COV Inland

Die Virologin Dorothee von Laer hat gestern im Gespräch mit der ZIB2 davor gewarnt, angesichts der Omikron-Variante in Panik zu verfallen. Man müsse die Entwicklung genau beobachten und untersuchen. Es sei etwa noch offen, ob Omikron wesentlich ansteckender sei als die Delta-Variante. Wahrscheinlicher sei, dass die Mutation den Immunschutz besser umgehen kann. Sollte das der Fall sein, müsste man den Impfschutz anpassen.

Virologin von Laer zur Omikron-Variante

Zur Frage, was es mit der CoV-Virusvariante Omikron auf sich hat, ist die Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer zu Gast in der ZIB2.

Auf mögliche modifizierte Impfstoffe sollte man deshalb aber nicht warten. Von Laer appellierte, sich die dritte Impfung geben zu lassen. „Der dritte Stich wirkt extrem schnell und führt dazu, dass wir die vierte Welle brechen können.“ Dass es auch einen vierten Stich gebe, hält sie für wahrscheinlich. Sie verwies auf die Grippeimpfung, die auch jährlich angepasst werden muss.

Den aktuellen Lockdown sollte man aufrecht halten, bis die Inzidenz unter 200 liege. In Bundesländern mit einer besseren Lage könnte das in zwei Wochen möglich sein. Ein R-Wert unter 0 müsse angepeilt werden. Von Laer empfahl, die Nachtgastronomie und Kulturveranstaltungen ohne fixe Sitzplätze wieder einzuschränken. Mit einem Lockdown für Ungeimpfte sollte man durchkommen, bis die Impfpflicht greift.

Die Coronavirus-Variante Omikron ist offiziell in Österreich angekommen: „Im Gesundheitsministerium liegen jetzt sämtliche Ergebnisse vor, die es für eine Bestätigung braucht“, hieß es aus dem Ressort. Bei einem Fall in Tirol handelt es sich „mit Sicherheit“ um die Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529. Wie gestern bekanntwurde, wurden auch die Kontaktpersonen des Betroffenen positiv getestet. Weitere Omikron-Fälle sind damit möglich.

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Auf den Intensivstationen in Vorarlberg steigt die Zahl der Covid-19-Patienten weiter an. Während in der vergangenen Woche noch 15 Erkrankte Intensivbetten benötigten, waren es heute bereits 24. Rund 80 Prozent von ihnen sind ungeimpft. Planbare Operationen werden verschoben, die Pflegekräfte sind erschöpft.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 936,4 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Kärnten hat mit einer Inzidenz von 1.432 den höchsten Wert, gefolgt von Salzburg mit 1.422,5. Am niedrigsten ist die 7-Tage-Inzidenz in Wien (500,9) und dem Burgenland (624,0).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Ministerien melden 8.526 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 8.526 neu registrierte CoV-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

12.425 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 3.325 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 619 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten/morgenmeldung

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Inland

Der Österreicher Gerald Rockenschaub ist zum Direktor für gesundheitliche Notlagen in der Europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ernannt worden. „Ich freue mich sehr darüber, dass ein österreichischer Arzt und Public-Health-Experte in diese hohe Position in der WHO berufen wurde“, teilte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) gestern mit.

Der gebürtige Steirer Rockenschaub wird damit „zum obersten Krisenmanager für gesundheitliche Notlagen in Europa“ und wird als solcher Regionaldirektor Hans Kluge beim Kampf gegen Covid-19-Pandemie unterstützen, hieß es in einer Aussendung des Gesundheitsministeriums.

Medizinstudium in Graz

Rockenschaub studierte demnach Medizin an der Universität Graz, während seiner klinischen Laufbahn absolvierte er eine Ausbildung zum Allgemeinmediziner und eine Spezialisierung in Allgemeinchirurgie, gefolgt von mehreren Jahren klinischer Arbeit in der Chirurgie und Notfallmedizin. Darüber hinaus hat er einen Master-Abschluss in Public Health (MPH) von der Boston University, mit dem Schwerpunkt Gesundheitsmanagement.

