Letzte Meldung

Ausland

Repression gegen Venezuelas Generalstaatsanwältin

Venezuelas Oberster Gerichtshof hat der regierungskritischen Generalstaatsanwältin Luisa Ortega die Ausreise untersagt und ihre Konten eingefroren. Ortega müsse am Dienstag zu einer „mündlichen und öffentlichen Anhörung“ erscheinen, entschied das Gericht gestern (Ortszeit) in Caracas.

Bei der Anhörung soll entschieden werden, ob Ortega der Prozess gemacht wird. Als Vorsichtsmaßnahmen seien das Ausreiseverbot und das Einfrieren von Ortegas Konten verfügt worden, so der Gerichtshof. Er hatte vor einer Woche ein Verfahren gegen Ortega eingeleitet. Es könnte zu ihrer Absetzung führen.

Ortega wirft Maduro „Staatsterrorismus“ vor

In den vergangenen Wochen hatte die Juristin die sozialistische Regierung von Staatschef Nicolas Maduro zunehmend kritisiert. Sie warf dem Präsidenten vor, die ganze Macht im Land an sich reißen zu wollen. Die seit Wochen andauernden regierungskritischen Proteste lasse er blutig niederschlagen.

Gestern legte Ortega nach. Maduros Regierung habe mit Hilfe des Obersten Gerichtshofs und der Armee einen „Staatsterrorismus“ etabliert, sagte sie. Dadurch werde Venezuela ein Staat, „in dem das Recht zu demonstrieren verloren gegangen ist, in dem Demonstrationen grausam unterdrückt werden, in dem Zivilisten vor Militärgerichte gestellt werden“. Venezuela befinde sich weiterhin im Zustand des „Verfassungsbruchs“, kritisierte die Generalstaatsanwältin.

Hubschrauberangriff auf Höchsgericht

Maduro kündigte indes an, seine Streitkräfte mobilisieren zu wollen, nachdem ein Hubschrauber das oberste Gericht attackiert hatte. Nach Angaben Maduros wurden aus dem Helikopter mehrere Granaten abgeworfen. Es gab jedoch keine Verletzten. Dadurch wurde die Lage in dem Land weiter verschärft. Seit April wird fast täglich gegen den Staatspräsidenten protestiert, bisher kamen dabei 76 Menschen ums Leben.

Katalonien legalisiert Kifferclubs

In der spanischen Region Katalonien sind Kifferclubs künftig legal. Das Regionalparlament stimmte gestern mit überwältigender Mehrheit für die Legalisierung solcher Clubs. Gemäß dem verabschiedeten Gesetz dürfen Mitglieder nicht jünger als 18 sein, in den Clubs dürfen weder Alkohol noch Tabak verkauft werden, und für den Verkauf von Cannabis gibt es Mengenbegrenzungen.

Im Jahr 2014 hatte bereits die Region Navarra im Norden Spaniens ein ähnliches Gesetz verabschiedet. Dieses wurde jedoch vom Verfassungsgericht außer Kraft gesetzt, bis ein Grundsatzurteil fällt.

Konsum weit über EU-Schnitt

In Spanien ist Cannabiskonsum in der Öffentlichkeit verboten, der Konsum von Haschisch im privaten Bereich wird jedoch toleriert. In den vergangenen Jahren hatten sich zahlreiche Clubs gebildet, in denen Mitglieder Haschisch rauchen können. Ihre Zahl wird auf bis zu 800 geschätzt.

Der Haschischkonsum in Spanien ist im europäischen Vergleich hoch. Laut der jüngsten Studie aus 2016 gaben 9,5 Prozent der Spanier an, im abgelaufenen Jahr mindestens einmal gekifft zu haben - gegenüber 6,6 im europäischen Durchschnitt.

Brasiliens Präsident ernannte umstrittene Staatsanwältin

Inmitten schwerer Korruptionsvorwürfe gegen Brasiliens Staatschef Michel Temer hat der Präsident eine neue Generalstaatsanwältin für das Land ernannt. Temer wählte gestern die Juristin Raquel Dodge als oberste Anklagevertreterin des Staates aus, obwohl sich eine Versammlung von 1.300 Staatsanwälten für einen anderen Kandidaten ausgesprochen hatte.

