Inland

Der Nationalfeiertag findet morgen coronavirusbedigt nicht wie üblich auf dem Wiener Heldenplatz, sondern in den Wohnzimmern der Österreicherinnen und Österreicher statt.

Sowohl die traditionelle Leistungsschau des Bundesheeres als auch Führungen durch die Hofburg, das Parlament und die Ministerien finden nur online statt oder fallen aus. Lediglich die Kranzniederlegungen und die Rekrutenangelobung werden wie üblich auf dem Heldenplatz über die Bühne gehen, allerdings ohne Publikum und in Minimalbesetzung.

Nationalfeiertag in der CoV-Krise

Zum 25. Jubiläum des Nationalfeiertags gibt es keine Leistungsschau am Heldenplatz. Stattdessen gibt es Ersatzprogramm im ORF.

Symbolische Angelobung

Die politischen Feierlichkeiten beginnen mit einer Ministerratssitzung um 9.10 Uhr im Bundeskanzleramt, danach legt um 9.30 Bundespräsident Alexander Van der Bellen einen Kranz am Äußeren Burgtor nieder, um 10.00 Uhr folgt die Kranzniederlegung durch die Bundesregierung. Um 10.30 Uhr werden auf dem Heldenplatz symbolisch zwölf Rekruten angelobt. Im Rahmen dessen gibt es Ansprachen von Van der Bellen, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Kanzler Sebastian Kurz (beide ÖVP).

Vor der Angelobung fliegen sieben Bundesheerflugzeuge, darunter drei Eurofighter, über den Heldenplatz. Den Abschluss bildet auch ohne großes Publikum wie gewohnt ein Fallschirmabsprung von Jagdkommando-Soldaten. Die Ereignisse werden live übertragen. Am Abend steht die traditionelle TV-Ansprache des Staatsoberhaupts auf dem Programm.

COV Inland

Die Zahl der aktiven Coronavirus-Fälle liegt in Österreich (Stand: heute, 14.00 Uhr) laut den Zahlen des AGES-Dashboards bei 30.290. Das neue Dashboard ersetzte unlängst jenes des Gesundheitsministeriums. Damit ging ein Zahlensprung bei den aktuell Infizierten einher, da im neuen System Genesene langsamer eingemeldet werden.

Mehr als zwei Millionen Testungen

Zudem werden neue Fälle nicht mehr dem Einmeldezeitpunkt zugewiesen, sondern dem Termin der Labordiagnose, der schon Tage zuvor stattgefunden haben kann. Das macht die Kurve des Epidemieverlaufs genauer, verändert aber die bisher gern als Kennwert verwendete Zahl der neu gemeldeten Infektionen, die aber vom Innen- und Gesundheitsministerium weiterhin in der Früh kommuniziert wird. Das waren heute (9.30 Uhr) 2.782.

Aussagekräftiger ist allerdings die Anzahl der positiv diagnostizierten Fälle über die vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz), diese stieg auf 190.

Landesweit gibt es seit Beginn der Pandemie bisher insgesamt 82.536 laborbestätigte Fälle. 1.225 Menschen sind im Spital, 174 auf der Intensivstation. Insgesamt wurden bereits 2.088.359 Testungen durchgeführt.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

In Salzburgs derzeit einzigem Quarantänegebiet in Kuchl (Tennengau) ertappt die Polizei immer wieder Bewohner und Bewohnerinnen, die gegen die strengen Auflagen verstoßen. 23 Anzeigen wurden bereits erstattet. Zwei Kuchler könnten sich vor Gericht verantworten müssen, weil sie trotz positiven Coronavirus-Tests die Gemeinde verlassen wollten.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat heute angesichts der steigenden Zahlen appelliert, die „Stopp Corona“-App zu installieren. Er verwies auf die europaweit stark steigenden Zahlen. Inklusive der heutigen Zahlen hätte sich die Zahl der aktiven Fälle in Österreich um 53 Prozent erhöht, die Zahl der Hospitalisierungen um 65 Prozent und die darin inkludierte Zahl der von Covid-19-Patienten und -patientinnen belegten Intensivbetten um 28 Prozent.

