Ausland

Großbritannien will der Ukraine bei der Abwehr einer möglichen Invasion durch Russland mit Waffen zur Bekämpfung von Panzern helfen. „Wir haben entschieden, der Ukraine leichte defensive Panzerabwehrwaffen zu liefern“, sagte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace gestern Abend im Parlament.

Es seien bereits die ersten Einheiten in der Ukraine angekommen. Britische Armeeangehörige sollen für eine kurze Zeit ukrainisches Personal an dem Waffensystem ausbilden.

„Zur Selbstverteidigung gedacht“

Wallace machte keine Angaben zum Typ oder der Anzahl der gelieferten Waffen. Er sagte lediglich, es handle sich „nicht um strategische Waffen und sie stellen keine Gefahr für Russland dar. Sie sind zur Selbstverteidigung gedacht.“ Die Waffen hätten nur eine kurze Reichweite.

Russland hat an der Grenze zur Ukraine rund 100.000 Soldaten zusammengezogen. Der Westen und die Regierung in Kiew fürchten eine Invasion, was die Regierung in Moskau zurückweist.

Baerbock auf Vermittlungsmission bei Lawrow

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock trifft heute ihren russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Moskau. Auch angesichts bilateraler Konflikte zwischen Berlin und Moskau dürfte der Antrittsbesuch für die Grünen-Politikerin eine Art Feuerprobe werden. Die Beziehungen zwischen Moskau und Berlin sind aktuell auf einem Tiefpunkt.

Heikler Termin

Vor dem Treffen mit Lawrow war Baerbock in Kiew zu Gast gewesen. In der ukrainischen Hauptstadt hatte sie sich mit Präsident Wolodymyr Selenski und ihrem Amtskollegen Dmytro Kuleba beraten. Der Besuch in Moskau ist wegen diverser Unstimmigkeiten heikel: Seit ihrem Amtsantritt am 8. Dezember hat Baerbock bisher wohl keine derart schwierige Reise absolviert.

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba
Reuters/Außenministerium der Ukraine

Zahlreiche Unstimmigkeiten

Nach dem Mord an einem Georgier in Berlin im August 2019 hatte ein Gericht einen Russen verurteilt und Moskau „Staatsterrorismus“ vorgeworfen. Beide Länder wiesen gegenseitig Diplomaten aus. Deutschland macht Russland außerdem für Hackerangriffe auf den Bundestag 2015 und für den Anschlag auf den Kreml-Gegner Alexej Nawalny mit dem international geächteten chemischen Kampfstoff Nowitschok verantwortlich.

Der einflussreiche libysche Parlamentspräsident Agila Saleh hat eine neue Interimsregierung für das Land gefordert. Das Mandat der derzeitigen Übergangsregierung in Tripolis sei am 24. Dezember 2021 ausgelaufen, sagte Saleh gestern bei einer Parlamentssitzung in der Hafenstadt Tobruk im Osten des Landes.

„Es muss eine neue Regierung gebildet werden.“ Die politische Situation in Libyen ist u. a. wegen Wahlverschiebungen äußerst angespannt.

Wahlen als entscheidender Schritt

Die ursprünglich für den 24. Dezember des vergangenen Jahres geplanten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen wurden wegen der immensen politischen Spannungen verschoben, ein neuer Termin steht bisher nicht fest.

Beide Abstimmungen sind Teil eines unter UNO-Aufsicht stehenden politischen Prozesses, in dessen Zuge auch eine im Oktober 2020 geschlossene Waffenruhe und die Ernennung der amtierenden Übergangsregierung zustande gekommen waren.

Aus Sicht der internationalen Gemeinschaft sind die Wahlen ein entscheidender Schritt, um den Bürgerkrieg in Libyen langfristig zu beenden.

Aufforderung von Guterres

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres forderte die Akteure in Libyen erneut auf, „inklusive und glaubwürdige“ Wahlen abzuhalten. In einem noch unveröffentlichten UNO-Bericht, den die Nachrichtenagentur AFP gestern einsehen konnte, rief er alle politischen Kräfte in dem nordafrikanischen Land dazu auf „zusammenzuarbeiten, um die grundlegenden Probleme anzugehen, die sich aus der Verschiebung (der Wahlen) ergeben haben“.