Dodge soll im September die Nachfolge von Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot antreten, der erst diese Woche offiziell Anklage gegen Temer wegen der Annahme von Bestechungsgeldern beantragt hatte. Temer wird vorgeworfen, 500.000 Real (rund 130.000 Euro) Schmiergeld vom Chef des Fleischkonzerns JBS angenommen zu haben. Temer bezeichnete die Vorwürfe als Erfindung. Janot betonte hingegen, es gebe „zahlreiche Beweise“ für die Anschuldigungen.

Der von Temer übergangene Kandidat für das Amt des Generalstaatsanwalts gilt als Anhänger der unnachgiebigen Linie von Janot bei den Korruptionsermittlungen, durch die seit 2014 mindestens 109 Menschen verurteilt wurden, darunter Politiker und Unternehmer. Die künftige Generalstaatsanwältin Dodge versicherte kürzlich, dass die Antikorruptionsermittlungen „große Glaubwürdigkeit“ hätten und dass sie die Untersuchungen unterstützen werde. Janot scheidet nach zwei Amtszeiten im September auf eigenen Wunsch aus dem Amt aus.

Laptops bleiben auf US-Flügen erlaubt

Laptops und Tablets bleiben auf Flügen in die USA erlaubt, wenn die Fluggesellschaften schärfere Sicherheitsvorschriften des US-Ministeriums für Heimatschutz (DHS) umsetzen. Diese neue Regelung verkündete Heimatschutzminister John Kelly gestern in Washington.

Man erwarte von Fluggesellschaften und Flughäfen, die Sicherheitsmaßnahmen für Passagiere und elektronische Geräte deutlich hochzufahren, sagte ein Mitarbeiter des Ministeriums. Aus Sicherheitsgründen werde das DHS bei der Ankündigung der neuen Maßnahmen nicht ins Detail gehen.

Erweiterte Scans

Das Heimatschutzministerium erwarte unter anderem erweiterte Scans aller elektronischen Geräte, die größer sind als ein Smartphone: also Laptops, Tablet-Computer, E-Book-Reader oder Kameras. Außerdem gehe es um eine genauere Überprüfung der Passagiere und um mehr Sprengstoffspürhunde. „Die neuen Maßnahmen werden sichtbar und unsichtbar sein“, sagte der Mitarbeiter.

Hintergrund: US-Terrorexperten haben angeblich Erkenntnisse, wonach Terrororganisationen Sprengsätze in Laptops und anderen elektronischen Geräten verbergen können. Der „Guardian“ hatte von einem Anschlagsplan berichtet, nach dem eine Sprengladung in der Hülle eines funktionstüchtigen iPads in die Kabine gebracht und an empfindlicher Stelle angebracht werden könne. Laut Experten ist Sprengstoff von einer eingebauten Computerbatterie schwer zu unterscheiden.

Verbot hätte erhebliche Folgen

Die USA hatten deshalb im März bereits viele Geräte im Handgepäck für direkte Verbindungen von zehn Flughäfen in Nordafrika, dem Nahen Osten und der Türkei verboten. Übernehmen diese Flughäfen nun die neuen Sicherheitsregeln, könne dieses Verbot aufgehoben werden, so das DHS.

Betroffen sind den Angaben zufolge weltweit 280 Flughäfen in 105 Ländern, 180 Airlines oder etwa 2000 Flüge pro Tag. Wer sich nicht an die neuen Vorschriften hält, wird die USA laut Heimatschutzministerium nicht anfliegen dürfen, auch nicht mit Laptops oder Tablets im Frachtraum.

Ein Kabinenverbot für sämtliche Elektrogeräte, die größer als ein Smartphone sind, hätte erhebliche Auswirkungen auf die Abläufe an den Flughäfen und in den Fliegern gehabt. Die Konsequenzen für Geschäftsreisende wurden als ebenso gravierend beschrieben wie mögliche wirtschaftliche Folgen für Fluggesellschaften und Flughäfen.

May übersteht erste Probe im Parlament

Die neue britische Minderheitsregierung von Premierministerin Theresa May hat ihre erste Belastungsprobe im Parlament überstanden. Die oppositionelle Labour-Partei scheiterte gestern Abend mit ihrem Versuch, die Deckelung von Gehaltszuwächsen im öffentlichen Dienst aufzuheben. May gewann die Abstimmung mit 323 zu 309 Stimmen.