Anschober betonte, dass das Kontaktpersonenmanagement entscheidend sei und durch das Installieren der App unterstützt werden könne: „Jetzt ist es an der Zeit, dabei mitzumachen. Es ist kein großer Aufwand und trägt dazu bei, sich und die anderen zu schützen. Mittlerweile verzeichnet die App bereits 1,1 Millionen Downloads, 1.100 ‚Rote Warnungen‘ wurden bereits weitergegeben, dazu 2.100 ‚Gelbe Warnungen‘.“

Ausland

Der für den 4. Dezember geplante Präsenzparteitag der CDU mit 1.001 Delegierten zur Wahl eines neuen Parteivorsitzenden in Stuttgart ist wieder vom Tisch. Das berichtete die dpa heute Abend nach rund fünfstündigen Beratungen der engsten Parteispitze in Berlin.

Man habe einen Rahmen für das weitere Vorgehen besprochen, den Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer morgen den CDU-Gremien vorstellen werde. Offen war nach diesen Informationen, ob es eine Verschiebung des Parteitags ins nächste Jahr geben soll oder ob es noch in diesem Jahr einen sogenannten hybriden Parteitag geben kann, bei dem an mehreren Standorten in Deutschland verteilt in Präsenz und virtuell gewählt würde. Als dritte Option galt eine Briefwahl.

In der Parteispitze und unter den Kandidaten – Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Außenpolitiker Norbert Röttgen – hatte sich am Wochenende keine Einigkeit über das weitere Vorgehen abgezeichnet.

„Linie gefunden“

Röttgen zeigte sich nach dem Spitzengespräch zufrieden: „Wir haben lange, aber konstruktiv und gut gesprochen und haben auch eine Linie gefunden, die die Parteivorsitzende morgen mitteilt.“

Merz pocht indes auf eine Klärung der offenen Führungsfrage seiner Partei noch in diesem Jahr. „Auch wenn ein Präsenzparteitag unter den gegenwärtigen Bedingungen sicher schwierig sein wird, so bin und bleibe ich der Meinung, dass die CDU noch in diesem Jahr die offene Führungsfrage klären muss.“

Laschet sprach sich für eine Verschiebung des Parteitages aus: „Ich glaube, dass man nicht in einer solchen Zeit, wo man den Menschen zumutet, Veranstaltungen nicht mehr zu besuchen, das Haus nicht mehr zu verlassen, wir mit 1.000 Menschen einen Parteitag machen können.“

Im Konflikt um die Kaukasus-Region Bergkarabach haben Armenien und Aserbaidschan unter US-Vermittlung einen neuen Anlauf für eine Waffenruhe vereinbart. Diese tritt ab 8.00 Uhr Ortszeit (5.00 Uhr MEZ) in Kraft, wie Vertreter der beiden Länder heute gemeinsam mit der US-Regierung mitteilten.

Damit sollen Vereinbarungen vom 10. Oktober umgesetzt werden. In den vergangenen Tagen gingen die Kämpfe ungeachtet diplomatischer Bemühungen weiter. Die unter Vermittlung Russlands vereinbarten Waffenruhen hatten nicht gehalten.

Die Gefechte um Bergkarabach dauern seit Ende September an. Aserbaidschan hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das bergige Gebiet mit etwa 145.000 Bewohnern verloren. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Aserbaidschan kann sich in dem Konflikt auf seinen „Bruderstaat“ Türkei berufen. Russland wiederum ist Schutzmacht Armeniens.

Nach seiner Flucht aus Venezuela ist der prominente Oppositionsführer Leopoldo Lopez nach Spanien gereist. Er sei heute in Madrid angekommen und habe seine Familie treffen können, teilte Spaniens Außenministerium mit. Es verurteilte zudem Festnahmen von Mitarbeitern der spanischen Botschaft in Caracas und Durchsuchungen der Wohnungen von Botschaftspersonal.

In der spanischen Vertretung hatte der zuvor inhaftierte Lopez fast eineinhalb Jahre verbracht. Am Samstag war bekanntgeworden, dass er das Land verlassen hatte. Die Umstände blieben zunächst unklar.

Er werde seine Aufgaben als Kommissar in der Regierung des selbst ernannten Interimspräsidenten Venezuelas, Juan Guaido, vom neuen „Kampfgebiet“ aus weiter erfüllen, schrieb Lopez auf Twitter. In den kommenden Tagen werde es Details darüber geben, welche „Aktionen für die Freiheit unseres Volkes“ geplant seien.