Beim Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der Küste Marokkos sind mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen, wie die die spanische Organisation Caminando Fronteras, die die Fluchtroute zwischen Marokko und den Kanarischen Inseln überwacht, gestern berichtete.

Die meisten Opfer stammten aus südafrikanischen Ländern und wollten über den Atlantik die Kanaren erreichen. Das Unglück ereignete sich am Sonntag vor der Küste von Tarfaya im Süden Marokkos.

Die Überlebenden hätten um 4.00 Uhr einen ersten Notruf abgesetzt, sagte ein Sprecher von Caminando Fronteras. Es habe allerdings Stunden gedauert, bis marokkanische Rettungskräfte das Boot gefunden und geborgen hätten.

Nach Angaben des spanischen Innenministeriums haben im Jahr 2021 mehr als 373.000 Geflüchtete Spanien über den Seeweg erreicht. Nach Angaben von Caminando Fronteras sind mehr als 4.000 Menschen bei der Überfahrt gestorben oder werden seither vermisst.

Nach gesichteten Drohnenüberflügen über drei schwedischen Atomkraftwerken am Freitag ist beim AKW Forsmark gestern Abend erneut Drohnenalarm gegeben worden. Laut schwedischem Radio ermittelt die Polizei.

Sie gab nicht bekannt, ob der Alarm von privaten Augenzeugen oder vom AKW-Personal ausgelöst wurde. Vergangenen Freitag wurden gleichzeitig Drohnenflüge über den Atomkraftwerken Forsmark, Oskarshamn und Ringhals registriert.

Nun übernahm die schwedische Sicherheitspolizei die Ermittlungen. Der Vorfall wurde von Medien zum Teil mit russischen Marineaktivitäten in der Ostsee und der Verstärkung schwedischer Militärpräsenz auf der Insel Gotland in Verbindung gebracht.

Bereits zum zweiten Mal im neuen Jahr ist in Mexiko ein Journalist getötet worden. Der Fotojournalist Margarito Martinez wurde nach ersten Informationen gestern beim Verlassen seines Hauses in Tijuana erschossen, wie seine Ehefrau und Medien, für die er arbeitete, berichteten.

Polizeiabsperrung vor dem Ort des Verbrechens
Reuters/Jorge Duenes

Der 49-Jährige hatte in der nordwestmexikanischen Stadt an der US-Grenze für mehrere lokale und auch internationale Medien Fotos gemacht, vor allem für Berichte über Kriminalität. In Tijuana sind kriminelle Banden aktiv, die Drogen und Menschen in die USA schmuggeln. Die Hintergründe der Tat waren unklar.

Nach Angaben von Kollegen hatte Martinez mit einer Person Ärger gehabt, die in den Drogenhandel verwickelt sein soll. Einer der Arbeitgeber von Martinez, das Magazin „Zeta“, berichtete von einem Streit mit einem Nachbarn.

Gefährlichstes Land für Journalisten

Erst eine Woche zuvor war Jose Luis Gamboa, der Direktor eines Onlineportals, in der ostmexikanischen Stadt Veracruz getötet worden – Berichten zufolge mit einer Stichwaffe. Auch in dem Fall sind die genauen Hintergründe nach wie vor unbekannt.

Mexiko war im vergangenen Jahr laut einem Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) das dritte Jahr in Folge das gefährlichste Land für Journalisten. Laut ROG wurden im Jahr 2021 sieben Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet – an zweiter Stelle lag Afghanistan mit sechs solcher Fälle.

In dem lateinamerikanischen Land, in dem etwa 126 Millionen Menschen leben, gibt es allgemein sehr viel Gewalt – vor allem im Zusammenhang mit Drogenkriminalität. Zuletzt wurden fast 100 Morde pro Tag registriert, die meisten Taten werden nie aufgeklärt.

