Ausland

Trump: USA „unverbrüchlicher Partner“ Riads

US-Präsident Donald Trump hält trotz der Tötung des saudischen Journalisten und Regierungskritikers Jamal Khashoggi an der engen Partnerschaft mit Riad fest. Die USA blieben ein „unverbrüchlicher Partner“ Saudi-Arabiens, erklärte Trump heute in Washington. Die Untersuchungen der US-Geheimdienste zu dem gewaltsamen Tod Khashoggis in Istanbul dauern nach seinen Angaben an.

Eine Mitwisserschaft des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman am Mord Khashoggis sei möglich, aber nicht bewiesen. „Es könnte sehr gut sein, dass der Kronprinz Kenntnis von diesem tragischen Vorfall hatte – vielleicht hatte er das und vielleicht hatte er das nicht“, so Trump.

Ungarn gewährte Gruevski offenbar Asyl

Der mazedonische Ex-Ministerpräsident Nikola Gruevski, der wegen Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde und gegen den in seiner Heimat zwei weitere Korruptionsprozesse anhängig sind, hat nach eigenen Angaben in Ungarn Asyl gewährt bekommen. Er bestätigte damit einen heutigen Bericht der regierungsnahen ungarischen Zeitung „Magyar Idök“.

„Heute hat die Republik Ungarn, ein EU- und NATO-Staat, meinen zuvor eingebrachten Antrag auf Erlangung von politischem Asyl wegen politischer Verfolgung in der Republik Mazedonien positiv beantwortet“, schrieb Gruevski auf seiner Facebook-Seite.

Prozesse laufen

Der Ex-Premier und nationalkonservative Politiker war im Mai wegen Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit der Anschaffung eines teuren Dienstwagens zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte einen Haftaufschub beantragt. Das zuständige Gericht lehnte den Antrag ab. Er erschien am 8. November aber nicht zum Haftantritt.

Mit Hilfe ungarischer Diplomaten floh er über Albanien, Montenegro und Serbien nach Ungarn, wo er Asylantrag stellte. Gegen Gruevski, der zwischen 2006 und Anfang 2016 Regierungschef war, laufen derzeit noch mehrere weitere Prozesse.

Anschlag auf Treffen religiöser Führer in Kabul

Bei einem Anschlag auf eine Versammlung religiöser Führer sind in Kabul mindestens 50 Menschen getötet worden. Weitere 83 Menschen seien bei der Explosion verletzt worden, teilte ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministerium heute mit. 24 der Verwundeten würden in Lebensgefahr schweben.

Der Anschlag galt dem Ulema-Rat, dem höchsten Gremium der afghanischen Geistlichkeit, der sich in einem Hochzeitssaal versammelt hatte. Es war einer der schwersten Anschläge in Kabul seit Monaten.

1.000 Menschen in der Halle

Die Explosion habe sich im Uranus-Hochzeitspalast ereignet, sagte Polizeisprecher Basir Mujahid. Die Religionsgelehrten (Ulema) seien aus dem ganzen Land nach Kabul gekommen, um zusammen den Geburtstag des Propheten Mohammed zu feiern. Augenzeugen zufolge, die der Fernsehsender ToloTV zitierte, hätten sich zu dem Zeitpunkt mindestens 1.000 Menschen in der Hochzeitshalle an der Flughafenstraße befunden

Erste Hinweise deuteten darauf hin, dass die Tat von einem Selbstmordattentäter verübt worden sei, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Najib Danish. Ein Manager des Hochzeitssaals, in dem auch politische und religiöse Treffen abgehalten werden, sagte AFP, der Attentäter habe sich inmitten der Versammlung in die Luft gesprengt.

Im Juni hatte der Ulema-Rat eine Fatwa gegen den gewaltsamen Konflikt im Land ausgesprochen. Das Spitzengremium der afghanischen Geistlichkeit stufte Selbstmordanschläge und Attentate als „haram“, also nach islamischer Lehre verboten ein. Nur einige Tage darauf sprengte sich ein Selbstmordattentäter bei einem Treffen der Religionsführer in die Luft und riss mehrere Männer mit in den Tod.