Eine Niederlage hätte eine hohe symbolische Bedeutung gehabt. May hatte bei der von ihr selbst angesetzten Unterhauswahl am 8. Juni ihre absolute Mehrheit verloren. Sie regiert mit der Unterstützung der nordirischen DUP. Deren zehn Abgeordnete stimmten mit den Torys, bei denen es keine Abweichler gab. Im Vorfeld war spekuliert worden, der Streit bei den Konservativen könnte bei der Abstimmung erste Folgen zeitigen.

Die Stunde der Wahrheit sollte dann aber heute folgen: Die Abgeordneten stimmen über Mays Regierungsprogramm ab. Scheitert sie damit, geht die Möglichkeit der Regierungsbildung an Labour-Chef Jeremy Corbyn.

Israel beschießt erneut syrische Stellungen

Die israelische Armee hat in Syrien gestern erneut Stellungen der Regierungstruppen angegriffen. Wie eine Armeesprecherin sagte, war zuvor eine Mörsergranate in dem von Israel besetzten Teil der Golanhöhen eingeschlagen. Die israelische Armee habe daraufhin die syrische Armeestellung beschossen, von der die Granate abgefeuert worden sei. Ob der Angriff von Luft- oder Bodentruppen ausging, sagte die Sprecherin nicht.

Während des Zwischenfalls hielt sich der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Siedlung Katzrin im Süden der Golanhöhen auf. „Während meiner Rede sind Granaten aus Syrien auf unserem Staatsgebiet eingeschlagen, und die israelischen Verteidigungsstreitkräfte haben bereits zurückgeschlagen“, erklärte Netanjahu. Er habe bereits klargestellt, dass Israel ein Übergreifen des Konflikts in Syrien „nicht dulden“ und auf jeden Beschuss mit einem Vergeltungsangriff reagieren werde. Es war bereits der dritte israelische Angriff auf syrisches Gebiet innerhalb weniger Tage.

„Brexit“ & Co.: EU sucht 20 Milliarden

Die EU-Kommission hat gestern vor einem dramatisch großen Loch im Budget gewarnt. 20 Milliarden Euro - und das pro Jahr - werden im EU-Budget künftig fehlen, so die eigenen Berechnungen, die Haushaltskommissar Günther Oettinger präsentierte. Rund zehn Milliarden an Einnahmen werden allein durch den „Brexit“ verloren gehen. Die Kommission stellt die EU-Staaten nun vor die Wahl: mehr Geld - oder weniger Leistung.

Mehr dazu in Mehr Geld oder Ziele zurückschrauben

TV-Hinweis

Inland

VfGH entscheidet über Verbot dritter Landepiste

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) entscheidet heute über die Beschwerde gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das den Bau einer dritten Start- und Landepiste auf dem Flughafen Wien-Schwechat mit Verweis auf den Umweltschutz untersagt hatte.

Das Urteil, insbesondere die Begründung, mit der de facto Umweltschutz über Wirtschaftsinteressen gestellt wurde, hatte auch international für großes Interesse gesorgt.

Das Land Niederösterreich und der Flughafen hatten dagegen Beschwerde beim VfGH eingelegt. Gibt dieser der Beschwerde statt, wird das Verfahren an das Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesen, und dieses muss sich erneut damit befassen. Wird die Beschwerde dagegen abgelehnt, könnte das Urteil auch für künftige strittige wirtschaftliche Großprojekte Vorbildwirkung haben.

„Staatsfeinde-Paragraf“ beschlossen

Der Nationalrat hat gestern eine Strafgesetzbuch-Novelle beschlossen. Sie bringt neue Tatbestände zur Ahndung staatsfeindlicher Bewegungen, der sexuellen Belästigung in Gruppen sowie höhere Strafen für tätliche Angriffe gegen Beamte bzw. die Strafbarkeit solcher Übergriffe auf Mitarbeiter öffentlicher Verkehrsmittel. SPÖ, ÖVP und Team Stronach stimmten dafür.

