Ausland

Dutzende Tote bei US-Luftangriff gegen IS im Jemen

Bei einem US-Luftangriff auf zwei Trainingslager der Extremistenmiliz Islamischer Staat im Jemen sind nach US-Angaben gestern Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handle es sich um Mitglieder der IS-Miliz, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Ziel des Angriffs seien Lager in der Provinz Al-Bajda gewesen, in denen die Kämpfer mit Maschinengewehren, Sturmgewehren und Panzerfäusten trainiert hätten. Die Miliz habe sich in abgelegene Regionen in dem arabischen Land zurückgezogen, um sich auf Angriffe auf die USA und ihre Verbündeten vorzubereiten.

Der Jemen ist das ärmste Land auf der arabischen Halbinsel. In dem Land kämpfen seit 2015 die schiitischen Houthi-Rebellen gegen die Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi, der von einer von Saudi-Arabien geführten Koalition unterstützt wird.

Haft für zwei katalanische Separatisten

Im Katalonien-Konflikt ist gegen zwei Anführer der Unabhängigkeitsbewegung Haftbefehl erlassen worden. Wie gestern Abend aus Justizkreisen verlautete, ordnete ein Richter nach einer Anhörung vor dem nationalen Strafgericht in Madrid gegen Jordi Sanchez und Jordi Cuixart Untersuchungshaft an.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Chefs der einflussreichen Organisationen Katalanische Nationalversammlung (ANC) und Omnium „aufrührerisches Verhalten“ vor.

Polizeichef wieder auf freiem Fuß

Zuvor war der katalanische Polizeichef Josep Lluis Trapero nach einer Anhörung in Madrid unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Die Auflagen für Trapero sehen vor, dass er Spanien nicht verlassen darf und sich alle zwei Wochen bei Gericht melden muss. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Antrag auf Untersuchungshaft für Trapero ebenfalls auf „aufrührerisches Verhalten“ verwiesen. Darauf stehen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Vorwürfe zu Demo in September

Bei den Vorwürfen gegen Sanchez und Cuixart geht es um eine Demonstration am 20. September. Demonstranten hatten damals Angehörige der spanischen Guardia Civil stundenlang eingekesselt, als die Beamten mit Blick auf das verbotene Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober Büros der Regionalregierung in Barcelona durchsuchten. Sanchez und Cuixart sollen die Demonstranten angespornt haben.

Bei dem von der spanischen Justiz als rechtswidrig eingestuften Referendum sprachen sich 90 Prozent der Abstimmungsteilnehmer für eine Abspaltung der Region aus, die Wahlbeteiligung lag bei 43 Prozent.

Trump macht Kuba für Akustikattacke verantwortlich

US-Präsident Donald Trump hat erstmals direkt Kuba für die mysteriösen Erkrankungen von US-Diplomaten verantwortlich gemacht. Seit November des vergangenen Jahres waren 22 von ihnen in Havanna an rätselhaften Ohrenleiden erkrankt. Einige Betroffene haben nach Angaben des US-Außenministeriums dauerhaft ihr Gehör verloren.

Andere Symptome seien Tinnitus, Kopfschmerzen und Schlafstörungen gewesen. US-Medien sprachen von gezielten Akustikattacken auf die Diplomaten. „Ich glaube, Kuba ist verantwortlich“, sagte Trump gestern in Washington. Die US-Regierung hatte als Reaktion 15 Mitarbeiter der kubanischen Botschaft in Washington des Landes verwiesen.

May und Juncker wollen „Brexit“-Gespräche beschleunigen

Wenige Tage vor dem EU-Gipfel haben die britische Premierministerin Theresa May und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vereinbart, die Verhandlungen über den britischen EU-Austritt zu „beschleunigen“.

Bei einem Abendessen in Brüssel sprachen May und Juncker gestern über die bisherigen Fortschritte bei den „Brexit“-Verhandlungen, hieß es nach dem Treffen in einer gemeinsamen Erklärung. Beide seien sich einig, in den kommenden Monaten das Tempo zu erhöhen.