AfD-Spenden: Ermittlungen gegen Weidel

Nach Wahlkampfspenden aus dem Ausland an die deutsche AfD ermittelt die Staatsanwaltschaft Konstanz nun offiziell gegen Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel. Man habe das Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts eines Verstoßes gegen das Parteiengesetz auf Weidel erstreckt, teilte die Staatsanwaltschaft heute mit. Das Ermittlungsverfahren richte sich nun gegen insgesamt vier Personen – gegen Weidel und bereits seit vergangener Woche gegen drei Mitglieder ihres AfD-Kreisverbandes Bodenseekreis.

Wegen der Immunität der Abgeordneten Weidel hatte die Staatsanwaltschaft ein Schreiben an den deutschen Bundestag senden und auf Ablauf einer 48-stündigen Frist warten müssen.

Die AfD hatte bestätigt, dass im vergangenen Jahr rund 130.000 Euro von einer Schweizer Pharmafirma an den AfD-Kreisverband Bodensee überwiesen wurden. Als Verwendungszweck sei angegeben gewesen: „Wahlkampfspende Alice Weidel“. Das Geld wurde den Angaben zufolge in diesem Frühjahr zurückgezahlt. Spenden von Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürgern an deutsche Parteien sind illegal.

Auch Israel und Polen lehnen UNO-Migrationspakt ab

Sowohl Israel als auch Polen werden den Migrationspakt der Vereinten Nationen (UNO) ebenfalls nicht unterzeichnen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe das Außenministerium dazu entsprechend angewiesen, hieß es heute aus seinem Büro. „Wir sind entschlossen, unsere Grenzen gegen illegale Einwanderer zu schützen. Das haben wir getan und das werden wir auch weiterhin tun.“

Beinahe gleichzeitig gab Polen bekannt, dass es dem Abkommen nicht beitreten werde. „Wir glauben nicht, dass das (der Pakt, Anm.) eine gute Lösung ist. Es ist keine Methode, um die Migrationskrise zu reduzieren, ganz im Gegenteil“, sagte Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak laut polnischer Nachrichtenagentur PAP.

Zuvor hatten schon Österreich, die USA, Ungarn, Tschechien, Bulgarien und Estland dem Pakt eine Absage erteilt. Mit dem Abkommen wollen die Vereinten Nationen erstmals Grundsätze für den Umgang mit Menschen, die ihr Land verlassen, festlegen. Das rechtlich nicht bindende Dokument soll helfen, Flucht und Migration besser zu organisieren. Es soll bei einem Gipfeltreffen am 10. und 11. Dezember in Marokko angenommen werden.

Macrons Partei im Visier der Justiz

Die französische Regierungspartei La Republique en Marche (LREM, Die Republik in Bewegung) ist wegen der ungeklärten Herkunft mehrerer Spenden ins Visier der Justiz geraten. Die Staatsanwaltschaft habe Vorermittlungen gegen die Partei von Präsident Emmanuel Macron eingeleitet, hieß es heute aus Justizkreisen.

Es gehe um einen Gesamtbetrag von 144.000 Euro, den LREM 2017 in Form von Schecks und Überweisungen erhalten habe. Die Herkunft der Spenden sei in diesen Fällen nicht ersichtlich.

Die Identifizierung der Geldgeber ist nötig, um sicherzustellen, dass kein Spender den erlaubten Höchstbetrag von 7.500 Euro pro Jahr und Person überschreitet.

Inland

Gewalt gegen Frauen und Mädchen steigt

Die Zahl der Anzeigen wegen Gewalt gegen Frauen in Österreich steigt. Im Vorjahr waren 77 Frauen oder Mädchen Opfer eines Mordes oder Mordversuchs, 32 Frauen wurden heuer bereits ermordet. Mit diesen Zahlen liegt Österreich europaweit an der Spitze. Auch die Anzeigen wegen Vergewaltigung und wegen sexuellen Missbrauchs stiegen im Vorjahr auf knapp 1.300.

Ein großer Teil der Fälle ereignet sich innerhalb der Familie. Laut Volksanwältin Gertrude Brinek wurden im vergangenen Jahr fast 19.000 Menschen Opfer familiärer Gewalt.

