Inland

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hat sich im jüngsten koalitionsinternen Zwist um die Klimapolitik erstmals zu Wort gemeldet und seiner Parteikollegin, Umweltministerin Leonore Gewessler, Schützenhilfe geleistet. Dem Kanzler attestierte er im Interview mit der Tageszeitung „Die Presse“ (Sonntag-Ausgabe) nach dessen „Steinzeit“-Sager „altes Denken und Politik von gestern“.

„Das letzte Mal, dass ich mich an solche Töne aus dem Kanzleramt erinnern kann, ging es um Hainburg. Damals hatte ich auch den Eindruck, dass Bundeskanzler Sinowatz (Ex-SPÖ-Kanzler Fred, Anm.) von den falschen Leuten, manchmal sogar von Betonköpfen, beraten wurde“, so Kogler: „Die Diktion war jedenfalls haarscharf die gleiche.“ Gespräch habe er, Kogler, mit Kanzler Kurz seit dessen „Steinzeit“-Sager keines geführt.

„Öllobbyisten und Betonierer“

Er habe den Eindruck, dass es bei Kurz so „wie früher ist“ und man sich im Kanzleramt „vielleicht zu viel mit Öllobbyisten und Betonierern umgibt“, so Kogler: „Sonst ist das nicht erklärbar.“ Klimaschutz sei jedenfalls ein „Mehrheitsanliegen“, gibt sich der Vizekanzler überzeugt.

Ausgangspunkt des Koalitionsscharmützels war der Auftrag Gewesslers, die Neubauprojekte der ASFINAG bis Herbst zu evaluieren, was zu einem Aufstand der Länder führte. Neben dem Wiener Lobautunnel ist auch die Bodensee Schnellstraße S18 in Vorarlberg davon betroffen. Kurz hatte sich in diesem Fall auf die Seite des Baubefürworters, Landeschef Markus Wallner (ÖVP), gestellt und bei seinem jüngsten Besuch in Vorarlberg gemeint, dass der Verzicht auf Mobilität und auf Individualverkehr nicht funktionieren werde.

Er sei nicht der Meinung, „dass unser Weg zurück in die Steinzeit sein sollte“. Und in Sachen S18 erklärte Kurz, das Projekt sei „schon lange versprochen und es muss auch durchgeführt werden“.

Kogler zu S18: „Ehrlich evaluieren“

Kogler verteidigte gegenüber der „Presse“ die Entscheidung der Umweltministerin: „Es geht hier jedenfalls nicht um die Verhinderung von Bauprojekten“, sondern um „ehrlich evaluieren statt blindwütig betonieren“. Denn in Vorarlberg sollte man wissen, „dass es nach jetzigem Wissensstand schnellere, günstigere und naturschonendere Alternativen zur S18 gibt“. Überhaupt sei man bei diesem Projekt „noch Lichtjahre von einer Umweltverträglichkeitsprüfung entfernt“.

Die Finanzpolizei hat von April 2020 bis Juni 2021 über 31.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in mehr als 10.000 Betrieben in Zusammenhang mit der Kurzarbeit kontrolliert. Das führte zu knapp 6.000 Kontrollmeldungen, gab Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) heute bekannt. Der Großteil der Meldungen (4.936) ging an das AMS, 648 an die Bauarbeiter-, Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) sowie 297 an die Taskforce Sozialleistungsbetrug (SOLBE) im Bundeskriminalamt.

Zudem stellte die Finanzpolizei über 850 Strafanträge, die sich in Zusammenhang mit den Kurzarbeitskontrollen ergaben und beantragte Geldstrafen in der Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro. Die meisten davon betrafen Verstöße nach dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz, dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz, dem Arbeitslosenversicherungsgesetz und dem Ausländerbeschäftigungsgesetz, so der Minister in einer Aussendung.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist erkrankt und wird daher bei dem für heute geplanten Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen anlässlich der Eröffnung der Salzburger Festspiele von ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg und Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) vertreten, wie das Bundeskanzleramt der APA mitteilte.

Es handle sich nicht um eine CoV-Erkrankung. Der Kanzler werde regelmäßig getestet, zuletzt im Vorfeld der Festspiel-Eröffnung am Freitag mittels eines PCR-Tests, hieß es weiter.