„Konstruktive und nette Atmosphäre“

An dem Abendessen nahmen auch der britische „Brexit“-Minister David Davis und EU-Chefunterhändler Michel Barnier teil. In ihrer Erklärung hoben May und Juncker anschließend die „konstruktive und nette Atmosphäre“ des Treffens hervor.

Die EU-Staats- und Regierungschefs kommen am Donnerstag und Freitag in Brüssel zu einem Gipfeltreffen zusammen. Topthema ist dabei der Austritt Großbritanniens aus der EU. Eine fünfte Gesprächsrunde zwischen London und Brüssel zum „Brexit“ hatte vergangene Woche enttäuschend geendet.

Barnier sagte anschließend, weil es keine „großen Fortschritte“ gegeben habe, könne er dem EU-Gipfel nicht empfehlen, die zweite Phase der Verhandlungen über die künftigen Beziehungen einzuleiten.

Paris will neue Regeln gegen sexuelle Belästigung

Die französische Regierung plant strengere Regeln gegen sexuelle Gewalt und Belästigungen. Bei sexistischer Belästigung auf der Straße soll die Polizei nach den Überlegungen künftig ein Bußgeld verhängen können. Es gehe darum, deutlich zu machen, „dass die Straße auch den Frauen gehört“, sagte Marlene Schiappa, Staatssekretärin für die Gleichstellung von Frauen und Männern, gestern im Sender BFMTV.

„Heute fühlen sich zu viele Frauen ausgeschlossen, weil sie sexistische Kommentare erleiden“, teilte ihr Büro mit. Eine Arbeitsgruppe befasst sich bereits mit einer rechtlichen Definition der „Belästigung auf der Straße“.

Kritiker sehen schwierige Umsetzung

„Persönlich denke ich, dass wir intuitiv alle wissen, dass es eine Schranke gibt“, so Schiappa in einem Interview der Zeitung „La Croix“. „Dass es keine Belästigung ist, ein Kompliment zu machen oder zu pfeifen; einer Frau mit Beharrlichkeit auf der Straße zu folgen dagegen schon.“

Schiappa setzt sich schon länger dafür ein, Belästigungen im öffentlichen Raum mit Geldbußen zu ahnden. Kritiker warnen aber, dass die Umsetzung schwierig sei. Der für das kommende Jahr geplante Gesetzesentwurf soll unter anderem auch eine längere Verjährungsfrist für Sexualstraftaten gegen Minderjährige vorsehen.

Bombenleger in USA schuldig gesprochen

Rund ein Jahr nach Bombenanschlägen in New York und New Jersey mit mehr als 30 Verletzten ist der Attentäter Ahmad Khan Rahami schuldig gesprochen worden. Eine lebenslange Haftstrafe ist vorgesehen. Rahami habe mit seinen Sprengsätzen „unser Land und unsere Art zu leben“ attackiert, teilte Staatsanwalt Joon Kim gestern mit.

Er habe sich von den Terrorgruppen IS und Al-Kaida inspirieren lassen und „gehofft, so viele unschuldige Menschen wie möglich zu töten und zu verstümmeln“. Der 29 Jahre alte Rahami stammt aus Afghanistan, wuchs aber in New Jersey auf und hat einen US-Pass.

Bombe in Stadtteil Chelsea platziert

Nach dem einstimmigen Schuldspruch der Jury schreibt das Gesetz eine lebenslange Haftstrafe vor, diese muss aber noch formell verkündet werden. Im Prozess hatten Zeugen von der Wucht der Explosion in Manhattans Stadtteil Chelsea im September des vergangenen Jahres berichtet und wie dabei „Gesichter verbrannten“. Rahami wurde in US-Medien auch als „Chelsea Bomber“ bezeichnet.

Wegen seines mutmaßlichen Anschlags, der eine Gruppe von Läufern in New Jersey treffen sollte und scheiterte, wurde Rahami in einem getrennten Verfahren angeklagt.

Gingrich-Tweet voller Fehler sorgt für Erheiterung

Ein mit zahlreichen Fehlern gespickter Tweet von Newt Gingrich, dem früheren republikanischen Sprecher des US-Repräsentantenhauses, hat gestern im Netz für Erheiterung gesorgt. Gingrich hatte in dem Tweet US-Präsidenten Donald Trump für einen Auftritt mit dem Toprepublikaner Mitch McConnell gelobt und dabei in fünf Wörter Fehler eingebaut.