„Wenig Wissen“ in der Bevölkerung

„Zahlreiche aktuelle Studien belegen einerseits die schwerwiegenden Folgen für das Leben der von Gewalt Betroffenen, zeigen aber andererseits auch auf, wie wenig Wissen es in der Bevölkerung zu Gewalt an Frauen und Kindern gibt“, sagte Brinek heute bei einer Pressekonferenz in Wien.

Nur jede fünfte Frau weiß laut einer aktuellen Studie, an welche Einrichtungen sie sich im Fall einer Gewalttat wenden könne. Aus diesem Grund seien Bewusstseins- und Aufklärungskampagnen notwendig.

Kritik an mangelnder Umsetzung der Gesetze

Laut Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser, gibt es in Österreich zwar gute Gesetze, jedoch müssen diese auch „im Sinne des Opferschutzes angewandt werden“, sagte sie.

Zudem würden Kinder im Nachhinein viel zu wenig berücksichtigt werden, schon gar nicht, wenn sie nicht direkt von der Gewalt betroffen waren. Sie brauchten eine bessere Unterstützung und sollten einbezogen werden, wenn es um ihre Zukunft und die ihrer Eltern gehe.

Mehr Präventionsmaßnahmen gefordert

Um das Thema für jeden fassbar zu machen, veranstaltet Andrea Berzlanovich, Professorin vom Institut für Gerichtsmedizin, ab 26. November eine Ringvorlesung mit dem Titel „Eine von fünf“. Zu Wort kommen Vortragende aus verschiedenen Berufsfeldern. Damit möchte Berzlanovich eine breite Öffentlichkeit zum Nachdenken und Handeln anregen.

Damit die Gewalt in Zukunft abnimmt, forderten alle drei Frauen, dass die Präventionsmaßnahmen im gesamten Bildungssystem, in Vereinen und auch in Bezirken und Gemeinden verstärkt werden. Zudem soll es mehr Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche geben, und Einrichtungen zum Opferschutz und zur Beratung von Männern sollen enger zusammenarbeiten.

Wichtig sei es aber auch, dass Gesundheitsfachkräfte gewaltbedingte Verletzungen und Beschwerden als solche erkennen, diese sensibel ansprechen, gut dokumentieren und den Betroffenen weiterführende Einrichtungen vermitteln.

Regierung schickt Entwurf für Kopftuchverbot an Opposition

Die FPÖ will das Kopftuchverbot an Volksschulen „mit oder ohne Opposition“ beschließen. Um vor allem die SPÖ und NEOS noch von der Maßnahme zu überzeugen, hat FPÖ-Klubobmann Walter Rosenkranz der Opposition heute einen Entwurf des Initiativantrags von FPÖ und ÖVP zum Kopftuchverbot an Volksschulen übermittelt. Der Initiativantrag wird laut FPÖ am Donnerstag im Plenum eingebracht, damit die Opposition ausreichend Zeit zur Prüfung hat.

„Ich biete der SPÖ an, den Antrag in aller Ruhe zu prüfen und doch die Zustimmung zu einer Verfassungsmehrheit zu geben. Das reflexartige Nein von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner zum Kopftuchverbot in Volksschulen – ohne den Antrag zu kennen – hat mich doch sehr erstaunt. Ich möchte daher der SPÖ nochmals die Gelegenheit geben, ihre Entscheidung zu überdenken“, so Rosenkranz.

Zweidrittelmehrheit für Verfassungsgesetz benötigt

Verhandlungen über ein von der SPÖ gefordertes Integrationspaket schloss Rosenkranz unterdessen aus. „Hier geht es um eine ganz klare Maßnahme zum Schutz von Kindern, und die werden wir umsetzen – mit oder ohne Opposition.“

Das würde allerdings bedeuten, dass die ÖVP-FPÖ-Koalition die Novelle nur als einfaches Gesetz beschließen könnte – das dann möglicherweise vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben würde. Die Frage, ob er sich auf dieses Risiko einlassen würde, wollte ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann gestern noch nicht beantworten.