Mit der StGB-Novelle wird ein „Staatsfeinde-Paragraf“ etabliert, der die Gründung von staatsfeindlichen Bewegungen bzw. die führende Beteiligung daran sowie die Ausführung von staatsfeindlichen Handlungen unter Strafe stellt. An diesem Punkt entzündete sich die Kritik von FPÖ, ÖVP und Grünen, die eine fragwürdige Aufnahme eines Gesinnungsdelikts ins Strafrecht kritisierten. Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) stellte das in Abrede, man habe es sich mit dieser Regelung nicht leicht gemacht.

Mehr Schutz für „Öffi“-Mitarbeiter

Strafrechtlicher Schutz vor Gewaltakten soll darüber hinaus in Zukunft auch den Mitarbeitern öffentlicher Verkehrsmittel in Ausübung ihrer Tätigkeit zukommen. Ein eigener Tatbestand ahndet diesbezügliche tätliche Angriffe mit einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten. Auf bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe verschärft wird das Strafausmaß wiederum beim Delikt des tätlichen Angriffs auf Beamte.

Verschärftes Sexualstrafrecht

Neu im Sexualstrafrecht ist der Tatbestand der sexuellen Belästigung in einer Gruppe, mit dem man dem als „Antanzen“ bezeichneten Phänomen der verabredeten sexuellen Übergriffe gegen Frauen bei Massenveranstaltungen entgegenwirken will. Zu einer Entschärfung kommt es hingegen bei Sexting - so soll das Versenden und der Besitz von erotischen Selfies unter Jugendlichen nicht mehr unter den Tatbestand der Kinderpornografie fallen.

Die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung wird mit der Novelle als notwehrfähiges Rechtsgut anerkannt. Notwehr ist somit auch zur Abwehr sexueller Gewalt zulässig.

Privatkonkursreform im Nationalrat abgesegnet

Der Nationalrat hat gestern mit den Stimmen aller Fraktionen mit Ausnahme des Teams Stronach die Reform des Privatkonkurses beschlossen. SPÖ, ÖVP und Grüne stimmten für die verpflichtende Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten von Großunternehmen.

Beim Privatkonkurs ist der Entfall der bisherigen Mindestquote von zehn Prozent zentral. Die Mindestentschuldungsdauer sinkt von sieben auf fünf Jahre. Verpflichtet wird der Schuldner zur Arbeitssuche, Arbeitsfähigkeit vorausgesetzt. Gültig werden die Änderungen mit 1. November 2017.

Frauenquote für Aufsichtsräte

Ebenfalls beschlossen: Nach dem Wunsch des Gesetzgebers wird die Zahl der weiblichen Aufsichtsräte steigen. Konkret soll ab 2018 in börsennotierten Unternehmen sowie Betrieben mit mehr als 1.000 Beschäftigten ein 30-Prozent-Frauenanteil in den Gremien erreicht werden. Bei Nichterfüllen der Quote ist die Wahl nichtig und das Aufsichtsratsmandat bleibt unbesetzt.

Mit dem Beschluss des Kinder-Rückführungsgesetzes und mehrerer Umweltgesetze sowie der Debatte von Rechnungshof-Berichten ging dann der erste Tag der Plenarwoche zu Ende. Das Kinder-Rückführungsgesetz bringt vor allem verfahrensbeschleunigende Maßnahmen bei internationalen Kindesentführungen durch einen Elternteil. Insbesondere soll darauf geachtet werden, eine Entfremdung zwischen dem entführten Kind und dem zurückgelassenen Elternteil zu verhindern.

Mit dem Personenkraftwagen-Verbraucherinformationsgesetz soll es klare Informationen für Fahrzeugnutzer geben, welches Kfz mit welchem verfügbaren Kraftstoff betankt oder beladen werden kann. Auf eine schrittweise Reduktion der Emission fluorierter Treibhausgase zielte eine weitere Regierungsvorlage ab.

Nationalrat: Fremdenrechtsverschärfung kommt

Mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP - diesmal ohne Koalitionsturbulenzen - sowie des Teams Stronach hat der Nationalrat gestern ein Fremdenrechtspaket beschlossen, das eine längere Schubhaft am Stück ermöglicht, eine Residenzpflicht für Flüchtlinge bringt und höhere Strafen bei Nichtausreise trotz aufrechten Bescheids. Der FPÖ war es zu wenig restriktiv, den Grünen ging es zu weit.

