Inland

Eine heute veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage im Auftrag der EU-Kommission zeigt hohes Vertrauen der Österreicherinnen und Österreicher in das heimische Justizsystem. Österreich rangiert in der Umfrage unter Unternehmen an vierter Stelle hinter Dänemark, Luxemburg und Finnland. Schlusslicht ist Ungarn hinter Kroatien und der Slowakei.

In einer generellen Umfrage liegt Österreich sogar an dritter Stelle hinter Dänemark und Finnland. 65 Prozent der österreichischen Bevölkerung halten die Unabhängigkeit für ziemlich gut und 18 Prozent für sehr gut, acht Prozent für ziemlich schlecht und zwei Prozent für sehr schlecht. In den Augen der Öffentlichkeit ist Kroatien Schlusslicht, nur 18 Prozent der Kroatinnen und Kroaten vertrauen ihrer Justiz.

Polen an fünftletzter Stelle

Unternehmen in Österreich erklärten zu 54 Prozent, sie hielten die Unabhängigkeit der Gerichte im eigenen Land für ziemlich gut, 24 Prozent halten sie für sehr gut. Dagegen befanden nur sieben Prozent die Unabhängigkeit für ziemlich schlecht und drei Prozent für sehr schlecht, zwölf Prozent sind unentschlossen.

In Dänemark halten nur zwei Prozent der Firmen das eigene Justizsystem für schlecht, vier Prozent sind unentschlossen. In Ungarn zeigte sich mehr als die Hälfte (53 Prozent) unentschlossen, 18 Prozent vertrauen der Justiz, 29 Prozent misstrauen ihr.

Polen, gegen das neben Ungarn auch ein EU-Rechtsstaatsverfahren läuft, liegt in der Umfrage an fünftletzter Stelle der EU-Staaten. 30 Prozent der polnischen Unternehmen vertrauen ihrer Justiz, 48 Prozent misstrauen ihr, 22 Prozent sind unentschlossen. Generell misstrauen 50 Prozent der Polen ihrer Justiz.

Die nicht amtsführende Wiener FPÖ-Stadträtin Ursula Stenzel sieht sich zurzeit mit Rücktrittsforderungen von NEOS und SPÖ konfrontiert. Anlass ist eine Aussage der Politikerin, die auf oe24.tv befunden hatte, ORF-Moderator Armin Wolf könne mit einem „solchen Verhörton“ in einem „Volksgerichtshof“ auftreten.

Stenzel zeigte sich über das Interview Wolfs mit FPÖ-EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky empört. Als sie beim ORF begonnen hatte, hätte sie „so etwas – egal unter welchen Generalintendanten – nicht überlebt“, meinte die ehemalige ZIB-Moderatorin und einstige ÖVP-Bezirksvorsteherin der Wiener Innenstadt.

Gewerkschaft: „Irgendwann ist Bogen überspannt“

Für den Wiener NEOS-Klubobmann Christoph Wiederkehr stellt die Aussage eine „absolute Grenzüberschreitung“ dar, wie er gegenüber der APA ausführte: „Einen kritischen Journalisten mit einem NS-Gericht zu vergleichen, ist unerhört.“ Hier handle es sich um einen Angriff auf die Pressefreiheit: „Das kann nur bedeuten, dass sie zurücktritt.“

Unterdessen verlangte auch die SPÖ-Sprecherin für Gedenkkultur, Sabine Schatz, den umgehenden Rückzug Stenzels. „Eine ehemalige Journalistin, ÖVP-Europapolitikerin und von Steuergeldern finanzierte Stadträtin verhöhnt die Opfer des NS-Regimes und greift einen Journalisten in unglaublicher Art und Weise an“, kritisierte sie in einer Aussendung. Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) müsse Konsequenzen von seinem Koalitionspartner einfordern, so Schatz.

„Irgendwann ist der Bogen überspannt“, so Barbara Teiber, Chefin der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), in einer Aussendung. Wie einzelne FPÖ-Politiker seit geraumer Zeit Journalisten des ORF attackierten, sei „verheerend und demokratiepolitisch höchst bedenklich“. Ähnlich sah das Gerhard Moser vom GPA-djp-Wirtschaftsbereich ORF und Töchter.