Bei der von der Regierung vorgeschlagenen Änderung des Schulunterrichtsgesetzes handelt es sich vorerst jedenfalls um eine Verfassungsbestimmung, die eine Zweidrittelmehrheit benötigt. Die Regierung wäre also auf die Zustimmung von SPÖ oder NEOS angewiesen.

Geldstrafen angedacht

Konkret heißt es in dem Gesetzestext: „Um die bestmögliche Entwicklung und Entfaltung aller Schülerinnen und Schüler sicherzustellen, ist diesen bis zum Ende des Schuljahres, in welchem sie das 10. Lebensjahr vollenden, das Tragen weltanschaulich oder religiös geprägter Bekleidung mit der eine Verhüllung des Hauptes verbunden ist, untersagt. Dies dient der sozialen Integration von Kindern gemäß den lokalen Gebräuchen und Sitten, der Wahrung der verfassungsrechtlichen Grundwerte und Bildungsziele der Bundesverfassung sowie der Gleichstellung von Mann und Frau.“

Bei Verstößen sollen die Eltern innerhalb von maximal vier Schultagen zu einem Gespräch in die Schule vorgeladen werden und über ihre Verantwortung aufgeklärt werden. Die Teilnahme ist verpflichtend. Bei weiteren und nachhaltigen Übertretungen des Verbots kann die Bezirksverwaltungsbehörde dann (gegen die Erziehungsberechtigten) eine Geldstrafe von bis zu 440 Euro bzw. im Fall der Uneinbringlichkeit eine Ersatzfreiheitsstrafe bis zu zwei Wochen verhängen, heißt es im Regierungsentwurf.

SPÖ wirft ÖVP Bruch demokratischer Spielregeln vor

Vonseiten der SPÖ kam heute erneut Kritik – konkret an der ÖVP, der die Sozialdemokraten den Bruch demokratischer Spielregeln vorwarfen. In der Sache selbst zeige man sich weiter gesprächsbereit, fordere aber ein Gesamtpaket, um das Kopftuchverbot durch entsprechende Integrationsmaßnahmen zu begleiten, sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda.

ÖVP-Klubobmann August Wöginger hatte Gespräche über ein Integrationspaket in der „Kronen Zeitung“ abgelehnt. Das sei eine „Schande für den Parlamentarismus“.

Auch der Nationalratsklub Jetzt (Liste Pilz) meldete sich zu Wort und forderte eine breite Debatte über Integration. Die Volksschule solle ein religionsfreier Raum sein, zudem solle es einen überkonfessionellen Ethikunterricht geben.

EU

Spaniens Premier droht mit „Brexit“-Veto

Spanien hat wegen des umstrittenen Status des britischen Überseegebiets Gibraltar mit einem „Nein“ zum „Brexit“-Abkommen gedroht. Es sei nicht vorstellbar, dass die Zukunft Gibraltars von Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union abhängig sei, sagte Regierungschef Pedro Sanchez heute in Madrid. „Ich bedauere zu sagen, dass eine pro-europäische Regierung wie die Spaniens Nein zum ‚Brexit‘ sagen würde, sollte es keine Änderungen geben“, fügte Sanchez hinzu.

Die EU und Großbritannien wollen ihren Kompromiss am kommenden Sonntag bei einem Sondergipfel der EU-Staats- und -Regierungschefs beschließen. Beide Seiten machten inzwischen deutlich, dass sie den geplanten Scheidungsvertrag nicht mehr verändern wollen.

Enria auf Weg zu Spitze der EZB-Bankenaufsicht

Der Italiener Andrea Enria nimmt mit der Zustimmung durch einen EU-Parlamentsausschuss eine der letzten Hürden auf dem Weg zum Amt des obersten Bankenaufsehers der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Wirtschaftsausschuss des EU-Abgeordnetenhauses in Brüssel stellte sich heute mit großer Mehrheit hinter die Ernennung Enrias. Nun benötigt er noch grünes Licht vom gesamten Parlament und den relevanten Ministern. Die Zustimmung gilt aber weitgehend als gesichert. Enria ist langjähriger Chef der EU-Bankenbehörde (EBA).