COV Inland

Wiener Kindergartengruppen sollen künftig nicht mehr geschlossen werden, wenn nur ein Kind mit Covid-19 infiziert ist, sondern erst wenn ein Cluster entsteht. Das kündigte Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) gestern in „Wien heute“ an.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 1.253,2 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Salzburg hat mit 2.160,1 den höchsten Wert, gefolgt von Tirol mit 1.998,1 und Wien mit 1.699,2. Am niedrigsten ist die 7-Tage-Inzidenz im Burgenland (741,2) und in der Steiermark (731,1).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weitere Fragen in ORF.at/corona

Ministerien melden 15.717 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 15.717 neu registrierte CoV-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

13.922 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 934 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 212 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten/morgenmeldung

Nach dem Video, das feiernde Gäste in einem Kitzbüheler Apres-Ski-Lokal zeigt, will der Tiroler Ort jetzt die Maßnahmen verstärken. Man will „mit allem auffahren“, heißt es seitens des Bezirkshauptmanns Michael Berger. So werde etwa ab morgen die Außengastronomie für den Rest der Woche geschlossen. Am Wochenende findet dann das Hahnenkamm-Rennen statt.

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Lokal erhielt 137.000 Euro Hilfe

Das Lokal in Kitzbühel, in dem Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner am Wochenende feierte, erhielt 2021 vom Staat über 137.000 Euro an CoV-Hilfen. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) warnte am Wochenende, dass schwarze Schafe, die sich nicht an die Apres-Ski-Regeln halten, die Hilfsgelder zurückzahlen müssen.

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COV Ausland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat erneut einen Anstieg der 7-Tage-Inzidenz in Deutschland und damit einen neuen Höchstwert gemeldet. Das RKI gab den Wert der Coronavirus-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen/Einwohner und Woche heute Früh mit 553,2 an.

Zum Vergleich: Am Vortag war der Wert bei 528,2 gelegen, vor einer Woche bei 387,9 (Vormonat: 306,4). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 74.405 Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.06 Uhr wiedergeben.

Vor einer Woche waren es 45.690 Ansteckungen. Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 193 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 322 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.074.527 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Moderna rechnet bis zum Frühjahr mit einem an die Omikron-Variante angepassten Covid-19-Impfstoff. Der Impfstoffkandidat gegen die hochansteckende Variante des Coronavirus werde in den kommenden Wochen in die klinische Entwicklung gebracht.

Moderna hoffe, im März Daten zu haben, die das Biotech-Unternehmen mit den Aufsichtsbehörden teilen könne, um dann die nächsten Schritte zu ermitteln, sagte Vorstandschef Stephane Bancel gestern anlässlich einer virtuellen Tagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) Davos.

Damit setzt sich Moderna einen ähnlichen Zeitplan wie Biontech und Pfizer, die angekündigt hatten, einen an Omikron angepassten Impfstoff bis Ende März bereitstellen zu können.

Moderna entwickelt außerdem einen Impfstoff, der eine Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 mit seiner experimentellen Grippeimpfung kombiniert. Bancel sagte, das beste Szenario gehe davon aus, dass der kombinierte Covid/Grippe-Impfstoff zumindest in einigen Ländern bis Herbst 2023 verfügbar sein wird. „Unser Ziel ist es, eine einzige jährliche Auffrischung zu haben.“ Damit könnte man dem möglichen Problem begegnen, nicht zwei bis drei Impfungen pro Winter verabreichen zu müssen.

Inland

Der Vorstoß von Deutschlands Innenministerin Nancy Faeser in der europäischen Asylpolitik stößt bei ihrem österreichischen Amtskollegen Gerhard Karner (ÖVP) auf scharfe Kritik.

Wer wie Faeser für Asylsuchende eine „Koalition der aufnahmebereiten Mitgliedsstaaten“ schmieden wolle, schicke die völlig falschen Signale aus, sagte Karner der deutschen „Bild“ (Dienstag-Ausgabe).

„Ich spreche mich klar gegen solche Bestrebungen aus.“ Ein solches Bündnis wecke falsche Erwartungen. Karner plädierte stattdessen dafür, „Allianzen der Vernunft“ zu bilden. Die EU solle sich in der Migrationsfrage auf jene Themen konzentrieren, bei denen Einigkeit herrsche. Das seien ein robuster Außengrenzschutz, schnelle Verfahren und konsequente Rückführungen.