Zu langjährigen Haftstrafe verurteilt

Es sei gelungen, den repressiven Staatsapparat des Präsidenten Nicolas Maduro zu überlisten und Lopez ins Ausland zu bringen, twitterte Guaido. Guaido und Maduro liefern sich seit Anfang 2019 einen erbitterten Machtkampf. Zwar haben einige Staaten Guaido als legitimen Interimspräsidenten anerkannt, allerdings konnte er sich in Venezuela selbst bisher nicht gegen Maduro durchsetzen.

Der heute 49-jährige Lopez war 2014 festgenommen worden, nachdem bei Protesten gegen die autoritäre, sozialistische Regierung mehr als 40 Menschen gestorben waren. Ein Gericht verurteilte Lopez wegen Anstachelung zu Gewalt zu fast 14 Jahren Haft. Zahlreiche Regierungen und Menschenrechtsorganisationen sahen in ihm einen politischen Gefangenen. Lopez saß in Hausarrest, bis ihn am 30. April 2019 aufständische Soldaten auf Anweisung von Guaido befreiten. Ein geplanter Umsturzversuch gegen die Regierung scheiterte allerdings.

Der US-Senat hat die Weichen für den Einzug von Amy Coney Barrett ins Oberste Gericht der USA gestellt. Die Senatoren beschlossen heute mit einer schmalen Mehrheit der republikanischen Stimmen, die Debatte auf 30 Stunden zu beschränken. Damit könnte Barrett morgen Abend Ortszeit (gegen 1.00 MEZ am Dienstag) offiziell bestätigt werden.

Die Republikaner haben im Senat eine Mehrheit von 53 der 100 Sitze. Nun gab es 51 Stimmen dafür, die Debatte zu kappen. Wie erwartet stimmten die beiden republikanischen Senatorinnen Susan Collins und Lisa Murkowski dagegen. Murkowski kündigte aber bereits an, Barrett ihre Stimme zu geben, obwohl sie das Verfahren zu ihrer Nominierung nach wie vor überhastet finde. Für Barretts Bestätigung reicht die einfache Mehrheit.

Die Richter am Obersten Gericht werden vom Präsidenten nominiert und vom Senat ernannt. Die konservative Juristin Barrett soll nach dem Willen von Präsident Donald Trump die im September verstorbene liberale Richterin Ruth Bader Ginsburg ersetzen. Die Konservativen würden mit Barrett eine dominierende Mehrheit von sechs der neun Sitze am Obersten Gericht bekommen.

Der Supreme Court hat oft das letzte Wort bei kontroversen Fällen unter anderem zum Recht auf Abtreibungen, zur Gesundheitsversorgung und Einwanderungspolitik. Er stellt damit immer wieder Weichen für die Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft. Die Demokraten fordern, dass erst der Sieger der Präsidentenwahl am 3. November über die Ginsburg-Nachfolge entscheiden sollte.

Bei den Kommunalwahlen in der Ukraine muss der Kiewer Bürgermeister und Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko voraussichtlich in die Stichwahl. Ersten Prognosen zufolge verfehlte der 49-Jährige heute im ersten Wahlgang mit rund 45 Prozent der Stimmen die notwendige absolute Mehrheit.

Hoffnungen auf den Einzug in die zweite Runde kann sich überraschend sein Amtsvorgänger Alexander Popow von der prorussischen Partei Oppositionsplattform machen. Der 59-Jährige kam weit abgeschlagen auf rund neun Prozent. Chancen haben ebenfalls die Kandidatin der Präsidentenpartei Sluha Narodu (Diener des Volkes), Irina Wereschtschuk, und der Fernsehmoderator Sergej Pritula. Genauere Auszählungsergebnisse für die Dreimillionenstadt sollen morgen vorliegen.

Wegen der gestern bekanntgewordenen Coronavirus-Infektion konnte Klitschko selbst nicht abstimmen. Es gehe ihm gut und er arbeite von zu Hause aus, sagte Klitschko. Die Stichwahl wird für den 15. November erwartet.

Das Video einer pompösen und freizügigen Parade der Polizeiakademie in Ägypten hat in anderen Ländern für Kopfschütteln und Spott gesorgt. Scharen muskulöser Männer posierten bei der Aufführung vor einigen Tagen mit freiem Oberkörper, sprangen durch brennende Ringe oder zerschlugen Zementblöcke mit Vorschlaghämmern.