Wer bei der Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Einreise oder des Aufenthalts wissentlich falsche Angaben macht, um einen Aufenthaltstitel zu erlangen, kann künftig mit bis zu 5.000 Euro bestraft werden. Schubhaft kann im Normalfall auf bis zu sechs Monate (bisher vier) bzw. drei Monate für mündige Minderjährige (bisher zwei) erstreckt werden. Bei besonderen Umständen ist eine ununterbrochene Festhaltung bis zu 18 Monate möglich (bisher zehn Monate in einem Zeitraum von 18 Monaten).

„Anerkennungsbeitrag“ für Arbeit

Ein Verfahren zur Aberkennung von Asyl soll nicht erst bei einer rechtskräftigen Verurteilung, sondern bereits bei Anklageerhebung bzw. bei Betreten auf frischer Tat oder bei Verhängung von Untersuchungshaft eingeleitet werden. Weiters neu: Flüchtlinge können auch für gemeinnützige Hilfstätigkeiten im Rahmen von NGOs herangezogen werden. Der Innenminister kann dabei betragliche Höchstgrenzen für den „Anerkennungsbeitrag“, den die Flüchtlinge für ihre Arbeit erhalten, festlegen.

Durch einen Abänderungsantrag kamen zudem Wohnsitzauflagen und Gebietsbeschränkungen für Flüchtlinge während des Asylverfahrens dazu. Änderungen gibt es weiters bei der Rot-Weiß-Rot-Karte.

Sport

Tennis: Thiem erklärt Pleite in Antalya

Eigentlich hat sich Dominic Thiem in Antalya ausreichend Spielpraxis für Wimbledon holen wollen. Aufgrund der überraschenden Pleite gegen den Inder Ramkumar Ramanathan wurde daraus aber nichts, wobei Thiem das Unheil gegen den Weltranglisten-222. schon in der Vorbereitung hatte kommen sehen. Die Bedingungen waren ganz anders als in Wimbledon. „Viel, viel schneller, unbespielbar“, bedauerte Günter Bresnik die falsche Turnierauswahl. Die schwache Leistung wollte der Coach dadurch aber nicht schönreden.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Vollformat

Ein Käfig voller Fußballnarren

Kinder im Fußballdress stehen Arm in Arm in einem Fußballkäfig

ORF.at/Dominique Hammer

Ein Käfig voller Fußballnarren

In Wien gibt es mehr als 200 „Käfige“, in denen Kinder und Jugendliche der schönsten Nebensache der Welt frönen: dem Fußball. Die Caritas nutzt seit mehreren Jahren den sozialen Aspekt des Fußballs und organisiert im Rahmen ihrer Käfig League regelmäßige Trainingseinheiten für Sechs- bis 14-Jährige in 22 Parks der Bundeshauptstadt. Dass der Käfig mitunter zur Kaderschmiede werden kann, erzählen u. a. Ex-Nationalteamspieler Ümit Korkmaz und NBA-Basketballer Jakob Pöltl im Videointerview.

Mehr dazu im Vollformat von news.ORF.at

Wirtschaft

Euro steigt auf Zwölfmonatshoch

Der Euro hat heute im frühen Handel seine Klettertour fortgesetzt und ist zwischenzeitlich erstmals seit einem Jahr über 1,14 US-Dollar gestiegen. In der Früh kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,1419 Dollar. Das war der höchste Stand seit der Marktreaktion auf das „Brexit“-Votum vor gut zwölf Monaten.

Zuletzt lag der Euro knapp unter 1,14 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt gestern auf 1,1375 Dollar festgesetzt. Seit Dienstagfrüh hat der Euro zum Dollar inzwischen über zwei Cent zugelegt.

Auslöser der Kurssteigerung waren Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi, die nach Einschätzung vieler Anleger auf eine weniger lockere Geldpolitik schließen lassen. Draghi gab sich zuversichtlich für das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum und - wenn auch in geringerem Ausmaß - für die Inflationsentwicklung.

US-Großbanken meistern Fed-Stresstest

Erstmals haben alle großen Geldhäuser den jährlichen Stresstest der amerikanischen Notenbank bestanden. Die Kapitalpläne der 34 geprüften Finanzinstitute seien genehmigt worden, teilte die Federal Reserve gestern in Washington mit. Für die Banken geht es bei diesen Belastungsproben um Milliarden - sie haben nun grünes Licht, in großem Stil Geld in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen an ihre Investoren auszuschütten.