In der Vergangenheit unterstützte Rockenschaub medizinische Hilfsaktionen für das Rote Kreuz und Save the Children in Äthiopien. 2004 kam er als Regionalberater und Programmmanager zur Weltgesundheitsorganisation.

Mückstein dankt für Zusammenarbeit

Mückstein sprach mit Rockenschaub und Kluge heute in einer Videokonferenz. Dabei dankte der Gesundheitsminister dem WHO-Regionaldirektor für die bisherige Zusammenarbeit. „Österreich arbeitet schon sehr lange sehr gut und eng und mit großem Engagement mit der WHO zusammen. Die fachliche Expertise und die Grundsatzpapiere zu Covid-19, mit denen die WHO uns versorgt, sind nun seit knapp zwei Jahren eine wertvolle Hilfe bei der Pandemiebekämpfung“, betonte Mückstein im Anschluss an das Gespräch.

Die Vorarlberger SPÖ-Chefin Gabi Sprickler-Falschlunger übt scharfe Kritik am bisherigen SPÖ-Klubobmann Thomas Hopfner. Er will nach eigenen Angaben nach dem Rückzug aus der SPÖ als wilder Abgeordneter weitermachen, was der SPÖ-Chefin sauer aufstößt. Hopfner hatte gestern in einer Aussendung bekanntgegeben, dass er als Klubobmann der SPÖ Vorarlberg zurücktreten werde.

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COV Ausland

Zum Schutz vor der neuen Coronavirus-Variante Omikron schließt auch Hongkong seine Grenzen. Person mit Wohnsitz in Angola, Äthiopien, Nigeria und Sambia sei ab dem 30. November die Einreise verboten, teilte die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone mit.

Darüber hinaus dürfen Ausländer, die sich in den letzten 21 Tagen in Deutschland, Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Tschechien, Dänemark, Israel oder Italien aufgehalten haben, ab 2. Dezember nicht mehr einreisen.

Vollständig geimpften Einwohnerinnen und Einwohnern steht Hongkong weiter offen: Sie müssen sich allerdings zunächst sieben Tage in eine staatliche Quarantäneeinrichtung begeben sowie sich zusätzlich auf eigene Kosten zwei weitere Wochen in einem Hotel isolieren.

Beispiel Israel

Seit heute Mitternacht ist Ausländerinnen und Ausländern die Einreise nach Japan verboten. Das hatte Ministerpräsident Fumio Kishida angekündigt. Japanerinnen und Japaner, die aus bestimmten Ländern zurückkehrten, müssten in gesonderten Einrichtungen in Quarantäne, fügte er hinzu.

Japan und Hongkong folgen damit dem Beispiel Israels, das sich am Samstag als erstes Land im Kampf gegen die Ausbreitung der zunächst in Südafrika entdeckten neuen Virusvariante mit Grenzschließungen abgeschottet hat. Erst am Freitag hatte die Regierung in Tokio die Einreisekontrollen für Menschen aus sechs afrikanischen Ländern verschärft. In Japan wurden bisher keine Omikron-Fälle festgestellt.

Wegen der Coronavirus-Pandemie haben mehr als ein halbes Dutzend wichtige brasilianische Städte keine traditionellen Silvesterpartys geplant oder diese abgesagt. Dies berichtete das Nachrichtenportal „G1“ gestern (Ortszeit) unter Berufung auf die Bürgermeister von Städten wie Salvador, Fortaleza, Belo Horizonte und Florianopolis.

Die Möglichkeit, dass die neue Virusvariante Omikron die Totenzahlen steigen lassen könnte, trug zu der Entscheidung bei. Derzeit wird untersucht, ob es sich bei einem Passagier, der am Samstag aus Südafrika in Sao Paulo ankam und positiv getestet wurde, um die Omikron-Variante handelt. Die brasilianische Regierung hatte entschieden, die Einreise auf dem Luftweg aus der Region seit gestern einzuschränken.

Ander Städte wie Sao Paulo und Rio de Janeiro prüfen noch die Veranstaltung von Silvesterfeiern, die Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt anziehen, oder halten vorerst daran fest. Sambaschulen in Rio bereiten sich auf die berühmten Umzüge im Sambodrom vor. Expertinnen und Experten warnten, dass der falsche Eindruck vermittelt werden könnte, die Pandemie sei zu Ende.