Auch dem Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi auf der Zuschauertribüne zeigten sich die Absolventen mit nackter Brust, während sie auf gepanzerten Fahrzeugen und dreistöckigen Paradewagen ihre Muskeln anspannten. „Macho-Präsentation“, urteilte der britische TV-Sender „Sky News“. Andere fühlten sich an Pride-Paraden erinnert, bei denen Menschen weltweit für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender-Personen (LGBT) demonstrieren.

Schwule, Lesben und Transgender haben in Ägypten allerdings einen sehr schweren Stand und werden auch strafrechtlich verfolgt. Nach Angaben der Organisation Human Rights Watch und Menschenrechtlern in Ägypten wurden LGBT-Aktivisten in vergangenen Jahren willkürlich festgenommen, eingeschüchtert und auch körperlich misshandelt. Explizit verboten ist Homosexualität in Ägypten nicht. Sie gilt in weiten Teilen der Gesellschaft aber als tabu und wird unter dem Prostitutionsgesetz auch strafrechtlich verfolgt.

COV Ausland

Die Zahl der an einem Tag registrierten Coronavirus-Neuinfektionen hat in Frankreich heute erstmals die Marke von 50.000 übersprungen.

Insgesamt wurde binnen 24 Stunden bei 52.010 Menschen eine Coronavirus-Infektion nachgewiesen, wie die Gesundheitsbehörden des rund 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Landes heute Abend mitteilten. Seit gestern wurden zudem 116 neue Todesfälle gemeldet.

Über 20.000 neue Fälle in Italien

Auch in Italien (60,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner) meldeten die zuständigen Behörden heute einen neuerlichen Anstieg bei den CoV-Neuinfektionen. Demnach wurde bei 21.273 Menschen in den vergangenen 24 Stunden eine Infektion nachgewiesen. Am Vortag waren es 19.644. Nach Angaben aus dem italienischen Gesundheitsministerium wurden in 24 Stunden 128 mit dem Coronavirus in Verbindung stehende Todesfälle registriert.

Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow ist nach zwei negativen Coronavirustests positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Das teilte er heute auf Facebook mit. Erst gestern war Borissows Quarantäne wegen Kontakten zu einem infizierten Vizeminister aufgehoben worden. Borissow schrieb, er habe bereits am Freitag alle Treffen und öffentlichen Auftritte für die kommenden Tage aufgeschoben. Er beklagte ein „allgemeines Unwohlsein“, will aber „vorerst in Heimgenesung“ bleiben.

Auch in Bulgarien steigen die Fallzahlen schnell. Derzeit sind bei einer Bevölkerung von 6,9 Millionen Menschen aktuell 18.246 mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie haben sich in dem Balkan-Land insgesamt 37.562 Menschen angesteckt, 1.084 Infizierte starben.

In Bulgariens Hauptstadt Sofia sind seit heute alle Nachtlokale wie etwa Discos, Bars und Clubs vorerst bis zum 8. November geschlossen, da dort der nötige Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden könne. Zudem rief die Bürgermeisterin von Sofia, Jordanka Fandakowa, die Arbeitgeber auf, nach Möglichkeit ihre Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. Die bulgarische Regierung will so einen zweiten landesweiten Lockdown vermeiden.

Die Behörden in der westchinesischen Region Xinjiang haben nach einem Coronavirus-Ausbruch heute die höchste Alarmstufe im öffentlichen Gesundheitswesen ausgerufen. Zuvor waren 137 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie der staatliche Fernsehsender CCTV berichtete.

Alle Infektionsfälle waren demnach in der abgelegenen westlichen Stadt Kashgar festgestellt worden. Keine der positiv getesteten Personen habe Husten oder Fieber, und alle befänden sich unter Quarantäne und medizinischer Überwachung im Krankenhaus, hieß es.

Fabrik gilt als Quelle

Die 137 Fälle stünden in Verbindung mit einer Fabrik in der Stadt, sagte der stellvertretende Direktor der regionalen Gesundheitskommission. Ein 17-jähriges Mädchen, dessen Eltern in der Fabrik arbeiten, wurde Anfang der Woche ebenfalls positiv getestet.

Die Nationale Gesundheitskommission Chinas habe eine Arbeitsgruppe in die Region entsandt, die die Maßnahmen leiten solle. Die meisten Flüge auf dem Flughafen von Kashgar wurden am Wochenende gestrichen.