Wiener FPÖ gegen Stenzel-Rücktritt

Die Wiener FPÖ wies die Rücktrittsforderung von NEOS zurück. „Wir sehen unsere politische Mission nicht darin, Wünsche von Kleinstparteien zu erfüllen“, sagte Landesparteisekretär Michael Stumpf in einer Stellungnahme.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat in Zusammenhang mit der BVT-Affäre insgesamt zehn „Vorhabensberichte“ an das Justizministerium gerichtet. Ein Teil der Berichte wird derzeit im Ministerium geprüft, ein Teil liegt beim „Weisungsrat“, der mit Fällen von außergewöhnlichem öffentlichen Interesse befasst wird, hieß es im Ministerium heute auf APA-Anfrage.

Zum Inhalt der Berichte äußerte sich die Korruptionsstaatsanwaltschaft nicht. Vorhabensberichte werden grundsätzlich erstattet, wenn die Staatsanwaltschaft ein Verfahren einstellen bzw. eine Anklage erheben möchte, sie müssen aber auch erfolgen, wenn das Ermittlungsverfahren noch läuft und bedeutende Verfahrensschritte anstehen.

Anzahl betroffener Personen unklar

Wie viele Personen von den Vorhabensberichten betroffen sind, konnte die Staatsanwaltschaft nicht sagen. Zuletzt war davon die Rede gewesen, dass noch Ermittlungen gegen vier Beschuldigte in der BVT-Affäre laufen. Eingestellt hatte die WKStA Mitte April das Verfahren gegen den früheren Vizechef des Verfassungsschutzes, Wolfgang Zöhrer.

Gegen ihn war wegen Amtsmissbrauchs in Zusammenhang mit angeblich nicht gelöschten persönlichen Daten ermittelt worden. Die Ermittler sahen aber letztlich keinen tatsächlichen Grund, gegen den Beamten vorzugehen. Wegen ähnlicher Vorwürfe hatte die Staatsanwaltschaft auch gegen BVT-Direktor Peter Gridling ermittelt. Sein Verfahren wurde bereits am 2. November 2018 eingestellt.

Die Ministerien der Bundesregierung haben im Jahr 2018 rund 56,4 Mio. Euro für externe Dienstleistungen ausgegeben. Gegenüber dem Jahr 2017 bedeutete das eine Steigerung von gut fünf Prozent bzw. 2,9 Mio. Euro. Laut dem Sprecher von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) seien die Zahlen für 2017 und 2018 nicht vergleichbar. Die starke Steigerung der externen Aufträge im Ressort des FPÖ-Chefs sei etwa damit zu erklären, dass das Ministerium bei der Regierungsbildung 2017 neu gegründet wurde.

Straches Ministerium vereint die Sportagenden der Regierung, die früher im Verteidigungsministerium angesiedelt waren, mit der im Kanzleramt angesiedelte Zuständigkeit für den öffentlichen Dienst. Man hätte sich die Anfragebeantwortung auch leicht machen und für 2017 keine Zahlen nennen können, sagte der Sprecher dazu. Stattdessen habe man nach bestem Wissen und Gewissen Zahlen für die jeweiligen Abteilungen zusammengetragen. Allerdings seien nicht alle Zahlen für die Anfragebeantwortung verfügbar gewesen – daher die große Steigerung von 2017 auf 2018.

EU

Angesichts der Gefahr von Epidemien und Todesfällen hat die EU-Kommission eine bessere Aufklärung über Impfungen gefordert. Zwar hielten 85 Prozent der EU-Bürgerinnen und -Bürger Impfungen für wirksam, um ansteckende Krankheiten zu verhindern, erklärte sie heute unter Berufung auf eine europaweite Umfrage. 48 Prozent glaubten aber fälschlicherweise, dass Impfungen häufig schwere Nebenwirkungen hätten.

38 Prozent meinten, dass sie die Krankheiten auslösen können, gegen die sie schützen sollen. „Das bedeutet, dass unsere Arbeit, die Impfabdeckung zu erhöhen und gegen Falschinformationen zu Impfungen vorzugehen, noch lange nicht beendet ist“, so Vizekommissionspräsident Jyrki Katainen.