Faeser: „Koalition aufnahmebereiter Mitgliedsstaaten“

Österreich verfolgt seit vielen Jahren eine restriktive Migrationspolitik. Das Land gehört ähnlich wie Deutschland zu den Hauptzielen von Zuwanderern, die nach Erkenntnissen der Behörden oft aus wirtschaftlichen Gründen kommen. 2021 wurden laut Bundeskriminalamt in Österreich 40.000 Menschen aufgegriffen, die illegal und teils mit Hilfe von Schleppern die Landesgrenzen passiert hatten, fast doppelt so viele wie im Jahr davor.

Faeser hatte am Freitag nach einem Treffen mit EU-Innenkommissarin Ylva Johansson in Berlin gesagt, eine „Koalition der aufnahmebereiten Mitgliedsstaaten“ könne vorangehen und so die Weiterentwicklung des europäischen Asylsystems in Gang bringen. Ihre ersten Gespräche mit Frankreich und Italien zu Migrationsfragen seien vielversprechend gewesen.

Der Petitionsausschuss im Wiener Gemeinderat hat sich mit Füchsen im Stadtgebiet beschäftigt. Die Initiatoren einer Petition fordern nämlich ein generelles Verbot der Jagd auf Füchse. Ein Wildtierbiologe empfiehlt stattdessen eine bessere Dokumentation. Jährlich werden in Wien zwischen 150 und 200 Füchse erlegt oder in Fallen gefangen und danach getötet.

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Umwelt & Klima

Der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, will die in der britischen Hauptstadt mit dem Auto gefahrenen Kilometer bis zum Jahr 2030 um mehr als ein Viertel reduzieren. Das ist Teil eines Plans, mit dem der Labour-Politiker die Stadt bis 2030 klimaneutral machen will.

Khan rief die britische Regierung auf, London dabei finanziell zu unterstützen – insbesondere bei der Verkehrswende. Die riesige Aufgabe könne die Stadt nicht alleine bewältigen.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan
Reuters/Dominic Lipinski

Londonerinnen und Londoner sollen in einen Beratungsprozess über die Maßnahmen eingebunden werden. Ein durchschnittlicher täglicher Autopendler verbringe im Jahr mehr als 150 Stunden im Stau, das seien mehr als sechs Tage, so Khan. Ein Ausbau der Radwege soll mehr Autofahrten überflüssig machen.

Auch Dämmung von Häusern

Außerdem sollen die Niedrigemissionszonen, in die bestimmte Fahrzeuge nicht fahren dürfen oder für die Gebühren anfallen, ausgeweitet werden. Eine Analyse im Auftrag der Stadt rechnet vor, was alles zum Erreichen des Klimaziels notwendig ist. Auch die Dämmung von Häusern, die in Großbritannien oft schlecht isoliert sind, spielt dabei eine große Rolle.

Als neu gewählter Vorsitzender der Initiative C40, in der internationale Städte im Kampf gegen die Klimakrise zusammenarbeiten wollen, bezeichnete Khan Bürgermeisterinnen und Bürgermeister als „Macher“, während er nationalen Regierungen Verzögerung vorwarf.

Flachlandtapire haben einst weite Teile der atlantischen Wälder in Südamerika bevölkert, doch heute ist das größte Landsäugetier der Region vom Aussterben bedroht.

Nur in 1,78 Prozent ihres ursprünglichen Lebensraums in Brasilien, Paraguay und Argentinien seien noch Tapire zu finden, heißt es in einer im Fachmagazin „Neotropical Biology and Conservation“ veröffentlichten Studie.

Während die bis zu 250 Kilogramm schweren Pflanzenfresser früher vor allem durch Jagd und Abholzung bedroht wurden, geht die größte Gefahr nun von der geringen Fortpflanzung aus. Die Autoren der Studie schätzen die Zahl der Tapire in 48 Gebieten auf 2.665 bis 15.992.