In Urumqi, der Hauptstadt von Xinjiang, war es im Juli zu einem Ausbruch des Coronavirus gekommen, der strenge Sperrmaßnahmen zur Folge hatte. So mussten die Bewohner in ihren Häusern bleiben, und die Stadt wurde vom Rest des Landes isoliert.

Die Polizei in Warschau hat gestern nach Protesten gegen verschärfte Coronavirus-Auflagen 278 Personen festgenommen. Die Demonstrierende hätten Beamte mit Steinen, Flaschen und Knallkörpern beworfen, teilte die Polizei heute mit. Die Einsatzkräfte seien mit Wasserwerfern gegen die Randalierer vorgegangen.

Mehrere tausend Menschen hatten gestern in der polnischen Hauptstadt gegen neue Regeln im Kampf gegen die Virusausbreitung protestiert – darunter ein Versammlungsverbot von mehr als fünf Personen, gegen das sie bei den Kundgebungen verstießen. In Polen steigen die Infektionszahlen rasant. Am Freitag wurde mit mehr als 13.600 bestätigten Ansteckungen ein neuer Höchststand registriert.

Ungarn hat einen neuen Negativrekord bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus vermeldet. Innerhalb eines Tages wurden 3.149 neue Coronavirus-Fälle registriert, lautete die offizielle Statistik heute. Einen Tag zuvor waren es 1.820 Fälle. Mit dem neuen Rekord erhöhte sich die Zahl der identifizierten SARS-CoV-2-Fälle auf insgesamt 59.247, die der Opfer auf 1.425, da innerhalb eines Tages 35 Menschen an oder mit einer Coronavirus-Infektion gestorben sind.

Als geheilt galten 16.242 Personen. In den Spitälern wurden 2.449 Kranke behandelt, 221 davon mussten künstlich beatmet werden. In Hausquarantäne befanden sich 27.883 Personen. Die Zahl der Tests lag bei 980.373.

Der ungarische Premier Viktor Orban hatte am Freitag angekündigt, auf eine allgemeine Maskenpflicht in Ungarn zu drängen, da das Bremsen der Pandemie vom Maskentragen abhänge. Bereits am Freitag war das Tragen der MNS-Masken auf Veranstaltungen im Freien ausgeweitet worde, wie etwa bei Fußballspielen und Demonstrationen.

Kroatien mit neuem Höchstwert

Kroatien verzeichnete zum zweiten Mal in Folge einen Rekord bei Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Innerhalb von 24 Stunden wurden insgesamt 2.421 neue Fälle verzeichnet, davon rund 980 allein in der Hauptstadt Zagreb. Die Zahl der aktiven Fälle stieg auf 11.144, teilte der Krisenstab heute mit. An oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben acht Personen. In den Spitälern werden 825 Patienten und Patientinnen behandelt, davon werden 58 künstlich beatmet.

Morgen sollen in Kroatien zusätzliche Coronavirus-Maßnahmen eingeführt werden, die heute vorgestellt werden. Wie der Krisenstableiter, Innenminister Davor Bozinovic, ankündigte, werden sich die Maßnahmen auf die Einschränkung von engen Kontakten beziehen. Eine nächtliche Ausgangsperre und einen totalen Lockdown schloss der Innenminister laut Medienberichten aus.

Slowakei: Mehr als 3000 Neuinfektionen

In der Slowakei hat der tägliche Anstieg an Coronavirus-Infektionen erstmals die Schwelle von 3.000 Fällen überschritten. Wie der konservative Ministerpräsident Igor Matovic heute auf Facebook mitteilte, wurde mit 3.042 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ein Rekordwert erreicht.

Der rasche Anstieg der Infektionszahlen bestätige, dass es richtig war, Ausgangsbeschränkungen über das ganze Land zu verhängen, schrieb der Gründer der Wahlplattform Gewöhnliche Leute (OLANO). „Doch der Lockdown allein, so wie er in der Slowakei konzipiert ist, dass also Millionen Menschen trotzdem weiter zur Arbeit gehen, kann nicht genügen. Eine Schlüsselrolle bei der Eindämmung spielen daher unsere flächendeckenden Tests.“

Heute Abend sollte die erste Phase einer beispiellosen Testung fast der gesamten slowakischen Bevölkerung zu Ende gehen. Seit Freitag wurden unter der Regie des Verteidigungsministeriums in vier besonders stark betroffenen Bezirken an der Grenze zu Polen alle mehr als zehn Jahre alten Bewohnerinnen und Bewohner einem Antigen-Schnelltest unterzogen. An den beiden nächsten Wochenenden soll der Rest des Landes folgen – immerhin rund fünf Millionen Menschen.

