Ausland

Mit einer Trauerfeier in Memphis haben Hunderte Menschen Abschied von dem von US-Polizisten zu Tode geprügelten Afroamerikaner Tyre Nichols genommen. Bei der Zeremonie in der Mississippi Boulevard Christian Church sprach Vizepräsidentin Kamala Harris den Angehörigen des 29-Jährigen gestern ihr Beileid aus. „Wir trauern mit Ihnen, und die Menschen unseres Landes trauern mit Ihnen.“

Rede von US-Vizepräsidentin Kamala Harris während der Trauerfeier für Tyre Nichols In Memphis (US-Bundesstaat Tennessee)
APA/AFP/Getty Images/Pool

Die Vizepräsidentin verurteilte die brutale Prügelattacke fünf afroamerikanischer Polizisten gegen Nichols als „Akt der Gewalt“ durch diejenigen, die eigentlich für Sicherheit sorgen müssten. Die Politikerin der Demokratischen Partei forderte außerdem den Kongress auf, eine Gesetzesreform gegen Polizeigewalt zu verabschieden, die nach dem 2020 bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis getöteten George Floyd benannt ist.

Präsident „Joe Biden wird es unterzeichnen und wir sollten es nicht verzögern“, sagte Harris. Der Gesetzesentwurf scheitert schon seit langer Zeit im Kongress am Widerstand der konservativen Republikaner.

Appelle gegen Polizeigewalt

An der Zeremonie in Memphis im Bundesstaat Tennessee nahmen auch Angehörige von Floyd und anderen Opfern von Polizeigewalt teil. Die Trauerrede hielt der bekannte Bürgerrechtsaktivist Al Sharpton, der forderte, gewalttätige Polizisten müssten zur Verantwortung gezogen werden.

Polizisten hatten Nichols am 7. Jänner bei einer abendlichen Verkehrskontrolle in Memphis brutal zusammengeschlagen. Der 29-Jährige starb drei Tage später in einem Krankenhaus.

Vergangene Woche wurden fünf nach dem Vorfall entlassene Polizisten wegen Mordes zweiten Grades angeklagt. In Tennessee entspricht das einer Zwischenstufe zwischen Mord und Totschlag.

Bei einer Durchsuchung des Wochenendhauses von US-Präsident Joe Biden gestern haben die Ermittler keine geheimen Dokumente gefunden. Das teilte einer von Bidens Anwälten, Bob Bauer, mit. Die Durchsuchung in der Gemeinde Rehoboth im Bundesstaat Delaware habe im Einvernehmen mit den Anwälten stattgefunden.

Wie bei der Durchsuchung von Bidens Wohnhaus im Jänner seien einige Materialien und handschriftliche Notizen mitgenommen worden, die möglicherweise in Zusammenhang mit Bidens Zeit als Vizepräsident stünden.

Mehrere Funde

In den vergangenen Wochen waren mehrfach vertrauliche Unterlagen in privaten Räumen des demokratischen Präsidenten aufgetaucht – in Delaware und der US-Hauptstadt Washington. Von einigen Funden erfuhr die Öffentlichkeit erst, indem Medien darüber berichteten.

Justizminister Merrick Garland beauftragte einen Sonderermittler damit, die Vorfälle zu untersuchen. Die US-Regierung steht wegen ihrer Informationspolitik in der Kritik.

Biden war Vizepräsident von Barack Obama in den Jahren 2009 bis 2017. Geheimdokumente aus der Regierungszeit waren nach dem Ausscheiden aus dem Amt auch beim republikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump und dessen Vize Mike Pence gefunden worden.

In El Salvador sollen Bandenmitglieder künftig in einem neuen großen Gefängniskomplex untergebracht werden. Präsident Nayib Bukele präsentierte die bereits fertigen Anlagen in der Nacht auf gestern (Ortszeit) bei einem Rundgang in einem Video, das landesweit im Fernsehen des mittelamerikanischen Landes ausgestrahlt wurde. Dort sollen ab einem noch unbestimmten Zeitpunkt bis zu 40.000 Gefangene eingesperrt werden.