Chile schließt Grenze

Von morgen an gilt auch in Chile für Ausländerinnen und Ausländer, die sich in den vergangenen 14 Tagen in Südafrika, Simbabwe, Namibia, Botswana, Lesotho, Eswatini und Mosambik aufgehalten und keinen Wohnsitz in dem südamerikanischen Land haben, ein Einreiseverbot, wie aus einer Mitteilung des chilenischen Gesundheitsministeriums hervorging.

Nach seiner Flucht aus einem Quarantänehotel in den Niederlanden steht ein Paar nun in einer Klinik unter Quarantäne. „Sie sind jetzt an einem Ort, wo sie isoliert sind, in einem Krankenhaus“, sagte ein Sprecher der Grenzpolizei am Amsterdamer Flughafen Schiphol gestern.

Das flüchtige Paar, eine Spanierin und ihr portugiesischer Freund, war am Sonntag von Grenzpolizisten in einem Flugzeug gefasst worden, das nach Spanien fliegen sollte. Die beiden hatten zuvor ein Hotel verlassen, in dem positiv auf das Coronavirus getestete Reisende aus Südafrika untergebracht sind, bei denen zum Teil auch die neue Omikron-Variante festgestellt worden war.

„Wir hörten, dass Leute das Hotel verlassen hatten, obwohl ihnen davon abgeraten worden war. Wir mussten also handeln und haben sie festgenommen“, sagte Grenzpolizei-Sprecher Robert van Kapel der Nachrichtenagentur AFP. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung von Haarlemmermeer bestätigte, dass sich das Paar nun „in einem Krankenhaus in den Niederlanden“ befinde.

Die Zahl der in den Niederlanden positiv getesteten Südafrika-Rückkehrer, die mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus infiziert sind, erhöhte sich unterdessen auf 14.

Die deutsche Stadt Frankfurt sieht ihre Impfkampagne durch fehlenden Impfstoff ausgebremst. Obwohl die Impfaktionen des Gesundheitsamtes von den Bürgerinnen und Bürgern sehr gut angenommen würden und die Nachfrage zuletzt stark angezogen habe, müsse die Stadt nun ihre Impfangebote einschränken – weil die vom Gesundheitsamt bestellten Impfstoffmengen vonseiten des Bundes einseitig reduziert worden seien, teilte das Gesundheitsamt gestern mit.

Mehrere Impfaktionen mussten abgesagt werden. „Ganz Frankfurt ist stinksauer auf Berlin – und mir fehlen ehrlich gesagt die Worte“, erklärte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Gerade erst habe er den Startschuss für eine Aktion zur Impfung in der Straßenbahn gegeben und an die Menschen appelliert, sich impfen zu lassen.

„Jetzt soll es das schon wieder gewesen sein für diese tolle Aktion. Nicht weil es an Impfwilligen fehlt, sondern an Impfstoff“, so der Oberbürgermeister. „Und das in einer Situation, in der die Infektionszahlen nur eine Richtung kennen – steil nach oben. Dafür fehlt den Menschen zu Recht jedes Verständnis.“

Mehrere hundert Menschen haben gestern laut Polizei in sächsischen Städten gegen die staatlichen Coronavirus-Maßnahmen protestiert. Sachsens CoV-Notfallverordnung gestattet derzeit nur ortsfeste Kundgebungen mit maximal zehn Teilnehmern. Diese Zahl wurde in allen Fällen überschritten.

Rund 700 Menschen nahmen nach Angaben einer Polizeisprecherin in Freiberg an einem ungenehmigten „Corona-Spaziergang“ teil. Der Versuch, sie frühzeitig anzusprechen und die Versammlung aufzulösen, habe „wenig gefruchtet“. Die nicht angemeldeten „Spaziergänge“ und Aktionen seien aber so weit wie möglich aus der Innenstadt herausgelenkt worden und ruhig verlaufen.