Anfang des Monats wählte der EZB-Rat Enria auf den Posten. Er setzte sich im Rennen gegen Sharon Donnery aus Irland durch und wird damit neben EZB-Präsident Mario Draghi der zweite Italiener an einem der Schalthebel der EZB sein. Die Aufsicht ist jedoch von der Geldpolitik innerhalb der Zentralbank strikt getrennt. Die EZB-Bankenaufsicht überwacht die größten Institute des Währungsraums. Insgesamt sind es zurzeit 118 Banken.

ZIB2

Antisemitismuskonferenz: Ariel Muzicant im Studio

Hasspostings nach einem Besuch des US-Investors George Soros und eine Konferenz gegen Antisemitismus in Wien. Gast ist Ariel Muzicant, Vizepräsident des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC).

Gibt es heute ein Ergebnis bei den Beamten?

Zuerst Forderung oder Angebot, wer macht den ersten Schritt? In der ZIB2 Liveberichte von den Gehaltsverhandlungen.

Scheitert der „Brexit“-Deal an 6,5 Quadratkilometern?

Spanien droht wegen des Streits um Gibraltar mit einer Blockade.

Ansichten eines Sexualkundevereins

Welche Inhalte über Sex in Schulen vermittelt wurden und für Aufregung sorgten.

Die Regierung baut die Bankenaufsicht um

Die Nationalbank verliert Aufsicht und Beamte – aber keinen Direktor.

ZIB2 Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Dritte Gehaltsrunde für Beamte

Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) sowie Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) auf Regierungsseite haben heute Abend die dritte Runde der Gehaltsverhandlungen gestartet. Vor Beginn der Gespräche gab es Uneinigkeit, wer den ersten Schritt machen soll.

GÖD-Vorsitzender Norbert Schnedl sagte, er erwarte „ein ordentliches Angebot“ der Regierung. Das bedeute einen deutlichen Anteil am Wirtschaftswachstum, das mit 3,0 Prozent außer Streit gestellt wurde. Dass die Gewerkschaft eine konkrete Forderung auf den Tisch legen werde, sei noch nicht fix. Das hänge vom Verlauf der Verhandlungen ab.

Strache hingegen erwartete, dass zunächst die Gewerkschaft eine Forderung formuliert. Es sei üblich, dass zuerst die Gewerkschaft ihre Vorstellungen präsentiert.

Keine Einigung bei Handels-KV

Die dritte Kollektivvertragsrunde im Handel hat heute wie erwartet keine Einigung zwischen Gewerkschaft und Wirtschaftskammer gebracht. Es geht um die Gehaltserhöhungen und rahmenrechtlichen Änderungen für über 400.000 Angestellte und 15.000 Lehrlinge im Einzel-, Groß- und Kfz-Handel. Die Vorstellungen bei der Erhöhung der Gehälter liegen noch sehr weit auseinander.

„Wir liegen da so weit auseinander, dass ich das gar nicht kommentieren möchte“, sagte Arbeitgeber-Chefverhandler Peter Buchmüller. Wie hoch das Gehaltsplus ausfallen soll, wurde nicht kommuniziert.

Unmittelbar vor dem nächsten Verhandlungstermin werden sich die Betriebsrätinnen und Betriebsräte des Handels am 4. Dezember zu einer österreichweiten Betriebsrätekonferenz in Wien treffen. Um sich „Rückhalt und Kraft“ für die nächste Verhandlungsrunde zu holen, seien auch schon erste betriebliche Aktionen in Vorbereitung.

Sport

ÖFB-Teamchef Foda zieht positive Jahresbilanz

Hinter Franco Foda liegt das erste vollständige Länderspieljahr als ÖFB-Teamchef. „Es hätte schlechter sein können“, sagte der Deutsche angesichts der Bilanz von sieben Siegen, einem Remis und drei Niederlagen. „Wir hatten viele sehr gute Momente in den Testspielen, im Wettbewerb gab es Höhen und Tiefen“, analysierte der 52-Jährige, der die Mannschaft 2019 weiterentwickeln will.

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Chronik

Norweger wird Missbrauch von Hunderten Buben vorgeworfen

Ein 26 Jahre alter Norweger ist angeklagt, mehr als 300 Buben zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Oslo heute Abend mit. Die meisten Übergriffe seien über das Internet geschehen, indem die Burschen zu Handlungen an sich selbst genötigt wurden. Einige von ihnen seien auch vergewaltigt worden, dazu gaben die Ermittler jedoch keine Details bekannt.