Die Haftanlage in Tecoluca, rund 75 Kilometer südöstlich der Hauptstadt San Salvador, sei ein wesentlicher Faktor, um den Kampf gegen die gewalttätigen Banden vollständig zu gewinnen, schrieb der konservative Bukele auf Twitter. Das Gefängnis nimmt nach Angaben der Regierung insgesamt eine Fläche von 165 Hektar im Zentrum des Landes ein. Rund 850 Soldaten und Polizisten sollen es überwachen.

Kritik an „willkürlichen“ Festnahmen

Seit knapp einem Jahr gilt in dem Land mit sechs Millionen Einwohnern und Einwohnerinnen der Ausnahmezustand. Eine Reihe von Grundrechten wurde eingeschränkt. Dadurch will die Regierung die Gewalt der kriminellen Banden eindämmen. Mehr als 62.000 mutmaßliche Bandenmitglieder wurden seitdem festgenommen, die Mordrate ging zuletzt deutlich zurück.

Menschenrechtsaktivisten sprechen allerdings von willkürlichen Festnahmen. Mit einer Gefangenenrate von 605 pro 100.000 Einwohner hat El Salvador laut der Datenbank „World Prison Brief“ bereits mehr Inhaftierte als jedes andere Land. Fast 40.000 Menschen seien im Gefängnis.

Das israelische Luftabwehrsystem hat gestern nach Angaben der Armee eine Rakete aus dem Gazastreifen abgefangen. „Eine Rakete ist vom Gazastreifen aus abgefeuert worden. Die Rakete ist vom Luftabwehrsystem der Armee abgefangen worden“, teilte das Militär mit. Noch reklamierte niemand den Raketenbeschuss für sich.

Die israelische Armee hatte zuvor mitgeteilt, dass es in der Stadt Sderot und im Gebiet um Gaza Luftalarm gegeben habe. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Eskalierende Gewalt

Vor dem Hintergrund der eskalierenden Gewalt im Nahost-Konflikt hatten militante Palästinenser erst vor wenigen Tagen Raketen auf Israel abgefeuert. Das israelische Militär antwortete seinerseits mit Luftangriffen.

Der gegenseitige Raketenbeschuss folgte auf eine Razzia in einem Flüchtlingslager im Westjordanland am vergangenen Donnerstag, bei der zehn Palästinenser von israelischen Soldaten getötet wurden. Am Freitag tötete ein Palästinenser bei einem Angriff vor einer Synagoge sieben Menschen, darunter ein Kind.

Der Gazastreifen wird von der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas kontrolliert. Die 2,3 Millionen Bewohnerinnen und Bewohner leben seit mehr als 15 Jahren unter einer israelischen Blockade.

Ukraine-Krieg

Gestern, zwei Tage vor dem EU-Ukraine-Gipfel, hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew getroffen und der Ukraine weitere Unterstützung zugesagt. Selenskyj bedankte sich für die humanitäre Hilfe Österreichs, übte aber auch Kritik.

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Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell schließt es nicht aus, dass es trotz der derzeit zurückhaltenden Position von Ländern wie Deutschland und den USA zu einer Lieferung von Kampfflugzeugen an die Ukraine kommt. Auch die Lieferung von Panzern sei anfangs stark umstritten gewesen, sagte der Spanier im Vorfeld eines EU-Ukraine-Gipfel am Freitag in Kiew. Schließlich sei es bei dem Thema aber doch zu einer Einigung gekommen und man habe diese „rote Linie“ überschritten.

Warnungen vor Eskalationsrisiken habe es bisher bei allen Waffenlieferungen gegeben, sagte er. Die Frage, ob er selbst Kampfjet-Lieferungen befürworte, wollte Borrell nicht beantworten. „Meine Aufgabe ist es, einen Konsens zu erzielen“, sagte der Außenbeauftragte. Dabei sei es nicht hilfreich, öffentlich Positionen zu vertreten, die diese Möglichkeit gefährden könnten.

