aus Sicht der Österreicher zu Ende. Als deren bester verpasste Stefan Kraft die Top Ten klar.

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Wirtschaft

Lada liefert erstmals seit Jahren wieder Autos nach Kuba

Erstmals seit zwölf Jahren hat der russische Autohersteller Avtovaz wieder Modelle seiner Traditionsmarke Lada nach Kuba geliefert. Es seien 320 Wagen vom Typ Lada Vesta dorthin gebracht worden, sagte Michail Rjabow, Manager eines Werkes in Ischewsk, gestern laut der Agentur Interfax.

Zuvor hatte der Konzern mit Sitz in der Wolgastadt Togliatti die „Rückkehr nach Kuba“ mit einer Lieferung von rund 350 Fahrzeugen angekündigt. Diese sollen unter anderem bei Tourismus- und Taxiunternehmen zum Einsatz kommen. „Kuba gehört zu unseren bevorzugten Exportmärkten“, sagte Avtovaz-Chef Nicolas Maure.

Oldtimer verschwinden langsam von Kubas Straßen

Die Karibik-Insel ist bei Touristen für ihre vor allem amerikanischen Oldtimer im Straßenverkehr bekannt. Wegen der allmählichen Öffnung des Marktes durch die sozialistische Führung rechnen Beobachter aber damit, dass die alten Fahrzeuge nach und nach von den Straßen verschwinden werden. Avtovaz-Chef Maure sagte, Lada habe in Kuba eine große Tradition. Bis heute würden alte Modelle dort genutzt.

Im Gespräch mit der dpa hatte Maure Anfang 2017 gesagt, er wolle Lada wieder zu einer Exportmarke machen. Hauptziel seien Ex-Sowjetrepubliken etwa in Zentralasien. „Später wollen wir nach Nahost, Afrika und Lateinamerika expandieren“, sagte er.

Lada ist mit einem Segelboot als Logo Marktführer in Russland. Zu Sowjetzeiten wurden die Autos im Westen durch das Modell Schiguli mit seiner markant-eckigen Form bekannt geworden.

Ryanair will rasche Verhandlung mit Piloten

Die irische Billigfluglinie Ryanair will noch vor Weihnachten mit Pilotengewerkschaften über die Arbeitsbedingungen sprechen, um drohende Streiks rund um die Feiertage zu verhindern. Andere Berufsgruppen sollen aber ausdrücklich ausgenommen bleiben.

Manager Peter Bellew sagte der italienischen Zeitung „La Repubblica“ (Samstag-Ausgabe), die Gespräche mit den Vertretungen der Piloten sollten möglichst in der neuen Woche an den wichtigsten Drehkreuzen der Airline beginnen, spätestens aber im Jänner. Das Unternehmen sei allerdings nicht bereit, die Verhandlungen auf das Kabinenpersonal auszuweiten. Auch diese Gruppe verlangt die Anerkennung gewerkschaftlicher Vertreter für seine Belange. „Wir sprechen nur mit Piloten“, betonte Bellew.

Das bisherige Entgegenkommen sei „ein großer Schritt des Wandels“ für Ryanair, meinte der Manager in dem Interview. „Wir bluffen nicht. (...) Wir meinen es sehr ernst.“

Pilotengewerkschaft kritisiert Arbeitsbedingungen

Die Iren waren wiederholt kritisiert worden. Unter anderem soll es dort laut der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, aber umstrittene Dienstplanregeln und viele in Scheinselbstständigkeit arbeitende Kollegen geben. Den Anteil selbstständiger Piloten gab Bellew mit 24 Prozent an.

Die VC hatte zuvor erklärt, mit Ryanair verhandeln zu wollen. Zugleich warnte sie die Fluggesellschaft vor lediglich symbolischen Schritten. Sollte sich alles „als reine Hinhaltetaktik herausstellen, werden wir auf diese auf das Schärfste reagieren“, sagte Gewerkschaftschef Ilja Schulz. In mehreren europäischen Ländern hatten Piloten zuvor mit Ausständen gedroht. Die italienische Gewerkschaft Anpac hatte den Streik dann auch abgesagt.

Chronik

Tote bei Erdrutsch in Chile

Bei einem Erdrutsch nach heftigen Regenfällen sind im Süden Chiles zwei Menschen ums Leben gekommen und drei weitere verletzt worden. Acht weitere Menschen wurden nach dem Unglück gestern vermisst, wie ein Mitarbeiter des Innenministeriums mitteilte.

Die Schlammmassen begruben in dem Dorf Villa Santa Lucia in der Region Los Lagos mehrere Häuser unter sich, insgesamt etwa 20 wurden völlig zerstört, einige gingen in Flammen auf.

Waldbrände in Kalifornien wüten weiter

Die Waldbrände in Kalifornien haben gestern unverändert weiter gewütet. Anhaltenden Winde und Trockenheit könnten die Lage noch verschlimmern, teilte die Forstbehörde des US-Bundesstaates mit. Bisher hat das sogenannte Thomas-Feuer rund 105.000 Hektar Land verwüstet und mehr als tausend Gebäude zerstört. Die Kosten belaufen sich den Angaben zufolge auf bereits mehr als 100 Millionen Dollar (85 Millionen Euro). Zehntausende Menschen mussten vor dem Feuer in Sicherheit gebracht werden.