Den Missbrauch von 160 weiteren Buben werde man aus prozessökonomischen Gründen nicht strafrechtlich weiterverfolgen, hieß es in einer Pressemitteilung, die dem Norwegischen Rundfunk vorlag. Die Polizei sprach von Norwegens größtem Übergriffsfall.

Als Mädchen ausgegeben

Der Mann habe sich in Chatforen und auf Snapchat als Mädchen ausgegeben und sexuelle Gespräche eingeleitet. Er habe Buben zwischen 13 und 16 Jahren dazu gebracht, sich beim Onanieren zu filmen und ihm diese Videos zu senden. Später drohte er ihnen, diese Filme im Internet zu veröffentlichen, wenn sie nicht weitere Aufnahmen schickten. Die Polizei fand der Zeitung „Verdens Gang“ zufolge 16.463 unterschiedliche Filme auf seinem Computer.

Betroffen sind Jugendliche in Norwegen, Schweden und Dänemark. Der Mann ist seit 2016 in Haft. Anfang des nächsten Jahres soll er vor Gericht kommen.

AUA-Maschine musste wegen Rauchs nach Wien umkehren

Eine Maschine der Austrian Airlines, die von Wien nach Frankfurt unterwegs war, ist am Sonntag nach 15 Minuten wieder umgedreht. Der Grund war ein beißender Geruch und Rauch im Cockpit. Wie das Onlineportal Aviation Herald berichtete, musste die Crew ins Krankenhaus, die Passagiere blieben unverletzt. Schuld war ein nicht entferntes Turbinenreinigungsmittel.

An Bord waren 161 Fluggäste und sechs Crew-Mitglieder. Als der AUA-Airbus A321-100 startete und eine Höhe von 2.000 Fuß erreichte, bemerkte die Crew im Cockpit den beißenden Geruch. Auch die Flugbegleiter in der Kabine bemerkten daraufhin Geruch und Rauch und schlugen Alarm. Zwei mussten Sauerstoffmasken aufsetzen, ein weiterer eine Schutzmaske wegen des Rauchs. Der Flieger kehrte wieder nach Wien zurück. Die Passagiere wurden nicht verletzt. Die Crew musste aber vorsorglich zur Untersuchung ins Krankenhaus.

Zeuge: „El Chapo“ ließ Mann töten, der ihm Hand nicht gab

Der frühere Drogenboss Joaquin „El Chapo“ Guzman hat nach Aussage eines Zeugen immer wieder Menschen wegen Nichtigkeiten töten lassen. Das frühere Kartellmitglied Rodolfo Carrillo Fuentes habe „El Chapo“ beispielsweise erschießen lassen, weil er ihm nicht die Hand reichen wollte, sagte Zeuge Jesus Zambada Garcia gestern (Ortszeit) vor einem Gericht in New York US-Medien zufolge.

Guzman und Fuentes seien Rivalen gewesen. Ein Partner von Guzman habe dann ein Versöhnungstreffen verabredet – aber Fuentes wollte die ausgestreckte Hand von Guzman nicht ergreifen. Kurz darauf wurden Fuentes und seine Ehefrau vor einem Kino erschossen. „Chapo hat gesagt, dass er sie umbringen werde“, sagte Zeuge Zambada.

Pistole von Drogenbaron El Chapo
AP/U.S. Attorney’s Office

Pistole mit Diamanten besetzt

Mindestens fünf weitere Menschen habe „El Chapo“ aus ähnlich nichtigen Gründen umbringen lassen. Um selbst töten zu können, habe der Kartellboss unter anderem eine diamantenbesetzte Pistole mit seinen Initialen – „JGL“ für seinen vollständigen Namen Joaquin Guzman Loera – besessen.

Der Prozess gegen den einst mächtigsten Drogenboss der Welt läuft seit der vergangenen Woche unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Die US-Justiz wirft ihm unter anderem Drogenhandel, Geldwäsche und das Führen einer kriminellen Organisation – des mexikanischen Drogenkartells Sinaloa – vor.