Offen für eine Lieferung von Kampfjets an die Ukraine hatte sich zuletzt unter anderem Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki gezeigt. Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Präsident Joe Biden wollen solche Waffensystem bislang allerdings nicht an das von Russland angegriffene Land abgeben.

Beim Einschlag einer Rakete in einem Wohnhaus der Stadt Kramatorsk im Osten der Ukraine sind nach Angaben der ukrainischen Behörden mindestens zwei Menschen getötet und sieben verletzt worden. „Ein weiterer Terroranschlag der Kriminellen und Terroristen aus Russland“, schrieb der Chef des Präsidialbüros, Andrij Jermak, gestern Abend im Nachrichtenkanal Telegram. Er veröffentlichte dazu ein Bild von einem Haus in Trümmern. Das genaue Ausmaß war unklar.

In den Ruinen könnten weitere Menschen liegen, hieß es. Im Zuge des russischen Angriffskriegs schlagen immer wieder Raketen auch in Wohnhäuser sein, obwohl das Verteidigungsministerium in Moskau behauptet, militärische Ziele anzugreifen. Immer wieder gibt es viele Tote und Verletzte unter Zivilisten. Die russischen Truppen wollen die Großstadt Kramatorsk im Gebiet Donezk wie die gesamte Region unter ihre Kontrolle bringen.

Die US-Regierung nimmt wegen Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine Russlands Verteidigungssektor mit neuen Sanktionen ins Visier. Betroffen seien 22 Personen und Einrichtungen aus mehreren Ländern, die mit einem Netzwerk zur Umgehung von Sanktionen in Verbindung stünden, teilte das US-Finanzministerium gestern mit. Dieses Netzwerk unterstütze den „militärisch-industriellen Komplex“ Russlands.

Die Maßnahmen richten sich unter anderem gegen den Waffenhändler Igor Simenkow. Dass Russland versuche, die Sanktionen zu umgehen, zeige, dass die bisherigen Maßnahmen Wirkung zeigten, hieß es. Es sei teurer und schwieriger geworden, die Kriegsmaschinerie von Kreml-Chef Wladimir Putin mit Nachschub zu versorgen.

Sanktionen gegen Wagner

Als Folge der Sanktionen werden in der Regel etwaige Vermögenswerte der Betroffenen in den USA eingefroren. Geschäfte mit ihnen werden US-Bürgern untersagt. Auch internationale Geschäfte werden durch die Sanktionen für Betroffene meist deutlich schwieriger.

Erst vergangene Woche hatten die USA die russische Privatarmee Wagner zur transnationalen kriminellen Organisation erklärt und Sanktionen gegen die Söldnergruppe und deren Netzwerk verhängt.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat sein Militär aufgefordert, den Beschuss russischen Territoriums von der Ukraine aus zu unterbinden. „Die vordringliche Aufgabe ist natürlich, die Möglichkeit eines Beschusses an sich zu eliminieren“, wird das Staatsoberhaupt auf der Website des Präsidialamtes zitiert. „Aber das ist Aufgabe des Militärs.“

In den Grenzgebieten seien Menschen durch den Beschuss obdachlos geworden, die Wasser- und Stromversorgung sei zum Teil unterbrochen und Heizungen ausgefallen. Die Ukraine hat sich nicht zu Angriffen auf Ziele innerhalb des russischen Staatsgebietes bekannt, sie jedoch als „Karma“ für die russische Invasion bezeichnet.

Inland

Nach der Landtagswahl in Niederösterreich ist das ÖVP-Regierungsteam offenbar fix. Laut „Kronen Zeitung“ sollen Stephan Pernkopf, Christiane Teschl-Hofmeister und Ludwig Schleritzko Landesräte bleiben, Jochen Danninger wird Klubobmann im Landtag.