Gingrich ersetzte den Tweet durch eine korrigierte Fassung und schrieb zusätzlich, dass seine Gedanken oft schneller als seine Finger wären. Die geäußerte Auffassung sei „trotzdem richtig“. Nutzer hingegen mutmaßten über eine mögliche Berauschung und zogen Vergleiche mit Trumps „covfefe"-Tweet. Trump hatte damals mit einem Tweet mit dem Inhalt „Trotz der andauernden negativen Presse covfefe“ für Spott und Erheiterung gesorgt.

Trump hatte sich mit McConnell, der republikanischer Mehrheitsführer im Senat ist, getroffen, um nach heftiger Kritik an den Republikanern Einigkeit zu demonstrieren. „Wir stehen uns wahrscheinlich näher als jemals zuvor“, erklärte der Präsident. „Wir kämpfen für dieselben Dinge.“

Trump nannte dabei eine umfassende Steuerreform und eine bessere Krankenversicherung. In den vergangenen Wochen hatte sich Trump wiederholt äußerst frustriert über seine Parteikollegen im Senat geäußert, die nichts zusammenbrächten, obwohl sie in der Mehrheit seien. Trump hatte sich wiederholt herablassend über McConnell geäußert.

Inland

Eurofighter: Airbus wirft Republik erfundene Argumente vor

Eurofighter-Hersteller Airbus weist die Betrugsvorwürfe der Republik Österreich im Zusammenhang mit dem Verkauf und der Lieferung von Abfangjägern bekanntlich zurück. Wie genau, geht aus der Stellungnahme an die Staatsanwaltschaft Wien hervor, aus der nun die Tageszeitung „Der Standard“ (Dienstag-Ausgabe) nun zitiert. Bei den Gegengeschäften sieht das Unternehmen ein erfundenes Argument.

Berufung auf Gutachten

Der Republik Österreich sei bekannt gewesen, dass Gegengeschäfte Kosten verursachen, zusätzliche Kosten seien ihr daraus entgegen ihren Vorwürfen nicht entstanden. Der Verkäufer habe diese bereits in seine Bruttogewinnmarge mit fünf Prozent des Gesamtpreises eingerechnet.

Auch dass Airbus die entstandenen Kosten für die Gegengeschäfte im Volumen von vier Milliarden Euro hätte gesondert ausweisen müssen, bestreitet das Unternehmen und beruft sich dabei auf ein Gutachten von Martin Spitzer, der an der Wirtschaftsuniversität Bürgerliches Recht lehrt.

Keine Aufklärung gefordert?

Zudem habe die Republik „nach Einlangen der ersten Angebote mehrmals Aufklärung zu verschiedenen Positionen des Angebots ... gefordert“, auf Gegengeschäftskosten hätten sich die aber nie bezogen. Dasselbe gelte für die Vergleichsgespräche, die 2007 im Vergleich endeten, der die Reduzierung von 18 auf 15 Flugzeuge brachte.

„Aus dem enormen Detailgrad aller übrigen verlangten Informationen ... ergibt sich ganz klar, dass die Republik in der Vergangenheit an der Angabe dieser Kosten kein wirkliches Interesse hatte, sondern dieses Argument erst für die Erstellung der Sachverhaltsdarstellung erfunden hat“, um einen „seitens Einzelner parteipolitisch herbeigesehnten Vertragsausstieg überhaupt argumentieren zu können“, schreiben die Anwälte von Airbus.

Beratervorwurf laut Airbus falsch

Auch der Vorwurf, 183,4 Mio. Euro seien in die Flugzeuge eingepreist worden, aber an der Republik nahestehende „Berater“ geflossen, sei falsch - dafür fänden sich auch keine Anhaltspunkte in den Akten.

Anders als von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) insinuiert, sei das Konstrukt mit den Gegengeschäften nicht von Eurofighter gewünscht und gewählt worden. Tatsächlich habe „die Republik solche Gegengeschäfte in einem bis dahin nicht dagewesenen Umfang gefordert. An diesen zusätzlich von der Republik Österreich verlangten (Fremd-)Geschäften hatten die beteiligten Unternehmen nicht das geringste Interesse“, glauben die Airbus-Anwälte.