Weitere Tote bei Waldbränden in Kalifornien gefunden

Die Totenzahl bei den verheerenden Waldbränden in Kalifornien steigt weiter. Beim „Camp Fire“ im Norden des Bundesstaats fanden die Behörden zwei weitere Leichen, wie das Büro des Sheriffs in Butte County am Montagabend (Ortszeit) mitteilte. Die Zahl der Toten bei diesem Brand stieg damit auf mindestens 79.

Feuerwehrmann vor einem ausgebrannten Haus
Reuters/Terray Sylvester

Die Zahl der Vermissten sank unterdessen auf 699. Beim „Woolsey Fire“ im Süden Kaliforniens lag die Zahl der Toten nach Angaben der Behörden weiterhin bei drei Menschen. Dieser Brand ist nach offiziellen Angaben inzwischen zu 96 Prozent unter Kontrolle.

Auch beim „Camp Fire“ in Nordkalifornien machen die Brandbekämpfer Fortschritte: Dieses Feuer war am Dienstag zu 70 Prozent unter Kontrolle. Unterdessen drohen in Nordkalifornien schwere Regenfälle. Diese würden dort zwar die Gefahr weiterer Feuer in diesem Winter beenden, berichtete der US-Sender CNN unter Berufung auf die Behörden. Allerdings könnten die Regenfälle in Butte County Sturzfluten und Schlammlawinen auslösen.

IT

Weltweit Störungen bei Facebook und Instagram

Bei Facebook gibt es aktuell offenbar in mehreren Ländern technische Probleme – manche Nutzerinnen und Nutzer können nichts mehr posten, andere sich gar nicht erst einloggen. Auffallend ist auch die sehr langsame Ladezeit.

Facebook bestätigte per Twitter die Störungen. „Wir wissen, dass manche Leute Probleme haben, die Facebook-Apps aufzurufen“, hieß es in einer Meldung über den offiziellen Twitter-Account von Facebook. Man arbeite daran, die Störungen so schnell wie möglich zu beheben, hieß es weiter. Den Grund für die Störung nannte Facebook nicht. Neben Facebook scheint auch Instagram von Störungen betroffen zu sein. Schon vor einer Woche war es in Amerika zu einem kurzen Ausfall bei Facebook gekommen.

Kultur

Bremer Literaturpreis 2019 geht an Arno Geiger

Der österreichische Schriftsteller Arno Geiger erhält den Bremer Literaturpreis 2019. Mit der mit 25.000 dotierten Auszeichnung würdigt die Jury Geigers Roman „Unter der Drachenwand“. Dieser rage als überaus genaue, differenzierte und anschauliche Vergegenwärtigung des Kriegsjahres 1944 heraus, teilte die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung heute mit.

Der mit 6.000 Euro dotierte Förderpreis geht an den aus München stammenden Autor Heinz Helle für seinen Roman „Die Überwindung der Schwerkraft“. Die Preisverleihung ist für den 28. Jänner 2019 im Bremer Rathaus geplant. Die nach dem gleichnamigen Bremer Dichter benannte Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung vergibt den Literaturpreis seit 1962 jährlich. Er gehört nach den Angaben zu den ältesten und bedeutendsten Literaturehrungen Deutschlands. Unter den Preisträgern waren unter anderem Elfriede Jelinek, Marcel Beyer, Alexander Kluge und Friederike Mayröcker.

Panorama

Trump begnadigt vor Thanksgiving „Erbsen“ und „Karotten“

US-Präsident Trump hat bei einer Zeremonie kurz vor Thanksgiving zwei Truthähne vor der Schlachtung bewahrt. „Die Vögel haben sehr viel Glück“, sagte Trump heute bei der traditionellen Begnadigung im Rosengarten des Weißen Hauses. Die beiden Tiere mit den Namen „Peas“ (Erbsen) und „Carrots“ (Karotten) werden bei dem Familienfest an diesem Donnerstag, an dem in den USA traditionell Truthahn gegessen wird, nicht im Ofen schmoren. Stattdessen dürfen sie ihre Tage mit Artgenossen im „Truthahn-Nest“ auf dem Campus einer Universität im Bundesstaat Virginia fristen.