Allerdings sind die Lebensräume oft so isoliert, dass die Tiere keine Partner für die Paarung finden. Nur drei bis 14 Populationen seien aus demografischer und genetischer Sicht über die nächsten 100 Jahre überlebensfähig, heißt es in der Forschungsarbeit.

Tapire pflanzen sich nur langsam fort: Weibliche Tiere sind für 13 Monate trächtig und bringen jeweils nur ein Junges zur Welt. Zwischen zwei Geburten liegen oft bis zu drei Jahre. „Unsere Simulationen zeigen deutlich, dass bei kleinen Populationen schon der Verlust eines einzigen Tiers pro Jahr zum schnellen Aussterben einer ganzen lokalen Population führen kann“, sagte eine Autorin der Studie, Patricia Medici.

EU

In einer feierlichen Zeremonie haben zahlreiche hohe Politiker der Europäischen Union des unerwartet verstorbenen EU-Parlamentspräsidenten David Sassoli gedacht. „Sein ganzes Leben war der Aufgabe gewidmet, Menschen ohne Stimme Worte zu geben“, sagte Italiens ehemaliger Ministerpräsident Enrico Letta gestern Abend im EU-Parlament in Straßburg. Hoffnung sei der Wesenskern von Sassolis politischen Führung gewesen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die ihre Teilnahme an der Zeremonie wegen eines Coronavirus-Falls in ihrem Umfeld kurzfristig absagte, würdigte den Sozialdemokraten in einer schriftlich veröffentlichten Rede als leidenschaftlichen Europäer und guten Menschen. „David war ein Mann mit einer Vision, ein Träumer und ein Macher.“ Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannte ihn einen Mann mit Willen und Talent, der nie die Verteidigung des Rechtsstaats aus den Augen verloren habe.

Sassoli war am vergangenen Dienstag im Alter von 65 Jahren in einem italienischen Krankenhaus gestorben. Dort wurde er seit dem 26. Dezember 2021 behandelt. Sassolis politische Karriere begann im Jahr 2009 mit seiner Wahl ins Europaparlament. Zuvor war der gebürtig aus Florenz stammende Sassoli Journalist und vielen Italienern als Moderator der Nachrichtensendung TG1 des öffentlich-rechtlichen TV-Senders RAI bekannt.

An der Zeremonie in Straßburg nahmen neben vielen Europaabgeordneten auch Mitglieder von Sassolis Familie teil sowie unter anderem Luxemburgs Premier Xavier Bettel, Italiens Ministerpräsident Mario Draghi und Sassolis Amtsvorgänger Antonio Tajani.

Sport

Die Wiener Austria hat gestern die Weichen für die Zukunft gestellt und einen Schritt aus der wirtschaftlichen Misere gemacht. Die ordentlichen Mitglieder des Vereins stimmten im Rahmen einer Generalversammlung einstimmig dem Verkauf von 40 Prozent der Anteile der AG an eine Investorengruppe zu. Die Gremien des Traditionsclubs hatten sich bereits zuvor über die Vertragsmodalitäten geeinigt. Zehn Millionen Euro ist der Deal wert, er soll der Austria vorerst das Überleben sichern.

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Nach Sieg und Platz zwei in Adelboden haben die österreichischen Slalom-Asse den generellen Aufwärtstrend in Wengen bestätigt. Nur drei Hundertstel fehlten Fabio Gstrein am Sonntag auf seinen ersten Weltcup-Podestplatz.

Der Tiroler, der in der Vorwoche als Führender eingefädelt hatte, erzielte als Vierter sein mit Abstand bestes Saisonergebnis. Knapp dahinter wurde Manuel Feller Fünfter. Und obwohl Adelboden-Sensationssieger Johannes Strolz ausschied, kamen vier ÖSV-Läufer in die Top Elf.

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Wirtschaft

Zur Stabilisierung der globalen Konjunktur plädiert Chinas Präsident Xi Jinping für eine stärkere internationale Zusammenarbeit. Es gehe in Zeiten der Pandemie darum, dass die globale Wirtschaft nicht wieder einen „Durchhänger“ erleide, sagte er bei der Onlinekonferenz des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos in der Schweiz. Indes wächst Chinas Wirtschaft langsamer – und seine Bevölkerung so gering wie seit den 60er Jahren nicht mehr.