Er kündigte für den 12. September einen „Globalen Impfgipfel“ in Brüssel an, der von der EU und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeinsam veranstaltet wird.

Österreich: 74 Prozent hält Impfungen für wirksam

Für die Eurobarometer-Studie wurden europaweit 27.524 Menschen befragt. In Österreich halten 74 Prozent der Befragten Impfungen für wirksam. Auch in Österreich glauben 38 Prozent, dass Impfungen die Krankheiten auslösen können, gegen die sie schützen sollen, 51 Prozent befürchten schwere Nebenwirkungen.

Katainen zufolge gab es im vergangenen Jahr 35 Tote durch Masern in der EU. 2016 und 2017 habe sich die Zahl der Todesfälle verdreifacht.

Am 26. Mai wählt Österreich seine Abgeordneten für das Europäische Parlament. Fünf Spitzenkandidaten und zwei Spitzenkandidatinnen sind für ihre Parteien in den Wahlkampf für das Rennen ums EU-Parlament gezogen.

Neben der Durchführung des Brexits ist die Zukunft der EU so viel diskutiert wie schon lange nicht. Was halten Sie für die zentrale Frage für die Zukunft der EU? Welche Rolle soll das Parlament spielen? Wie intensiv sollen die Vorgaben sein, „die aus Brüssel kommen“? Soll Europa wieder eine losere Föderation mit Wirtschaftsschwerpunkt werden oder sich politisch noch enger vernetzen und zu einer Art Bundesstaat werden?

Was liegt Ihnen zu Europa am Herzen, und was wollen Sie welchen Spitzenkandidaten fragen?

Illustration eines gelben Sessels
ORF.at

Im Rahmen der Serie „Ihre Frage zu Europa“ reist ORF.at den Spitzenkandidaten in den Wahlkampf nach und stellt die Fragen unseres Publikums. Und Ihre Frage kann dabei zum Zug kommen. Weil sie besonders prägnant ist oder eine Sorge zum Ausdruck bringt, die vielen anderen, die uns schreiben, ebenso am Herzen liegt. Stellen Sie auf ORF.at bis 29.4. Ihre Frage zu Europa!

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Ausland

Großbritannien und Irland wollen ihre Gespräche über die Wiederherstellung der nordirischen Regierung nach über einjähriger Unterbrechung wiederaufnehmen. Seit dem Rückzug der irisch-nationalistischen Sinn-Fein-Partei aus der Kooperation mit der probritischen DUP vor über zwei Jahren hat Nordirland keine eigene Regierung mehr.

Zuletzt erhöhte sich jedoch durch die Ermordung der Journalistin Lyra McKee am Rande von Unruhen in Londonderry der Druck auf alle Beteiligten, sich auf eine Wiedereinrichtung der Regierung zu verständigen. Dass Katholiken und Protestanten die Macht in einer gemeinsamen nordirischen Regierung teilen, ist ein Kernbestandteil des Friedensabkommens vom Karfreitag 1998.

Fast drei Jahre nach dem Putschversuch in der Türkei reißt die Serie der Fahndungen und Festnahmen nicht ab. Allein heute ließen Staatsanwälte bei Razzien in Istanbul und anderen Städten 161 Menschen
festnehmen, darunter mehr als 100 Soldaten. Ihnen würden Verbindungen zur Bewegung des in den USA lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen vorgeworfen. Diesen macht die Regierung für den Putschversuch von 2016 verantwortlich. Bei ihren Fahndungen konzentriert sich die Regierung besonders stark auf Polizei und Militär.

Insgesamt hatten die Staatsanwälte der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge Fahndungsbefehle für 210 Menschen ausgeschrieben. Nach Regierungsangaben aus dem März sind seit dem Putschversuch rund 500.000 Menschen wegen angeblicher Gülen-Verbindungen festgenommen worden – rund 30.000 sollen weiter in Haft sein.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un warnt vor einer Rückkehr der Spannungen mit den USA. Frieden und Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel hingen von den USA ab, habe Kim dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf ihrem Gipfel in Wladiwostok dargelegt, meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA heute.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
Reuters/Shamil Zhumatov

Die Lage auf der Halbinsel und in der Region sei von Stillstand geprägt. Es sei ein „kritischer Punkt“ erreicht, an dem es eine Rückkehr zu dem Zustand geben könne, als die USA sich auf zweiten Gipfel in böser Absicht gegenüber Nordkorea verhalten hätten. „Die Demokratische Volksrepublik von Korea wird sich für jede mögliche Situation wappnen“, zitierte KCNA Kim.