IT

Die Lehrerbewertungs-App „Lernsieg“ ist heute Abend im Wiener Rabenhof mit dem Negativ-Datenschutzpreis Big Brother Award in der Kategorie „Kommunikation und Marketing“ ausgezeichnet worden.

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Wirtschaft

Die deutsche Austrian-Mutter Lufthansa fährt in der wieder verschärften Coronavirus-Krise neben dem Flugbetrieb auch die Verwaltung im Winter massiv herunter. „Nach einem Sommer, der uns allen Anlass zur Hoffnung gegeben hat, befinden wir uns jetzt wieder in einer Situation, die in ihren Auswirkungen einem Lockdown gleichkommt“, hieß es laut Reuters heute in einer Mitteilung des Konzernvorstands an die Mitarbeiter.

„Daher ist es unumgänglich, den Geschäftsbetrieb im Winter 2020/21 noch weiter herunterzufahren und möglichst viele Bereiche ab Mitte Dezember in einen ‚Wintermodus‘ zu versetzen.“ Die Kosten müssten noch weiter gesenkt werden.

Inzwischen verliere die Airline-Gruppe mit einer halben Million Euro zwar nur noch halb so viel Geld in der Stunde wie zu Beginn der Krise. „An der Dramatik der Situation hat sich gleichwohl nichts geändert“, schrieben Vorstandschef Carsten Spohr und seine Kollegen an die Beschäftigten zum Auftakt des Winterflugplans.

Verwaltungspersonal in Kurzarbeit

Vergangene Woche hatte die Lufthansa bereits bekanntgegeben, maximal 25 Prozent der Vorjahreskapazität statt der ursprünglich geplanten 50 Prozent anzubieten. Denn mit steigenden Infektionszahlen in Europa und Amerika, die zu Reisebeschränkungen und Quarantänepflicht führen, bricht die Nachfrage wieder ein.

Die Hauptairline Lufthansa und ihre Schwestergesellschaften Eurowings, Swiss, Austrian und Brussels Airlines werden deshalb 125 Flugzeuge, die im Winter abheben sollten, erneut stilllegen. Das Management schätzt demnach, dass die Passagierzahl mehr als 80 Prozent unter dem Vorjahreswert bleiben wird.

Ein Großteil der Verwaltungsmitarbeiter werde bis Ende Februar auf maximale Kurzarbeit gesetzt, ähnlich wie im Frühjahr, hieß es in dem Brief weiter. Das Lufthansa-Hauptquartier LAC am Frankfurter Flughafen werde bis auf wenige Arbeitsplätze geschlossen, andere Büros entmietet.

Volkswagen treibt den Konzernumbau voran und unterstellt nach einem Bericht der „Automobilwoche“ die britische Nobelmarke Bentley ab 2021 der Tochter Audi. Bisher lag die Verantwortung für Bentley im VW-Konzernvorstand bei Porsche-Chef Oliver Blume.

Bentley solle nun enger mit Audi verzahnt werden, schreibt das Fachblatt. So könnte etwa das in Ingolstadt gerade gestartete Artemis-Projekt auch den Bausatz für eine geländegängige Edellimousine von Bentley liefern.

Volkswagen wollte den Bericht laut dpa nicht kommentieren. Überlegungen zu einer weiteren Verschlankung des VW-Konzerns gibt es bereits länger. Vorstandschef Herbert Diess sagte 2018, Ausgliederungen seien „denkbar“ – jedoch ebenso Erweiterungen.

„Super Premium“, „Premium“ und „Volumen“

Im Rahmen einer Strukturreform waren die Luxusmarken Bugatti, Bentley und Porsche im größten Autokonzern der Welt in die Untergruppe „Super Premium“ eingegliedert worden. Die „Premium“-Gruppe bilden Audi sowie die über die Ingolstädter Tochter gehaltenen italienischen Hersteller Lamborghini und Ducati.

Die wichtigste Gruppe „Volumen“ umfasst die Kernmarke VW, Skoda, Seat und die leichten VW-Nutzfahrzeuge. Die Lkw- und Busbauer MAN und Scania sind in der Traton-Holding organisiert.