Sport

Olympia: ÖOC hadert mit Tiroler Nein

Die Entscheidung der Tiroler Bevölkerung gegen eine Bewerbung Innsbrucks für die Olympischen Winterspiele 2026 ist beim Österreichischen Olympischen Comitee (ÖOC) mit Enttäuschung aufgenommen worden.

„Es war ein großer Schock“, sagte ÖOC-Präsident Karl Stoss, der sich vor allem über das Ergebnis in Kitzbühel verwundert zeigte. Auch ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel haderte mit dem Tiroler Nein: „Es ist eine versäumte Chance.“

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ÖFB: Fink und Foda im Teamchefrennen

Bis zum 30. Oktober soll der Nachfolger von Marcel Koller als Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft feststehen. Am Wochenende kam Bewegung in die Causa. Sportdirektor Peter Schöttel präsentierte der Taskforce des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) eine Liste mit zehn Kandidaten.

Darauf sollen auch die Namen Thorsten Fink und Franco Foda stehen. Die Austria bestätigte auch die Anfrage des ÖFB zu Fink. Sturm-Coach Foda deutete zumindest eine Kontaktaufnahme an.

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Wirtschaft

Trump spricht offenbar mit Yellen über Fed-Führung

Bei der Suche nach einem Kandidaten für den Chefposten der US-Notenbank trifft Präsident Donald Trump einem Insider zufolge am Donnerstag Amtsinhaberin Janet Yellen. Die Angaben einer mit den Plänen vertrauten Person von gestern folgen einem Gespräch von Trump vergangene Woche mit dem Ökonomen John Taylor von der Stanford-Universität.

Vorigen Monat traf sich Trump bereits mit dem ehemaligen Fed-Direktor Kevin Warsh. Als mögliche Kandidaten gelten auch Wirtschaftsberater Gary Cohn und Fed-Direktor Jerome Powell.

Trump hatte Yellen im Wahlkampf scharf angegriffen und sie unter anderem als Erfüllungsgehilfin seines demokratischen Vorgängers Barack Obama bezeichnet. Nach einigen Monaten im Amt hatte er aber ihre Führungsrolle in ein etwas positiveres Licht gerückt. Eine Verlängerung ihrer Amtszeit gilt nunmehr nicht als ausgeschlossen. Ihr Mandat an der Spitze der weltweit einflussreichsten Notenbank läuft im Februar aus.

Insider: China erwägt Einstieg bei Ölkonzern Saudi Aramco

China denkt Insidern zufolge über einen Einstieg beim saudi-arabischen Ölgiganten Saudi Aramco nach. Die Volksrepublik wolle sich bis zu fünf Prozent an dem Unternehmen durch einen Direktkauf von Aktien sichern, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen gestern.

Dadurch erhielte Saudi-Arabien die Möglichkeit, auch andere Optionen als den klassischen Börsengang in Betracht zu ziehen. „Die Chinesen wollen sich Ölvorräte sichern“, sagte die Quelle. „Sie sind bereit, die gesamten fünf Prozent zu nehmen - oder sogar mehr - alleine.“

Ein Börsengang von Aramco könnte der größte aller Zeiten werden. Saudi-Arabien will nach früheren Angaben bis zu fünf Prozent der Anteile an die Börse bringen und damit schätzungsweise 100 Milliarden Dollar erlösen. Die Papiere sollten an der Börse in Riad sowie an einem internationalen Finanzplatz notiert werden. Als Favoriten galten zuletzt New York und London.

Chronik

Drei Tote durch Sturm „Ophelia“ in Irland

Durch die Auswirkungen des früheren Hurrikans „Ophelia“ sind in Irland gestern drei Menschen ums Leben gekommen. Am Nachmittag starb ein Mann im Osten des Landes, als ein Baum auf sein Auto stürzte. Zuvor war eine etwa 50-jährige Autofahrerin im Süden des Landes ebenfalls von einem umstürzenden Baum getötet worden. Ein Mann Anfang 30 kam im Süden Irlands bei einem Unfall mit einer Motorsäge um. Er hatte versucht, einen umgestürzten Baum zu beseitigen, wie die Polizei mitteilte.