Trump bestreitet Zahlung für Warmbier

Indes bestritt US-Präsident Donald Trump, dass die USA Nordkorea Geld für die medizinische Versorgung oder Freilassung des dort festgehaltenen und später gestorbenen US-Studenten Otto Warmbier gezahlt hätten. Die „Washington Post“ hatte zuletzt berichtet, Nordkorea habe von der US-Regierung zwei Millionen Dollar für die medizinische Versorgung Warmbiers verlangt.

Kim lud Putin nach Nordkorea ein

Kim und Trump waren erst im Februar in Hanoi zu ihrem zweiten Gipfeltreffen zusammengekommen, das jedoch ohne greifbares Ergebnis vorzeitig abgebrochen wurde. Trump hatte damals gesagt, wegen Kims Forderung nach Aufhebung der Sanktionen sei eine Einigung auf eine gemeinsame Linie zur atomaren Abrüstung gescheitert. Auf die jüngsten Äußerungen Kims reagierte das US-Außenministerium bisher nicht.

Russlands Präsident Vladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
Reuters/Alexander Zemlianichenko

Kim und Putin trafen einander gestern zum ersten Mal zu einem Gipfel. Kim lud Putin zu einem Gegenbesuch ein. Ein Termin wurde nicht genannt. Ein Durchbruch war nicht erwartet worden, jedoch warb Putin für internationale Sicherheitsgarantien für Nordkorea. Zusicherungen nur der USA reichten wahrscheinlich nicht aus, um Nordkorea zum Verzicht auf sein Atomwaffenprogramm zu bewegen, sagte er.

Sport

Wirtschaft

Der zweitgrößte US-Autohersteller Ford hat eine strafrechtliche Untersuchung des Justizministeriums wegen möglicher Gesetzesverstöße bei Abgastests eingeräumt. In einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht sicherte das Unternehmen heute seine Kooperation bei den Ermittlungen der Regierungsbehörden zu. Das Verfahren sei noch in einem frühen Stadium und der Ausgang nicht vorherzusagen.

Es gehe bei der Untersuchung nicht um „Defeat Devices“ – Abschalteinrichtungen zur Manipulation von Abgastests, wie sie etwa Volkswagen im „Dieselgate“-Skandal eingesetzt hatte.

Ford hatte bereits im Februar bekanntgegeben, eine eigene Ermittlung in der Angelegenheit gestartet zu haben. Nachdem Mitarbeiter intern Bedenken geäußert hätten, seien externe Experten hinzugezogen und die US-Behörden informiert worden, hieß es damals.

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/parteilos) füllt derzeit die deutschen Medien. Grund dafür ist seine Beratertätigkeit für ein angeblich revolutionäres Krebsmittel, das sich vorerst als PR-Flop herausstellte und die deutsche Justiz beschäftigt.

Karl Heinz Grasser
APA/Hans Punz/Apa-Pool

„Weltsensation aus Deutschland: Bluttest erkennt zuverlässig Brustkrebs“, titelte etwa die deutsche „Bild“-Zeitung im Februar 2019 mit Verweis auf eine Entdeckung des deutschen Universitätsklinikums Heidelberg. Doch rasch kehrte Ernüchterung ein; denn der Test werde erst – wenn überhaupt – in Jahren funktionieren.

Anwalt: Grasser hat lediglich an Meetings teilgenommen

Verantwortlich für den Bluttest war das Start-up HeiScreen, in das ein vorbestrafter deutscher Unternehmer 2017 mit seiner Beteiligungsgesellschaft einstieg. Dabei soll Grasser an mehreren Beratungen teilgenommen haben, wie der Anwalt des Unternehmers der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“) bestätigte. Laut Zeitung erhielt der Deutsche wegen Korruption im Jahr 2015 eine Bewährungsstrafe.