Live

Julian Nida-Rümelin, der frühere deutsche Kulturminister in der Regierung Gerhard Schröders und Philosoph an der Universität München, wird nach den Spitzen aus Politik die Festrede zur Eröffnung halten. „Eine humanistische Utopie“ will Nida-Rümelin dabei entwerfen und daran erinnern, dass „der moderne Mensch nicht ohne Utopie leben“ könne, Utopismus zugleich eine Gefahr für das Gemeinwesen sein könne. Ein pragmatischer Humanismus sei die Alternative in unübersichtlichen Zeiten.

Nida-Rümelin trifft dabei auf den Boden rund um die Gründung der Salzburger Festspiele, die in diesem Jahr immer noch ihr Hundertjahrjubiläum feiern. Im Vorjahr war ja pandemiebedingt der Eröffnungsakt ausgeblieben. „Ohne die Leitkultur des Humanismus gibt es keine Demokratie als Lebensform“, wird Nida-Rümelin einen politischen Begriff in Deutschland der frühen 2000er Jahre aufgreifen. Vor Nida-Rümelin reden Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) und Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler.

Wer ist da – und wer nicht?

Musikalisch führt das Mozarteum Orchester Salzburg unter der Leitung von Ingo Metzmacher durch den Eröffnungsakt. Solistin ist Julia Hagen, Violoncello. Auf dem Programm stehen „La Valse“ von Maurice Ravel sowie der zweite („Idylle“) und fünfte Satz („Finale alla marcia“) aus dem Konzert für Violoncello und Blasorchester von Friedrich Gulda.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist erkrankt und wird daher bei dem für heute geplanten Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen anlässlich der Eröffnung der Salzburger Festspiele von ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg und Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) vertreten.

COV Inland

Dass bei Zeltfesten lediglich die „3-G-Regel“ gilt, während in der Nachtgastronomie nur getestete oder geimpfte Personen Eintritt haben, landet nun vor Gericht. Der Verband der österreichischen Nachtgastronomie bringt einen Individualantrag beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) ein. Diese Entscheidung hat der Verband gestern getroffen, so Verbandssprecher Stefan Ratzenberger zu den „Oberösterreichischen Nachrichten“.

Wegen „Gefährdung der Allgemeinheit“ durch die lockereren Regeln für Zeltfeste könnten auch noch Klagen bei Oberlandesgerichten in einzelnen Bundesländern folgen, sagte Ratzenberger der Zeitung.

Innerhalb einer Woche habe die Branche in acht Bundesländern 90 bis 95 Prozent ihrer Umsätze eingebüßt. Nur in Wien, wo mit den Gurgeltests bereits ein flächendeckendes PCR-Testsystem verfügbar ist, sei die Lage etwas besser, 45 Prozent Umsatz hätten die Nachtlokale aber auch in der Bundeshauptstadt verloren.

In 26 Vorarlberger Apotheken kann man seit Donnerstag einen kostenlosen PCR-Test machen. Dieser ist z. B. für den Besuch der Nachtgastronomie im Land notwendig. Doch der Andrang in den Apotheken ist derart groß, dass die Auswertung der PCR-Tests deutlich länger dauert als versprochen.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 28,3 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl weiterhin in Salzburg (65,1), dahinter folgen Wien (37,9) und Vorarlberg (35,3). Am niedrigsten ist der Wert im Burgenland (10,8) und in Niederösterreich (14,3).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 349 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 349 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit starben laut Ministerien bisher 10.731 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 101 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 29 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Ausland

Slowenien wünscht sich im Streit um das Atomkraftwerk Krsko mehr Sachlichkeit von Österreich. Zwar verstehe Ljubljana die Sorgen des Nachbarlandes wegen der Atomkraft, „aber mit Pauschalurteilen und Stereotypen, wonach es sich um ein zweites Tschernobyl handelt, kann man keine argumentative Diskussion führen“, sagte Sloweniens Botschafter Aleksander Gerzina im APA-Interview. Zugleich warnte er vor irreparablen Schäden wegen des Konflikts westlicher und östlicher EU-Staaten.

„Die Zeiten haben sich geändert, es gab eine Modernisierung der Atomkraft, und sie ist eine der saubersten Energieformen“, betonte der seit Anfang Juli amtierende Missionschef in Wien. Mit Blick auf die Kritik am slowenischen Regierungschef Janez Jansa versicherte Gerzina, dass die Regierung in Ljubljana die aktuelle EU-Ratspräsidentschaft „sehr ernst“ nehme.

Vergleiche zwischen Slowenien und Ungarn seien unangebracht. In den bilateralen Beziehungen will er sich insbesondere einer engeren Kooperation von Österreich und Slowenien auf EU-Ebene widmen. Die beiden Länder könnten helfen, den bedrohlichen Riss zwischen den westlichen und östlichen EU-Staaten zu kitten, so Gerzina.