„Ophelia“ sorgt für Alarmstufe Rot im Süden und Westen von Irland.

Der Sturm erreichte die irische Atlantikküste mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h und zog im Lauf des Tages über die Insel hinweg in Richtung Großbritannien und Nordirland. Dem Energieunternehmen ESB Networks zufolge waren etwa 360.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Das Dach eines Fußballstadions in Cork im Süden des Landes stürzte teilweise ein.

Irlands Ministerpräsident Leo Varadkar leitete eine Sitzung des nationalen Krisenstabs. „Bleiben Sie drinnen, bis der Sturm vorbeigezogen ist“, sagte er. „Ich möchte nicht, dass jemand glaubt, das wäre irgendetwas anderes als ein nationaler Notstand“, sagte der irische Regierungschef.

Heftigster Sturm seit 50 Jahren

„Ophelia“ ist bereits der zehnte Hurrikan, der sich in dieser Saison über dem Atlantik zusammengebraut hat. Der Sturm erreichte Mitte vergangener Woche südwestlich der Azoren seinen Höhepunkt, seitdem bewegt er sich in Richtung Nordosten. Mit dem Eintritt in kühlere Regionen hat „Ophelia“ teilweise an Kraft verloren und ist nun kein Hurrikan mehr. Doch die Rede ist vom heftigsten Sturm in Irland seit 50 Jahren.

Öffentliches Leben lahmgelegt

Schulen und Behörden blieben geschlossen, auch heute sollte der Unterricht ausfallen. Fährverbindungen wurden vorübergehend eingestellt, Gerichtsverhandlungen verschoben. Patienten wurden aufgefordert, Arzttermine zu verlegen. Teile der irischen Armee wurden in Bereitschaft versetzt. Der Flughafen in Dublin teilte mit, rund 160 Flüge seien gestrichen worden.

Im britischen Nordirland sollten die Schulen heute ebenfalls geschlossen bleiben. Der britische Wetterdienst warnte vor umherfliegenden Trümmerteilen. Auch mit Stromausfällen und Überschwemmungen in Küstennähe sei zu rechnen. Auch für Schottland, Wales und den Nordwesten Englands wurden starke Winde vorausgesagt. „Ophelia“ weckt Erinnerungen an den „Great Storm“ (großen Sturm), der am 16. Oktober 1987 über Großbritannien fegte. Bei dem Unwetter starben 18 Menschen.

Waldbrände in Spanien und Portugal: Mindestens 39 Tote

Bei Waldbränden in Portugal sind nach Angaben der Zivilschutzbehörde mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Damit droht eine Wiederholung der Katastrophe vom Juni, als mindestens 63 Menschen in den Flammen ihr Leben verloren. Die Behörden riefen die Menschen gestern dazu auf, selbst gegen die Flammen vorzugehen, da nicht überall auf die Feuerwehrleute gewartet werden könne.

Zwei Männer versuchen einen Waldbrand in Portugal zu löschen

APA/AP/Armando Franca

Besonders betroffen sind die Bezirke Coimbra und Castelo Branco in der Mitte des Landes sowie weiter nördlich der Bezirk Viseu. Auch in der nordwestspanischen Provinz Galicien starben mindestens drei Menschen bei Bränden.

Die Flammenwände bedrohen auch Fischerdörfer an der Atlantikküste. In der Kleinstadt Mira im Bezirk Coimbra wurden zahlreiche Häuser ein Raub der Flammen, wie die Zeitung „O Publico“ berichtete. Nur mit Hilfe von 40 freiwilligen Helfern sei es den Feuerwehrkräften gelungen, ein weiteres Vordringen der Flammen zu stoppen, so der Stadtrat von Mira.