Grasser habe lediglich an Meetings teilgenommen, er sei aber an der Firma nicht beteiligt und habe in den Test auch nicht investiert, so sein Anwalt Manfred Ainedter auf APA-Anfrage.

Die Universitätsleitung betonte gegenüber deutschen Medien, „zu keinem Zeitpunkt in die Vorgänge und Entscheidungen rund um die Entwicklung und Vermarktung des Bluttests zur Brustkrebsdiagnostik involviert“ gewesen zu sein.

PepsiCo hat indische Bauern geklagt, weil sie von dem US-Konzern markenrechtlich geschützte Erdäpfel angebaut haben sollen. Die Fälle von vier Bauern kamen heute an einem Gericht in der westindischen Stadt Ahmedabad zur Anhörung.

Nach Angaben des indischen Bauernverbandes wirft PepsiCo India Holdings Private Limited insgesamt neun Bauern Verstöße gegen den Markenschutz vor und fordert jeweils bis zu 20 Millionen Rupien (rund 256.000 Euro) Schadenersatz. Die Landwirte sollen ohne Erlaubnis Kartoffelsorten angebaut haben, die PepsiCo für die Herstellung von Chips der Marke „Lays“ nutzt.

Die Bauern hätten nichts von den Markenschutzkonflikten gewusst, sagte Kapil Shah, ein Aktivist für die Rechte der Bauern. Der Bauernverband habe PepsiCo aufgefordert, die Klagen zurückzuziehen, sagte Verbandsvizepräsident Ambalal Patel. Ein PepsiCo-Sprecher wollte sich nicht zu der Sache äußern. „PepsiCo arbeitet seit Jahren mit Tausenden Bauern in Indien zusammen, die bestimmte geschützte Erdapfelsorten anbauen“, hieß es.

Medien

Der ORF wird mit 1. Juli eine Reihe von Korrespondentenstellen neu besetzen. Das nach dem unerwarteten Tod von Eva Twaroch im vorigen Dezember vakante Büro in Paris übernimmt Cornelia Primosch. Ihre Nachfolgerin in London wird Eva Pöcksteiner, die dort zuletzt schon für die Brexit-Berichterstattung im Einsatz war.

Der aktuelle Frankreich-Korrespondent Christophe Kohl wechselt nach Washington und löst dort Robert Uitz-Dallinger ab, der nach Wien zurückkehrt. Die TV-Wirtschaftsredakteurin Veronika Fillitz löst in Brüssel wiederum Tim Cupal ab, der das derzeit interimistisch von Roland Adrowitzer geleitete Büro in Tel Aviv übernimmt.

Nach Wien kehrt Moskau-Korrespondent Christian Lininger zurück, dem am 1. Oktober Paul Krisai nachfolgt.

Gesundheit

Chronik

Der Tod einer Deutschen und ihres zehnjährigen Sohnes in einer Höhle auf Teneriffa geht laut spanischen Ermittlern und Ermittlerinnen auf ein „geplantes“ Verbrechen zurück. Das berichtete BBC heute unter Berufung auf die spanische Polizei. Der 43 Jahre alte Ehemann steht unter Tatverdacht und wurde laut BBC einem Gericht vorgeführt.

Die leblosen Körper der seit Dienstag als vermisst gemeldeten Deutschen wurden am Mittwoch im bergigen Hinterland der Gemeinde Adeje gefunden. Der Vater wurde am Dienstag festgenommen, nachdem der kleine Bruder des toten Buben der Polizei zuvor von einem brutalen Angriff erzählt hatte. Der Fünfjährige konnte flüchten, berichtete die Polizeieinheit Guardia Civil.