AKW Krsko: Bedenken werden „sehr ernst“ genommen

Die jüngste Entscheidung der slowenischen Regierung zum AKW Krsko „ist noch keine Entscheidung für den Bau eines zweiten Reaktorblocks“, betonte Gerzina. Es handle sich erst um die Einleitung des Verfahrens für die Umweltverträglichkeitsprüfung, an der auch Österreich „aktiv“ beteiligt sei. „Wir sind noch ganz am Anfang eines Prozesses, der ziemlich lang sein wird.“

Slowenien nehme die österreichischen Bedenken „sehr ernst“, versicherte der Botschafter. Zugleich kritisierte er die „Pauschalurteile“ und die „automatische Ablehnung“ von Atomenergie, die sofort in Verbindung mit der Katastrophe von Tschernobyl gebracht werde, „als vor 35 Jahren in einem veralteten Kraftwerk ein Reaktor explodiert ist“.

1.400 Windkraftwerke als Ersatz nötig

Gerzina argumentierte, dass das AKW Krsko 40 Prozent des slowenischen Strombedarfs abdecke. Kalorische Kraftwerke würden die Umwelt verschmutzen, für neue Wasserkraftwerke gebe es in Slowenien kaum noch Kapazitäten, und auch für alternative Energiequellen brauche man „Reserven“, weil Wind und Sonne nicht immer verfügbar seien.

Zwar setze Slowenien ungeachtet des AKW-Projekts auf alternative Energieträger. Doch wären 1.400 Windkraftwerke nötig, um Krsko zu ersetzen. Derzeit seien es zwei, wobei Neubauten durch Naturschützer gebremst würden. Gerzina wies weiters darauf hin, dass Österreich vor allem in den Herbst- und Wintermonaten Energie importieren müsse, „auch aus Slowenien“. „All diese Dinge sollte man berücksichtigen, wenn man von der Atomkraft spricht.“

EU

Der französische Innenminister Gerald Darmanin hat die EU-Grenzschutzagentur Frontex aufgefordert, auch an den EU-Nordgrenzen aktiv zu werden. „Ich habe Frontex selbst kontaktiert (…) und gebeten, sich um Nordeuropa zu kümmern“, besonders um die Meerenge zwischen Frankreich und Großbritannien, sagte Darmanin. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Geflüchtete versucht, in Booten über den Ärmelkanal nach England zu gelangen.

Wegen des des hohen Verkehrsaufkommens in der Meerenge, den starken Strömungen und den kalten Temperaturen ist die Überfahrt mit zahlreichen Risiken verbunden. Darmanin begrüßte die Einigung zwischen Großbritannien und Frankreich in der vergangenen Woche, nach der London Paris mit knapp 63 Millionen Euro bei der Eindämmung der nicht regulären Migration unterstützen will. Frankreich hatte versprochen, mehr Sicherheitskräfte entlang der Küste einzusetzen.

Im vergangenen Jahr wurden laut den französischen Behörden mehr als 9.500 Überfahrten oder versuchte Überfahrten registriert, mehr als viermal so viele wie im Jahr 2019. Sechs Menschen starben.

Sport

Der erste Wettkampftag der XXXII. Olympischen Sommerspiele steht in den Sportgeschichtsbüchern. Richard Carapaz aus Ecuador sorgte mit Gold im Rad-Straßenrennen der Herren ebenso wie der Ungar Aron Szilagyi mit seinem Goldhattrick im Säbelfechten für Schlagzeilen. Der zweite Tag bringt weitere 18 Medaillenentscheidungen.

Mehr dazu in sport.ORF.at/tokyo2020

Magdalena Lobnig hat heute bei den Olympischen Spielen in Tokio souverän das Halbfinale im Frauen-Einer erreicht. Ganz zufrieden war die Kärntnerin danach aber nicht. „Der Vorlauf war besser, aber die Nervosität steigt halt von Rennen zu Rennen. Es war klar, dass die hinter mir um ihr Leben rudern, da bin ich ein bisserl zu schlampert, bisserl zu wenig schnell losgefahren“, sagte sie nach dem Viertelfinale.