Es ist das erste Mal seit Einführung der Tests im Jahr 2011, dass alle Institute die Prüfer im ersten Anlauf überzeugten. Auch bei der Deutschen Bank, die mit ihrer US-Tochter in beiden Vorjahren durchgefallen war, gab es diesmal keine Probleme.

Nur bei einer Bank Bedenken

Die erste Runde der Stresstests hatten die größten US-Geldhäuser bereits in der Vorwoche gemeistert. Die Fed war zu dem Schluss gekommen, dass die Bilanzen der Banken selbst einem extremen Krisenszenario standhalten dürften.

Beim zweiten, breiter angelegten Teil der im Zuge der letzten großen Finanzkrise eingeführten Belastungsproben stehen neben den Kapitalpolstern der Banken auch umfassendere Faktoren wie etwa Risikomanagement und interne Kontrollen im Fokus. Lediglich bei einem Institut, dem US-Geldhaus Capital One, hatte die Fed diesmal Bedenken. Obwohl die Kapitalpläne nicht abgelehnt wurden, soll die Bank sie wegen einiger Schwächen bis Jahresende überarbeiten.

Chronik

Zahl der Todesopfer nach Grenfell-Brand erhöhte sich

Laut der Londoner Polizei ist nach dem Brand des Grenfell Tower vor zwei Wochen von 80 Toten bzw. noch immer Vermissten auszugehen. Die genaue Zahl der Opfer werde aber wahrscheinlich erst Ende des Jahres feststehen.

„Was ich bisher sagen kann: Wir glauben, dass 80 Menschen entweder tot sind - oder sie sind vermisst und wir müssen von ihrem Tod ausgehen“, sagte gestern Fiona McCormack von Scotland Yard.

Eurowings-Airbus nach Blitzeinschlag umgekehrt

Ein Airbus der Fluggesellschaft Eurowings ist gestern auf dem Flug von Düsseldorf nach Berlin von einem Blitz getroffen worden und umgekehrt. Das sagte eine Sprecherin der Airline. Es habe keine Verletzten gegeben und bislang seien auch keine Beschädigungen an der Maschine festgestellt worden.

An Bord seien 141 Passagiere gewesen. Es habe sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme gehandelt. Das Flugzeug vom Typ A 320 werde nun am Boden untersucht. Die Passagiere sollen mit anderen Maschinen nach Berlin gebracht werden. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

Die Maschine war etwa 15 Minuten in der Luft, als der Blitz einschlug. Es habe sich um Flug 9042 gehandelt, sagte ein Airport-Sprecher am Mittwoch. Nach etwa einer halbe Stunde sei die Maschine wieder in Düsseldorf gelandet. Der Pilot habe keinen Notfall deklariert, entsprechend sei die Feuerwehr nicht auf das Flugfeld ausgerückt.

Südafrika erlaubt Export von Löwenskeletten

Trotz scharfer Kritik von Tierschützern hat Südafrika den Export von bis zu 800 Löwenskeletten erlaubt. Der internationale Handel einzelner Knochen hingegen sei nicht zulässig, erklärte das Umweltministerium.

Die Erlaubnis beziehe sich auch nur auf Skelette, die von in Gefangenschaft aufgewachsenen Löwen stammen. Damit soll sichergestellt werden, dass Wilderer nicht verstärkt in freier Wildbahn lebende Tiere töten.

Artenschützer fürchten jedoch um die bereits stark dezimierten Löwenbestände in Afrika. Die neue Regel drohe „der Wilderei von Löwen Tür und Tor zu öffnen“, sagte Daniela Freyer von Pro Wildlife. „Immer wieder werden in Nationalparks und Gehegen gewilderte Löwen ohne Knochen oder mit fehlenden Körperteilen aufgefunden.“

Die Regel, dass nur mit Skeletten von Löwen aus Zuchtfarmen gehandelt werden darf, ist Pro Wildlife zufolge kaum zu kontrollieren. „Es steht zu befürchten, dass Knochen gewilderter Tiere in den lukrativen Handel eingeschmuggelt werden“, hieß es.