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Der Nationalrat hat gestern einen konkreten Fahrplan für die Angleichung des Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern beschlossen. Die SPÖ schloss sich ÖVP und Grünen beim Beschluss an, kritisierte aber wie die FPÖ und NEOS scharf die Pensionspolitik der Regierung.

Bei den Stichtagen für die Pensionsaltersangleichung hat sich die Regierung „bewusst“ für eine Auslegung entschieden, die Frauen zugutekommt und verfassungskonform sei, erläuterte Sozialminister Johannes Rauch (Grüne). Die Regierung entschied sich, dass auf den Geburtstag und nicht den Pensionsantritt abgestellt wird – für diese Frauen also noch nicht der nächste Halbjahresschritt gilt.

Kritik an „Pensionsgeschenk“

Der erste Halbjahresschritt Richtung 65 wird bei den Frauen gesetzt, die zwischen 1. Jänner und 30. Juni 1964 geboren wurden. Halbjährlich gibt es dann Steigerungen um ein weiteres halbes Jahr. Frauen, die nach dem 30. Juni 1968 geboren sind, werden als Erste wie Männer ein Regelpensionsalter von 65 Jahren haben.

Bei NEOS stieß die Begünstigung einiger Frauen auf Kritik: „Das kostet eine Mrd. Euro“ Geld der nachfolgenden Generationen, empörte sich Sozialsprecher Gerald Loacker über ein „Pensionsgeschenk“. Man müsse dem Vertrauensgrundsatz Genüge tun, argumentierte der Grüne Markus Koza mit Hinweis auf eine mögliche Anfechtung beim Verfassungsgerichtshof.

Pensionserhöhung für FPÖ zu niedrig

Die SPÖ vermisste indes weitere Schritte für ein gerechteres Pensionssystem. Besonders vehement forderte Sozialsprecher Josef Muchitsch, die Aliquotierung der Pensionsanpassung für Neuzugänge abzuschaffen. Die geringere Anpassung für später im Jahr Geborene sei „ein weiterer Pensionsraub“.

Seitens der FPÖ warf Erwin Angerer der Regierung vor, oft gegen die Pensionisten und Pensionistinnen (etwa mit Abschaffung der Hacklerpension) zu agieren; auch sei die Pensionserhöhung angesichts der starken Teuerung viel zu niedrig.

Der Nationalrat hat gestern mit der Regierungsmehrheit eine neue gesetzliche Regelung zum besseren Schutz von Whistleblowern beschlossen. Basierend auf EU-Vorgaben, sieht es die Einrichtung von internen und externen Meldestellen für Hinweisgeber im öffentlichen Sektor sowie in jedem Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten vor.

Die Meldestellen sollen Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten und Missständen nachgehen, beispielsweise hinsichtlich der Einhaltung des Datenschutzes oder bezüglich Verstößen im öffentlichen Auftragswesen. Der private Sektor erhält auch eine externe, betriebsunabhängige Meldestelle, die im Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) angesiedelt werden soll.

Whistleblower-Gesetz soll kommen

Mit einem Jahr Verspätung setzt Österreich eine EU-Richtlinie um, die Whistleblower, also Hinweisgeber, schützen soll – etwa vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen oder sonstigen Einschüchterungen. Kritik an dem neuen Gesetz kommt von der Opposition.

Personen, die internen bzw. externen Stellen (mutmaßliche) Rechtsverletzungen melden, werden unter anderem vor Kündigung, Disziplinarmaßnahmen, Gehaltskürzungen und anderen Repressalien wie Einschüchterung und Mobbing geschützt und können gegebenenfalls Schadenersatz einklagen.

Regierung lobt „gute Lösung“

Peter Haubner (ÖVP) lobte das Gesetz als „praktikable, gute Lösung“, die Hinweisgeber schütze, aber die Arbeitgeber nicht mit Bürokratie überfordere. Man habe nicht nur die zugehörige EU-Richtlinie – die eigentlich schon Ende 2021 fällig war – umgesetzt, sondern den Entwurf auch durch die Korruptionstatbestände des nationalen Rechts erweitert.