„Ich habe noch nie einen so schönen Truthahn gesehen“, sagte Trump vor der Begnadigung über „Peas“, dem er nach der Zeremonie kurz über das Gefieder strich. Der Präsident pflegt mit der Begnadigung eine Tradition mit mehr als 100 Jahre alten Wurzeln. Seit dem 19. Jahrhundert erhält die Präsidentenfamilie vor dem Feiertag zwei besonders prächtige Vögel.

Präsident Abraham Lincoln (1861 bis 1865) soll nach Angaben des Weißen Hauses auf Bitten seines Sohnes das erste Mal einen Truthahn begnadigt haben. Unter Präsident George Bush senior soll die Truthahn-Begnadigung im Jahr 1989 festes Ritual geworden sein.

Unterkunft im Fünf-Sterne-Hotel

Vor der diesjährigen präsidialen Zeremonie am Dienstag waren die beiden Tiere im Willard-Hotel untergebracht, einem Fünfsternehotel in der Nähe des Weißen Hauses. Beide sind rund 20 Kilo schwer und hören einem Tweet des Weißen Hauses zufolge gerne Musik von Elvis Presley und dem Countrysänger Brad Paisley. Das Weiße Haus ließ online darüber abstimmen, welcher der beiden Truthähne begnadigt werden solle. Das sei allerdings als Scherz gemeint gewesen, sagte Trump. Schließlich schenkte er am Ende beiden Tieren das Leben.

Pisas schiefer Turm ist gerader geworden

Nach einer spektakulären Rettungsaktion Ende der 1990er Jahre ist der Schiefe Turm von Pisa jetzt weniger schief. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Neigung des Bauwerks aus weißem Marmor um rund vier Zentimeter reduziert.

Das Wahrzeichen der toskanischen Stadt sei stabil und sein „Gesundheitszustand“ zufriedenstellend, geht aus einer nun veröffentlichten Bewertung einer Expertengruppe hervor, die seit 17 Jahren die Bewegungen des Monuments beobachtet. Der Turm sei sogar stabiler, als das internationale Komitee unter Führung des Bauingenieurs für Geotechnik, Michele Jamiolkowski, vorhergesehen hatte, berichtete die toskanische Tageszeitung „Il Tirreno“. Dieses hatte in den Jahren von 1993 bis 2001 die Konsolidierungsarbeiten an dem Monument geplant und koordiniert.

Schiefer Turm von Pisa
APA/AFP/Miguel Medina

Gewichte unter dem Fundament

Das 800 Jahre alte Bauwerk war zwischen 1993 und 2001 mit tonnenschweren Gewichten unter dem Fundament um 44 Zentimeter „geradegezogen“ worden. Während der Aktion wurde es durch starke Stahlseile gesichert.

Der Schiefe Turm von Pisa, der zum Weltkulturerbe zählt, wurde danach im Dezember 2001 nach elf Jahren wiedereröffnet. Das 58,5 Meter hohe Gebäude hatte sich schon kurz nach seiner Errichtung im Jahr 1173 zu neigen begonnen. Als das Bauwerk bei einer Neigung von 4,5 Meter gegenüber der Vertikalen einzustürzen drohte, wurde es 1990 für Besucher geschlossen. Die Bauarbeiten kosteten 28 Millionen Euro.

Leute

Queen Elizabeth II. und Prinz Philip feiern Hochzeitstag

Ihren 71. Hochzeitstag hat die britische Königin Elizabeth II. (92) wenig romantisch verbracht. Die Queen besuchte heute den britischen Berufsverband der Immobilienfachleute, der sein 150-jähriges Bestehen feierte. Der 97-jährige Philip hat keine offiziellen Verpflichtungen mehr.

Queen Elizabeth
APA/AFP/Adrian Dennis

Kein britischer Monarch war so lange verheiratet wie die Queen. Im Zweiten Weltkrieg diente Philip bei der britischen Marine. 1939 traf er als Kadett erstmals die damals 13-jährige Elizabeth – es soll Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Die beiden heirateten am 20. November 1947 in der Westminster Abbey in London.