Löwenknochen werden unter anderem in der traditionellen asiatischen Medizin als Ersatz für verbotene Tigerknochen eingesetzt. Südafrikas Umweltministerium vertritt die Ansicht, dass ein weiteres Verbot des Handels mit Skeletten von Zuchttieren zu mehr Wilderei führen würde.

Science

Kultur

Rekordversteigerung für Buch in Wiener Dorotheum

Für 367.237 Euro wurde gestern in der Bücher-Auktion des Wiener Dorotheum das grundlegende Werk der neuzeitlichen Anatomie von Andreas Vesalius versteigert: Es ist der höchste Preis, der bisher im Dorotheum für ein Buch erzielt wurde.

Grundlegendes Werk der neuzeitlichen Anatomie von Andreas Vesalius

APA/Dorotheum (Montage)

Die 1543 erschienene Erstausgabe „De humani corporis fabrica libri septem“ (Über den Bau des menschlichen Körpers) des in Padua lehrenden Arztes Vesalius ging an einen Saalbieter, hieß es in einer Aussendung.

Der kolorierte Band enthält neben zahlreichen Illustrationen auch Eintragungen der Besitzer, u. a. des deutschen Arztes Caspar Naevius (1513 - 1579), zur "... erschröcklichen und unerhörten Pestilenz zu Venedig anno 1576" sowie eine Liste zu Patienten (Fürsten, Grafen, Freiherren). Vesalius, später Leibarzt Kaiser Karls V. und König Philipps II. von Spanien, war der Erste, der seine Studien an menschlichen Leichen durchführte.

IT

Deutschland investiert 100 Mrd. Euro in schnelles Internet

Deutschland soll nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis 2025 mit Investitionen von 100 Mrd. Euro in den Gigabit-Breitband-Bereich vordringen. Sie kündigte gestern an, dass der Ausbau mit schnellen IT-Verbindungen in der kommenden Legislaturperiode massiv vorangetrieben werden solle. „Wir werden bis 2023, 2025 100 Mrd. Euro investieren in diesem Bereich und in den Gigabit-Bereich vorrücken“, sagte Merkel in Berlin.

Auf dem Wirtschaftskongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ging sie noch weiter: „Wir werden zwischen 2018 bis 2023/2025 die Verfügbarkeit von Gigabit-Breitband überall gewährleisten müssen.“ Dabei gehe es nicht nur um Wohnungen, sondern auch Gewerbegebiete. In der nächsten Legislaturperiode sollten zudem Schulen angeschlossen werden. Das Digitalthema sei „Chefsache“.

Panorama

„Star Wars“-Droide R2D2 für 2,76 Mio. Dollar versteigert

Das ist der Droide, den doch jemand gesucht hat: Der „Star Wars"-Roboter R2D2 wurde gestern (Ortszeit) in Los Angeles für 2,76 Millionen Dollar (2,42 Mio. Euro) versteigert. Zu dem Käufer wolle das Auktionshaus Profiles in History keine Angaben machen. R2D2 gilt als eine der beliebtesten Figuren der Weltraumsaga von George Lucas, seit er dort 1977 im ersten "Star Wars“-Film auftauchte.

Star Wars Memorabilia

APA/AP/Profiles in History

Die über einen Meter große Figur aus Aluminium und Fiberglas ist aus R2D2-Originalteilen von mehreren Filmen zusammengesetzt. Das Auktionshaus hatte einen Höchstpreis von zwei Millionen Dollar erwartet. Im Rahmen der Versteigerung von Hollywood-Requisiten kam auch ein Luke-Skywalker-Lichtschwert für 325.000 Dollar unter den Hammer.

Laserschwert

APA/AP/Profiles in History/Lou Bustamante

Ein Darth-Vader-Kostüm erzielte knapp 100.000 Dollar. Eine Sammlung von 23 Miniatur-Weltraumschiffen aus den Science-Fiction-Serien "Battlestar Galactica" und „Buck Rogers" brachte 1,8 Millionen Dollar ein. Der bunt leuchtende Discotanzboden aus dem Film "Saturday Night Fever“ (1977) wurde nach Angaben des Auktionshauses für 1,2 Millionen Dollar versteigert.