Auch in Chemnitz und Zwickau demonstrierten mehrere hundert Menschen im Protest gegen die CoV-Politik. Bis zu 300 Menschen seien zwischenzeitlich auf den Straßen unterwegs gewesen. Auch bei dem Einsatz in Chemnitz wurden rund 25 Anzeigen aufgenommen. Proteste gab es laut Polizei auch in Dresden, Neustadt in Sachsen, Pirna, Sebnitz, Riesa und Großenhain.

Die Zusammenkünfte müssen unterbunden werden, forderte der Ostbeauftragte der bisherigen Bundesregierung, Marco Wanderwitz, auf Twitter. „Dass in Sachsen in dieser Corona-Lage Gestörte und Rechtsradikale offenbar ‚erfolgreich‘ Tag für Tag den Rechtsstaat mit öffentlichen Zusammenkünften vorführen, macht schweren Schaden.“

EU

Um den Einfluss der EU in der Welt auszubauen, sollen in den kommenden sechs Jahren bis zu 300 Milliarden Euro in die Infrastruktur von Schwellen- und Entwicklungsländern investiert werden.

Wie aus einem Projektentwurf der EU-Kommission von Ursula von der Leyen hervorgeht, ist vorgesehen, das Geld vor allem in Projekte zur Verbesserung von umweltfreundlichen Energie-, Daten-und Transportnetzwerken zu investieren. So könnten zum Beispiel Glasfaserleitungen für schnelle Internetverbindungen, neue Eisenbahnstrecken oder Anlagen zur Herstellung und Verflüssigung von grünem Wasserstoff gefördert werden.

Die Initiative mit dem Namen Global Gateway soll an diesem Mittwoch in Brüssel vorgestellt werden. Der Projektentwurf liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuerst hatte das „Handelsblatt“ über ihn berichtet.

Hintergrund der Pläne ist insbesondere der stark wachsende Einfluss Chinas auf der Welt, das mit seiner Seidenstraßen-Initiative international in Infrastrukturprojekte investiert. Das Vorgehen Pekings hat dazu geführt, dass Staaten wie Deutschland bereits seit längerem auf ein stärkeres EU-Engagement in dem Bereich dringen.

Man sehe, dass China mit wirtschaftlichen und finanziellen Mitteln überall auf der Welt Möglichkeiten nutze, um seinen Einfluss zu erhöhen, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) im Sommer in Brüssel. Deshalb sei es wichtig, dass die Europäische Union eigene Alternativen anbiete.

Aus Sicht der 27 EU-Mitgliedstaaten wird eine stärkere internationale Vernetzung auch die Wettbewerbsfähigkeit der EU stärken und strategische Abhängigkeiten – zum Beispiel in Bezug auf kritische Rohstoffe – verringern.

Die bis zu 300 Milliarden Euro aus der neuen Global-Gateway-Initiative sollen bis Ende 2027 fließen. Von der Summe werden nach den Planungen bis zu 135 Milliarden Euro über den Fonds für nachhaltige Entwicklung (EFSD+) und 145 Milliarden Euro über andere europäische Finanzierungsinstitutionen mobilisiert werden. Zuschüsse von bis zu 18 Milliarden Euro sollen zudem aus EU-Programmen kommen, die nicht über den EFSD+ finanziert werden.

Deutschland blickt der Projektvorstellung hoffnungsvoll entgegen. „Global Gateway hat das Potenzial, die EU zu einem wirkungsvollen geopolitischen Akteur zu machen“, kommentierte der ständige Vertreter der Bundesrepublik bei der EU, Michael Clauß, zu dem Termin am Mittwoch. Das Angebot einer regel- und wertebasierten Zusammenarbeit auf Augenhöhe werde für viele Partnerländer eine attraktive Alternative zur chinesischen Seidenstraße sein.

Ein anderer EU-Diplomat, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte, wichtig werde nun sein, die Initiative im geplanten Umfang finanziell auszustatten und rasch erste Umsetzungsschritte folgen zu lassen. Wenn das gelinge, könne man mit dem partnerschaftlichen Ansatz den geopolitischen Anspruch der EU untermauern und chinesischen Einfluss zurückdrängen.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte zuletzt zu den Arbeiten an dem Projekt gesagt: „Wir sind gut im Finanzieren von Straßen. Aber es macht für Europa keinen Sinn, eine perfekte Straße zwischen einem Kupferbergwerk in chinesischem Eigentum und einem ebenfalls in chinesischem Eigentum stehenden Hafen zu bauen.“ Bei den künftigen Investitionen müsse man intelligenter vorgehen.