Mehr dazu in sport.ORF.at/tokyo2020

Rapid hat den Start in die neue Saison der Admiral Bundesliga gehörig verpatzt. Der Vizemeister kassierte gestern in der Auftaktrunde im Allianz Stadion gegen den TSV Hartberg vor 12.200 Zuschauern eine 0:2 (0:1)-Heimniederlage. Damit gab es auch eine missglückte Generalprobe vor dem Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation bei Sparta Prag am Mittwoch. Dario Tadic avancierte mit einem Doppelpack (41., 67./Elfmeter) zum Matchwinner für die Steirer.

Lesen Sie mehr …

Das Debüt als Cheftrainer im Clubfußball brachte Andreas Herzog dank eines Last-Minute-Treffers zumindest einen Auswärtspunkt. Die von ihm trainierte Admira erkämpfte sich gestern zum Start in die neue Saison der Admiral Bundesliga bei WSG Tirol ein 1:1 (0:0). Erstmals seit fünf Jahren mussten sich die Niederösterreicher damit zum Auftakt nicht geschlagen geben.

Lesen Sie mehr …

Wirtschaft

Supermärkte und Einkaufszentren liegen oft am Rand von Siedlungsgebieten. Dadurch entstehen zusätzliche Autofahrten, Innenstädte haben mit Abwanderung und Leerständen zu kämpfen. Mit einem Lösungsansatz hat man in Niederösterreich schon Erfahrung.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Die Radlobby Tirol fordert einmal mehr den rascheren Ausbau des Radwegnetzes. Nach wie vor gebe es große Lücken, vor allem im Ballungsraum rund um Innsbruck. Vonseiten des Landes wird betont, dass es im Landesbudget mehr Geld zum Ausbau des Radwegenetzes gebe.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Chronik

Eine Urlauberfamilie aus Deutschland ist gestern auf einer Alm im Gemeindegebiet von Gosau (Oberösterreich) von einer Mutterkuh attackiert worden. Die Frau und der achtjährige Sohn mussten mit dem Notarzthubschrauber ins Spital gebracht werden.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Ein zwölfjähriges Mädchen ist gestern bei einer Bergwanderung in Oberösterreich von einer Schlange gebissen worden. Der Vorfall ereignete sich, als eine deutsche Urlauberfamilie in der Gemeinde Ebensee am Traunsee im Höllengebirge über einen markierten Wanderweg vom Feuerkogel Richtung Rieder Hütte wanderte.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Ein 61-jähriger Mann ist gestern Abend bei Maria Alm im Salzburger Pinzgau beim Absturz seines Autos auf dem Aberg ums Leben gekommen. Der Pkw kam in ca. 1.500 Meter Seehöhe von einem Güterweg ab und stürze über einen Steilhang. Der Einheimische wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und tödlich verletzt.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Durch einen Fahrfehler hat eine Autofahrerin gestern in Villach (Kärnten) einen aufwendigen Feuerwehreinsatz verursacht. Sie prallte mit ihrem Pkw gegen die Auslagenscheibe eines Geschäfts, wodurch diese zerbarst.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

In der Klagenfurter Innenstadt ist in der Nacht auf heute ein 17-Jähriger attackiert und bewusstlos geschlagen worden. Der Täter konnte flüchten. Zeugen beobachteten den Vorfall und alarmierten die Polizei. Die Ermittlungen laufen.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Gut eine Woche nach den verheerenden Überflutungen mit Todesopfern kam es gestern in Belgien neuerlich zu schweren Regenfällen. Über Tote und Verletzte war zunächst nichts bekannt. Eine Unwetterfront zog auch wieder durch Deutschland. In Teilen Bayerns traten Gewitter mit örtlich ergiebigem Regen- und Hagelschauer auf. Größere Schäden wurden nicht gemeldet.

In Belgien wurden zahlreiche Autos weggeschwemmt und Menschen in Sicherheit gebracht In der Stadt Dinant blockierten vom Wasser mitgerissene Fahrzeuge einen Bahnübergang. Der Bahnverkehr war wegen des Hochwassers Mitte Juli aber bereits eingestellt. In der Stadt Namur mussten Menschen in Sicherheit gebracht werden. „Es ist eine Katastrophe“, zitierte Belga die Feuerwehr.

Neben Namur und Dinant waren noch weitere Städte und Dörfer von starken Regenfällen und Überschwemmungen betroffen. In Wallonisch-Brabant südlich von Brüssel kam es zu Erdrutschungen. Auch in der Provinz Antwerpen im Norden des Landes musste die Feuerwehr ausrücken.