Bub hat Mutter und Bruder verletzt gesehen

Der Bürgermeister von Adeje, Jose Migueal Rodriguez Fraga, sagte laut der spanischen Polizei, dass alle Zeichen darauf hindeuten, dass der Verdächtige die Tat „sehr gut vorbereitet hatte“. Wenn der kleine Bruder nicht wäre, „hätten wir es nie herausgefunden, oder Gott weiß, wann.“

Das jüngere Kind war nach Polizeiangaben von einer niederländischen Passantin weinend und unter Schock aufgegriffen worden. Die Behörden schätzen, dass der Bub an die fünf Stunden lang auf der Insel umhergeirrt war. Die Niederländerin übersetzte dann seine Aussagen. So habe der Vater, der auf Teneriffa getrennt von seiner Frau leben soll, die Familie zu einem „Picknick“ mitgenommen. „Er hat ihnen erzählt, dass in der Höhle Ostergeschenke versteckt waren“, sagte die Frau. Dort soll er Mutter und Sohn attackiert haben.

Der verdächtige Vater bestritt im Polizeiverhör, für den Tod seiner Frau und seines zehnjährigen Sohnes verantwortlich zu sein. Er habe versichert, dass beide am Leben gewesen seien, als er die Höhle verlassen habe. Laut BBC weiß der Fünfjährige, der von Sozialarbeitern und Psychologen betreut wurde, noch nicht, dass seine Mutter und sein Bruder tot sind. „Der Kleine hat seine Mutter schwer verletzt gesehen“, so die Niederländerin.

Großeltern nehmen Buben in Obhut

Der Bub soll heute von Verwandten in Obhut genommen werden. Die Großeltern mütterlicherseits und möglicherweise auch eine Tante würden auf der spanischen Urlaubsinsel erwartet, sagte die Ministerin für Soziales der Regionalregierung der Kanaren, Cristina Valido.

Sie würden dem Fünfjährigen in dieser schwierigen Phase beistehen und nach Möglichkeit auch bei den Ermittlungen zur Klärung der Umstände des mutmaßlichen Mordes an der Mutter und dem älteren Bruder des Buben helfen.

Gut einen Monat nach dem tödlichen Zyklon „Idai“ zieht ein neuer schwerer Wirbelsturm über Mosambik hinweg. Der Zyklon „Kenneth“ traf am Abend in der nördlichen Provinz Cabo Delgado auf Land. Bäume stürzten um, Boote wurden zerstört. Dächer seien von Häusern gefegt worden, und der schwere Regen habe zu Überschwemmungen geführt, sagte UNO-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. Auch sei bisher ein Mensch gestorben.

Eine Grafik zeigt die Route des Zyklons „Kenneth“ in Mosambik
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Alle Flüge nach Pemba im Norden des südostafrikanischen Landes waren wegen des bevorstehenden Zyklons abgesagt worden. Die Hilfsorganisation CARE sagte in Berlin, sollte „Kenneth“ so schwer wüten wie von Meteorologen vorhergesagt, wäre es „eine doppelte Katastrophe“. „Die für ‚Idai‘ bereitgestellten Hilfsgelder reichen jetzt schon kaum aus“, sagte eine CARE-Mitarbeiterin. Rund 112.000 Menschen seien besonders gefährdet, sagte Herve Verhoosel, ein Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP).

Präsident rief zur Ruhe auf

Mosambiks Präsident Filipe Nyusi rief unterdessen zur Ruhe auf. „Die Menschen von Mosambik wissen, wie sie mit solchen Katastrophen umgehen“, sagte er in einer TV-Ansprache. Die Regierung werde Ressourcen mobilisieren, um angemessen zu reagieren.

Zerstörte Häuser in Moroni, Mosambik
APA/AFP/Ibrahim Youssouf

„Idai“ hatte Mitte März in Mosambik sowie in Simbabwe und Malawi gewütet. Etwa tausend Menschen starben, davon mehr als 600 Menschen in Mosambik. 6.000 Menschen sind dort zudem an Cholera erkrankt. Außerdem richtete der Sturm Sachschäden in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar an. Caritas und Diakonie helfen an Ort und Stelle.

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Drei Tote auf Komoren

„Kenneth“ habe schon vorher auf dem vorgelagerten Inselstaat der Komoren laut Berichten drei Menschen das Leben gekostet, teilte das UNO-Nothilfebüro (OCHA) auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Es habe dort außerdem mindestens 20 Verletzte gegeben sowie Überschwemmungen und schwere Schäden an Häusern. Vorläufigen Schätzungen zufolge seien mindestens 1.000 Menschen vorübergehend obdachlos geworden, die meisten von ihnen Kinder. Der Zyklon sei mit Kategorie vier von maximal fünf über die Komoren hinweggezogen, twitterte die Weltwetterorganisation (WMO).