Ausland

Der US-Senat hat den Verteidigungshaushalt aufgrund von Einwänden der Republikaner und einiger liberaler Demokraten nicht auf den Weg bringen können. Der jährliche National Defense Authorization Act (NDAA) kam gestern bei der Abstimmung mit 45:51 nicht auf die erforderlichen 60 „Ja“-Stimmen, die für eine Verabschiedung im 100-köpfigen Senat vorgeschrieben sind.

„Unerklärlich und empörend“

Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, nannte die Entscheidung „unerklärlich und empörend“. Schumer beschuldigte die Republikaner, sich gegen die Streitkräfte zu stellen. „Nur weil ein paar Republikaner nicht jedes einzelne Zugeständnis bekommen haben, auf dem sie bestanden haben, halten sie den Prozess an“, sagte er.

Die Republikaner erklärten, sie hätten mit Nein gestimmt, weil die Demokraten, die den Senat knapp kontrollieren, nicht genügend Stimmen für Änderungsanträge zuließen. Darunter einen, der verbindliche Sanktionen gegen die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 verhängt hätte.

Republikanische Unterstützung

Senator Jim Inhofe, der ranghöchste Republikaner im Streitkräfteausschuss des Senats, sagte, die Maßnahme werde letztendlich verabschiedet. „Ich unterstütze dieses Gesetz nach wie vor und hoffe, dass wir es bald auf den Weg bringen werden.“

Der NDAA regelt eine Vielzahl von verteidigungspolitischen Fragen von der Anzahl der gekauften Schiffe bis zum Sold der Soldaten. Er ist 61 Jahre in Folge verabschiedet worden und eine der wenigen Vorlagen, die in beiden Parteien allgemeine Unterstützung genießen.

Im südostasiatischen Myanmar wird heute ein erstes Urteil gegen die entmachtete De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi erwartet. Die Friedensnobelpreisträgerin von 1991 war im Februar nach einem Militärputsch abgesetzt und festgenommen worden.

Die nun regierende Militärjunta überzog sie mit einer Reihe von Anschuldigungen, insgesamt drohen der 76-Jährigen mehrere Jahrzehnte Haft. In dem Verfahren geht es um den Vorwurf des Aufrufs zur Gewalt.

Details zum Verfahren vor einem Sondergericht in der Hauptstadt Naypidaw sind nicht bekannt, Medien sind nicht zugelassen. Seine Machtübernahme hatte das Militär mit angeblichem Wahlbetrug bei der Parlamentswahl 2020 begründet, nachdem Suu Kyis Partei einen klaren Sieg errungen hatte. Bei Protesten gegen das Militär wurden seit Februar mehr als 1.200 Menschen getötet und mehr als 10.000 festgenommen.

Außenminister Michael Linhart (ÖVP) hat gestern ein erstes Telefonat mit seinem US-Amtskollegen Antony Blinken geführt. Dabei habe Blinken Österreich für sein Engagement für die belarussische Zivilgesellschaft und die Ausrichtung der Internationalen Belarus-Konferenz vergangene Woche gedankt, hieß es aus dem Außenministerium gegenüber der APA.

Beide Außenminister betonten zudem, dass man den Erpressungen des Lukaschenko-Regimes in Belarus nicht nachgeben dürfe. Ein weiteres Thema sei die Heranführung des Westbalkan an die EU gewesen.

Blinken habe das starke österreichische Engagement in der Region begrüßt, hieß es. „Es ist in unserem gemeinsamen Interesse, dass die EU und die USA hier präsent sind und koordiniert vorgehen. Wir brauchen mehr, nicht weniger westliche Präsenz in den Staaten des Westbalkan“, unterstrich Linhart nach dem Gespräch.