Agnes Prammer (Grüne) sprach von Schutz vor, durch und für den Arbeitgeber, eine „Win-win-win-Situation“. Sie erhoffte sich eine Kulturänderung, denn noch werde in Österreich nicht auf den gezeigt, „der das Hauferl ins Eck macht, sondern auf den, der sagt, da stinkt’s“.

Kritik von Opposition

Von der Opposition kam Kritik an dem Gesetz, das 2026 evaluiert werden soll. Verena Nussbaum (SPÖ) monierte, es fehle Transparenz und der Gesamtschutz für Hinweisgeber. Dagmar Belakowitsch (FPÖ) wertete das Gesetz als „nicht praktikabel, nicht umsetzbar“, es sei auf halbem Weg hängen geblieben und konterkariere den Gesetzeszweck.

Für Johannes Margreiter (NEOS) sind die Anlassfälle zu schwammig formuliert. Sehe man sich die Strafsanktionen für falsche gegebene Hinweise an, dann sehe man, dass das Gesetz nicht funktionieren könne.

Niederösterreichs FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl hat am Dienstag mit einem Sager in der Puls-4-Sendung „Pro und Contra“ für Aufregung gesorgt. Eine Schülerin verwies auf den Migrationshintergrund von sich und Personen aus ihrer Klasse und betonte, dass sie nicht in Wien wären, wenn Waldhäusls Vorstellungen zum Thema Asyl umgesetzt worden wären. Die Antwort: „Auf die Frage, wenn das schon geschehen wäre, dass hier sehr viele nicht in der Schule wären: Dann wäre Wien noch Wien.“

Gestern hagelte es dann von allen Seiten enorme Kritik an dem TV-Auftritt Waldhäusls: Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) zeigte sich ebenfalls bei „Pro und Contra“ „fassungslos“. Ihr fehlen „eigentlich die Worte“, so Edtstadler, „weil das erinnert an die dunkelsten Kapitel in der Geschichte dieses Landes“. Diese Diktion sei „unglaublich“.

„Menschenverachtung“

„Dass Waldhäusl vor laufender Kamera jungen Menschen, die in Österreich in die Schule gehen, das Existenzrecht abspricht, zeugt von einer Menschenverachtung in der FPÖ, die frösteln macht“, befand SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch in einer Aussendung. Der Sager dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Für SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner zeigt die Aussage Waldhäusls, für welchen Kurs die FPÖ steht. Es sei daher ihre „tiefste Überzeugung, dass es Aufgabe der Sozialdemokratie ist, dieser menschenverachtenden Politik entgegenzutreten“.

NEOS und Grüne kritisieren Rassismus

Und auch NEOS zeigte sich empört. „Das ist blanker Rassismus, den die Kinder erleben mussten“, kritisierte die pinke Menschenrechtssprecherin Stephanie Krisper auf Twitter. Waldhäusl wäre es am liebsten, „keines dieser Kinder mit Migrationshintergrund wäre in Wien“. Die FPÖ sehe Menschen nicht als Individuen, sondern wünsche sie „kollektiv mit Hass“ weg.

Die grüne Frauensprecherin Meri Disoski fragte auf Twitter: „Wie viel #Menschenverachtung & #Rassismus kann in einem Menschen stecken?“ Jemand wie Waldhäusl habe in einem politischen Amt nichts verloren. Kritik kam via Twitter auch von der außenpolitischen Sprecherin der Grünen, Ewa Ernst-Dziedzic.

Justizministerin Alma Zadic (Grüne) ließ die betroffenen Schülerinnen und Schüler via Twitter wissen: „Ihr alle seid Wien und ein Teil unserer Gesellschaft. Lasst euch das nie absprechen, weder von Politikern, noch von sonst irgendwem.“

Anzeige angekündigt

Ähnlich äußerte sich SOS Mitmensch. Es sei untragbar, dass ein für Integration zuständiger Politiker Schülerinnen und Schüler „mit Migrationsgeschichte pauschal abspreche, ein positiver Teil unseres Landes bzw. ihrer Stadt sein zu können“, hieß es ebenfalls in einer Aussendung.