Beim Bau des Semmering-Basistunnels soll es zu einem millionenschweren Betrug gekommen sein. Baumaterialien im Wert von mehr als zwei Millionen Euro sollen von einer Baustelle abgezweigt und unter der Hand verkauft worden sein.

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ÖBB: Haben keinen finanziellen Schaden erlitten

Vonseiten der ÖBB hieß es dazu in einer ersten Reaktion, dass den ÖBB als Auftraggeber des Bauprojekts und damit auch der öffentlichen Hand kein finanzieller Schaden entstanden sei. Die ÖBB seien bereits von geraumer Zeit von der Firma Marti über den Betrugsverdacht informiert worden, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA.

„Eine umgehend eingeleitete Revision seitens ÖBB kam zum Ergebnis, dass die ÖBB-internen Prüfsysteme funktioniert haben.“ Weitere Details könne man nicht kommentieren, da es sich um ein laufendes Verfahren handle.

Die durchschnittliche Wohnungsgröße in Österreich beträgt 100 Quadratmeter, das zeigt eine Erhebung der Wiener Städtischen Versicherung. In den einzelnen Bundesländern gibt es jedoch erhebliche Unterschiede. Die Burgenländer und Burgenländerinnen haben demnach die meiste Wohnfläche zur Verfügung.

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Sport

Lewis Hamilton hat heute den Grand Prix von Portugal für sich entschieden. Der 35-jährige Brite setzte sich bei der Formel-1-Premiere auf der Strecke in Portimao vor seinem Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas und Max Verstappen (Red Bull) durch. Damit raste der sechsfache Weltmeister zu seinem 92. Erfolg und hält nun den alleinigen Siegesrekord.

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Zum Abschluss der fünften Runde in der tipico-Bundesliga hat es heute in Kärnten ein wahres Torspektakel gegeben: Im Duell der „Eurofighter“ zwischen RZ Pellets WAC und Rapid feierten die Gäste aus Wien einen 4:3-Sieg in letzter Minute. Die Wolfsberger hatten bereits ein 0:2 gedreht, im Finish sicherte Ercan Kara den Hütteldorfern noch den Sieg (76./93.).

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Die 0:3-Niederlage in der UEFA Europa League gegen Tottenham hat beim LASK keine Nachwirkungen gezeigt. Die Linzer gewannen heute in der tipico-Bundesliga gegen den SKN St. Pölten nach überzeugender Leistung mit 4:0 (1:0) und schoben sich in der Tabelle auf Rang drei vor.

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Chronik

Auf einem Öltanker vor der Küste der britischen Isle of Wight sind der britischen Regierung zufolge sieben Menschen festgenommen worden. Spezialkräfte hätten die Situation auf dem Schiff unter Kontrolle gebracht und sieben Personen festgenommen, twitterte das Verteidigungsministerium heute Abend.

„Wir wurden informiert, dass mehrere blinde Passagiere an Bord sind, die verbale Drohungen gegen die Crew ausgesprochen haben“, hatte ein Sprecher der Hampshire Police zuvor erklärt. Rund um den Tanker Nave Andromeda lief südlich der Stadt Sandown zuvor über Stunden ein Polizeieinsatz. Ein Bereich von mehreren Seemeilen rund um den Tanker wurde zum Sperrgebiet erklärt, Helikopter sowie Kräfte der Küstenwache waren im Einsatz.

Lokale Medien hatten zunächst eine versuchte Entführung angenommen, die Anwälte des Schiffseigentümers schlossen das der BBC zufolge allerdings aus. Der 228 Meter lange und mehr als 42.000 Tonnen schwere Öltanker, der unter liberianischer Flagge unterwegs war, hatte Anfang Oktober in Nigeria abgelegt und hätte heute Früh eigentlich im Hafen von Southampton ankommen sollen.

In der Schweiz hat im Kanton Glarus und auch im Baselbiet heute Abend mehrmals die Erde gebebt. Das stärkste Beben wurde gemäß dem Erdbebendienst der ETH Zürich um 20.35 Uhr mit einer Magnitude von etwa 4,4 registriert. Das Beben war laut Erdbebendienst der ZAMG auch in Vorarlberg spürbar.