Außerdem habe Blinken Österreich für die Gastgeberrolle bei den wieder in Wien aufgenommenen Gesprächen zum Erhalt des Wiener Atomabkommens (JCPOA) gedankt. Linhart meinte gegenüber der APA, man müsse nach den letzten Monaten der Verhandlungspause mit realistischen Erwartungen in die Gespräche gehen. Schnelle Durchbrüche seien keine zu erwarten.

Wirtschaft

Der renommierte Mozartkugel-Hersteller Salzburg Schokolade in Grödig ist insolvent. Das Unternehmen hat gestern beim Landesgericht den Antrag eingebracht. Mehr als 100 Jobs stehen auf dem Spiel. Wie es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergeht, das ist noch offen.

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Die US-Handelsaufsicht (FTC) hat im Rahmen einer Untersuchung der jüngsten Lieferkettenprobleme von neun Konzernen Stellungnahmen angefordert. Es solle geprüft werden, ob die Probleme etwa zu wettbewerbsschädigendem Verhalten oder höheren Preisen geführt hätten, hieß es gestern in einer Erklärung.

FTC-Chefin Lina Khan zufolge werden die Ermittlungen „Marktbedingungen und Geschäftspraktiken“ aufdecken, die vielleicht „diese Probleme verschlimmert oder asymmetrische Effekte hervorgerufen“ hätten. Angeschrieben wurden demnach Walmart, Amazon, Kroger, C&S Wholesale Grocers, Associated Wholesale Grocers, McLane von Berkshire Hathaway, Procter & Gamble, Tyson Foods und Kraft Heinz. Sie haben 45 Tage Zeit für eine Antwort.

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie sind weltweit die Lieferketten durcheinandergekommen. US-Präsident Joe Biden sollte mit den Chefs von großen Einzelhändlern und anderen Unternehmen zusammenkommen, um über eine ausreichende Versorgung während der Feiertage zu sprechen.

Sport

Ferdinand Feldhofer hat sich bei seiner Vorstellung als neuer Trainer von Vizemeister Rapid gestern im Allianz Stadion voller Tatendrang präsentiert. Als kurzfristiges Ziel nannte der Steirer das Erreichen eines Top-Sechs-Platzes und damit die Teilnahme an der Bundesliga-Meisterrunde, zudem will Feldhofer im Europacup überwintern. Mittelfristig soll bei den Hütteldorfern eine gemeinsame Spielphilosophie umgesetzt werden.

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Sturm Graz ist vom Erfolgsweg abgekommen. Die Wiener Austria hat die Leidenszeit der Steirer nochmals verlängert, die seit acht Pflichtspielen ohne Erfolgserlebnis sind. Beim 2:1 am Sonntag in der 16. Runde der Admiral Bundesliga erzielten Muharem Huskovic (48.) und Aleksandar Jukic (76.) die Tore für die „Veilchen“, Ex-Austrianer Manprit Sarkaria konnte nur verkürzen (81.).

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Österreichs Darts-Aushängeschild Mensur Suljovic hat bei der WM in London (15. Dezember bis 3. Jänner) einen steinigen Weg vor sich. Der Weltranglisten-26. steigt als gesetzter Spieler zwar erst in Runde zwei ein, dort könnte er aber auf Alan Soutar treffen. Das ergab die Auslosung gestern Abend.

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Chronik

Ein Vater soll in den USA seine vier Kinder und ihre Großmutter getötet haben. Der 29-Jährige sei nach den tödlichen Schüssen nahe Los Angeles festgenommen worden, teilte die Polizei gestern mit. Alle fünf Opfer waren demnach am Sonntagabend in der Kleinstadt Lancaster durch Schüsse in den Oberkörper getötet worden.

Laut einem Bericht der „Los Angeles Times“ ist der mutmaßliche Täter ein früherer Wachmann, dem der Waffenschein eingezogen worden war.

In den USA sterben Jahr für Jahr rund 40.000 Menschen durch Schusswaffen, immer wieder wird das Land durch Schusswaffenmassaker erschüttert. Vorstöße für eine Verschärfung des Waffenrechts scheitern aber immer wieder am Widerstand der Republikanischen Partei und der Waffenlobby.