Der auf Fremden- und Asylrecht spezialisierte Rechtsanwalt Wilfried Embacher kündigte via Twitter eine Anzeige wegen des Verdachts der Verhetzung an.

Coronavirus

Die Bundesregierung will bis Ende Juni sämtliche Coronavirus-Krisenmaßnahmen beenden. Impfungen, Tests und Medikamente sollen bis dahin in die regulären Strukturen des Gesundheitssystems integriert werden. SARS-CoV-2 wird dann auch keine meldepflichtige Krankheit mehr sein, beschloss der Ministerrat gestern. Sonderregelungen einzelner Bundesländer sind danach nicht mehr möglich.

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Mit dem geplanten Ende der CoV-Maßnahmen endet spätestens am 30. Juni auch das Wiener PCR-Testprogramm „Alles gurgelt“. Wie der Geschäftsführer des Labors Lifebrain, Michael Havel, im „Standard“ erklärte, sollen 500 Angestellte mit Ende Februar ihre Jobs verlieren.

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Wirtschaft

Angesichts der abflauenden Inflation in den USA lässt es die Notenbank Federal Reserve bei der ersten Zinserhöhung im neuen Jahr etwas langsamer angehen. Sie erhöhte den Schlüsselsatz gestern lediglich um einen Viertelprozentpunkt – auf die neue Spanne von 4,50 bis 4,75 Prozent. Das ist das höchste Zinsniveau seit November 2007.

Damit kehrt nach einer Serie von zuletzt relativ aggressiver Zinsschritte wieder etwas Normalität in der US-Geldpolitik ein. Die Fed hat bereits im Dezember den Leitzins nur noch um einen halben Punkt angehoben. Zuvor hatte sie ihn viermal in Folge um jeweils 0,75 Prozentpunkte nach oben getrieben, um die Inflationswelle zu brechen.

Zenit im Frühjahr erreicht?

Die Teuerungsrate war im Dezember auf 6,5 von 7,1 Prozent im November gefallen. Der sechste Rückgang in Folge bietet der Zentralbank Spielraum für eine weniger aggressive geldpolitische Gangart. Nach Ansicht vieler Experten dürfte der Zinsgipfel im Frühjahr erreicht sein. An den Finanzmärkten kursieren mit Blick auf den Sommer sogar bereits Zinssenkungsfantasien.

Fed-Vizechefin Lael Brainard betonte jüngst, die Inflation habe sich zuletzt zwar abgeschwächt, bleibe aber noch hoch. Daher müsse die Geldpolitik noch einige Zeit ausreichend straff ausgerichtet bleiben, damit das Fed-Ziel einer Inflationsrate von 2,0 Prozent nachhaltig erreicht werden könne.

Sport

Seit dem 29. Dezember 2022, als er nach der Besichtigung für den Super-G von Bormio vor laufender ORF-Kamera überraschend seinen Rücktritt erklärt hat, genießt Matthias Mayer das Leben als Skipensionist. „Ich mache zurzeit einmal ein bisschen Urlaub und gönne mir das Ganze“, sagte der dreifache Olympiasieger gestern zu seinem aktuellen Status quo. Genauso überraschend wie sein Rücktritt war auch eine weitere Ankündigung: Ganz nach dem Motto „Sag niemals nie“ hielt sich der Kärntner die Option Comeback offen.

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Titelverteidiger RB Leipzig ist gestern auch dank eines sehenswerten Treffers von ÖFB-Teamspieler Konrad Laimer ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Die Mannschaft von Ex-Salzburg-Trainer Marco Rose setzte sich im Achtelfinale gegen Hoffenheim mit 3:1 durch. Im Schongang zog Bayern München in die nächste Runde ein. FSV Mainz mit dem zunächst auf der Bank sitzenden Karim Onisiwo war mit 0:4 chancenlos.