Feuersbrunst vor einem Wohnhaus

APA/AP/Santa Barbara County Fire Department/Mike Eliason

Bisher zwei Tote

Ein Feuerwehrmann kam ums Leben. Zu den Todesumständen wurden keine Angaben gemacht. Zuvor war bereits eine 70-jährige Frau in dem Feuer ums Leben gekommen. Sie starb bei einem Verkehrsunfall auf der Flucht vor den Flammen. Mehr als 8.000 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen.

Die Brände hält die Einsatzkräfte seit mehr als zehn Tagen in Atem. Das Feuer war vergangene Woche in der Nähe der Stadt Ventura ausgebrochen und hatte sich durch heftige Winde angefacht unaufhaltsam weiter ausgebreitet. Die Waldbrände gelten bereits jetzt als die drittgrößten in der Geschichte Kaliforniens.

„Igor, der Russe“: Fahndung nach Komplizen in Österreich

Nach der Festnahme eines ehemaligen serbischen Soldaten in Spanien - genannt „Igor, der Russe“ -, dem insgesamt fünf Morde zur Last gelegt werden, fahnden die italienischen Ermittler nach möglichen Komplizen in Österreich. Laut der Staatsanwaltschaft von Bologna hat es in den vergangenen Tagen Treffen zwischen Carabinieri und österreichischen Kollegen in Wien gegeben.

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IT

US-Netzneutralität: Folgen für Europa befürchtet

Das am Donnerstag beschlossene Aus für die Netzneutralität in den USA sorgt für Aufruhr. Mit der Entscheidung droht sich das Internet fundamental zu verändern: US-Provider müssen Daten künftig nicht mehr gleichberechtigt behandeln, sie dürfen stattdessen Datenströme bevorzugen oder drosseln. Befürchtet wird ein Zweiklasseninternet. Auch Auswirkungen auf Europa werden erwartet. Zwar hat die EU-Kommission angekündigt, die Netzneutralität „weiter schützen“ zu wollen. Doch Konsequenzen über Umwege sind vorprogrammiert. Die großen Onlinekonzerne wie Google, Netflix und Twitter kündigten indes Widerstand an.

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Science

Kultur

Die Angewandte: 150 Jahre Kunst, die man brauchen kann

Die Universität für angewandte Kunst feiert ihr 150-jähriges Bestehen mit einer anregenden Ausstellung im Museum für angewandte Kunst (MAK). Die Schau vermittelt die Leistungen einer Bildungsstätte, die von Größen in Kunst und Design wie Josef Hoffmann, Hans Hollein, Maria Lassnig und Vivienne Westwood mitgeprägt wurde. Dafür lüftet die Angewandte nicht nur ihre eigene große Sammlung, sondern wirft auch einen Blick in die Zukunft: Um 2050 könnte Kunst die wichtigste Disziplin sein - und eine große Rolle in Wissenschaft und Bildung spielen.

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Panorama

Ältester Mensch Europas mit 116 in Spanien gestorben

Der wohl älteste Mensch Europas ist tot: Die Spanierin Ana Vela Rubio sei im Alter von 116 Jahren in einem Seniorenheim in Barcelona gestorben, berichteten spanische Medien gestern. Die am 29. Oktober 1901 in Andalusien geborene Pensionistin war laut der internationalen Gerontology Research Group (GRG) die älteste Einwohnerin Europas und der drittälteste Mensch der Welt.

Die Liste führt die am 4. August 1900 geborene Japanerin Nabi Tajima an. Vela Rubio, eine ehemalige Schneiderin, wurde in Südspanien geboren, lebte aber schon seit den 1940er Jahren in Katalonien, wie die Zeitung „El Pais“ berichtete. Seit vier Monaten wohnte auch ihre 90-jährige Tochter im selben Seniorenheim. Erst vor eineinhalb Monaten hatte Vela Rubio dort ihren 116. Geburtstag gefeiert.

Nun Italienerin älteste lebende Person

Zeitlebens habe sie kaum gesundheitliche Probleme gehabt, dann aber mit 109 Jahren einen Oberschenkelbruch erlitten, der operiert werden musste. Danach habe sich ihr Zustand verschlechtert. „Sie ist friedlich in ihrem Bett eingeschlafen, ohne zu leiden“, hieß es aus dem Seniorenheim.

Erst im April war die Italienerin Emma Morano gestorben, der letzte noch lebende Mensch, der im 19. Jahrhundert geboren worden war. Seit Mai 2016 stand sie als ältester Mensch der Welt im Guinness Buch der Rekorde. Die älteste Europäerin ist nach dem Tod Vela Rubios nun erneut eine Italienerin: die 115-jährige Giuseppina Projetto.

Hochzeit von Prinz Harry: Ansturm auf Hotels in Windsor

Nur wenige Stunden nach der Ankündigung des Hochzeitdatums von Prinz Harry (33) und Meghan Markle (36) sind nahezu alle Hotels in der britischen Stadt Windsor ausgebucht gewesen. Bereits am Freitagabend waren online keine Unterkünfte mehr zu bekommen.

Wer dennoch die Suche nach einer Bleibe nicht aufgeben wolle, müsse Hotels telefonisch abklappern, sagte ein Behördensprecher. Denn einige wenige Unterkünfte böten ihre Zimmer nicht online an.

Prinz Harry und die US-amerikanische Schauspielerin Markle („Suits“) wollen am 19. Mai kommenden Jahres heiraten, wie der Kensington-Palast mitgeteilt hatte. Die Feier ist auf Schloss Windsor westlich von London geplant. Das Paar will sich dort in der St.-George’s-Kapelle das Jawort geben.