Die Gucci-Familie hat mit rechtlichen Schritten gegen den Film „House of Gucci“ des britischen Regisseurs Ridley Scott gedroht. „Die Familie Gucci behält sich das Recht vor, jede Initiative zu ergreifen, um ihren Namen und ihr Image sowie das ihrer Angehörigen zu schützen“, zitierte die italienische Nachrichtenagentur ANSA gestern aus einem Brief der Erben des Gründers des berühmten italienischen Modehauses.

Der Film „House of Gucci“ handelt vom Mord an dem Modeerben Maurizio Gucci (Adam Driver) in den 90er Jahren. Ein Gericht befand damals dessen Ex-Frau Patrizia Reggiani – im Film gespielt von Lady Gaga – schuldig, die Ermordung in Auftrag gegeben zu haben.

Die Familie stört sich laut dem Schreiben insbesondere daran, dass Reggiani trotz ihrer Verurteilung „als Opfer“ dargestellt werde. Zudem würden die Angehörigen der Gucci-Familie als „Krawallmacher, ignorant und unsensibel gegenüber der Welt um sie herum“ dargestellt.

Die Familie Gucci hat seit den 90er Jahren nichts mehr mit dem Luxusmodehaus zu tun. Dieses befindet sich inzwischen im Besitz der französischen Gruppe Kering.

Zu Beginn des Missbrauchsprozesses gegen Jeffrey Epsteins Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell hat die Staatsanwaltschaft der 59-Jährigen Beihilfe zu schweren Sexualverbrechen gegen Minderjährige vorgeworfen. Die Angeklagte sei bei den Verbrechen die „rechte Hand“ Epsteins gewesen, sagte eine Staatsanwältin gestern bei ihrem Eröffnungsplädoyer vor Gericht in New York.

„Wusste, was passieren würde“

In dem durch Epstein betriebenen Missbrauchsring habe Maxwell eine entscheidende Rolle gespielt, das Vertrauen von Mädchen gewonnen und sie ihrem ehemaligen Partner zugeführt. „Sie wusste genau, was passieren würde“, so die Anklage weiter.

Bei dem Verfahren gegen Maxwell will die Staatsanwaltschaft die Jury davon überzeugen, dass sie eine zentrale Rolle beim Missbrauch von Minderjährigen gespielt habe. Ihrem Ex-Partner Epstein war der Aufbau einen Prostitutionsrings mit Dutzenden minderjährigen weiblichen Opfern vorgeworfen worden.

Ein Prozess im Jahr 2008 endete mit einem vorteilhaften Deal für Epstein, den viele für einen Skandal hielten. Zu einem erneuten Prozess in New York gegen den bestens vernetzten Multimillionär – und Bekannten unter anderem von Bill Clinton, Donald Trump, Bill Gates oder dem britischen Prinzen Andrew – kam es nie, weil Epstein 2019 tot in seiner Gefängniszelle gefunden wurde. Gerichtsmediziner kamen zu dem Schluss, dass er Suizid begangen hatte.

Prozess für sechs Wochen angesetzt

Der Prozess gegen Maxwell wird schätzungsweise sechs Wochen dauern, die Staatsanwaltschaft stützt sich auf vier Hauptzeuginnen. Die zu verhandelnden Fälle reichen von 1994 bis 2004, die mutmaßlichen Verbrechen sollen in Epsteins Anwesen in New York, Florida, Santa Fe und London stattgefunden haben. Maxwell ist in sechs Punkten angeklagt, ihr drohen im Falle einer Verurteilung viele Jahre Haft.

Nach drei Nächten in einem eingeschneiten Pub in Nordengland haben die rund 60 Gäste ihr unfreiwilliges Quartier wieder verlassen. Der Schneepflug sei gestern „endlich durchgekommen“, sagte Nicola Townsend, Wirtin des Tan Hill Inn, der Agentur PA am späten Abend. Von den 61 Gästen seien 59 abgereist. Die zwei verbliebenen Gäste wollten noch einen Tag anhängen und heute abreisen.