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Die Stellungnahme von Gerhard Milletich zu seinem Rückzug als ÖFB-Präsident war mehr als bezeichnend. Er sprach von einer „massiven medialen Negativkampagne“, aber auch von „internen Angriffen gegen meine Person“ und „Feindseligkeiten einiger Mitglieder des Präsidiums“. Das höchste Gremium des mit Abstand größten Sportfachverbandes des Landes ist tief gespalten, und daran wird auch Milletichs Abgang nichts ändern.

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Chronik

Im Grazer Straflandesgericht sind gestern neun der zehn Angeklagten im Prozess um einen Fußballwettbetrug für schuldig befunden worden. Die Strafen betragen von 4.000 Euro Geldstrafe bis zu 24 Monaten teilbedingter Haft, ein Beschuldigter wurde freigesprochen.

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Ein 90-Jähriger soll im August versucht haben, seine Ehefrau mit einer Überdosis Schlafmittel zu töten. Die Frau konnte rechtzeitig ins Spital gebracht und gerettet werden. Heute wurde der Mann in Krems zu einer dreijährigen Probezeit verurteilt.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Ein Transporter mit radioaktivem Material an Bord ist gestern auf der Westautobahn (A1) bei Allhaming in Oberösterreich verunglückt. Drei Fässer mit der strahlenden Ladung wurden bei dem Auffahrunfall verschoben. Laut Polizei ist keine Strahlung ausgetreten.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Wegen des Verdachts auf Mordversuch hat sich gestern ein 19-Jähriger vor dem Salzburger Landesgericht verantworten müssen. Im Streit um eine Computerspielekonsole hat er seinem Bruder mit einem Messer in den Bauch gestochen. Kein Mordversuch, sondern schwere Körperverletzung, lautete das Urteil.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Einen Sechser zu einer Million Euro hat die gestrige Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gebracht.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

8 10 17 22 35 37/Zusatzzahl: 12

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

7 13 19 23 26 41

Kein Spielteilnehmer hatte den richtigen Joker auf der Quittung, im Jackpot bleiben rund 176.000 Euro

Der richtige Joker lautet:

Die richtige Joker-Zahl:

1 2 5 4 1 5

Alle Angaben ohne Gewähr

Medien

Der ORF und die sechs großen österreichischen Hilfsorganisationen – Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe – haben gestern im Rahmen der Initiative „Österreich hilft Österreich“ eine neue Spendenkampagne gestartet. Das Geld soll dabei vor allem bedürftigen und sozial schwachen Menschen wie Familien in Not zugutekommen, gab der ORF bekannt.

Auch Opernball im Zeichen der Solidarität

Auch der Wiener Opernball steht laut dem Sender im Zeichen der Solidarität. Ein Teil des Ticketbetrags sowie der Gastronomieerlöse des Balls am 16. Februar soll in Spenden umgewandelt werden. „Der ORF unterstützt die Kampagne von ‚Österreich hilft Österreich‘ in all seinen Medien und Landesstudios, um möglichst viele Menschen zu erreichen“, sagte Generaldirektor Roland Weißmann zum Startschuss. Gerade in schwierigen Zeiten sei sozialer Zusammenhalt von großer Bedeutung, betonte Weißmann.

Ein redaktioneller Schwerpunkt auf allen Kanälen soll sich am 10. Februar der Initiative widmen. Die Website helfen.ORF.at bietet neben Infos auch ein Onlinespendentool. ORF-Corporate-Social-Responsibility-Leiter Pius Strobl betonte, dass es sich bei „Österreich hilft Österreich“ um eine „schnelle, unbürokratische Hilfestellung“ für jene handle, die „jetzt unsere Unterstützung“ brauchten.