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Die Superfund-Gruppe ist vergangene Woche Ziel eines Cyberangriffs gewesen. Ziel der Attacke seien Teile der Büroinfrastruktur geworden, wie Superfund gestern per Aussendung mitteilte. Es sei gelungen, die betroffenen Systeme „aufgrund guter IT-Vorkehrungen unmittelbar wiederherzustellen“. Betriebsunterbrechung habe es bei der Firma, die Ex-Finanzminister Gernot Blümel ab März als CEO angeheuert hat, keine gegeben.

Einer kriminellen Gruppe sei es der Aussendung zufolge gelungen, mit Schadsoftware in Teile des Firmennetzwerkes einzudringen, wobei einzelne Rechner verschlüsselt worden seien. „Das ist Ende vergangener Woche geschehen.“ Kundengelder konnten laut Firmenangaben gar nicht betroffen sein, weil Konten der Superfund-Fonds von Banken extern verwahrt werden.

Sensible Bereiche wie das Handelssystem des „Ersten Hedgefonds für Privatanbieter“, als den sich das Unternehmen selbst bezeichnet, seien zu keinem Zeitpunkt betroffen gewesen, hieß es weiter. Zu etwaigen anderen Schäden oder Kosten gab es keine Information.

Weltweit ist der Preis für Getreide um 50 bis 60 Prozent gestiegen. Das nützt den Landwirtinnen und Landwirten, bringt aber Probleme für alle, die mit Mehl arbeiten. Die Preise für Brot und Gebäck dürften sich um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöhen, auch wegen der Energiepreise.

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Chronik

Die Polizei hat in den Niederlanden die Leiche eines mutmaßlich aus Belgien entführten Vierjährigen entdeckt. Die niederländische Polizei sagte gestern Abend, dass die Leiche des Buben in der Provinz Zeeland im Süden des Landes gefunden worden sei. Das Kind wurde auf Neeltje Jans, einer künstlichen Insel am Oosterschelde-Sturmflutwehr, einem beliebten Reiseziel für niederländische Touristen, gefunden.

Das Kind war vor fünf Tagen in Belgien verschwunden, wonach die Polizei in beiden Ländern eine große Suchaktion startete. Zuvor hatte die Polizei einen 34-jährigen Belgier in der Stadt Meerkerk etwa 120 Kilometer nordöstlich des Fundorts der Leiche festgenommen.

Anschließend gaben die Ermittler einen Entführungsalarm heraus und veröffentlichten ein Suchfoto des Kindes. Bis zum Abend hatten die Ermittler einen „möglichen Tatort“ identifiziert.

Vor fünf Tagen zum letzten Mal gesehen

Das Opfer war zuletzt am Mittwoch in Begleitung dieses Mannes in der belgischen Stadt Sint Niklaas in der Nähe von Antwerpen gesehen worden, wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen NOS berichtete.

Der Mann habe sich regelmäßig um den Buben und dessen jüngere Schwester gekümmert, sagte die Mutter des Kindes der Nachrichtenagentur Belga. Er sollte das Kind am Donnerstag zu seinen Großeltern bringen. Als das nicht geschah, meldete die Mutter den Kleinen als vermisst.

Ein Krokodil hat in Indonesien ein Mädchen attackiert und getötet. Die Neunjährige habe im Westen Sumatras zusammen mit ihrer älteren Schwester im Fluss Batang Masang gebadet, teilte der örtliche Such- und Rettungsdienst Asnedi heute mit.

Als sich die Kinder anschließend am Ufer auf den Heimweg machten, habe sich das Reptil plötzlich das kleinere Mädchen geschnappt. Die Schwester habe noch vergeblich versucht, das Kind aus dem Maul des Krokodils zu befreien. Die Leiche sei später sieben Kilometer vom Ort des Angriffs entfernt gefunden worden.

In Graz ist gestern ein 43-Jähriger wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Er hatte im Vorjahr seine Ehefrau, eine vierfache Mutter, mit 15 Messerstichen getötet. Der Mann wird in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.