Die 61 Gäste waren nach dem Auftritt einer Oasis-Cover-Band am Freitagabend gestrandet. Der Sturm „Arwen“ hatte die Straße zu dem laut Angaben höchstgelegenen Pub Englands zugeweht. „Sie kamen als Gäste und gehen als Freunde“, so die Pub-Besitzerin über die ungewöhnliche Schicksalsgemeinschaft. In anderen Landesteilen Großbritanniens hatte „Arwen“ für Verkehrschaos gesorgt und den Strom in vielen Haushalten ausfallen lassen.

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Kultur

Der Fotograf, Schauspieler und Regisseur Roger Fritz ist im Alter von 85 Jahren in München gestorben. Das sagte seine langjährige Lebensgefährtin Margit Friedrich gestern der dpa. Fritz sei am Freitag infolge eines Aneurysmas im Krankenhaus gestorben. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, darunter die Münchner „Abendzeitung“ und „Bild“.

Der Fotograf Roger Fritz in seiner Münchner Wohnung
picturedesk.com/SZ-Photo/Florian Peljak

„Mädchen, Mädchen“

Fritz war eine Society-Größe. Er assistierte unter dem italienischen Regisseur Luchino Visconti bei „Boccaccio 70“ mit Romy Schneider. 1963 drehte er seinen ersten Kurzfilm „Verstummte Stimmen“. Sein erster langer Spielfilm, „Mädchen, Mädchen“ 1966, wurde ein Erfolg.

In mehreren Filmen, unter anderem von Rudolf Thome („Fremde Stadt“, 1972), Sam Peckinpah („Steiner – Das Eiserne Kreuz“, 1976) und Rainer Werner Fassbinder („Lili Marleen“, 1981) war Fritz auch Darsteller.

Breites Repertoire

Er kam dicht an Stars wie Fassbinder oder auch Romy Schneider heran. Er suchte jedoch auch andere Motive, etwa bayerisches Brauchtum wie Goaßlschnalzen (Peitschenknallen) oder das Maibaum-Aufstellen. Sein Repertoire reichte von Porträts über Landschaften bis zu abstrakter Fotografie. Eine Zeit lang war er in München auch Gastronom.

Der Biografie auf seiner Website zufolge hatte Fritz zunächst eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann gemacht. 1955 lernte er in München den Fotografen Herbert List kennen und assistierte ihm gelegentlich. Teils arbeitete er für Zeitschriften und begründete die Zeitschrift „twen“ mit. 1961 studierte er an der UFA-Nachwuchsschule für Schauspiel und Regie in Berlin.

Die künftige Intendantin des Tiroler Landestheaters, Irene Girkinger, hat sich gestern bei der Skizzierung ihrer Pläne klar zu einer Intensivierung des Gegenwartsbezugs des Spielplans bekannt. Themen wie Migration, Diversität oder Geschlechtsidentität sollen verstärkt künstlerisch abgehandelt werden.

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Panorama

Fünf auf einer eingeschneiten Autobahn feststeckende Franzosen haben das Land mit einem spontan gedrehten Musikclip voller guter Laune begeistert. 57.900 Menschen hatten am gestern Nachmittag bereits den ad hoc komponierten Song „Tempete de joie – Tempete de neige“ (Freudensturm – Schneesturm) angeklickt, mit dem die fünf die nächtliche Fahrt mit ihrem Lieferwagen im Schnee dokumentierten.

Bilder langer Fahrzeugschlangen und Räumfahrzeuge unterlegten die im Chor gesungene Melodie, die es schon in die Fernsehnachrichten des Senders BFMTV schaffte. Der gesamte Clip entstand im Handumdrehen im Lieferwagen selber, erklärten die fünf – einer davon ist Profimusiker.

Auf der Autobahn zwischen Lyon und Clermont-Ferrand hatte heftiger Schneefall den Verkehr am Sonntagabend zeitweise zum Erliegen gebracht. Hunderte Autos steckten vorübergehend fest, bis die Räumfahrzeuge wieder für ein Durchkommen sorgten. Am höchsten Punkt der am Rande des Zentralmassivs verlaufenden Autobahn fielen rund 30 Zentimeter Schnee.