Der stellvertretende Generalsekretär des Roten Kreuzes, Peter Kaiser, erklärte den Grund für die Hilfsaktion: „Menschen, die ohnehin schon in prekären Lagen waren und sind, bringen die aktuellen Entwicklungen an den Rand ihrer Möglichkeiten. Diesen Menschen müssen wir rasch und zielgerichtet helfen.“

Teuerungswelle verschärft Situation

Während viele Menschen in Österreich noch mit den Folgen der CoV-Krise zu kämpfen hätten, rolle bereits eine verheerende Teuerungswelle über das Land, schlug Hilfswerk-Geschäftsführerin Elisabeth Anselm in eine ähnliche Kerbe. Gerade auch Kinder und Jugendliche brauchten vermehrte Unterstützung, fuhr sie fort.

Gespendet werden kann per Erlagschein, Überweisung, über die kostenlose Spendennummer (0800 664 2023) und online. Alle Informationen zu den Spendenmöglichkeiten finden sich zudem im Teletext auf Seite 685.

IT

Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat erstmals seit seinem Börsengang im Jahr 2012 Verluste eingefahren. Wie der US-Konzern gestern mitteilte, lag der Umsatz im vergangenen Jahr bei 116,61 Milliarden Dollar (106,12 Mrd. Euro). Dies entsprach einem Rückgang um ein Prozent gegenüber 2021. Dennoch sprang die Aktie im elektronischen Handel nach Börsenschluss um 18 Prozent, da der Markt einen stärkeren Einbruch für den kalifornischen Konzern erwartet hatte.

Im vierten Quartal 2022 erzielte Meta einen Umsatz von 32,17 Milliarden US-Dollar (minus vier Prozent im Jahresvergleich) und halbierte seinen Nettogewinn auf 4,65 Milliarden US-Dollar – Analysten hatten sechs Milliarden US-Dollar erwartet.

Der Konzern von Mark Zuckerberg hat mit der Konkurrenz durch den Onlinedienst TikTok und der Wirtschaftskrise zu kämpfen. Allerdings stieg die Zahl der Facebook-Nutzer nach Angaben des Konzerns erstmals auf über zwei Milliarden. Zu Meta gehören neben dem Onlinenetzwerk Facebook auch WhatsApp und Instagram.

Kultur

US-Popstar Beyonce geht auf eine neue Welttournee. Ein Besuch in Wien ist zwar nicht vorgesehen, geplant sind aber drei Großkonzerte in Deutschland, in Köln (15. Juni), Hamburg (21. Juni) und Frankfurt (24. Juni), wie der Veranstalter Live Nation gestern mitteilte. Die „Renaissance World Tour“ sei die erste Solotournee des Superstars seit mehr als sechs Jahren. Gestartet wird sie in Stockholm.

US-Popstar Beyonce
APA/AFP/Getty Images/Kevin Winter

Beyonce, einst Mitglied der Gruppe Destiny’s Child, gilt als eine der erfolgreichsten Musikerinnen der Gegenwart. Im vergangenen Jahr veröffentlichte sie ihr siebentes Studioalbum „Renaissance“.

Zwölf Jahre lang sind im Wiener MuseumsQuartier Cartoons ausgestellt worden – in der Galerie der Komischen Künste. Doch nun wurde der Mietvertrag nicht mehr verlängert, die Galerie musste schließen. Der Betreiber versucht einen Neustart mit einer Buchhandlung.

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Science

Schreiende Babys lösen in Menschen gemischte Gefühle aus. Einerseits kann das Geschrei auf die Nerven gehen, andererseits löst es das Bedürfnis aus, das Kind zu trösten. Eine Studie aus der Schweiz zeigt nun, dass dabei eine Gehirnregion aktiviert wird, die auch als „Zentrum der Enttäuschung“ bekannt ist.

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Erstmals hat ein deutsch-ägyptisches Forschungsteam genau nachgewiesen, wie und mit welchen Substanzen die alten Ägypter ihre Mumien einbalsamierten. Besonders überraschend war für die Fachleute dabei, dass der Großteil der gefundenen Substanzen nicht aus Ägypten selbst stammte, sondern importiert wurde.

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