Das Epizentrum befand sich beim Berg Kärpf im Kanton Glarus, wie der Schweizer Erdbebendienst auf dem Kurznachrichtendienst Twitter bekanntgab. Es blieb aber nicht bei diesem einzelnen Beben, sondern es kam zu zahlreichen Nachbeben.

Um 20.42 Uhr wurde ein erneutes Beben der Stärke 2,7 bei Elm und eine Minute später eine weitere Erschütterung derselben Stärke bei Gelterkinden im Baselbiet registriert. Um 20.43 Uhr kam es gemäß Erdbebendienst erneut beim Kärpf zu einer Erderschütterung von etwa der Magnitude 3,6, und um 21.13 Uhr wurde in Elm eine weitere Erschütterung von etwa der Stärke 2,9 gemessen.

Zahlreiche Anrufe

Erdbeben mit einer Stärke von mehr als vier sind zumeist verbreitet spürbar. So gab der Erdbebendienst am Abend bekannt, dass die Beben bei Elm weiträumig verspürt worden seien. Die Website des Erdbebendiensts war angesichts der Anfragen besorgter Bürgerinnen und Bürger vorübergehend nur eingeschränkt abrufbar und der Erdbebendienst telefonisch nicht zu erreichen.

Erdbeben mit der Magnitude 4 oder höher sind in der Schweiz eher selten. Das schwerste Erdbeben in der Schweiz in den letzten mehr als zehn Jahren ereignete sich am 3. März 2017 unter dem Urnerboden: Es erreichte damals eine Magnitude von 4,6 und war damit stark genug, um kleinere Schäden an Gebäuden zu bewirken. Es kam damals zu rund 100 Nachbeben.

In Dornbirn (Vorarlberg) hat sich gestern Abend ein tragischer Reitunfall ereignet. Laut Polizei ist dabei ein zehn Jahre altes Mädchen getötet worden. Ein Pferd hatte ausgeschlagen und das Mädchen am Kopf getroffen. Das Kind starb später im Krankenhaus.

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Mit dem Probeführerschein und fast zwei Promille Alkohol im Blut ist ein 19-jähriger Mann in Allerheiligen im Mühlkreis (Oberösterreich) mit seinem Auto auf dem Dach gelandet. Und ein ebenfalls alkoholisierter Autofahrer ist im Bezirk Linz-Land vom Unfallort geflüchtet.

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Der Tod eines Mannes im Jänner letzten Jahres in einer Bar in Regau (Oberösterreich) bei einer Messerstecherei zieht – wie die Polizei jetzt bekanntgegeben hat – weitere Kreise. Es gehe um Rache unter Nordmazedoniern, hieß es. Ein 23-Jähriger ging schließlich, anstatt die Zielperson zu verletzen oder zu töten, zur Polizei.

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Science

Wie eine einfache psychologische Intervention das Wohlbefinden deutlich steigern kann, zeigt eine aktuelle US-Studie: Wer bei einem Spaziergang seine Aufmerksamkeit gezielt auf die Umgebung richtet und dabei Ehrfurcht empfindet, wird einfühlsamer und dankbarer.

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Kultur

Rund ein Jahr nach dem Tod des legendären Filmmoguls Robert Evans, der Klassiker wie „Rosemaries Baby“, „Love Story“ und „Der Pate“ produzierte, sind viele Stücke aus seinem Nachlass versteigert worden.

Eine Sammlung von Bildern des Fotografen Helmut Newton (1920–2004) habe beispielsweise 480.000 Dollar (rund 404.860 Euro) eingebracht, teilte das Auktionshaus Julien’s Auctions heute mit. Evans’ Golden Globe für den Film „Chinatown“ brachte 83.200 Dollar ein. Außerdem wurden Möbel, Kleidung und Hollywood-Erinnerungsstücke versteigert.

Für die Veranstaltung in Beverly Hills hatte das Auktionshaus eng mit dem einzigen Sohn Josh Evans zusammengearbeitet. Der 49-jährige Filmemacher stammt aus Evans’ Ehe mit „Love Story“-Star Ali MacGraw. Der Produzent war am 26. Oktober 2019 mit 89 Jahren gestorben.

Zu seinem 100. Gründungsjubiläum wurde das Bauhaus 2019 groß gefeiert. Ein Jahr später widmet sich nun das Möbelmuseum Wien – vormals Hofmobiliendepot – den Vorläufern und Wegbereitern dieser stilprägenden Kunst- und Designschule.

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