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Ein 70-jähriger Serientäter ist gestern am Wiener Landesgericht zu 17 Jahren Haft verurteilt worden. Kurz vor seinem 70. Geburtstag wurde er im Frühjahr bei einem bewaffneten Raubüberfall festgenommen. Er ist in Summe bereits 43 Jahre im Gefängnis gesessen.

Mehr dazu in wien.ORF.at

IT

Mitte der Woche stimmt das EU-Parlament in Straßburg über das Gesetz über digitale Dienste, den Digital Services Act (DSA), ab. Ein Gesetzesvorhaben, das die digitale Zukunft prägen könnte, hat es sich als Ziel doch vorgenommen, das Internet sauberzumachen. So sollen in Zukunft etwa illegale Inhalte leichter gelöscht, personalisierte Werbung einfacher geändert, manipulative Anzeigen verboten und auf wichtige Daten besser zugegriffen werden.

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Science

Das Versteck der durch ihr Tagebuch weltbekannt gewordenen Anne Frank in Amsterdam ist einer neuen Untersuchung zufolge möglicherweise von einem Juden an die Nationalsozialisten verraten worden. Der Notar Arnold van den Bergh habe mit dem Verrat der Familie Frank das Leben seiner eigenen Familie retten wollen, fand ein Team von Ermittlern um den ehemaligen FBI-Agenten Vince Pankoke bei einer sechsjährigen Untersuchung heraus.

Die deutsche Familie Frank war vor den Nazis in die Niederlande geflohen. Ab Juli 1942 lebten die Franks zusammen mit anderen Untergetauchten in einem Hinterhaus an der Amsterdamer Prinsengracht, bis sie im August 1944 entdeckt und deportiert wurden. Anne und ihre Schwester Margot starben 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen, ihre Mutter Edith starb in Auschwitz. Nur Annes Vater Otto überlebte und veröffentlichte nach dem Krieg das Tagebuch seiner Tochter.

Kopie von Brief in Archiv gefunden

Pankoke wurde 2016 von einem niederländischen Filmemacher beauftragt, den Fall erneut zu untersuchen, nachdem die Polizei den Verräter in zwei Ermittlungsverfahren nicht identifizieren konnte. Pankoke stützt seinen Verdacht gegen den jüdischen Notar vor allem auf einen anonymen Brief, den Otto Frank nach dem Krieg erhalten hatte und in dem Van den Berghs Name genannt wurde.

Van den Bergh gehörte den Angaben zufolge dem Judenrat in Amsterdam an, deren Gründung von den deutschen Besatzern erzwungen wurde, um Deportationen zu organisieren. Der Untersuchung zufolge war es Van den Bergh in dieser Funktion zunächst gelungen, seine eigene Familie zu schützen. Als ihr dann doch die Deportation drohte, habe er das Versteck der Franks verraten, um seine Frau und seine Kinder zu retten.

Otto Frank hatte den Brief den Angaben zufolge schon 1964 bei einer Befragung durch die Polizei erwähnt. Pankokes Team fand nun eine Kopie des Schreibens in einem Archiv. Die Ergebnisse der Untersuchung, die in dem Buch „Der Verrat an Anne Frank“ der kanadischen Autorin Rosemary Sullivan ausführlich dokumentiert werden, sorgten in den Niederlanden für großes Aufsehen.

Der Leiter des Anne-Frank-Hauses, Ronald Leopold, sagte, die Untersuchung habe „wichtige neue Informationen hervorgebracht“. Es gebe aber immer noch offene Fragen, insbesondere zum Verfasser des Briefs und seinen Beweggründen.

Kultur

Die Zahl der neuen und fortgesetzten US-Serien hat 2021 einen Höchststand erreicht. Das geht aus der jährlichen Zählung der Produktionen in Streaming-, Kabel- und Rundfunkanstalten der Vereinigten Staaten hervor, die die Fernsehforscher von FX Research im Hause Walt Disney Television vornehmen. Demnach stieg die Zahl der Serien („Original Scripted Series“) im vorigen Jahr auf 559, berichteten Branchendienste wie „Variety“ und „Hollywood Reporter“.