Die Situation war laut dem nationalen Krisenzentrum jedoch „nicht vergleichbar“ mit den Überschwemmungen vom 14. und 15. Juli. Damals hatten heftige Unwetter in den dicht besiedelten Tälern der Maas-Region im Dreiländer-Eck Deutschland, Belgien und Niederlande in Belgien zumindest 36 Todesopfer gefordert, sieben Menschen werden noch vermisst.

Die Zahl der Todesopfer durch Erdrutsche und Überschwemmungen nach Monsun-Regenfällen in Indien ist auf mindestens 115 gestiegen. Die Rettungskräfte hätten bei Einsätzen im Bundesstaat Maharashtra allein 112 Tote geborgen, erklärte die Provinzregierung gestern. Im Bundesstaat Karnataka starben nach Behördenangaben mindestens drei Menschen. Insgesamt mussten fast 150.000 Menschen vorsorglich ihre Häuser verlassen.

Die meisten der Todesopfer waren im Bezirk Raigad rund 130 Kilometer südlich von Mumbai, der Hauptstadt des Bundesstaates, zu beklagen. Der anhaltende Starkregen hatte den Fluss Savitri über die Ufer treten lassen. Die Stadt Mahad wurde größtenteils überschwemmt, alle Zufahrtsstraßen waren blockiert. Bewohnerinnen und Bewohner retteten sich in höhere Stockwerke und auf Häuserdächer, um dem Wasser zu entkommen.

Evakuierung aus überfluteten Gebieten in Kolhapur (Indien)
Reuters/Abhijeet Gurjar

Noch am Freitag war es dem Katastrophenschutz nicht möglich, im betroffenen Gebiet mit Rettungshubschraubern zu landen. Erst als die Wasserstände am Samstag wieder sanken, konnte mit der Rettung der Bewohner begonnen werden. Auch in der Region um die Stadt Chiplun rund 250 Kilometer südlich von Mumbai waren Ortschaften unerreichbar. Der Fluss Vashishti trat dort über die Ufer. Die Behörden verzeichneten dort Wasserstände von bis zu sechs Metern.

In Mumbai stürzten Häuser ein, es gab Tote und Vermisste. Am vergangenen Wochenende waren in der Finanzmetropole bereits mindestens 34 Menschen durch regenbedingte Erdrutsche gestorben. In der Küstenmetropole Goa südlich von Mumbai gab es nach Regierungsangaben große Schäden, aber keine Todesopfer.

Umwelt & Klima

Mit grünen Hausfassaden gegen städtische Hitzeinseln wirken: In Wien gibt es jetzt eigens dafür entwickelte Module auch als Selbstbauvariante, für die es kein Montageteam und keine Genehmigung braucht. Aufgrund einer Förderung sind bis zu vier dieser „Do It Yourself“-Module gratis erhältlich.

Mehr dazu in wien.ORF.at

E-Autos setzen sich immer mehr durch – gleichzeitig wachsen die Anforderungen an eine Infrastruktur für das Aufladen dieser Fahrzeuge. Fachleute der TU Graz haben nun einen Laderoboter entwickelt, der mobil einsetzbar ist.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Religion

Das Bilanzdefizit der römischen Kurie, zentrales Leitungsorganisation der katholischen Kirche, ist im Pandemiejahr 2020 auf 66,3 Millionen Euro angewachsen. 2019 betrug das Minus noch elf Millionen Euro. Der Leiter des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, Juan Guerrero, äußerte sich bei der Veröffentlichung der Zahlen dennoch zufrieden. Alles in allem sei das Ergebnis „besser als erwartet“ ausgefallen, sagte er dem Portal Vatican News.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Die vermutlich älteste Kirchenorgel der Welt, die im 12. Jahrhundert in der Geburtskirche von Bethlehem im Einsatz war, wird derzeit aufwendig erforscht und rekonstruiert. Das Instrument war zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Archäologen in der Basilika über der traditionellen Geburtsstätte Christi in Bethlehem entdeckt worden.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Seit 2006 ist Herbert Föttinger Direktor im Theater an der Josefstadt in Wien. Bis 2026 will er das auch noch bleiben – und so zum „zweitlängstdienenden“ Direktor überhaupt werden. Auch in jungen Jahren war er dem Theater verbunden, heute feiert „Mr. Josefstadt“ seinen 60. Geburtstag.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Vor der Kulisse des Linzer Mariendoms treten seit Jahren beim Festival „Klassik am Dom“ namhafte Künstlerinnen und Künstler auf. Aufgrund der coronavirusbedingten Verschiebung des diesjährigen Festivals auf 2022 bot sich heuer eine einmalige Gelegenheit: Der Mariendom öffnete seine Pforten, um dem „Popstar unter den Geigern“ David Garrett eine Bühne zu bieten. Dafür wurden zwar keine Karten verkauft, das Konzert war exklusiv auf ORF2 zu erleben und ist in der ORF-Tvthek verfügbar.