150 Brandherde in Spanien, mehr als hundert in Portugal

Besonders betroffen war in Spanien die Region um die Hafen- und Industriestadt Vigo. In der größten Stadt Galiciens und in anderen Gemeinden der Region gab es Rauchschwaden, die von den Waldbränden stammten. In den Vororten Vigos mussten Medienberichten zufolge unter anderen die Besucher eines Einkaufszentrums, die Nachtschichtarbeiter verschiedener Fabriken sowie Dutzende Bewohner der Universitätsresidenz in Sicherheit gebracht werden.

In vielen Ortschaften in Portugal und Spanien wurden Menschen von Zivilschutz und Feuerwehr aus ihren Wohnungen geholt und in Notunterkünfte gebracht. Behördenangaben zufolge gab es in Spanien knapp 150, in Portugal mehr als hundert Feuerherde.

Grafik zu Waldbränden in Portugal und Spanien

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Möglicherweise auch Brandstifter am Werk

Die seit Monaten anhaltende Trockenheit und starke Winde begünstigten in vielen Gebieten der Iberischen Halbinsel den Ausbruch und die Ausbreitung der Brände, sagte die Feuerwehr.

Der Regierungschef der spanischen Region Galicien, Alberto Nunez Feijoo, beklagte unterdessen im Fernsehen, auch Brandstifter seien am Werk. Es gebe Verdächtige, aber noch keine Festnahmen. Die Lage sei „besorgniserregend“. Allein in Galicien wurden seit Freitag nach amtlichen Angaben rund 4.000 Hektar Wald zerstört.

Von Trier weist Belästigungsvorwürfe von Björk zurück

Der dänische Regisseur Lars von Trier hat Belästigungsvorwürfe der isländischen Sängerin Björk zurückgewiesen. Von Trier sagte gestern der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“, die von Björk indirekt gegen ihn erhobenen Anschuldigungen seien falsch.

Bezug auf „Dancer in the Dark“

Björk hatte gestern, ohne Namen zu nennen, einem Regisseur vorgeworfen, sie sexuell belästigt zu haben - der einzige Film, in dem die Sängerin mitgespielt hatte, war von Triers „Dancer in the Dark“. Von Trier erklärte mit Blick auf die Vorwürfe Björks, er habe die Sängerin bei den Dreharbeiten belästigt: „Das war nicht der Fall. Doch dass wir definitiv keine Freunde waren, das ist Fakt.“

Die 51-Jährige hatte auf Facebook geschrieben: „Nachdem ich den Regisseur wiederholt zurückgewiesen habe, war er beleidigt und bestrafte mich.“ Sie gab an, der Skandal um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein habe sie ermutigt, über den Vorfall zu berichten.

Nach ihrer Zurückweisung habe der Regisseur sie als „schwierig“ dargestellt. Ihr sei bewusst geworden, wie verbreitet es sei, „dass ein Regisseur seine Schauspielerinnen anfassen und belästigen kann, soviel er will“ - die Filmbranche billige derartiges Verhalten. In ihrem Fall hätten Dutzende seiner Mitarbeiter die Belästigung ermöglicht und sogar ermutigt.

Produzent dementiert

Produzent Peter Aalbaek Jensen, der mit Von Trier bei zahlreichen Filmen, darunter auch bei „Dancer in the Dark“, zusammengearbeitet hatte, erhob schwere Vorwürfe gegen Björk. „Soweit ich mich erinnere, waren wir die Opfer“, sagte er zu „Jyllands-Posten“.

„Diese Frau war stärker als Lars von Trier, ich und unser Unternehmen zusammengenommen.“ Björk habe alles bestimmt und das Filmprojekt fast abgebrochen. Björk hatte für ihre Rolle in „Dancer in the Dark“ im Jahr 2000 bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis als beste Hauptdarstellerin gewonnen.

Kultur

Kepler-Kupferstich in Tirol gestohlen

Die Ermittler des Tiroler Landeskriminalamtes (LKA) sind mit einem dreisten Fall von Kunstdiebstahl konfrontiert. Bereits am 28. Juli wurde aus dem Lesesaal der Landesbibliothek aus dem Buch „Tabulae Rudolphinae“ von Johannes Kepler der Kupferstich „Karte des Erdkreises“ gestohlen. Nach Angaben des „Kurier“ (Onlineausgabe) soll ein deutscher Frühpensionist die Tat begangen haben.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

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