Science

Religion

Kultur

Die für die Vergabe des Literaturnobelpreises zuständige Schwedische Akademie hat einen neuen Leiter. Das erklärte das Gremium, das zuletzt vor allem durch seine Verwicklung in einen Vergewaltigungsfall Schlagzeilen gemacht hatte, heute in Stockholm. Der Literaturwissenschaftler Mats Malm soll nun wieder Ruhe in die Akademie bringen.

Mats Malm, neuer Leiter der Schwedische Akademie
APA/AFP/Henrik Brunnsgard

Der 54-jährige Professor von der Universität Göteborg ist erst seit vier Monaten Mitglied der Akademie. Als deren Ständiger Sekretär folgt er auf Anders Olsson, der das Amt im Juni 2018 übergangsweise übernommen hatte. Malm sagte, er freue sich über das entgegengebrachte Vertrauen und auf die neue Aufgabe.

Abschließendes Urteil steht aus

Die Akademie hatte seit dem Jahr 2017 vor allem durch ihren Umgang mit einem Missbrauchs- und Vergewaltigungsfall für Aufsehen gesorgt. Im April 2018 hatte Olssons Vorgängerin, die Schriftstellerin Sara Danius, den Vorsitz auf Wunsch der Akademie niedergelegt. Damit reagierte sie auf die Missbrauchsvorwürfe gegen Jean-Claude Arnault, einen der Akademie nahestehenden hochrangigen Kulturfunktionär.

Die Zeitung „Dagens Nyheter“ hatte berichtet, dass Arnault über Jahre hinweg 18 weibliche Mitglieder der Akademie, Frauen oder Töchter von Akademiemitgliedern und Mitarbeiterinnen belästigt oder missbraucht habe. Ende 2017 war er wegen der Vergewaltigung einer Frau zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Arnault ging in Berufung, die Entscheidung von Schwedens Oberstem Gerichtshof steht noch aus.

„Zelt“ ist der lapidare Titel des neuen Stückes von Herbert Fritsch, das der Regisseur und Medienkünstler morgen am Burgtheater zur Uraufführung bringt.

Fritsch, Jahrgang 1951 und prägender Akteur und Regisseur an der Berliner Volksbühne unter Frank Castorf, ist bekannt für seine slapstickhaften, bunten Inszenierungen, bei denen Text und Sprache eine untergeordnete Rolle spielen, dafür aber Räume, Töne, Gesten und Farben im Vordergrund stehen. Im Burgtheater hat er zuletzt „Der eingebildete Kranke“ und die „Komödie der Irrungen“ inszeniert. „Zelt“ kommt gänzlich ohne Worte aus.

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Heute erscheint „Evolution II“, das zweite Album von Österreichs Song-Contest-Teilnehmerin Paenda. Darauf zu finden ist auch „Limits“, der Song, mit dem die 31-Jährige am 16. Mai beim zweiten Song-Contest-Semifinale in Tel Aviv antreten wird.

Auffällig an „Evolution II“ ist aber etwas anderes – die erstaunlich hohe Dichte an Ohrwürmern. Von der ersten Strophe des Albumopeners „I Like The Way You Hate Me“ über die famosen „Like A Domino“ und „All The Right Things“ bis zum letzten Track „Stay For The Night“ findet sich in jedem Lied zumindest ein Teil, der im Ohr bleibt.

Emotion in der Instrumentallandschaft

Ihren Ausgang nähmen die Songs meist mit einer Idee für einen Beat oder einen Synthesizer, sagt Gabriela Horn, wie Paenda mit bürgerlichem Namen heißt, gegenüber ORF.at. Erst danach kommen Melodie und Text dazu. „Ich tue mir leichter, meine Emotionen in Instrumentallandschaften zu verpacken. Die ziehen dann aus mir die Worte heraus“, sagt die Künstlerin.