Klassik am Dom 2021 – David Garrett & Band

David Garrett, der Popstar unter den Geigern, und seine Band traten in Linz auf. Das Konzert war exklusiv auf ORF2 zu erleben und ist in der ORF-Tvthek verfügbar.

Garrett ist für ein Repertoire bekannt, in dem die Grenzen zwischen U- und E-Musik verschwimmen. Klassik trifft dabei auf Rock- und Popmelodien. In seinem aktuellen Programm lässt er seine musikalischen Highlights der letzten zehn Jahre Revue passieren, darunter die Hits „Nothing Else Matters“, „Purple Rain“ oder „Viva la Vida“.

Zugleich interpretiert Garrett weltberühmte klassische Werke wie das Scherzo aus Beethovens 9. Sinfonie, Bachs „Air“ und Debussys „Clair de Lune“, inklusive aufwendiger Bühnenshow und großer Orchesterbegleitung. Garrett sprach bei der Pressekonferenz von einer großen Ehre, im Mariendom aufzutreten.

„Die Kulisse ist überwältigend, und – ich glaube, es geht jedem so, der den Mariendom zum ersten Mal betritt – man ist erfüllt mit Ehrfurcht. Für einen Künstler ist das eine ganz besondere Stimmung“, so der Musiker dazu. Nächstes Jahr soll das verschobene Festival nachgeholt werden. Neben Elina Garanca und James Blunt wird dabei auch Garrett, der seine heurige Tournee komplett absagen musste, vor Publikum vor Österreichs größter Kirche zu erleben sein.

Die Salzburger Festspiele werden heute Vormittag in der Stadt Salzburg mit einem Festakt in der Felsenreitschule offiziell von Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnet. Die Festrede hält der Philosoph, Buchautor und frühere deutsche Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin.

Das Festival ist bereits am 17. Juli mit einer beim Publikum umjubelten „Jedermann“-Neuinszenierung in das verlängerte 100-Jahr-Jubiläum gestartet und endet am 31. August.

Einen Tag nach der offiziellen Eröffnung, am Montag, geht mit der Premiere von „Don Giovanni“ die erste Oper dieser Saison über die Bühne, neuinterpretiert von Kultdirigent Teodor Currentzis am Pult und Regiemystiker Romeo Castellucci.

Die Festspiele zeigen heuer auch Produktionen, die wegen der Coronavirus-Pandemie im Jubiläumsjahr 2020 nicht aufgeführt werden konnten. Wegen eines Coronavirus-Falls im Publikum der diesjährigen „Jedermann“-Premiere müssen nun die Besucherinnen und Besucher aller Festivalspielstätten verpflichtend FFP2-Masken tragen.

Heute eröffnen in Bayreuth die Wagner-Festspiele mit einer Neuinszenierung des „Fliegenden Holländers“ durch Dmitri Tcherniakov. Dabei wird erstmals in der 145-jährigen Festspielgeschichte eine Frau am Pult stehen: Die einstige Grazer Chefdirigentin Oksana Lyniv führt musikalisch durch den Abend.

Bei diesem historischen Moment wird das Festspielhaus allerdings halbleer bleiben, sind wegen der CoV-Auflagen doch nur 911 anstelle von rund 2.000 Menschen zugelassen. Auch wird der Festspielchor nicht auf der Bühne stehen und müssen die Premierengäste auf die traditionelle Begrüßung vor dem Festspielhaus und den Staatsempfang im Neuen Schloss verzichten.

Spannend aus österreichischer Sicht wird es dann am 29. Juli, wenn Aktionskünstler Hermann Nitsch eine semiszenische „Walküre“ gestaltet und Nikolaus Habjan am Vormittag das neue Stück „Rheingold – Immer noch Loge“ nach Paulus Hochgatterer inszeniert. Die Bayreuther Festspiele laufen dann bis 25. August.

Panorama

Die Alte Donau ist eines der beliebtesten Naherholungsgebiete Wiens, inzwischen wohnen aber immer mehr Menschen dort. Besonders nahe einer Segelschule klagen Anrainerinnen und Anrainer über den Lärmpegel – und beschweren sich regelmäßig.

Mehr dazu in wien.ORF.at