13 Prozent mehr als 2020, Verdoppelung seit 2011

Das war ein Sprung von 13 Prozent gegenüber dem ersten Pandemie-Jahr 2020. Damals hatte es mit 493 Serien einen kleinen Einbruch gegeben. Gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2019, in dem man 532 Serien zählte, war es ein Anstieg von fünf Prozent. Die Statistik umfasst nur amerikanische Produktionen und englischsprachige Serien, also zum Beispiel keine internationalen oder aus US-Sicht ausländischen Produktionen wie etwa den Netflix-Hit „Squid Game“ aus Südkorea.

Die Gesamtzahl der fiktiven Serien nach Drehbuch hat sich in den vergangenen zehn Jahren in den USA mehr als verdoppelt – 2011 gab es 266 sogenannte geskriptete Serien. Damals waren davon erst sechs Serien von Streamingdiensten, deren Boom dann in den Folgejahren begann.

Krisen verändern, wie wir unsere Umgebung gestalten – das gilt auch für die CoV-Pandemie. Und manches ist dabei gekommen, um zu bleiben. Vom QR-Code über den Pop-up-Radweg bis zum technisch hochgerüsteten Zimmerpflanzenparadies: Blickt man auf das Design, birgt die Krise nicht zuletzt die Chance, durchzusetzen, was zuvor nicht vorstellbar war.

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Leute

Die letzte Tochter von Italiens faschistischem Diktator Benito Mussolini ist tot: Elena Curti starb gestern im Alter von 99 Jahren in ihrem Haus in Acquapendente nördlich von Rom, wie italienische Medien berichteten.

Curti wurde am 19. Oktober 1922 in Mailand als Tochter der Näherin Angela Cucciati geboren. Cucciati war 1921 Mussolinis Geliebte geworden, nachdem sie ihn getroffen hatte, um sich für die Freilassung ihres Mannes, dex faschistischen Schwadronschef Bruno Curti, einzusetzen, der wegen einer Schlägerei mit einigen Genossen verhaftet worden war. Elena Curti erfuhr erst im Alter von 20 Jahren, dass sie Mussolinis leibliche Tochter war.

Das erste offizielle Treffen zwischen Mussolini und seiner Tochter fand am 13. April 1941 in Rom statt. In der Folgezeit traf Elena ihren Vater etwa 30-mal. Bis zuletzt zeigte sie ihre Verbundenheit mit ihrem leiblichen Vater so sehr, dass sie ihm bis zu seinem tragischen Ende folgte: Als der faschistische Diktator am 27. April 1945 in Dongo am Comer See von Partisanen verhaftet wurde, befand sich Elena Curti in einem der Panzerwagen, die die fliehenden faschistischen Amtsträger begleiteten.

Über 40 Jahre in Spanien

Mussolini wurde am nächsten Tag gemeinsam mit seiner Geliebten Clara Petacci und anderen Anhängern hingerichtet, ihre Leichen wurden anschließend in Mailand öffentlich aufgehängt zur Schau gestellt. Elena Curti wurde ebenfalls von den Partisanen festgenommen und nach Como gebracht, wo sie fünf Monate lang inhaftiert blieb. Ihre Mutter sagte vor dem stellvertretenden Richter in Como aus, dass sie die leibliche Tochter Mussolinis sei, und vermied so ein Gerichtsverfahren.

Nachdem sie über 40 Jahre lang in Spanien gelebt hatte, kehrte die vom faschistischen Diktator nie anerkannte Curti um das Jahr 2000 nach Italien zurück und ließ sich in Acquapendente nieder. 2008 verlor sie ihren Ehemann, Enrico Miranda, einen Leutnant der Luftwaffe, den der Duce für sein heldenhaftes Verhalten als Pilot in der Schlacht von Pantelleria ausgezeichnet hatte.

Mussolini, dessen Machtergreifung sich heuer zum 100. Mal jährt, hatte mit seiner Frau Rachele Guidi fünf Kinder. Weiters werden ihm mindestens vier uneheliche Kinder zugeschrieben.