Paendas Debütalbum „Evolution I“ erschien im Vorjahr. Auf ihrem Erstling habe sie jeden Arbeitsschritt „hundertmal durchdacht“, so Horn. Dahinter sei die Angst gestanden, dass die Lieder nicht anspruchsvoll genug sind. „Bei ‚Evolution II‘ wollte ich geradliniger werden“, sagt Horn. Die Songs sollten tanzbarer werden, die Melodien Spaß machen, das Album als Ganzes besser fließen.

Respekt und Selbstbestimmung

Das Vorhaben ist aufgegangen: Musikalisch überzeugt „Evolution II“ mit ebenjenem Mut zur Geradlinigkeit. Die Songs sind ausgetüftelt und haben die nötige Tiefe, ohne verkopft zu sein. Paenda bedient sich dabei der Elemente aus den Weiten der Electronic Dance Music (EDM).

Paenda
ORF/Thomas Ramstorfer

Die Songs sind langsam und eindringlich, wie es dem Trend der vergangenen Jahre entspricht, die Hi-Hats rasen dahin, die Subbässe wummern (gelegentliche „Bassbomben“ inklusive). Darüber entfalten sich Synthesizer- und soulige Gesangsmelodien mit ein wenig Gospeleinschlag.

Für Text und Musik zeichnet Paenda selbst verantwortlich, auch die Songs hat sie weitgehend selbst produziert. Für technische Detailfragen stand ihr ein Koproduzent zur Seite. „Bei diesem Album wollte ich schauen, wie weit ich alleine komme“, sagt Horn.

Gegenreaktion auf Sexismus in der Branche

Textlich sei „Evolution II“ direkter und persönlicher ausgefallen, sagt Horn. „Es geht um Geschichten, die mir im Herzen brannten.“ Selbstliebe und Selbstfindung stehen thematisch im Mittelpunkt. Das ist auch eine Gegenreaktion auf die nach wie vor bestehende Diskriminierung von Künstlerinnen in der Musikbranche: „In den drei Jahren, in denen es Paenda gibt, bin ich sehr oft mit Sexismus konfrontiert worden. Es sind Dinge passiert, von denen ich überrascht war. Weil ich nicht gedacht hätte, dass es tatsächlich noch so ist.“

Auftritt im Ballroom

Paenda ist heute Abend bei „Dancing Stars“ zu hören. Die Künstlerin wird „Limits“ im Ballroom präsentieren.

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Nach 14 Monaten Soloshow am Broadway hat Bruce Springsteen gestern ein neues Album angekündigt. Nun kam die Veröffentlichung der ersten Single dazu. “Hello Sunshine" wurde auf diversen Kanälen in Sozialen Netzwerken geteilt.

Das dazugehörige Album „Western Stars“ soll am 14. Juni erscheinen. „Dieses Album ist eine Rückkehr zu meinen Soloaufnahmen und es wird persönliche Songs mit weitläufigen, kinomäßigen Orchester-Arrangements enthalten“, so Springsteen auf seinem Instagram-Account.

Der 69-Jährige hat unter anderem mit „Born in the USA“ und „Philadelphia“ Welthits gelandet und geschätzt rund 70 Millionen Alben verkauft.

Leute

Die deutsche Schauspielerin Ellen Schwiers ist tot. Sie starb heute im Alter von 88 Jahren nach langer schwerer Krankheit in ihrem Haus am Starnberger See, wie ihre Tochter Katerina Jacob über ihre Agentur mitteilen ließ.

Schauspielerin Ellen Schwiers
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2015 hatte die aus einer Schauspielerfamilie stammende Schwiers nach 70 Jahren Abschied von der Bühne genommen. Zuletzt war sie an der Seite ihres Bruders Holger Schwiers und ihrer Tochter Katerina in dem Stück „Altweiberfrühling“ in der Komödie im Bayerischen Hof in München auf der Bühne gestanden.

Schauspielerin Ellen Schwiers
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Vor allem als Darstellerin großer Frauenrollen hatte sich Schwiers auch im Kino und Fernsehen einen Namen gemacht. Als „Mutter Courage“ tourte sie durch die Lande, in Salzburg spielte sie die Buhlschaft im „Jedermann“. Mit Shakespeares „Was ihr wollt“ feierte Schwiers 1972 ihr Regiedebüt bei den Burgfestspielen in Jagsthausen in Baden-Württemberg.